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Die vier Tänzer:innen von "Losing Face"
Die vier Tänzer:innen von "Losing Face"
26.03.2022

Tanz um Platz und Anerkennung

„Losing Face“: Bewegte und bewegende Performance von vier Tänzer:innen mit zusätzlicher Botschaft im Subtext.

Black. Dunkel, finster. Stille. Schemenhaft taucht eine Skulptur aus vier Tänzer:innen auf der Bühne auf – die ist, wie das Publikum beim Betreten des von Vorhängen umgrenzten Raums in der Halle schon gesehen hat ein weißer Tanzboden, der am hinteren Ende in die Höhe gezogen auch gleich eine Wand ergibt. Laaaangsames Fade-In von Musik und Licht. In diesem sind zunächst fast nur ihre Gesichter zu erkennen. In „losing face“ (das Gesicht verlieren) beim Imagetanz-Festival im brut nordwest

Die vier Tänzer:innen von
Aus „Losing Face“ beim Imagetanz-Festival im brut nordwest

Ebenso langsam lösen sich die vier – Cat Jimenez, die diese Performance konzipiert hat und ihre drei Mittänzer:innen Miranda Rumerstorfer, Youngung Sebastian Kim, Imani Rameses – aus dem lebendigen Denkmal, werden einzelne Figuren, Individuen. Tanzen mit- oft aber auch gegeneinander. Kämpfen bewegt um den Platz an der „Sonne“, der Spitze, überhaupt ihren Raum. Und versuchen, die Folgen von Status-Verlust im Vordergrund ebenso in ihren Bewegungen zu zeigen, wie das bemühte, anstrengende Ringen ums Wieder-Aufstehen nach dem Fallen. Bei dem Quartett wirken solche Bewegungen natürlich immer ganz rund, einfach und leicht, wenngleich sie deren Mühsal verkörpern. Die beginnt sich oft „nur“ in den Köpfen der Zusehenden fortzuspinnen.

Die vier Tänzer:innen von
Aus „Losing Face“ beim Imagetanz-Festival im brut nordwest

Das ist im Wesentlichen die Beschreibung des auf der Bühne zu Erlebenden. Der „Text zwischen den Zeilen“: Sozusagen vor dem weißen Hintergrund des Tanzbodens (samt Wand) agieren vier (nicht-weiße) zeitgenössische und Street-Tänzer:innen aus Österreich im Kampf um Anerkennung, um den ihnen gebührenden Platz als Künstler:innen, als Menschen, thematisieren damit auch Unterdrückung und nach wie vor – auch unter Aufgeklärten und Liberalen – vorhandenen Rassismus.

Apropos Bühne: „Die Idee für den Raum hat ein Techniker vom Brut gehabt“, so Cat Jimenez, die „Losing Face“ konzipiert, choreografiert hat und mittanzt zu Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … „Der würde eigentlich in die Credits gehören“, beim tobenden Applaus am Ende der Premiere versuchte sie ihn auch auf die Bühne zu holen. Doch der drohte dem Journalisten: „Wenn du mich dazuschreibst, red ich kein Wort mehr mit dir. Es war ganz einfach: Die Cat wollte einen weißen Raum in der Black-Box. Und wir hatten nur den weißen Tanzboden.“

Follow@kiJuKUheinz

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Losing Face

Künstlerische Gesamtleitung, Konzept, Choreografie: Cat Jimenez
Performance und choreografische (Mit-)Gestaltung: Miranda Rumerstorfer, Youngung Sebastian Kim, Imani Rameses, Cat Jimenez
Mitkonzeption, choreografische Assistenz : Imani Rameses
Dramaturgie: Philippe Riera
Musikalische Leitung, Komposition: Martin Mitterstieler
Lichtdesign: Veronika Mayerböck
Styling: Magdalena Neuburger
Outside Eye (dramaturgisch Beratung): Jaskaran Singh Anand
Produktionsleitung, Outside Eye (dramaturgisch Beratung): Franziska Zaida Schrammel

Wann & wo?

Bis 26. März 2022
brut nordwest: 1200, Nordwestbahnstraße 8-10
Telefon: 01 587 87 740
brut-wien – losing Face

Szenenfoto aus "Lust"
11.03.2022

Viva la Vulva!