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Bild-Montage aus dem neuen Logo des österreichischen Spielepreises und dem Kindespiel des Jahres "Beast Selfies"
Bild-Montage aus dem neuen Logo des österreichischen Spielepreises und dem Kindespiel des Jahres "Beast Selfies"
29.06.2026

Sind alle gut sichtbar? Zahlen-Sortieren im Zauberladen und rund um die Uhr sowie Kampf gegen Bosse

Die Spieleakademie vergab die Österreichischen Spielepreise 2026 – wieder in sieben Kategorien.

Ein Bilderrahmen für Tierkarten – und ein Handy-Foto – das sind die „Zutaten“ für ein Spiel, das von der Jury des österreichischen Spielepreises zum Kinder-Spiel des Jahres 2026 gewählt wurde. Bekanntgegeben wurden die Preise – vergeben vom Verein Österreichische Spiele-Akademie in sieben Kategorien am brütenden heißen letzten Juni-Wochenende.

Aufs genaue Schauen – und Mitdenken kommt’s (nicht nur) bei diesem Spiel an. Der Name „Beast Selfie“ (Autor: Emanuele Briano, Grafikerin: Lena Lackmann, Verlag: Huch!) ist vielleicht ein bissl reißerisch gewählt, geht’s bei den Tieren doch nicht um Bestien. Und bei den Fotos auch nicht um Selfies.

Verdecken die Vorderen die Hinteren?

Jedes Spielbrett hat sechs Schlitze, in den vordersten steckst du einen Bilderrahmen. Danach wählt jede Spielerin / jeder Spieler reihum jeweils eine aus drei aufgelegten Bildkarten mit Tieren. Die steckst du in eine der geschlitzten Reihen deines Spielfeldes. Schlauerweise natürlich Kleine nach vorne, Große nach hinten.

Aber das reicht nicht. Auf jeder der Tierkarten sind verschiedene Merkmale eingeringelt. je mehr von diesen am Ende – nachdem die fünf Reihen voll sind – im Foto aufscheinen, desto mehr Punkte gibt’s. Und da kann’s schon vorkommen, dass das kleinste Teir vorne schon ein wichtiges Merkmal des dahinter stehenden Tieres verdeckt.

Außerdem ist dein Spielfeld umgedreht: Der Bilderrahmen vorne, die Tierbilder musst du somit verkehrt reinstellen, siehst zwar zuerst die Merkmale, aber nicht mehr beim und nach dem Platzieren.

Natürlich funktioniert das Spiel auch ohne Handy oder (digitaler) Kamera – ihr könnt auch aus der Kameraperspektive genau schauen, welche der vorgegebenen Schnäbel, Schwänze, Höcker, Augen oder was gerade gefragt ist, zu sehen sind.

Wiener Mathelehrer ließ sich vom Naschmarkt für sein neues Spiel inspirieren…

… titelte Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… im Herbst des Jahres, als der Verlag (Schmidt Spiele) im Wiener Traditions-Café Landtmann Neuheiten vorstellte und Markus Slawitscheck schon einen Prototyp von „Morty Sorty Magic Shop“ vorstellen konnte. In einen Laden für magische Zutaten müssen die Mitspieler:innen jeweils Ordnung in die Regale bringen. Die Gläser mit den Utensilien werden aus einem Stoff-Sack gezogen – und es gibt klarerweise Ordnungsprinzipien – bei Zahlen in aufsteigender Reihenfolge.

„Ich wollte ein Spiel rund um Sortieren von Zahlen entwickeln“, erzählt der Spiele-Erfinder und spätberufene Mathelehrer an der HTL Spengergasse (Wien) damals dem Journalisten. Die Idee sein gewünschtes Ordnungsprinzip im Ambiente eines Zauberladens anzusiedeln, kam ihm am Wiener Naschmarkt, wo „mich die wunderschön sortierten Waren – Gewürze, Oliven, Obst, Süßigkeiten – angeregt“ haben. Link zur Story aus dem Herbst unten am Ende des Beitrages.

Ebenfalls Zahlen sortieren brachte den Hauptpreis

Bei „Take Time“ (Autoren: Alexi Piovesan, Julien Prothiere, Grafikerin: Maud Chalmel) liegt zwischen den Spieler:innen das aufwendig gestaltete Ziffernblatt einer Uhr – mit römischen Zahlen. Ihr bekommt Karten mit Zahlenwerten von 1 bis 12. die müssen in aufsteigender Reihenfolge rund um die Uhr gelegt werden.

