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Kinder zeichnen - für das Bühnenbild
Kinder zeichnen - für das Bühnenbild
08.05.2022

Nasch novyy budynok – Unser neues Haus

Kinder zeichnen das Bühnenbild für Paul Hindemiths „Wir bauen eine Stadt“ des Wiener Vorstadttheaters. Kinder und Jugendliche aus der Ukraine werden singen und musizieren. Lokalaugenschein in Wiener Volksschule.

Blau und Gelb kommt auf drei der vier großen Bilder vor, die Avital und Alina, Yana und Karyna sowie Denys zeichnen. Oleksander, der am liebsten Alex genannt werden will, zeichnet ausschließlich mit Bleistift. Aber wie – perspektivisch 3-D malt er einen teil des Wiener Stephansdoms auf sein großes Blatt weißen Packpapiers. Sein Kollege neben ihm hat auch das Wiener Wahrzeichen hergenommen, um es zeichnerisch festzuhalten. Besonders scheint ihn die am seitlichen Turm hängende blau-gelbe Flagge mit dem Schriftzug „Stop War“ (Stoppt den Krieg) und der Friedenstaube beeindruckt zu haben.

Vorbild für Bühnenbild

Die sechs Kinder – betreut von Elina und Nadja – liegen, knien oder hockerln auf dem Boden der Bibliothek der Volksschule Kleistgasse in Wien-Landstraße. Sie sind aus einer der „Neu in Wien“-Klassen, seit wenigen Wochen hier; ihre Heimat ist die Ukraine – darum auch das immer wieder vorkommende blau-gelb – als Farben ihrer Nationalflagge. Was sie hier zeichnen und malen wird später von „Art for Art“ (Kulissen- und Kostümwerkstatt für viele Theater) vergrößert, kommt auf große Styropor-Blöcke (70 Zentimeter lang, 40 Zentimeter breit und einen halben Meter hoch). Und diese werden das Bühnenbild für ein Musiktheater-Stück namens „Wir bauen eine Stadt“.

Junge Sänger:innen und Musiker:innen

Es baut auf dem Stück des Komponisten Paul Hindemith (1895 – 1963) auf, der wegen seiner Neuen Musik als „Bürgerschreck“ galt, von den Nazis vertreiben wurde und schließlich in den USA Zuflucht gefunden hatte. Das integrative „Wiener Vorstadttheater“ hat knapp nach Beginn des Krieges in der Ukraine seine ursprüngliche Produktion verschoben und diese Idee ausgeheckt: Mit Kindern und Jugendlichen, die aus der Ukraine flüchten mussten, das Stück zu erarbeiten: Singen, musizieren, tanzen, rappen als Hoffnung auf den (Wieder-)Aufbau.

„Wir bauen eine neue Stadt,/ die soll die allerschönste sein,/ die soll die allerschönste sein./ Da ziehen wir mit Eimern und Schaufeln/ Und Wagen und Pferden7 Und Puppen und Autos/ und allem, was wir haben,/ zusammen hinein./ Wir bauen eine neue Stadt,/ die soll die allerschönste sein“, heißt die erste Strophe.

Im Laufe der nächsten Monate werden die Kinder das und andere Lieder lernen, Schüler:innen des Evangelischen Realgymnasiums in Wien-Donaustadt werden mit ihren Instrumenten spielen.

Wiener Wahrzeichen und neue Häuser

Die vier genannten Mädchen arbeiten jeweils in 2er-Teams an ihren großen Blättern. Avital und Alina scrollen auf einem der Smartphones durch Wiener Wahrzeichen – von Schloss Belvedere bis zum Riesenrad, um diese zunächst mit Bleistift nachzuzeichnen und dann anzumalen.

Das Duo vor ihnen, Yana und Karyna zeichnet und malt einerseits auch Wiener Ansichten, aber auch sehr farben- und hoffnungsfroh Natur und Häuser – „miy dim“ (mein Haus“, eine ukrainische und eine österreichische Flagge – und auch Menschen. So manches schreibt vor allem Yana auf Ukrainisch und Deutsch auf.

Aufführungen im November

Die Premiere von „Wir bauen eine Stadt“ des Wiener Vorstadttheaters (Regie: Manfred Michalke, Dramaturgie: Margaretha Neufeld) mit Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine ist für den 3. November 2022 im Theater Akzent geplant, in der Folge sollen weitere acht Vorstellungen in verschiedenen Bezirken Wiens stattfinden.

Die Original-Zeichnungen der genannten Kinder werden bei „Licht ins Dunkel“ versteigert.

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wienervorstadttheater

Szenenfoto aus "Lust"
11.03.2022

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