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Doppelseite aus dem Bilderbuch "Dingsbums"
Doppelseite aus dem Bilderbuch "Dingsbums"
19.07.2026

Wunderbares, vielseitiges „Dingsbums“

Ein Bilderbuch über ein – von anderen – undefinierbares Wesen, die Fantasie eines Kindes und das „Ich“-Werden durch Freundschaft.

Schon die Titelseite ist ungewöhnlich: Der harte Karton hat ein wolkenförmiges großes Loch mit zwei gezeichneten Unterarmen und Füßen. Dieses Irgendetwas durch das zwei kleine schwarze Kreise und ein dünner Bogen auf orangefarbenem Hintergrund schauen trägt – wie dieses Bilderbuch den Namen „Dingsbums“.

Als aus dem Universum beim Urknall alles Mögliche wurde – Sterne, Planeten, auf der Erde Tiere, Pflanzen, Dinge… – blieb es in dieser Form ganz ohne Namen oder Bezeichnung übrig. Die Menschen wunderten sich, „Niemand wusste, was es war. Und niemand wusste, wofür es gut war.“ Unter dem letzten zitierten Satz wird es auf einer der Doppelseiten zu einem Fragezeichen mit seinem schon bekannten kleinen Gesichtchen.

Doppelseite aus dem Bilderbuch
Gezoomter Ausschnitt aus dieser „Dingsbums“-Doppelseite

Auf der Suche

Für die danach folgenden Doppelseiten hat sich die italienische Autorin und Illustratorin Marianna Coppo (Übersetzung Tanja Raich) vieles einfallen lassen, was dieses „Dingsbums“ (im Original: „Thingamabob“) NICHT ist.

Das erinnert an den erst kürzlich hier erwähnten österreichischen Kinderbuch-Klassiker von Mira Lobe und Susi Weigel „Das kleine Ich bin ich“. Im Gegensatz zu diesem, wo das Fabeltier durch die Welt spaziert und fragt, wer es ist, um am Ende draufzukommen, was auch den Buchtitel ergibt, wird „Dingsbums“ durch das Du zu etwas.

Doppelseite aus dem Bilderbuch

Kindliche Entdeckung

„He du da!“, sagt ein Kind freundlich-neugierig, als es dieses orangefarbene wolkenförmige Wesen am Rande einer Sandkiste sieht. Und bei ihm verwandelt sich „Dingsbums“, das durchgängig wie eine flauschigere Version einer Knetmasse-Figur wirkt, in alles Mögliche. Es kann Kuscheltier, Krone, Hut, Hula-Hopp-Reifen… sein – ähnlich wie die „Barbapapas“ (Kinderbuch- und Zeichentrick-Figuren von Annette Tison und Talus Taylor aus 1970) – „aber vor allem eines: ein Freund.“
Doch damit lässt die Autorin und Illustratorin das Buch noch gar nicht enden. Erst durch dieses Du als Freund findet es zum eigenen Ich – das als Dingsbums mehr ist als eine einzige Sache – es hat so viele Facetten, es kann einfach alles sein!

kijuku_heinz

BUCH-INFOS

Text und Illustration: Marianna Coppo
Übersetzung aus dem Italienischen: Tanja Raich
Dingsbums
36 Seiten
ab 3 Jahren
Leykam Verlag
20,50 €

Einer der drei Hauptpreisträger: Kurt Engleder
21.03.2026

Seelenritter