Was so einfach klingt, ist es nicht, denn
erstens sieht nur die jeweilige Spielerin den Zahlenwert, muss die Karte aber verdeckt hinlegen UND
zweitens: Es darf kurz nach Spielbeginn und dem Ausmachen, wer beginnt, NICHT mehr gesprochen, aber auch nicht gedeutet oder sonst irgendwie angezeigt werden, wer gerade welche Karte hinlegt.

Es gibt sechs Plätze, wo Karten hingelegt werden, also rund jede zweite Stundenangabe – an manchen Stellen gibt es Vorgaben wie beispielsweise dort darf nur eine Karte liegen. An einer anderen Stelle müssen vielleicht drei Karten liegen, irgendwo dürfen nur Tages- (helle Rückseite) oder Nachkarten (dunkle Rückseite) platziert werden.

Sind alle ihre Karten los, wird aufgedeckt und jeweils addiert.

Wett-Rennen im doppelten Sinn

Erfolgsserie – so die Übersetzung des auch in der deutschsprachigen Version gleich gebliebenen Originaltitels „Hot Streak“ ist ein Wett-Rennen in doppeltem Sinn der Wortbedeutung. Die vier einigermaßen schrägen Spielfiguren – Bär Gobbler, Fisch Dangle, Hurley (eine Art Hot Dog), und (Queen) Mum, allesamt Maskottchen von US-Baseball-Teams – haben ein Wettrennen zu absolvieren. Die Strecke wird als grünes Laufband aus der Spieleschachtel rausgekurbelt. Wer wie weit und schnell vorwärts kommt, entscheiden zu ziehende Karten. Darunter können aber auch solche sein, die besagen das Maskottchen muss hinfallen. Oder verkehrt wieder aufstehen – und läuft somit in der Folge in Richtung Start statt ins Ziel.

Neben vier Spieler:innen für die Figuren selbst, können weitere Mitspieler:innen Wetten auf das siegreiche Maskottchen setzen. Aber auch sogenannte Nebenwetten darauf, wer möglicherweis hinfällt. Oder ein anderes Missgeschick erleidet oder welchen Erfolg erzielt. Die Jury kürte „Hot Streak“ (Autor: Jon Perry) zum „Freunde“-Spiel des Jahres.

Karten-Duelle

Zum Kartenspiel des Jahres wählten die Juror:innen „Duell um Cardia“ von Faouzi Boughida und Mathieu Rivero (Grafik: Franz-Georg Stämmele). Erstens gibt es, so die Jury, ein Revival von Trading Cards (Pokémon & Co.) und dieses kommt aber mit einem einzigen Deck aus. 16 idente Karten haben die beiden Gegenspieler:innen. „Die obersten fünf haben die Spieler auf der Hand, gleichzeitig wird eine gewählt, in die Duellarena gelegt und aufgedeckt. Überraschungen sind dabei eingeplant. Als Grundprinzip in Cardia gilt: Der Stärkere bekommt ein Siegel, der Schwächere nutzt die Kartenfähigkeit. Der Djinn mit Stärke 16 besiegt (im Normalfall) jeden anderen Charakter. Es sei denn, er duelliert sich mit dem Mediator mit Stärke 4. Die Fähigkeit des Mediators wandelt den Sieg des Djinn in ein Unentschieden um…“, beschreibt Jörg Domberger auf spieletest.at

Fischfang, Bauen und Ressourcen

Der Titel des „Experten“-Spiel des Jahres ist einer echten norwegischen Landschaft entlehnt „Saltfjord“ – südlich der Stadt Bodø im Gebiet der indigenen (West-)Samen, in deren Sprache dieser Fjord Sáltovuodna heißt.

In dem Wirtschaftsspiel geht es um eine Ausgewogenheit an Fischfang, Gebäude-Erweiterungen und Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Die Zufälligkeiten kommen über mehrere Würfel unterschiedlicher Farben ins Spiel (Autoren: Kristian Amundsen Østby , Eilif Svensson; Grafiker: Peter Bartels, Yan Moussu).

Im echten Leben warnte die „norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit vor dem Verzehr von Krabben aus den Bereichen Saltfjord und nördlich davon, wegen einer Belastung mit Cadmium, ohne dass die Quelle der Verschmutzung identifiziert werden konnte“, wie auf Wikipedia über Saltfjord zu lesen ist.

