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Bild-Montage aus der Sujetgrafik der video & filmtage 2026 sowie Fotos der Filmgespräche mit Macher:innen der ersten drei Filme
Bild-Montage aus der Sujetgrafik der video & filmtage 2026 sowie Fotos der Filmgespräche mit Macher:innen der ersten drei Filme
09.10.2026

(Ganz) junge schlaue, tiefsinnige mit Humor gewürzte Filme aller Art

Die Video- & Filmtage von wienXtra feiern im Wiener Urania-Kino ihren 30. Geburtstag – 60 Arbeiten von Kindern und Jugendlichen laufen bis Sonntag, 11. Oktober 2026.

Vor der Wiener Urania flattert schon das Banner des renommierten internationalen Filmfestivals Viennale. Aber auch schon jetzt findet hier ein viertägiges Kinofestival statt – das der jungen und jüngsten Filme im hier beheimateten cinemagic, dem Kinder- und Jugendkino der Stadt. Zum mittlerweile 30. Mal sind jeweils rund fünf Dutzend Filme zu sehen, die von Kindern bzw. Jugendlichen (bis 22 Jahre) ausgedacht, gedreht, gespielt, geschnitten … worden sind; wann & wo – siehe Info-Box ganz am Ende.

„Kopf voll, Herz laut“

Auftakt des Jubiläums-Festivals war Donnerstag am frühen Abend (8. Oktober 2026). Das Motto in diesem Jahr: „Kopf voll, Herz laut“. Und wird auf der Homepage der Video- & Filmtage wie das Festival heißt bzw. live im Kino von Eva Bauer und Tilo Schott, Jugendleiter:innen des Festivals (gemeinsam mit der Gesamtleiterin Marija Milovanović) so begründet: Es „beschreibt das Spannungsfeld unserer Zeit: Zwischen permanenter Informationsflut und wachsender Überforderung suchen wir nach Orientierung und innerer Balance. Das Motto steht für den bewussten Blick nach innen – für Menschlichkeit, Empathie und den Mut, trotz allem auf die eigene Stimme und das eigene Herz zu hören. Die eingereichten Filme müssen inhaltlich nicht zum Motto passen! Das Motto bietet einen Rahmen, der alle Filme unter einem Thema zusammenbringt und zum Nachdenken anregt.“

Viiiiielfalt

Inhalte, Stile, Länge, Erstellung weisen wie immer eine große Vielfalt auf. Von Spielfilmen über Animationen, Experimentalfilme, immer wieder auch Krimis.  Gemeinschaftsproduktionen schulischer Teams, auch solche, die als Matura-, bzw. Diplomprojekt erarbeitet wurden, finden sich ebenso wie in Workshops mit außerschulischen Fachleuten entstandene vor allem Trickfilme, gemeinsames Filmen von Freund:innen bis hin zu ziemlich professionellen Teams samt Casting von Schauspieler:innen … Die Video- & Filmtage bieten bis Sonntag (da schon ab 14 Uhr und ab 6 Jahren) die vom Festivalteam aus dem wienXtra-Medienzentrum ausgewählten 60 Filme – von 108 eingereichten Arbeiten.

„Die letzte Note“ …

… Der Titel dieses Films bezieht sich nicht auf Schulnoten, sondern auf Musik. „So kannst du nicht spielen!“ Mit diesen Worten ergreift ein Mann die Hand eines jungen Mädchens und schneidet die Fingernägel. Was sofort einen mehr als unangenehmes Gefühl zu Beginn des 12-minütigen Films von Soph Gartner (Regie und Drehbuch) vermittelt. Und Irene fühlt sich beim Geige spielen und vor allem dem Üben so unwohl, dass das Instrument bald auf dem Dachboden landet. Diese junge Irene (Valerie Weigel) kommt später immer wieder „nur“ in Erinnerungen vor. Die jugendliche Irene (Jane Finnja Weber) steht im Zentrum des Films. Sie lebt bei ihrer Großmutter (Eva Linder). Die beiden verstehen einander ziemlich gut, harmonieren – mit Ausnahme der Musik. Die Jugendliche steht auf den „rotzfrechen Synthi-Trash-Punk“ (so aus dem Infotext) des Trios „Szene Putzn“. Die Oma schätzt mehr Klassik. Findet anfangs nur „Krach“ was Irene hört, nennt es gegen Ende beim Abschied der Enkelin aus der gemeinsamen Wohnung aber immerhin „deine Musik“. Und wundert sich, dass unter den wenigen Dingen, die Irene mitnimmt, doch auch die Geige dabei ist. Auch wenn die Enkeltochter andeutet, sie vielleicht auch nur verkaufen zu wollen.

