Spielt Geld wirklich keine Rolle? Märchenhaftes Theaterstück ab 6 Jahren mit Live-Musik.
Reich, reicher, superreich. Aber alles andere als glücklich. Das ist Herr Sigismund. Um ihn, sein Vermögen, das was er erst nicht vermag und erst lernen muss, dreht sich das knapp mehr als einstündige Stück „Geld spielt keine Rolle“ der Kompanie Freispiel, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Wiener Konzerthaus.
Der Sigismund, gespielt von Simon Schober als anfangs fast lebensunfähiger Typ, der auf seinem fahrbaren Thron mit rotem Teppich auf dem Podest (Bühnenbild: Andrej Rutar; Kostüme: Alba Becker), geschoben, gehoben und getragen werden muss, hat rechts einen Plüsch-Teddy im Arm und links einen goldenen Sack voller klimpernder Münzen. Und eine Garage mit 78 Autos und, und, und… – natürlich Bedienstete: Diener Adorno (Benedikt Berner) und Paris, Coachin für alles und jedes (Paria Bahrami).
Den Anfang aber machen zwei Musikerinnen, die Geige- und Querflöte spielend, hinter dem Publikum auftauchen: Petra Slottová als Kiki und Roxanne-Alice Szankovich als KoKo. Zunächst kann aber auch die Musik nicht helfen. Der Typ ist da nur stolz auf seine neueste Errungenschaft: Er besitzt als einziger Mensch auf der Welt das Nichts. Nein, nicht auf einmal nichts, weil er vielleicht alles verteilt hätte. Nein, das Nichts – in einer gläsernen, verdeckten Vitrine. Die präsentiert er einmal im Jahr seinem Volk, also dem Publikum. „Hääääh???“ – so eine lautstarke Reaktion eines Kindes im Publikum, als das Tuch von der Vitrine gezogen wird!
Das schwingt ein Hauch von Hans Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider“ mit – nur viel direkter, offener, ehrlicher sozusagen. Aber auch nicht sympathischer. Ausgerechnet dieses Nichts wird eines nachts gestohlen – da schauen die Einbrecher dann doch ganz schön blöd.
Natürlich kann’s bei der Ausgangssituation nicht bleiben, Sigismund muss eine Wandlung durchmachen. Ein (Alb-)Traum, in dem der Teddybär als Riese erscheint, gibt den Anstoß – der reichste Mann der Welt bequemt sich, selber aufzustehen und sich auf die Suche nach dem Nichts zu machen. Als er sich zu Beginn dieser Reise ans Publikum wendet, meinte eines der Kinder bei jener Vorstellung, die Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr bei Junge Theater Wien in der Kulturgarage in der Seestadt (22. Bezirk, Donaustadt) besuchte: „Da musst du aber außerhalb des Universums suchen, weil da ist ja immer irgendetwas!“
Begleitet von den Musiker:innen, erlebt er abenteuerliche, aber auch berührende Szenen und kehrt geläutert zurück (Regie: Kajetan Uranitsch). Letztlich, so viel darf schon verraten werden, findet er nicht Nichts, sondern ein bisschen viel mehr von sich selbst – begleitet von den Musiker:innen erlebt er abenteuerliche, aber auch berührende Szenen und kehrt geläutert zurück (Regie: Kajetan Uranitsch).
Eine märchenhafte Geschichte, die als Botschaft transportiert, Geld macht nicht glücklich, andere, wahre, Werte – Freundschaft, Selbständigkeit, Mitgefühl – zählen viel mehr. Sollten. Verklärt vielleicht ein bisschen zu sehr, denn mit Geld ist es in einem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, in dem es doch eine zentrale Rolle spielt, nicht ganz unwichtig. Vor allem für jene, die wenig davon haben.
ab 6 Jahren; Theaterperformance; 1¼ Stunden
Kompanie Freispiel in Kooperation mit Wiener Konzerthaus
Regie: Kajetan Uranitsch
Schauspiel
Sigismund: Simon Schober
Paris: Paria Bahrami
Adorno: Benedikt Berner
Kiki: Petra Slottová
KoKo: Roxanne-Alice Szankovich
Bühnenbild: Andrej Rutar
Kostüme: Alba Becker
Regie-Assistenz: Anna Schmid
Assistenz: Caterina Vögel
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