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Kinder beim Puzzlen der zehn Länder durch die die Donau fließt

Kleine Flussläufe, Fischkostüme, Länder-Puzzle

Bläulich getönt empfängt die Ankommens-Station im Zoom Kindermuseum die jungen und jüngsten Besucher:innen der „brand“aktuellen, neuen Mitmachausstellung im Wiener MuseumsQuartier – ein atmosphärischer Einstieg in „Donaurauschen und Flussgeflüster“ (6 bis 12 Jahre). Viel(fältig)es rund um den zweitlängsten Fluss Europas (2.857 Kilometer) selbst, aber auch Allgemeines über Flüsse, ihre – natürlichen und künstlich eingezwängten – Verläufe, ebenso wie darüber hinausgehend generell über den Kreislauf von Wasser sind Themen. Und werden – wie üblich hier und insgesamt in Kindermuseen mit ihren „Hands on“-Zugängen be-greifbar.

So ziehen sich die ersten Kinder gleich nach dem kleinen Atrium, in dem die Gruppen auf die künftigen 1½ Stunden eingestimmt werden, bei „Hochwasseralarm“ gelbe Warnwesten über, schnappen sich bretterähnliche Elemente aus leichtem Material und schieben sie zwischen die Metallsteher des Hochwasserschutzes, den Anfang machte Gabriel, Schulsprecher der Volksschule Pfeilgasse, wo er eine der Mehrstufenklassen besucht. Die war die allererste in der neuen interaktiven Ausstellung und durfte schon bespielen, während im Forum Direktorin und zwei Stadträtinnen den Medienleuten darüber erzählten, Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… aber – so wie ein ORF-Team lieber gleich Kinder bei ihren Aktivitäten begleitete.

Donau-Simulation

Einige Meter weiter steht ein großer durchsichtiger „Kasten“ mit Kurbeln – jener Abschnitt der Donau, wo sie durch Wien fließt – samt der Möglichkeit über die Kurbeln ein bisschen Wasser in den Strom fließen zu lassen, und wenn’s zu viel wird, über einen Hebel einiges davon in die „Neue Donau“ umzuleiten. Geplant und gebaut als effizienter Hochwasserschutz, wurde vor Jahrzehnten mit dem für diesen Kanals ausgehobenen Erd- und Gesteinsmaterial die Donauinsel aufgeschüttet; längst zum beliebten Erholungs- und Freizeitgebiet geworden.

Großer Flusslauf

Ein riesiger, heb- und senkbarer, Flusslauf mit kleinen Holzhäusern an verschiedenen Ufer-Abschnitten, lässt den natürlichen, mäandernden Lauf von Fleißgewässern erleben – samt möglichen Überschwemmungen, wenn die Kinder der Person, die diese Station betreut sagen, sie solle viel mehr Wasser reinlaufen lassen. Aber auch mit der Möglichkeit aus dem Kies Dämme zum Schutz davor zu bauen.

Gleich neben dieser recht riesigen Fluss-Installation findest du das Modell eines Flusskraftwerkes. Wenn du es per Knopfdruck in Bewegung setzt, fließt Wasser, das treibt die Turbine an und erzeugt so Strom. Bald danach leuchten unterschiedlich hohe Türme auf einem an der Wand hängenden Stadtplan von Wien – und symbolisieren sozusagen die Energie, die nun in die Haushalte fließt.

Schleusenspiel

In einer der digitalen Spielstationen kann miterlebt werden, wie eine Schleuse funktioniert, damit Schiffe wie eine einem mit Wasser gefüllten oder eben abgelassenen „Aufzug“ rauf- oder runterfahren können. Die Sprachauswahl ermöglicht allerdings nur zwischen Deutsch und Englisch zu wählen. Schade, Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… hatte erwartet, dass wenigstens die Sprachen der Donauländer verfügbar wären. Die gibt es schon, aber „nur“ bei der Puzzle-Station.

Donauländer-Puzzle

An einer spiegelnden halbrunden Metallwand finden die mitspielenden Besucher:innen zehn große bzw. kleine Teile – die Karten jener Länder, durch die die Donau fließt: Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Republik Moldau und Ukraine.

