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Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu "Kindergarten neu denken"

Wiener Kindergartengruppen sollen kleiner werden

Trotz dem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr ab 2027 wird es schon ein Jahr danach in Wien kleinere Gruppen geben – als Einstieg in einen Stufenplan für verschiedene Verbesserungen. Das versprachen Freitagvormittag Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling und SPÖ-Gemeinderätin Astrid Pany im Bildungscampus in der Simmeringer Rappachgasse. Dieser ist nach DER Pionierin der Elementarpädagogik in Österreich, Heidemarie Lex-Nalis, benannt. Ob und wie viel mehr Personal es dafür geben wird, konnte auch auf Nachfrage von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… „nicht seriös beantwortet“ werden.

Umfrage

Anlass für das Versprechen war die Präsentation der Ergebnisse einer großen Umfrage unter Wiener Elementarpädagog:innen – sowohl in städtischen als auch von privaten Trägerorganisationen. Von 8.866 Personen, die den Fragebogen zwischen 9. März und 12. April 2026 „besucht“ haben, füllten 2434 (knapp mehr als ein Viertel) die vielen Fragen nach Zufriedenheit in verschiedensten Bereichen, Wünschen für Verbesserungsbedarf, Zusammenarbeit mit Eltern sowie der nächsten Stufe im Bildungssystem, also der Volksschule, sowie ihrer eigenen Ausbildung usw. aus.

9 % Quereinsteiger:innen

Mehr als die Hälfte der Antwortenden hat eine BafEP (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) bzw. die Vorformen BAKiP absolviert, fast ein Viertel ein Kolleg besucht und 9 Prozent kamen als Quereinsteiger:innen in dieses Berufsfeld. Fast neun von zehn (88,7%) gaben als Grund für ihre Berufswahl „Arbeit mit Kindern“ an, wobei mehrere Gründe angekreuzt werden konnten. So nannten 41,4 % auch Sinn bzw. gesellschaftlicher Beitrag als Berufswahl-grund, ein Viertel „sicherer Arbeitsplatz sowie 16,3 % „Vereinbarkeit von Familie und Beruf / Arbeitszeiten“.

Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu
Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu „Kindergarten neu denken“

Fast die Hälfte will kleinere Gruppen

„Kindergarten neu denken“ – unter diesem Titel läuft die angekündigte Reform, die sich nicht zuletzt aus den Ergebnissen der Umfrage ergibt, so die Koalitionärinnen. Fast die Hälfte (45,9%) wünscht sich eine geringere Gruppengröße, um mehr und besser auf jedes einzelne Kind eingehen zu können.

Dem werde – wie schon eingangs kurz erwähnt – beginnend mit 2028 nachgekommen, so das Versprechen. Im Verlauf von zehn Jahren sollen dann die Kindergartengruppen 83 – 6 Jahre) um drei Kinder und die Familiengruppen (0 – 6 / 2 -6) um zwei Kinder pro Gruppe kleiner werden.

Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu
Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu „Kindergarten neu denken“

Nur umschichten?

Wie viel Personal dann dafür gebraucht werde, könne seriös nicht gesagt werden, meinte die Vizebürgermeisterin – wie schon erwähnt – auf KiJuKU-Anfrage. Auch die Nachfrage, jene Kinder, die dann verpflichtend in elementarpädagogischen Einrichtungen sein werden, sind ja jetzt schon auf der Welt, erfuhr eine eher ausweichende Beantwortung: Es seien ja nicht alle Gruppen überall ausgelastet… Also vielleicht doch nicht mehr Personal?

Bezahlung, Wertschätzung

Auch fast die Hälfte – 47,8 Prozent – der Anwortenden bei der Umfrage fänden höhere und bessere Gehälter als eines der Mittel, den Beruf attraktiver zu machen – was im Stufenplan kein Thema ist. Immerhin auch noch 12,6% wünschen sich mehr Wertschätzung und Anerkennung für Elementarpädagogik.

Mehr Vorbereitungszeiten

Mehr Zeit werde es für die Pädagog:innen jedenfalls für Vor- und Nachbereitung geben, so wird – ab dem Sommer 2027 – eine Konzeptionswoche (zusätzlich zu den bisherigen pädagogischen Tagen) eingeführt – für Reflexionen, fachlichen Austausch und guter Vorbereitung des kommenden Kindergartenjahres, so Astrid Pany. Auch das „On-Boarding“, die Eingliederung neuer Kolleg:innen soll hier gut vorbereitet und nicht im laufenden Betreib so nebenbei erfolgen. Dies würde sicher auch zu höherer Zufriedenheit und längerer Verweildauer im Beruf führen können.
4 Wochenstunden als gesetzliche Vorbereitungszeit werden vorgesehen.

