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Szenenfoto aus der Generaplrobe zu "Uns geht’s gut – ein Fiebertraum"
Szenenfoto aus der Generaplrobe zu "Uns geht’s gut – ein Fiebertraum"
10.02.2026

Das Mädchen und der (traurige) Clown

„Uns geht’s gut – ein Fiebertraum“: nächste, vierte, der sechs Performances, die sich im Nachwuchsbewerb von Dschungel Wien und Drama Forum Graz, Magma 2026, nun präsentierten; Folge 4.

Ein viereckiges, einige Zentimeter erhöhtes Podest auf der großen Bühne, viel (Theater-)Rauch und ein Weiß-Clown, der – naja, zumindest recht traurig dreinschaut. Und das liegt nicht nur an der Schminke. Er, Kevin Bianco, verkörpert Niedergeschlagenheit in all seinen Bewegungen, in seiner Mimik. Mit einem kleinen Schuss Bemühung, andere vielleicht mit dem einen oder anderen Anflug von gespielter Tollpatschigkeit erheitern zu wollen.

Und dann wird er aus der ersten Publikumsreihe recht unfreundlich angeherrscht: „Das ist mein Zimmer!“ Und er solle sich von dannen machen. Klar, es ist nicht wirklich wer aus dem Publikum, sondern eine Schauspielerin, Gesa Bering. Und auch bald offensichtlich, er wird es nicht tun und die beiden – nun ist sie bereits auf dieser Bühne und gleich auf dem Podest – kommen aus diesem anfänglichen Gegensatz miteinander ins Gespräch. Erst stark contra gebend und dann doch immer versöhnlicher werdend.

„Ärzt:innen des Lachens“

Was sich hier offenbar in einem Krankenhaus abspielt, setzt einerseits auf gedankliche Verbindungen zu den seit Jahrzehnten bekannten Humor-Doktor:innen in Spitälern. Weltweit – ausgehend vom US-amerikanischen Arzt, Profi-Clown und „Sozial-Aktivisten“ Patch Adams – setzen mittlerweile meist gut ausgebildete Clown:innen in Krankenhäusern auf „Lachen als (beste) Medizin“, die professionelle ärztliche Behandlungen nicht er-, sondern unterstützen.

Das ist aber – trotz der doch dominierenden Figur des hier (bewusst) recht traurigen Clowns – nur die eine Seite. Viel tiefer gehend, wenngleich natürlich stark damit verwandt, dreht sich das Spiel von Kind und Clown um – vor allem in und nach der Corona-Zeit, stärker in den Blickpunkt gerückte – Mental Health (psychische Gesundheit). Und subtil, ohne es groß auszustellen, wird auch angespielt, dass sich gerade Jungs und Männer noch immer eher schwertun, Gefühle zuzulassen oder gar darüber zu reden – „nein, ich bin nicht traurig“ manifestiert der Clown recht lange.

„Frage“ ohne Antwort-option

Schon der Titel dieser ebenfalls „nur“ ¼-stündigen Performance, die ja lediglich, wie fünf andere ein Stück-Entwurf im Rahmen des Wettbewerbs Magma (2026, dritte Ausgabe) war: „Uns geht’s gut – ein Fiebertraum“ von einem Kollektiv, das sich „The dark comedy united“ nennt. Und damit schon die Doppeldeutigkeit mitschwingen lässt (Text: Text: Mario Wurmitzer; Regie: Ira Süssenbach). Und so „nebenbei“ vielleicht auch die Oberflächlichkeit formelhafter Begrüßungen demaskiert. Wird doch in Begegnungen immer mehr statt „wie geht’s?“ – wo übrigens auch meist keine Antwort erwartet oder gar erwünscht wird – durch „Geht’s gut?!“ ersetzt.

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Die beiden jedoch reden tatsächlich miteinander, öffnen sich jeweils und lassen damit auch Hoffnungs(träume) zu.

Wird fortgesetzt mit weiteren Beiträgen über die anderen bei Magma 2026 präsentierten Stück-Entwürfe.

Hier geht’s zu den ersten drei Folgen

Im Folgenden Besprechungen von Stücken, die aus früheren Magma-Einreichungen entstanden sind

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Uns geht’s gut – ein Fiebertraum

The dark comedy united; ab 8 Jahren

Text: Mario Wurmitzer
Regie: Ira Süssenbach
Schauspiel
Kind: Gesa Bering
Clown: Kevin Bianco

dschungelwien –> magma2026