Samt den entsprechenden ähnlichen und doch unterschiedlichen Namen: Donau – Dunaj – Duna – Dunav – Dunărea – Dunav – Dunaj sowie den Wörtern für Fluss: Rieka – Folyő – Rijeka – Reka – Râu – Reka – Rischka. Für Bulgarisch und Ukrainisch hätte es sich jedenfalls zusätzlich in deren kyrillischer Schrift angeboten – was auch für Serbisch gilt, das eben in zwei Alphabeten existiert. Übrigens hieß Fluss im Ukrainischen eigentlich Потік (Potik).

Bei einer anderen Station kannst du sozusagen analog die Donau flussaufwärts scrollen – am Rad drehen, die Kilometeranzahl von der Mündung bis zur Quelle erscheint – und dazu Fotos einiger Städte am entsprechenden Ufer.

Fische

Das ist aber bei Weitem nicht alles. Es warten – übrigens bis Ende Juni des kommenden Jahres (2027) etliche weitere Stationen – beispielsweise Mikroskope mit deren Hilfe du sehr kleine Lebewesen aus der Donau betrachten kannst, ein beeindruckendes Video über die Donaulandschaften…

Drei recht unterschiedliche verspielte Stationen haben es vielen Kindern der genannten Klasse angetan, die nun hier noch näher beschrieben seien: Einige der in der Donau heimischen Fischarten inspirierten Künstler:innen zu Kostümen, die diesen nachgebildet sind und in die Kinder leicht hineinschlüpfen können. Zu dritt wanderten Frida, Sofia und Amina gefühlt fast die ganze Zeit als „Wels“ durch „Donauraschen & Flussgeflüster“ und immer wieder auch durch senkrechte von der Decke eines Tunnels hängende dicke Stoffnudeln – entweder gegen oder mit dem Strom. Yola „flatterte“ als Muschel, die sich immer wieder öffnete und schloss durchs Gelände.

Inad im Kostüm eines Fisches namens Nase, das viele fälschlicherweise für ein Seepferdkostüm halten
Inad im Kostüm eines Fisches namens Nase, das viele fälschlicherweise für ein Seepferdkostüm halten

Nase statt Seepferdchen

Inad fühlte sich offensichtlich sehr wohl in einem Kostüm, das meisten aufs erste für ein Seepferdchen hielten; trotz Skepsis, ob solche in der Donau beheimatet sind (Süßwasser-Gattungen gibt es). Das Wort für Seepferdchen zeigte Inad auch KiJuKU in seiner Sprache, der Österreichischen Gebärdensprache, die übrigens auch alle anderen Kinder dieser Klasse lernen. Ach ja, zum Glück fragte der Reporter später beim Kindermuseum nach und erfuhr: Wird zwar von vielen – auch Mitarbeiter:innen – als Seepferdchen gesehen, ist aber ein Fisch namens Nase und grundelt in Bodennähe – müsste also statt aufrecht gehend, eher kriechend verwendet werden.
Der Huchen – ein glitzerndes Kostüm dieses Fisches, ist aber wirklich ein solche – und den gebärdete Inad Buchstabe für Buchstabe.

Fischkostüme hatten es übrigens auch den beiden Stadträtinnen – Veronica Kaup-Hasler (Kultur und Wissenschaft) sowie Bettina Emmerling (Bildung, Jugend, Integration, Transparenz und Märkte) angetan. Als glitzernder Huchen sowie Hecht „mit dicker Lippe“ kostümiert „schwammen“ sie durch die hängenden Stoffnudeln mal mit und dann wieder gegen den Strom.

Stofflich

Fast noch beliebter war eine ebenfalls mit viel Stoff versehene erhöhte Art blauer Oase – mit vielen Pölstern an der kreisrunden Wand, großen mit Bildausschnitten bedruckten Stoff-Quadern, die an Würfel-Puzzle erinnern. „Donau-Raum“ genannt, kommen aus Kopfhörern, die zwischen den Wandpölstern angebracht sind, Geschichten – ein Fisch, ein Vogel und ein Mensch erzählen, wie sie sich die Donau wünschen. Das Konzept dieser Station ist aber beim Lokalaugenschein nicht wirklich aufgegangen –Kinder fanden eine ganze andere Spiel-Möglichkeit – in die Pölster springen, sich darin kuscheln, Pölsterberge bauen… – „die Station ist die beste, weil die Wände mit den vielen Pölstern so weich sind, da kannst du dich gegen die Wand werfen“, fanden fast im Chor Moritz, Lamin, Jakob und Lian als KiJuKU fragte.

