Michael Endes Roman über Umweltzerstörung von vor mehr als 35 Jahren als grell-bunte Theaterversion in St. Pölten und Wiener Neustadt.
Einen höllisch bösen Zauberer, der Tierarten ausrottet, Flüsse vergiftet, Wälder vernichtet hatte sich Michael Ende – unter anderem „Vater“ von „Momo“ und der „unendlichen Geschichte“ – vor mehr als 35 Jahren ausgedacht. Dazu noch eine Tante, der es nur um möglichst hohe Gewinne geht. Daraus braute er die düstere und doch immer wieder lustige Geschichte um den Wunschpunsch mit dem nicht leicht auszusprechenden Namen: „Satanarchäolügenialkohöllisch“ – was leichter zu merken – und damit auszusprechen ist, wenn er in seine „Bestandteile“ zerlegt wird: Satan, Anarchie, Archäologie, Lüge, genial, Alkohol, höllisch 😉
Als Roman war es sein letzter fertig geschriebener (er starb im August 1995), erschienen 1989. Neben Übersetzungen in viele Sprachen wurden aus der Geschichte rund um das geldgierige, umweltzerstörende Duo, das von einer Katze und einem Raben – Agenten des Geheimen Rats der Tiere – letztlich daran gehindert wird, auch unzählige Theaterversionen und unter anderem eine Zeichentrickserie. In dieser Saison spielt das Landestheater Niederösterreich eine rund 1½-stündige mit Songs gewürzte Fassung (Musik: Gregor Sandler) – nicht nur in St. Pölten, sondern gastiert auch im Stadttheater Wr. Neustadt. Die mitunter schütter besuchten Vorstellungen – was im großen Theatersaal nicht ganz einfach für die Stimmung ist – wie KiJuKU kürzlich erlebte, ist grell, bunt (Bühne: Johannes Weckl; Kostüme: Elena Kreuzberger), rhythmisch gespielt von Sven Kaschte als Zauberer Professor Dr. Beelzebub Irrwitzer und sehr tänzerisch von Michaela Kaspar als seiner Tante Tyrannja Vamperl (Choreografie: Laura Sauer).
Gegenspieler Maurizio di Mauro (Florian Haslinger) würde gern Kammersänger sein, verfügt aber eher über keine optimale Stimme – von der Geschichte bei Michael Ende her. Dem Raben Krakel, Haustier der Tante, verpasst der Autor zunächst ein zerzaustes Aussehen. Ihn verkörpert Boris Popović.
Der Magier hat nur mehr wenige Stunden Zeit bis zum Jahreswechsel, um sein von der Hölle vorgegebenes Plansoll an bösen Taten zu vollbringen – das verklickert ihm der aus dem Kamin mit viel Theaterrauch auftauchende Teufelsbote Maledictus Made Pierre Balazs (der auch noch einen Kurzauftritt als Silvester hat). „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ (Inszenierung: Felix Metzner) soll ihm – unterstützt von der Tante – dabei helfen. Die – vermeintliche – List der beiden, damit die tierischen Spione in die Irre geführt werden: Gute Taten sagen, der Zaubertrank verwandelt sie ins Gegenteil – was Michael Ende damit wohl zwischen den Zeilen vermitteln wollte 😉
Natürlich kriegen’s Katze und Rabe mit und … wie und was passiert, um ein Happy – für die Bösen ein höllisches End – zu erreichen, weißt du, solltest du das Buch schon kennen, sicherlich; wenn nicht, lass dich überraschen.
von Michael Ende
Prof. Dr. Beelzebub Irrwitzer: Sven Kaschte
Tyrannja Vamperl: Michaela Kaspar
Maurizio di Mauro: Florian Haslinger
Jakob Krakel: Boris Popović
Maledictus Made / Der heilige Silvester: Pierre Balazs
Inszenierung: Felix Metzner
Bühne: Johannes Weckl
Kostüme: Elena Kreuzberger
Musik: Gregor Sandler
Choreografie: Laura Sauer
Dramaturgie: Thorben Meißner
Bis 29. November 2025
als Gastspiel des Landestheaters NÖ in
Wr. Neustadt
Stadttheater: 2700, Herzog-Leopold-Straße 17
Telefon: 02622 340 00
stadttheater-wn.at –> wunschpunsch
Achtung: Nicht allzu früh (nicht mehr als 1/2 Stunde kommen, sonst Warten in der Kälte trotz Schriftzugs „Öffnet neue Türen!“
Bis 15. Mai 2026
Spieltermine in St. Pölten im Großen Haus des Landestheaters
3100, Rathausplatz 11
Telefon: 02742 90 80 80 600
landestheater.net –> wunschpunsch
Text: Michael Ende
Illustrationen: Regina Kehn, Irmela Schautz
Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
240 Seiten
ab 10 Jahren
Thienemann Verlag
gebundenes Buch: 15,50 €
eBook: 11,99 €
Leseprobe aus Michael Endes Buch
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