Deutschförderung, Elternmitwirkung, Zusammenarbeit mit Schulen

An weiteren großen Themenfeldern – sowohl aus der Umfrage als auch dem „neu denken“-Plan seien

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Zur ganzen Umfrage geht es hier

Kinder vom Bildungscampus Heidemarie Lex-Nalis vor der offizellen Eröffnung

Nun ist ihr Bildungscampus offiziell eröffnet ;)

Lorina und Gabriel waren die ersten beiden Kinder, die vor ihren Bildungscampus – Ganztags-Volksschule plus Kindergarten – an der Simmeringer Rappachgasse kamen, wenige Minuten später gesellten sich Ahnef, Nefeli, Anna, Seline, Miriam und Juno dazu. Vor ihnen wurde ein breites rotes Band aufgespannt, hinter sie stellten sich etliche in Wien für Bildung zuständige Menschen wie Bildungsstadtrat, Bildungsdirektor, Magistrats-Verantwortliche und die beiden Leiterinnen von Volksschule und Kindergarten. Medien-Auflauf, denn der Bildungscampus, seit einem Monat in Betrieb, wurde offiziell eröffnet. Also schnitten Kinder und einige der Erwachsenen – wer gerade eine Schere ergatterte – das Band durch. Somit ist der Bildungscampus offiziell „eingeweiht“.

Schrittweise

Im Endausbau werden hier 825 Kindern bis 10 Jahre lernen und spielen. Das neue Bildungsgebäude das sich mit seinen drei Geschoßen wie ein Schiff mit Landungsbrücken in die Umgebung einpasst, umfasst 12 Gruppen im Kindergarten, eine 17-klassige Ganztagesvolksschule und 4 Sonderpädagogik-Klassen für Kinder mit Behinderungen. Es wird aber erst nach und nach „besiedelt“, derzeit gibt es außer den vier genannten sonderpädagogischen nur wenige Klassen und Kindergartengruppen. Im Echtbetrieb wurden sie vor dem großen Andrang vieler Kameras und noch mehrerer Erwachsener geschützt, weshalb nur die oben genannten Kinder beim Band-Durchschneiden fotografiert und gefilmt werden durften und sich aus jenen Räumen – beispielsweise auf weitläufige Terrassen zurückzogen als der Besuchs-Tross antanzte.

Katzenbild

Dafür schnappte sich die Leiterin der für Kindergärten zuständigen Magistratsabteilung 10, Karin Broukal, Stift und Papier, um sich an eine der Kinderstaffeleien zu setzen und „das einzige zu malen was ich kann – eine Katze von hinten“.

Kinder einer Klasse auf der Terrasse mit viel Bewegungsmöglichkeiten
Kinder einer Klasse auf der Terrasse mit viel Bewegungsmöglichkeiten

Vorkämpferin

Dieser – wie jeder andere Bildungscampus – löst auch die Barrieren an den Schnittstellen zwischen Kindergarten und Volksschule praktisch auf. Und er ist nach Heidemarie Lex-Nalis benannt. Diese vor fünfeinhalb Jahren verstorbene langjährige Leiterin der damals noch BAKiP (BundesAnstalt für Kindergarten-Pädagogik) genannten (Aus-)Bildungsstätte für angehende Kindergärtner:innen war eine der Vorkämpfer:innen in der Elementarpädagogik in Österreich. Es geht ja nicht um „Betreuung“, sondern um die erste Stufe in der Pyramide des Bildungssystems. Kinder haben ein Recht darauf, dass dies von professionell ausgebildeten Fachkräften bewerkstelligt wird, sind Pädagog:innen und keine (Bastel-)Tanten – was noch immer nicht in allen auch verantwortlichen Köpfen angekommen zu sein scheint.

Über ihre Arbeit in der Elementarpädagogik (mittlerweile heißen die Schulen auch BAfEP – BundesAnstalt für ElementarPädagogik) hinaus war Lex-Nalis als Fachbereichsleiterin beim PSD-Psychosoziale Dienste Wien sowie in der Beratung, Aus- und Weiterbildung in Einrichtungen für behinderte Menschen tätig.

