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doppelseite aus dem Buch "24. Februar und der Himmel war nicht mehr blau"
doppelseite aus dem Buch "24. Februar und der Himmel war nicht mehr blau"
17.05.2022

Zerstörung, aber auch Mamas Tanz im Bunker

Berührende und bewegenden Ein- und Ansichten einer 20-jährigen Mega-Influencerin aus der Ukraine nun in Buchform erschienen.

Sie ist 20 Jahre jung, Fotografin und ihre Galerien sind TikTok und Instagram. Mit 24. Februar begann sie Folgen des Krieges in der Ukraine in (bewegten) Bildern festzuhalten und in die Welt zu senden. Aber nicht nur. Ihr Vater hatte schon lange einen Keller zu einem sicheren unterirdischen Büro ausgebaut – und damit auch mit WLAN versorgt. Das war nun der Schutzbunker der Familie. Stundenlang nur mehr oder minder tatenlos rumsitzen zu müssen, das war/ist nicht das Ding von Valeria Shashenok.

Und so begann sie auch dort zu filmen, fotografieren und posten. Mitunter auch schräge Dinge. Etwa als ihr Vater in seinem Schreibtischsessel begann seine Tochter mit deren „typischen lustigen italienischen Gesten“ zu imitieren. „Das war wirklich sehr lustig. … Meine Mutter ist immer für alles zu haben. Ich sagte: Mama, tanz ein bisschen. Und sie tat es einfach, schnappte sich einen gelben Plastik-Werkzeugkoffer und tanzte mit ihm durch den Bunker.“

Schwarzer Humor

Die junge Fotografin und Influencerin (seit ihrem 12. Lebensjahr nutzte sie Social Media) liebt schwarzen Humor, gesteht sie und begann deswegen einen auf Social Media kursierenden Trend aufzugreifen: „Things that just make seines in …“/Dinge, die nur Sinn machen in…) – und sie setzte dem den Luftschutzbunker als Ort hinzu.

Das blieb allerdings die Ausnahme. Auf rund 80 Seiten verdichtet mit einer sehr geringen Auswahl ihrer vielen Fotos (13) hat Shashenok den Beginn des Krieges, Zerstörung und ihre Flucht über Polen, Deutschland nach Italien (eines der Ziele auf der Karte ihrer Träume, die sie zu Hause in Tschernihiw in ihrem Zimmer hängen hatte) zusammengetragen. Tiefe, persönliche und geopolitische Ein- und Ansichten. Mit Schlaglichtern auf ukrainisches (Dorf-)Leben, ihre eigene Berühmtheit – 50 Millionen Views allein auf TikTok – und ihre Hoffnungen. Übrigens landete sie auf der Flucht in Mailand über den Umweg einer Reaktion aus New York auf eines ihrer Videos.

Russen aufrütteln

Neben der Welt will sie aber vor allem mit ihren Videos und Fotos Menschen in Russland wachrütteln: „Ich möchte, dass Russland und das russische Volk endlich aufwachen. Die Russen sollten doch in der Lage sein, die Dinge in ihrem Land zu ändern“, wobei sie gleich im nächsten Satz auf einer der letzten Seiten des Buches relativiert, „aber wenn ich mir die russischen Influencer auf Instagram ansehe, die in meinem Alter sind, dann lügen sie über den Krieg.“

Ein Krieg, der sie auch nach ihrer Flucht einholte. In Mailand erfuhr sie, dass ihr erst 18-jähriger Lieblings-Cousin Maksim einem Bombenangriff zum Opfer gefallen ist, sein Vater musste das miterleben und liegt nun schwer verletzt in einem Krankenhaus von Kiyiw/Kiew.

Übrigens schreibt Valeria Shashenok unter anderem: „Ich verdamme Russland nicht, ich hasse das russische Volk nicht, Putin ist mir egal, ich will nur, dass alles ein Ende hat.“

Дякую, шановна Валерія Шашенок/ Dyakuyu, shanovna Valeriya Shashenok/ Thank’s dear/ Danke liebe Valeria Shashenok

Follow@kiJuKUheinz

Titelseite des Buches
Titelseite des Buches „24. Februar und der Himmel war nicht mehr blau“
INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Text und Fotos: Valeria Shashenok
24. Februar … und der Himmel war nicht mehr blau
Life is a Story – story.one

Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche: Hannes Steiner
Ca. 80 Seiten
story.one
16 €

story.one -> Valeria-shashenok

tiktok.com/@valerisssh

instagram.com/valerisssh

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