Zur Donau selbst meinten die vier, „neu war für uns, dass sie durch zehn Länder fließt, sieben haben wir schon vorher gewusst, vor allem, dass die Ukraine auch dazugehört, war überraschend“.

Der oben schon erwähnte Inad war am meisten vom „Schwimmen“ in mehreren Fischkostümen durch den Stoff-Strom begeistert „und über die Donau hab ich schon vorher viel gewusst“.

Anhänger gestalten

Bei einer offenen Kreativstation kannst du dir Anhänger verschiedenster Formen gestalten – aus einem verblüffenden Material. Die dünne weiße Folie – vorbereitet in kreisen, Fisch- und anderen Formen – schrumpft und wird hart, wenn sie bei rund 150 Grad erhitzt wird. Auf die noch größere Folie malst du mit Bunt- oder Filzstiften, mit einem Locher machst du, so du willst, ein Loch rein. Und kannst somit später ein Ohrring, ein Teil für eine Kette oder was auch immer damit basteln.

„Warum kann’s nicht wie bei der Donau sein?“

Zurück zum Fluss, der durch die oben aufgezählten zehn Länder fließt. Außerdem bringen Flüsse aus weiteren neun Ländern Wasser in die Donau. Der Kinder-KURIUER, Vorläufer von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… verwendete den oben zitierten Zwischentitel damals (Juli 2019) als Überschrift für einen Beitrag zwei Projekte junger Tschetschen:innen in Österreich – über ihre eigenen Sehnsüchte und Zukunftspläne sowie über Vorurteile mit denen si immer und immer wieder konfrontiert sind.

Hamzat (damals 18) hatte ein Video dazu gedreht und dafür verschiedene Ansichten der Donau gefilmt – mit folgendem Kommentar: „Die Donau wird von jedem akzeptiert. Schwimmen, fischen, mit Schiffen und Booten fahren … Die Donau fließt in verschiedenen Ländern und in jedem dieser Länder machen die Menschen dasselbe. Ich wünschte, jeder Mensch würde jeden Menschen so akzeptieren wie alle die Donau. Egal welches Alter, welche Religion, welche Hautfarbe. Deshalb hab ich gedacht, ich filme die Donau.“ – Link zum ganzen Beitrag unten, leider hinter einer Bezahlschranke.

kijuku_heinz

warum-kanns-nicht-wie-bei-der-donau-sein <– damals noch im Kinder-KURIER; leider hinter Bezahlschranke

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Pflanzen-Labor-Station

Viele verschiedene Wege führen in die Zukunft

Den großen gelben Schaumstoffwürfel mit den schwarzen Punkten durch den Raum geworfen. Welche Zahl wird angezeigt? Die gibt an, welche Tür geöffnet oder im unteren Bereich durchgekrochen wird. Dahinter verbergen sich sechs verschiedene Wege. Bei manchen gilt es, rauf zu klettern und runter zu rutschen, bei anderen Hindernisse weiter zu schieben usw. Und schon sind die Kinder danach im nächsten Bereich der neuen interaktiven Ausstellung des Zoom Kindermuseums im Wiener MuseumsQuartier. „Willkommen in der Zukunft“ heißt die und will den jungen Mitmach-Besucher:innen (6 bis 12 Jahre) vor allem Ängste vor der und Lust auf ihre weiteren Lebensjahrzehnte machen.

Würfel deinen Weg in die Zukunft

Die Sechs-Wege-Station entwickelte sich für die erste Klasse, die die neue Mitmach-Ausstellung besuchte, die 3 b der Albertus-Magnus-Volksschule (Wien-Währing) lange zu DEM Highlight. Kaum waren sie am Ende im nächsten Bereich, rannten sie zurück und suchten einen der anderen Wege. Ein Spielplatz zum Austoben. Und sie fanden mitunter  kreative Lösungen. Hatten die Ausstellungsmacher:innen bei einem der Wege gedacht, dass die Kinder das große Hindernis so lange weiterschieben, bis für sie der Weg frei ist, kletterten sie einfach drüber 😉

Vor dieser zum Bewegungsspielplatz gewordenen Türen-Station tauchen aber erst einmal alle ein in ein großes digitales Planetarium – eine Nachnutzung des für das Naturhistorische Museum gebauten Kuppelzeltes – das nach eineinhalb Stunden auch den Abschluss bildet. Also Bionaut:innen sitzen oder liegen sie auf dem Boden, schauen in den „Himmel“ und sehen den Planeten Erde von außen.