Hybride Spiele

Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Spiele, die sowohl auf Brett oder Karten als auch auf Digitales in einer dazugehörigen App setzen. Eines davon kürte die Jury des Österreichischen Spielepreises zum Trendspiel des Jahres: „Boss Fighters QR“ (Autoren: Lukas Zach, Michael Palm; Grafiker: Bartłomiej Kordowski).

Es gilt – und das immer wieder auch im Team – gegen Boss-Ungeheuer oder ungeheuerliche Bosse zu kämpfen. Karten geben verschiedene Fähigkeiten und Stärken an. Der QR-Code auf der Rückseite der Karte wird von der App ausgewertet und daraus ergibt sich das (Re-)Agieren des gegnerischen Bosses. Die können eigene Lebenspunkte reduzieren. Es sollte also keine Mitspielerin / kein Mitspieler auf null Lebenspunkte sinken, sonst hat Boss gewonnen. Also lieber eigene Lebenspunkte herschenken, um als Held:innen gemeinsam einen der Bosse zu besiegen. Der nächst taucht nach dessen Ende auf, das Spiel geht weiter…

Neuerungen

Der Österreichische Spielepreis hat nun ein eigenes Logo, geschaffen von Klemens Franz, einem Spielautor und -Illustrator und erstmals wurden beim Hauptpreis schon im Vorfeld drei dafür nominierte Spiele vorgestellt – neben dem späteren Sieger „Take Time“ noch „Project Skyline“ (Autor: Florian Maas; Grafiker: Lars Besten; Verlag: Piatnik) sowie „Railroad Tiles“ (Autoren: Hjalmar Hach, Lorenzo Silva; Grafiker:innen: Marta Tranquilli, Francesco de Benedittis; Verlag Heidelbär). Jasmin Kaiser und Florian Föger von Gameeffect.Media stellten vor der Bekanntgabe des Hauptpreises ein knappes, spannendes Video über die drei Spiele vor, das sie gemeinsam mit Severin Staudinger produziert haben.

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Mehr Informationen

Weitere Fotos von er Preis-Bekanntgabe

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Österreichischer Spielepreis 2026

Kinderspiel des Jahres
Beast Selfie
Autor: Emanuele Briano
Grafikerin: Lena Lackmann
2 bis 4 Spieler:innen
Ab 7 Jahren, auch schon ab 5 möglich
Dauer: ca. ¼ Stunde
Verlag: Huch!
25 €

Familienspiel des Jahres
Morty Sorty Magic Shop
Autor: Markus Slawitscheck
Grafiker: David Cochard, Alexander Willinky
2 bis 4 Spieler:innen
ab 8 Jahren
Dauer: knapp ½ Stunde
Verlag: Schmidt Spiele
32,99 €

Freunde-Spiel des Jahres
Hot Streak
Autor: Jon Perry
2 bis 8 Spieler:innen
Ab 6 Jahren
Dauer: knapp mehr als ¼ Stunde
Verlag: Strohmann Games, Marcel Straub, CMYK
ca. 50 €

Kartenspiel des Jahres
Duell um Cardia
Autoren: Faouzi Boughida, Mathieu Rivero
Grafiker: Franz-Georg Stämmele
2 bis 4 Spieler:innen
ab 9 Jahren
Verlag: Hans im Glück
14 €

Expertenspiel des Jahres
Saltfjord
Autoren: Kristian Amundsen Østby , Eilif Svensson
Grafiker: Peter Bartels, Yan Moussu
1 bis 4 Spieler:innen
ab 14 Jahren
¾ bis 1½ Stunden
Verlag: HUCH, Aporta Games, GateOnGames
55 €

Trendspiel des Jahres
Bossfighters QR
Autoren: Lukas Zach, Michael Palm
Grafiker: Bartłomiej Kordowski
2-bis 4 Spieler:innen
ab 10 Jahren
¾ bis 1 Stunde
Verlag: Pegasus Spiele
39,99 €

Hauptpreis
Take Time
Autoren: Alexi Piovesan, Julien Prothiere
Grafikerin: Maud Chalmel
2 bis 4 Spieler:innen
ab 10 Jahren
Verlag: Libellud, Asmodee
28,50 €

spielepreis.at
spieletest.at
gameeffect.at/