Interaktive Spiel-Performance rund um einen grünen Blattsalat von Theater.Nuu im Wiener WuK.
Ein Gestänge, das an ein Gewächshaus erinnert. Grünlich schimmernde aus zugeschnittenen und zusammengenähten mit Luft und Styropor gefüllten Folien geformte „Salatblätter“ thronen in der Mitte dieses offenen Hauses. Ähnliche – nicht gefüllte – Blätter aus diesem Material (Gewächshausfolien) sind auf dem Boden im Veranstaltungsraum von WuK-Kinderkultur verteilt.
Neugierig betrachten die allerjüngsten Theaterbesucher:innen (angegeben von 6 bis 24 Monaten) das Geschehen rund um diesen künstlichen und künstlerischen, überdimensionalen Salatkopf. Die ersten trippeln, kriechen, krabbeln in Richtung des Objekts und der beiden Performerinnen von Theater.Nuu. Sarah Gaderer und Laura-Lee Jacobi verwandeln sich in riesige Schnecken, während die dritte im Bunde der gemeinsamen Stück-Entwicklerinnen, Aurora Hackl Timón, auf einer Art DJ-Pult musiziert, unter anderem auf einer liegenden Gitarre.
Und weil „Salat“ – so die jüngste Performance der Theatergruppe, die meist für jüngstes Publikum spielt – sich nicht auf die grünen Blätter beschränkt, tummeln sich so manche Lebewesen, wie sie in der Natur auf echtem Salat ihre Heimat – oder Nahrung – haben auch hier. Kleine Würmer aus Locken-Papilotten, ein großer Regenwurm aus viiielen rosa Trinkbechern, der sich auch teilen und als mehrere kleine Würmer weiter durch den Raum bewegen kann – mit Hilfe der Hände der Performerinnen, aber auch von Kindern, die mittlerweile nach Schauen, Beobachten und Staunen längst zu Mitakteur:innen geworden sind.
Lebewesen, die für menschliche Augen (fast) zu klein sind wie Bakterien und Mikroorganismen wurden -zig-fach vergrößert und zu spannenden Fantasiewesen, unter anderem eines, das sowohl schwarze als auch rosa knuddelige Bällchen „kackt“. Bälle unter durchsichtigen (Arm-)Strümpfen werden zu Raupen, ein Salatblatt zu einem Schmetterlingsflügel und an manchen Stellen wird reimend gesungen von Schnecken und Flecken, Verstecken und Ecken.
Gegen Ende musizieren alle drei Performerinnen – ein Saxofon, ein eBass, eine Trompete kommen ins Spiel (Musik: Aurora Hackl Timón, Manuel Riegler) auf der entdeckungs-animierenden Wimmelbildbühne (Helene Payrhuber). Bevor ganz am Ende die Bühne den Kindern überlassen wird.
Theater für allerjüngstes Publikum gehört wohl mit zu den größten Herausforderungen für Künstler:innen. Übrigens ähnlich wie in der Bildung, wo Elementarpädagog:innen die wichtigste Aufgabe übernehmen – auch wenn in beiden Bereichen diese Arbeit nicht den ihr gebührenden Stellenwert einnimmt.
Verantwortungsvolle, hochqualitative Arbeit stülpt Kindern nichts über, sondern begegnet ihnen auf Augenhöhe, bezieht ihr ko-kreatives Potenzial in die Gestaltung ein. Was bei „Salat“ – wie auch bei früheren Produktionen – exemplarisch gelingt. Nicht zuletzt, weil die erwachsenen Begleitpersonen die einleitende Gebrauchsanleitung bei der Premiere im Wiener WuK befolgt und sich zurückgehalten, ihren Kindern freien „lauf“ gelassen und auch ihre Smartphones eingesteckt lassen haben 😉
theater.nuu
6 bis 24 Monate; knapp mehr als ½ Stunde + 10 Minuten (Nach-)Spielzeit
Stückentwicklung & Spiel: Sarah Gaderer, Aurora Hackl Timón, Laura-Lee Jacobi
Bühne: Helene Payrhuber
Musik: Aurora Hackl Timón, Manuel Riegler
Outside Eye (dramaturgische Beratung): Emmy Steiner
Bis 29. März 2026
WuK: 1090, Währinger Straße 59
wuk –> salat
Theater.Nuu
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