Re- und Upcycling

Zurück zum weiteren Weg. Nach den Sechs-Tür-Wegen landen alle in der sogenannten Blue City, gekennzeichnet durch ein riiiiesiges Monster oder Totem – je nach eigener Fantasie. Außerdem fallen Regale mit bekannten blauen Hosen auf. Die werden hier nach und nach recycelt. An einem halbrunden Tisch schneiden Kinder aus Blue-Jeans-Teilen Pflanzenblätter aus, lochen sie mit einer mechanischen Dreh-maschine. So können sie die Blätter auf einfache Weise miteinander verknüpfen. Nach und nach entstehen Girlanden, die diesen Ausstellungsteil im Laufe der Wochen und Monate in einen blauen Dschungel verwandeln werden.

Wunderland unbekannt

Wie im Kindermuseum immer sind die Stationen von Künstler:innen ausgedacht und konzipiert. Blue-City-Gestalterin Tina Handl verrät Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…: „Ich recherchiere noch, wie wir auch die Fuseln und kleinen weggeschnittenen Teilen aus dem Stoff weiter recyceln können, vielleicht lässt sich daraus Papier machen.“

Auf Stoff gedruckt ist übrigens „Wunderland unbekannt“, das Lyriker Michael Hammerschmid extra für die Ausstellung gedichtet hat – siehe Foto oben.

Kreislauf-Labor

Quer über der Blue-City, erreichbar über Stufen im rohen gelben Bauholz-Stil befindet sich eine Art Labor und Experimentier-Station. Pflänzchen sprießen, größere wachsen, manche sind stecken in den Öffnungen von Rohren, die wiederum mit einem Wasserbecken verbunden sind, in dem Fische schwimmen – ein Wasser- und Sauerstoff-Kreislauf. Hier wird auch Algenpulver zu Farben verrührt mit dem Kinder auf papiernen Teefiltern malen können, wo die Farben zer-rinnen.

Diese Experimentierstation hat etlichen der oben schon genannten Premierenklasse am Eröffnungsvormittag der neuen Ausstellung am besten gefallen. Spontan nennen Hailey und Anna „das Experimentieren mit den Pflanzenfarben in diesem Labor“ als Antwort auf die Frage von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… was ihnen am besten gefallen habe. Als die beiden das am Ende bei den von oben kommenden Garderobenbehälter das dem Journalisten sagen, stimmen viele der umstehenden Mitschüler:innen ein.

2047: Reise-Missionen mit neuen Berufen

Andere fanden die Station im letzten Raum, in dem es auf Weltreise geht am besten. Hier wählen sie bei witzigen Ticketschaltern im Jahr 2047 Berufe wie Hitzebändiger*in, Polar- und Gletschereis-Macher*in, Artenvielfalt-Ranger*in, Quallen-Dompteur*in, Erste-Hilfe-Held*in, Virenspion*in, Dialogstifter*in oder Sattmacher*in… Ebenso wählen sie eine Weltgegend und auf geht’s ins vor allem „Hörabenteuer“ – aus den Hörern kommen Beschreibungen der genannten möglichen und weiterer Berufe. Diese Station fanden Olivia, die für ihre Reise lieber McGrey heißen wollte und Lucia, „aber nenn mich bitte Ava“ am besten.

„Die Umwelt schützen!“ – ist übrigens die von Feli und all ihren Mitschüler:innen genannte Antwort auf die KiJuKu-Frage, was für sie beim Wort/Thema Zukunft wichtig ist. Florentina und Franziska erzählen: „Wir haben in der vorigen Klasse mit einem eigenen Film bei einem Umweltpreis gewonnen. Zum Beispiel haben wir gefilmt, wie jemand das Wasser rinnen lässt, ein Kind kommt und den Wasserhahn abdreht. Oder in einer anderen Szene geht ein Kind zurück zum Turnsaal und dreht das Licht ab.“

Follow@kiJuKUheinz

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