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Erste internationale Teilnehmer:innen des YOTA-Camps - Jugendlche Amateurfunker:innen
Erste internationale Teilnehmer:innen des YOTA-Camps - Jugendlche Amateurfunker:innen
27.07.2026

Von Wagrain ins Weltall – funken

120 Jugendliche aus 30 Ländern bauen beim einwöchigen Jugendcamp in Salzburg Funkgeräte und haben an einem Tag Kontakt zur internationalen Raumstation ISS.

Sonntagabend schickten die Organisator:innen des YOTA Camps (Youngsters on the Air) Fotos vom langen Tisch mit internationalen Speisen an Medien. Tags zuvor waren die Gruppen aus 30 verschiedenen Ländern (u.a. Argentinien, Algerien, Bosnien, Litauen, Kanada, USA, Südkorea, Spanien, Italien, Rumänien, Belgien, Großbritannien, Slowakei – und natürlich Österreich als gastgebende Nation) nach Wagrain (Bundesland Salzburg) angereist. die 120 Jugendlichen – ab 15 Jahren – vereint ihr Hobby: Amateurfunk. Organisator ist der Österreichischen Versuchssenderverband (ÖVSV), der 2026 sein 100-jähriges Bestehen feiert.

„Während viele Kommunikationssysteme heute von zentralen Infrastrukturen abhängen, zeigt das YOTA Camp eine andere Perspektive“, so die Veranstalter:innen: Kommunikation, die unabhängig funktioniert… und ermöglicht im Ernstfall – etwa bei Ausfällen von Internet oder Mobilfunk – zuverlässige Kommunikation und ermöglicht damit auch Unabhängigkeit von globalen Playern.

Junge Funkamateurin lötet Bausatz für ein Amateurfunkgerät
Junge Funkamateurin lötet Bausatz für ein Amateurfunkgerät

Gerüstet für Krisen- und Notfälle

Das YOTA Camp zeigt dazu praxisnah alternative Wege auf: Junge Menschen lernen, wie unabhängige, dezentrale Kommunikationssysteme funktionieren – und wie diese im Krisenfall, etwa bei großflächigen Stromausfällen oder Blackout-Szenarien, eine verlässliche Verbindung sicherstellen können.

Gleichzeitig steht der Amateurfunk für etwas, das in der modernen Technologie oft zu kurz kommt: freier Zugang zum Experimentieren. Als international geregelter Experimentalfunkdienst ermöglicht er es, Technik nicht nur zu nutzen, sondern zu verstehen, zu hinterfragen und selbst weiterzuentwickeln. Dieser Entdeckergeist steht im Zentrum des YOTA Camps.

Be-greifen

Und hier wird Technik zum be-greifbaren Erlebnis: Die Teilnehmer:innen bauen in zehn Workshops eigene Antennen aus einfachen Materialien, testen diese unmittelbar im Gelände und stellen weltweite Funkverbindungen her. Sie erforschen die Ausbreitung von Funkwellen und erleben, wie aus Theorie gelebte Praxis wird. Die Jugendlichen bauen unter Anleitung ein komplettes mehrbandfähiges Funkgerät samt Antenne selbst auf und setzen die Ausrüstung anschließend im praktischen Funkbetrieb ein.

Ein Jugendlicher kommuniziert als Funkamateur weltweit mittels Morsezeichen
Ein Jugendlicher kommuniziert als Funkamateur weltweit mittels Morsezeichen

Abenteuer trifft Hightech

Gefunkt wird nicht nur vom Camp-Gelände aus. Auch von nahen Berggipfeln, einer Burg und sogar aus der Eisriesenwelt Werfen wird im Laufe der YOTA-Woche gefunkt. Neben dem Reiz von diesen Orten aus zu senden, vermitteln diese Aktivitäten gleichzeitig wichtige Grundlagen für den Not- und Katastrophenfunk.

Zu den spielerischen Abenteuern gehört auch eine sogenannte „Fuchsjagd“. Dabei suchen die Jugendlichen mithilfe von Peilempfängern versteckte Sender – eine Kombination aus Orientierung, Sport und Technik.

„Das Besondere ist die Kombination: Hightech trifft Abenteuer. Die Jugendlichen erleben, dass Technik Spaß macht und dass man damit die ganze Welt erreichen kann“, heißt es aus dem Organisationsteam.

Während des gesamten Camps wird außerdem unter dem Sonderrufzeichen OE2YOTA weltweiter Funkverkehr abgewickelt. Dafür wurde schon am Samstag ein rund 50 Meter hoher mobiler Antennenmast errichtet, der Funkkontakte rund um den Globus ermöglicht.

Internationale Begegnung verbindet

Mindestens ebenso wichtig wie die Technik ist den Organisator:innen – und sicher auch den 120 Jugendlichen – das (analoge) Miteinander. Junge Menschen aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten arbeiten gemeinsam an Projekten, tauschen Ideen aus und knüpfen Freundschaften über Sprach- und Ländergrenzen hinweg. Das YOTA Camp will damit bewusst ein Zeichen für Offenheit, Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis setzen – Werte, die den Amateurfunk seit jeher prägen.

Es gibt auch einen Tag der offenen Tür für interessierte Besucher:innen – siehe Info-Box. Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… wird am Tag des Kontakts zur ISS in Wagrain sein und darüber sowie das Camp in einer Reportage berichten und Interviews mit einigen Jugendlichen führen.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

YOTA-Camp – Programm für Gäst:innen

Tag der offenen Tür mit Vorführung des Amateurfunks
29. Juli 2026
19 – 21 Uhr
Jugendhotel Oberwimm
5602 Wagrain
Kirchboden 130
oevsv.at

Aktuelle Bild-und Videoberichte hier