Bild für den Bildungscampus

Ihr Witwer, Johannes Maria Lex, der die Plattform „Bildung ist Zukunft für alle Menschen in Österreich“ weiter betreibt (Facebook), überreichte den beiden Leiterinnen von Volksschule, Gabriele Kapeller, und Kindergarten, Barbara Tryfoniuk, ein Bild, das Kunst-Professor:innen der BAKiP Ettenreichgasse anlässlich der Pensionierung ihrer langjährigen Leiterin gemalt hatten. Es stellt Heidemarie Lex-Nalis umgeben von einem bunten Schmetterling, Blumen, einer Mandorla (Glorie und Aura rund um eine ganze Figur) sowie von chinesischen Schriftzeichen dar. Letztere stehen für Himmel, Freiheit, Weite, grenzenlos. Dazu in lateinischer Spiegelschrift der Satz: „Nimm den Schatten in deine Mandorla! Das Feuer und die Rose sind eins – Herzmüde, Grenzerfahrung, Langsamkeit: Damit war eine leise Veränderung, eine sanfte Bewegung, unerschöpfliches Leben – wie Wasser unter dem Karst für DICH. Nimm den Schatten in die Mandorla – unerschöpfliches Leben für dich, Heidemarie!“

Wenige Minuten später hing es schon an einer der (vielen) hölzernen Wände im Schuleingangsbereich.

Nachhaltige Architektur

Das Siegerprojekt des Architekturbüros „POS Architekten“ wurde im 18.500 m² großen Areal in den ehemaligen Donauauen entlang der Rappachgasse errichtet. Das Team verfolgte dabei einen ganzheitlich nachhaltigen Ansatz: das Gebäude fügt sich mit seinen drei Geschoßen wie ein Schiff mit Landungsbrücken in die Umgebung ein. Auf den „Landungsbrücken“ finden Spielplätze, Kletterparcours und sogar ein Rodelhügel Platz. Eine Besonderheit sind die vielfältigen Grünverbindungen entlang und quer zum Gebäude. Diese gehen auch durch das Gebäude hindurch.

Das neue Bildungsgebäude besteht aus sechs Bildungsbereichen („BIBER“) und umfasst zusätzlich einen Therapiebereich, ein vielfältiges Angebot an Kreativräumen, eine Bibliothek und einen Veranstaltungssaal. Multifunktionale Arbeitsbereiche tragen dazu bei, dass sich die Vernetzung von Kindergarten, Schule und Freizeit einfach umsetzen lässt. Den Kindern stehen dabei 13.780 m² an Freiflächen zur Verfügung – davon können rund 4.250 m² auch von Anrainer:innen genutzt werden.

Lösung fürs Verkehrsproblem

In der Zwischenzeit bahnt sich auch eine Lösung des Verkehrsproblems vor der Schule an, wo beim Kreisverkehr fünf Straßen zusammenkommen. Für die Rappachgasse ist eine 30er-Zone schon beschlossen, in der Bezirksvertretung sprachen sich kürzlich alle anwesenden Mandatar:innen auch für die gleich Geschwindigkeitsbeschränkung vom und zum Kreisverkehr bis zur Unterführung in der Haidestraße aus. Auch das übrigens erst nach vielfacher Initiative von Johannes Maria Lex, der sich auch für die Benennung des Bildungscampus nach seiner Frau stark eingesetzt hatte.

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Mehr Informationen

Erneuerbare Energien

Unter der Projektleitung der der Abteilung Bau- und Gebäudemanagement der Stadt Wien wurde der neue Bildungscampus ist als Niedrigst-Energie-Gebäude geplant: Sowohl die Fotovoltaik-Anlage am Dach als auch das Grundwasser und das Erdreich liefern die notwendige Energie.

