Animationsfilm über die berühmte Malerin Frida Kahlo startet in den Kinos und zeichnet ihre Kindheit nach.
Bunte lebensfrohe Farben in animierten, die an gemalte Bilder angelehnt sind und dazu ein hell klingendes Lied mit doch einem Schuss Schwermut: „Mein vertrautes Herz wird geschützt durch Magie, es führt mich durch jede Lage, die Farben in mir, sie sind meine Kraft, zeigen mein Herz und verbergen es nicht. Ich trage ein Korsett, das meine Freiheit nicht stehlen soll, trage ein Leid, das ich nicht verstehen kann…“
So beginnt der Kino-Animationsfilm „Hola Frida!“ Das spanische Hallo im Titel grüßt die weltberühmte mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907 – 1954). Von ihren Bildern und ihrer Lebensgeschichte, das heißt eigentlich (fast) „nur“ der Kindheit handeln die knapp mehr als 1¼ Stunden (mit Abspann 82 Minuten). Wobei sozusagen die erwachsene Malerin über von ihrem Äffchen umgekippte Kisten wieder in ihre Kindheit eintaucht, als aus einer dieser Boxen ihr Tagebuch fällt.
Die Kinderlähmung im Alter von sechs Jahren, die sie einerseits lange ans Bett fesselt und zwecks Ansteckungsgefahr isoliert, beschert ihr ein dünneres und kürzeres Bein. Was ihr, nachdem sie endlich wieder in die Schule gehen kann, Spott vor allem eines Mitschülers einbringt. Und davor in der intensiven Krankenphase Fieberträume, in denen sie an der Kippe zum Tod – in Gestalt einer grünlichen, unheimlichen Frau – holen will.
Und dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen, streitet mit der Tödin um ihr Leben, trainiert für ein Rollschuh-Rennen. Und will – unterstützt von ihren Eltern, vor allem vom Vater bestärkt – Ärztin werden, wogegen damals noch viele Vorurteile gegenüber Frauen herrschten.
Obwohl sie da noch lange nicht malt, beginnt ein erster Einstieg in ihren späteren Beruf. Vater Guilermo, ursprünglich Wilhelm – er stammte aus Deutschland – ist Fotograf und animiert die Tochter dazu, die schwarz-weiß-Fotografien mit bunten Farben zu kolorieren.
Gegen Ende des Films – Drehbuch: Anne Bryan, Sophie Faucher, Émilie Gabrielle, André Kadi; Regie: André Kadi und Karine Vézina; Animationsregie: Audrey B. Portelance – kommt’s zur zweiten Begegnung mit Frau Tod. Nach einem Busunfall, bei dem sie schwerstens verletzt wird, will die Figur sie wieder ins Jenseits holen.
Danach musste sie monatelang nur eingegipst, geschient usw. im Bett verbringen. Und begann zu malen. Nachdem die Motive, die sie aus dieser Perspektive sehen und als Inspiration dienten, bald zu Ende gingen, montierten die Eltern über ihrem Bett einen Spiegel – und sie begann mit jenen Bildern, die sie nicht zuletzt berühmt gemacht haben – Selbstportraits. Immer wieder auch mit Symbolen und Anspielungen – auf ihre mütterlicherseits indigenen Wurzeln…
Allen körperlichen Einschränkungen – Dutzende Operationen, Korsett … – zum Trotz wurde sie dann Malerin – bei einer Ausstellungseröffnung ließ sie sich sogar mit Krankenbett in ie Galerie bringen.
Diese ihre späteren Jahrzehnte werden in kurzen Sätzen der nun wieder in ihr Erwachsenen-Dasein zurückgekehrten Frida Kahlo knapp angedeutet.nIhre Bilder und die in ihnen hinein„gezauberten“ Gefühle und Stimmungen, die auch so manche (Kinder-)Bücher über Kahlo inspirierten, durchziehen den Film, der sich an dem französisch-sprachigen Bilderbuch „Frida, c’est moi“ (Text: Sophie Faucher, Illustration: Cara Carmina) orientiert.
Einige – deutschsprachige – Bilderbücher, von denen einige übrigens mehr über Frida Kahlos auch gesellschaftspolitische Haltungen und eintreten gegen Ungerechtigkeiten erzählen, werden in einem eigenen Beitrag besprochen – und verlinkt.
Die Kindheit von Frida Kahlo
Frankreich / Kanada 2024; knapp mehr als 1¼ Stunden; ab 6 Jahren
Drehbuch: Anne Bryan, Sophie Faucher, Émilie Gabrielle, André Kadi
Regie: André Kadi, Karine Vézina
Basierend auf: „Frida, c‘est moi“ – Text: Sophie Faucher; Illustrationen: Cara Carmina
Produzent*innen: Florence Roche, André Kadi
Koproduzent*innen: Laurence Petit, Eliott Khayat
Künstlerische Leitung: Marie Michelle Laflamme
Animationsregie: Audrey B. Portelance
Umgebungsdesign: Jade Tam
Charakterdesign: Justine Prévost
Kameraführung und Compositing: Karine Vézina
Beratung für künstlerischen Inhalt, grafische Autorin: Cara Carmina
Koproduzentin: Sophie Faucher
Tongestaltung: Yan Volsy
Ausführende Musikproduktion: Emmanuel Delétang — 22D Music
Originalmusik komponiert von Laetitia Pansanel-Garric
Originallieder komponiert von Olivia Ruiz & Laetitia Pansanel-Garric
Geschrieben und gesungen von Olivia Ruiz
Ab 29. Mai 2026
In heimischen Kinos
Zur Website des Films geht’s hier
Zu einem Trailer geht es da
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