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Das Preisträger:innen-Duo
Das Preisträger:innen-Duo
18.07.2023

Selbstbewusste junge Zauberin und ein Goldfisch

„Rosa Famosa“ und „A wie Affe“: Interview mit der Dixi-Kinderliteraturpreisträgerin in der Kategorie Text; Kostproben vom Schaffen des Illustrations-Preisträgers.

„Rosa Famosa lebt im fünften Stock im fünften Haus in der Dackelmann-Allee. Rosa ist fest überzeugt, dass hier mal ein berühmter Dackel gewohnt hat. Vielleicht konnte der sogar sprechen. Das wäre was. So wie ihr Goldfisch Robert -aber das darf niemand wissen.

Rosa ist nämlich eine Zauberin. … Woher Rosa also ihre Zauberkräfte hat, weiß keiner so genau.“ So beginnt die Leseprobe aus „Rosa Famosa und der Mutmachzauber“, die deren Autorin Kinder I Jugend I Kultur I und mehr… zur Verfügung gestellt hat – die ganze Leseprobe in einem eigenen Beitrag, der am Ende dieses Artikels verlinkt ist.

Die Autorin heißt Katharina Fohringer-Hackl  ist AHS-Lehrerin, schreibt erst seit einem Jahr literarisch – und hat mit dem genannten – längeren – Text den diesjährigen Dixi-Kinderliteraturpreis in der Kategorie Text gewonnen.

Seit dem Jahr 2000 zeichnet das Institut für Jugendliteratur damit Nachwuchskünstler:innen im Bereich Text, Illustration und fallweise auch eigens noch Lyrik aus; anstelle eines Preisgeldes gibt es ein einjähriges Coaching durch Profis aus den jeweiligen Sparten – und in der Folge zahlreiche Veröffentlichungen der vormaligen Preisträger:innen. Und der Name des Preises ist dem Sponsor geschuldet.

Die Preisträgerin liest aus ihrem Text
Die Preisträgerin liest aus ihrem Text

Viele Anregungen von Kindern

Seit sieben Jahren unterrichtet Katharina Fohringer-Hackl, bislang im Stiftsgymnasium Melk, nun in Pressbaum, wo sie und ihre Familie auch in der Nähe wohnt. „Vor einem Jahr hab ich zum Spaß mit ein paar Writers-Studio-Kursen begonnen. Das hat mir großen Spaß gemacht und in der Karenzzeit hab ich mir gedacht, ich probier eine längere Geschichte.“

„Was davon stand am Beginn des Textes“, will Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… wissen.

„Ein sehr selbstbewusstes, unbeschwertes Mädchen, eingebettet in eine große Familie, in der alle aneinander kleben“, antwortet die Preisträgerin im Telefon-Interview. „Dass sie zaubern kann war als Grundidee auch schon drinnen“, ergänzt sie auf Nachfrage.

Das erste Kapitel habe sie dann ihren beiden Kindern vorgelesen und nachdem diese davon angetan waren, „hab ich da nicht mehr dazugetan und es als ich die Ausschreibung für diesen Preis gesehen habe, eingeschickt“.

Die Preisträgerin bei handschriftlichen Notizen
Die Preisträgerin bei handschriftlichen Notizen

Der Name war zuerst da

Mittlerweile hat sie zwei Kapitel fertiggeschrieben und „drei weitere so ungefähr zur Hälfte“. Das Buch werde sich aus Episoden zusammensetzen, die nicht alle voneinander ab- oder zusammenhängen, als Lehrerin habe sie ja ständig über ihre eigenen Kinder hinaus Kontakt mit vielen Kindern, ihr Mann als Volksschullehrer ebenso. Und aus Erzählungen ergeben sich viele Inspirationsquellen für Abenteuer und Episoden rund um Rosa Famosa. „Dieser Name war übrigens als allererstes da“, so Katharina Fohringer-Hackl.

Übrigens liefern nicht nur Kinder Anregungen für ihr Schreiben. „Wir haben einen Hund, die Susi, die frisst sehr viel und war Vorbild für Sir Winston“, verrät die Autorin wie der Hund dieses Namens in ihrer Geschichte zu seiner Eigenschaft gekommen ist. „Fische haben wir zwar keine, aber ich wollte unbedingt eine Geschichte mit Goldfisch schreiben.“

Das Preisträger:innen-Duo
Das Preisträger:innen-Duo

Handy- und handschriftliche Notizen

Gefragt nach der Art, wie sie schreibt, schildert Fohringer-Hackl: „Zwischendurch aber mach ich mir Notizen für Ideen in einer Handy-App, manchmal auch ganze Sätze oder Phrasen, alles was mir einfällt und sich im Kopf gut anhört. Aber auch handschriftliche Notizen. Habe ich dann genug davon gesammelt, setz ich mich an den Laptop. Und wenn mir Ideen fehlen, probier ich’s mit free writing.“

Letzteres ist eine Methode sozusagen auf einem leeren Blatt drauflos zu schreiben, ohne das Geschriebene zu überdenken, hinterfragen oder zu bewerten.

Anlass: Schulbeginn der Tochter

Der Illustrationspreis ging in diesem Jahr an Linus Baumschlager, der in Wien und London studierte und jetzt wieder in seiner Heimat Vorarlberg, als Grafikdesigner „schaffat“. Neben Buchgestaltung zählt die Illustration zu seinen Leidenschaften. Den Anstoß zum eingereichten Projekt „A wie Affe“, ein Arbeitstitel für ein mögliches Bilderbuch, gab der Schuleintritt seiner Tochter Yolanda. Von ihr wurde er hierbei tatkräftig unterstützt, motiviert und kritisiert.

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