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Noch ein Quer-Blick auf die Kreuzung

Grün- und Freiflächen vor dem Schul-Campus, zu viel Autoverkehr

Schön liegt er da, stufenförmig eingebettet vor der S-Bahnstation Haidestraße (S 80) der neue seit einer Woche bevölkerte Bildungscampus in Wien-Simmering, benannt nach DER Pionierin der Elementarpädagogik in Österreich Heidemarie Lex-Nalis. Die hätte sicher ihre Freude daran gehabt, dass hier Kindergarten und Ganztags-Volksschule in einem fast rundum neu begrünten Umfeld liegen, auch daran, dass Sonderpädagogik-Klassen Teil des Bildungshauses sind, ein Teil der Freiflächen auch am Wochenende den ganzen Tag, an Schultagen abends den umliegenden Bewohner:innen zur Verfügung stehen. Oder dass ein Teil der Energie für den Betrieb des Lern- und Spielortes von der Sonne (Photovoltaik am Dach) und aus der Erde (Geothermie) kommt.

Knapp zwei Jahre nach dem Spatenstich nahm der Bildungscampus rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres den Betrieb auf. Neben der S-Bahn-Anbindung halten zwei Buslinien – in beiden Richtungen – neben bzw. vor der Schule. Die U-Bahnlinie 3 (Station Enkplatz) ist auch recht nahe.

Fünf Straßen

Aber noch viel näher sind insgesamt fünf Straßen: Rappachgasse (Nummer 44 ist die Bildungscampus-Adresse), Kopalgasse, Meichlstraße, Nussbaumalle und Haidestraße treffen einander in einem Kreisverkehr. Insbesondere aus letzterer kommen viele mächtige LKW.

So rasch wie das Bildungsgebäude samt den großzügigen Freiflächen davor gebaut wurde, hätte erwartet werden können, dass sich (Verkehrs-)Planer:innen in diesen zwei Jahren Lösungen überlegen hätten können. Immerhin stellen die Straßenquerungen für die jungen Kinder doch eine alltägliche Gefahrenquelle dar.

Späte erste Maßnahmen

Seit Monaten schon machte Johannes-Maria Lex-Nalis, Witwer der Frühpadagogik-Vorkämpferin, selber unermüdlicher Betreiber der Plattform „Bildung ist Zukunft für alle Menschen in Österreich“ (auf Facebook), alle auch nur in Frage kommenden Verantwortlichen in Bezirk und Stadt darauf aufmerksam. Nach anfänglicher eher ignoranter Haltung, die ihm begegnete, begannen in den letzten Wochen dann doch die einen und anderen zu reagieren. In der Rappachgasse kam es knapp vor dem Kreuzungsbereich zu einer Aufdoppelung der Straße und einem großen aufgepinselten Warnsignal.

Und es steht ein Schüler:innen-Lotse mit signalfarbener Warnweste in der Mitte der Rappachgassen-Querung – täglich in der Früh und ein Kollege nachmittags bei Ganztags-Unterrichtsende.

30er-Zone wär fein!

„Die wohl sicherste Lösung“, so Lex-Nalis in vielen eMails und zu Kinder I Jugend I Kultur I und mehr… „wäre eine generelle 30-er-Zone in den Anfahrtswegen zu dieser Kreisverkehr-Kreuzung und Achtung-Schulweg-Verkehrszeichen aus allen Richtungen.“

Einige Parteien versprachen dem Initiator, in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung die Verkehrssituation vor der und rund um die Schule zu thematisieren. Die für Verkehr zuständige Stadträtin (Ulli Sima) rief Johannes-Maria Lex-Nalis – nach dessen Urgenz einer versprochenen Antwort – an, um zu erklären, Warntafeln könnten nur aufgestellt werden, wenn die AUVA (Allgemeine Unfall Versicherungs-Anstalt) dazu eine „positive Stellungnahme“ abgeben würde. Also schrieb er auch an diese.

Initiative Einzelner kann was erreichen

Gut, wenn jetzt im Schritt-Tempo – das nicht gerade alle hinter dem Steuer eines PKW oder LKW einhalten – doch ein bisschen Sicherheit in den Weg zur Schule und zum Kindergarten gebracht wird! Hätten das nicht aber Planer:innen von sich aus selber – und rechtzeitig – tun können?

Anna G. begleitete am Montag der zweiten Schulwoche KiJuKU bei einem Lokalaugenschein der Straßenquerungen und erklärte die Verkehrslage. Sie wohnt in der Nähe und überlegt „mein Kind, das nächstes Jahr in die Schule kommt, hierher gehen zu lassen, weil mich das Konzept von diesem Campus sehr überzeugt. Aber so lange die Situation so gefährlich ist, bin ich mir nicht sicher, ob dann nicht eine andere Schule mit sichererem Weg in Frage kommt.“

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