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Szenenfoto aus einer früheren Aufführung mit teils anderer Besetzung "Von Füßen und Pfötchen"
Szenenfoto aus einer früheren Aufführung mit teils anderer Besetzung "Von Füßen und Pfötchen"
25.06.2022

Wundervoll getanzte Bilder und Geschichten

„Von Füßen und Pfötchen“ – Gastspiel aus der deutschsprachigen Minderheit in Belgien beim Theaterfestival für junges Publikum „Luaga & Losna“ in Vorarlberg.

„Von Füßen und Pfötchen“ beginnt voll im Dunkeln – ungewöhnlich für ein ganz junges Publikum ab 3 Jahren. Dennoch ist keine Angst auch der jüngsten Zuschauer:innen zu spüren. Ist nicht immer so, gestehen die Tanztheaterleute der Compagnie Irene K. (aus dem belgischen Eupen aus der dortigen deutschsprachigen Minderheit). Große Stoff-Krallen tauchen aus der Finsternis, die sich allmählich lichtet, auf. Gehören sie Riesenechsen. Egal. Sie tapsen, trampeln – aber sanft –, nähern sich an, greifen ineinander, lösen sich wieder. Und werden bald abgestreift. Menschliche Füße kommen – wie zu erwarten – zum Vorschein.

Szenenfoto aus einer früheren Aufführung mit teils anderer Besetzung
Szenenfoto aus einer früheren Aufführung mit teils anderer Besetzung „Von Füßen und Pfötchen“

Die gehören den beiden Tänzer:innen Gold Mayanga und Ilke Teerlinck. Die sich mal langsam und zart, dann wieder wild und fast artistisch den Raum, der nun ihre Welt ist, erobern. Nein, eher entdecken, nicht beherrschen im Sinne von untertan machen. Sie beherrschen hingegen ihre Körper und deren Bewegungen perfekt, präzise, höchst genau – ob große oder auch kleinste, ob explosive oder sanfte, zärtliche (Choreografie: Anaïs Van Eycken, Irene Kalbusch, letztere auch künstlerische Leiterin). Zwängen ihre Füße später mitunter in Bekleidungen – von Stöckelschuhen bis zu schwer wirkenden überdimensionalen Schaumstoff-Sneakers, die sie kaum vom Boden abheben lassen.

Szenenfoto aus einer früheren Aufführung mit teils anderer Besetzung
Szenenfoto aus einer früheren Aufführung mit teils anderer Besetzung „Von Füßen und Pfötchen“

Watschelnde und schwimmende Enten

Außer den eigenen Füßen holt der Tänzer das bekannte Watschelenten-Spielzeug an langem Holzstab und bringt damit neue Füße und deren platschende Geräusche neben der die Szenerie untermalenden Musik (Milan Warmoeskerken) ins Spiel. Es bleibt nicht die einzige Ente. Im Bühnenhintergrund warten schon einige auf ihren großen Auftritt. Bevor sie – an einer Schnur gezogen – die Bühne diagonal queren, birgt die Tänzerin eine große Stoff-Ente unter ihrem Pulli. Bringt sie die zur Welt oder schützt sie diese nur vor der Außenwelt? Jedenfalls will er nicht nachstehen und stopft sich die schon abgelegten Krallen und Schuhe unter seinen Pulli – „Schau her, ich hab auch was!“

Szenenfoto aus einer früheren Aufführung mit teils anderer Besetzung
Szenenfoto aus einer früheren Aufführung mit teils anderer Besetzung „Von Füßen und Pfötchen“

Manch erwachsene Zuschauer:innen such(t)en nach einer Geschichte, die das ca. ¾-stündige Tanztheaterstück erzählt, ließen sich dann aber doch auf das ein, was die Kinder von Anfang an taten/tun: Sich auf das Erzeugen schöner, bewegter Bilder und kleiner Geschichten durch den wundervollen Tanz des Duos – sowohl einzeln als auch vor allem im Zusammenspiel – einzulassen bis die aufgefädelte Schar der Wasservögel sanft ausklingend den Abschied ankündigt: Ente/Ende.

Follow@kiJuKUheinz

Compliance-Hinweis: KiJuKU wurde von Luaga & Losna zur Berichterstattung nach Nenzing eingeladen.

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Von Füßen und Pfötchen

Tanztheater
Compagnie Irene K. / Belgien / Deutschland
Ab 3 Jahren

Künstlerische Leitung: Irene Kalbusch
Choreografie: Anaïs Van Eycken, Irene Kalbusch
Tanz und Materialentwicklung: Gold Mayanga, Ilke Teerlinck
Dramaturgie: Jean Lambert
Blick von außen (dramaturgische Beratung): Ina Merten
Kostüme: Sabine Kreiter
Musikkomposition: Milan Warmoeskerken
Licht: Eddy Gräser

Das gesamte Programm findest du hier

luagalosna -> Programm Juni 2022

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