Das musikalisch-rhythmische Spiel des Films hält auch von Seiten der Seniorin diese Option offen – trotz unterschiedlicher Generationen und gegensätzlicher Hör-vergnügen verabschieden sich die beiden aufrichtig inniglich – sie mögen einander wirklich, also respektieren sie die Unterschiede.

„Kleine Mädchen sind nicht wütend“…

… heißt der am Eröffnungsabend gezeigte zweite (Spiel-)Film (10½ Minuten). Drehbuchautorin und Regisseurin Alara Yılmaz, die mittlerweile in Berlin studiert, konnte beim Filmgespräch mit Publikum und Fachjury daher nicht dabei sein. Aber einige aus dem Team (Stefanie Knebel, Alexandra Isabel Reis, Deniz Alacakaptan, Derya Satir, Malak Aderounmu) konnten kommen und so auch berichten von besonders gelobten Szenen, die erste während des Drehs spontan entstanden sind. Diese Filmgespräche – am Eröffnungsabend mit den Expert:innen Anouk Shad, Anatol Bogendorfer und Albin Wildner – sind ein wesentlicher Teil dieses Festivals. Filmprofis – aus unterschiedlichsten Bereichen – geben live und analog im Kino wertschätzendes Feedback zu den Arbeiten.

Leonie Rabl, die hervorragend spielende Protagonistin des Films ist zu Beginn und gegen Ende in einem Zimmer voller Puppen zu sehen. Erinnert sich an die Zeit als „kleines Mädchen“ und die ihr überstülpten Verhaltensmaßregelungen, nett, adrett und so weiter und keinesfalls wie der Filmtitel schon vermittelt, wütend sein zu dürfen.

Sprung in ihre Jetztzeit. Treffen in einer Bar mit einem jungen Mann, vielleicht Studienkollege (Niels Karlson Hering). Der mainsplaining-mäßig vermeint, ihr die Welt erklären zu müssen. Und als sie sich gar outet, für die Veränderung, Verbesserung der Welt zu engagieren, das nur abtut.

Aber selbst da halten die eingelernten Verhaltensmuster aus der Kindheit einen tonnenschweren Deckel auf ihre geäußerten Gefühle. Innerlich aber explodiert sie förmlich. Und das sind die oben schon erwähnten spontan beim Dreh entstandenen starken Szenen in der Bar. Immer wieder reingeschnitten in sein Blabla zuckt sie körperlich mitunter recht schräg aus.

Bleibt allerdings noch immer „nur“ innerlich. Das auch äußerlich sicht- und hörbare Ausbrechen spielt sich gegen Ende – wieder inmitten der Puppen ab, aber das sei hier nicht verraten.

„Nachtmahr“…

… heißt das dritte und sicher nicht zufällig danach programmierte Werk. Ein fünfminütiger Animationsfilm, Abschlussarbeit von Schüler:innen der HTL Spengergasse (Luis Lackner, Leonie Obermann, Lilian Eath, Emily Zach). In wilden, bedrohlichen und doch immer wieder von Humor durchzogenen Szenen – teils 2D, teils 3D – zwischen Traum und Alptraum kreist alles um die Auseinandersetzung mit (eigenen) Männlichkeitsbildern. Gedanken, Ängste, Unsicherheiten, scheinbare Sicherheiten, die dann doch wiederum keine sind… hinterfragen und brechen auch hier die noch immer – oder seit einiger Zeit wieder neu (Menosphere) zementierten Rollenklischees.

Erstmals Jugendjury

Bis Sonntag läuft, wie schon erwähnt, dieses Festival leidenschaftlicher junger und jüngster Filmemacher:innen. Auch wenn es ein Wettbewerb ist und am Ende Preise verliehen werden, sind die Video- und Filmtage praktisch nie durch Konkurrenz charakterisiert. Nicht selten entstehen auch durch die angenehme Atmosphäre im und vor dem Kinosaal, die sachlichen und fachlichen Diskussionen, das wertschätzende gemeinsame Filme-Schauen neue Teams, die in späteren Jahren gemeinsame Filme einreichen. Und so manche mittlerweile professionellen und bekannten Filmer:innen hatten hier als Kinder und / oder Jugendliche ihre ersten Arbeiten gezeigt. Manche von ihnen bereichern immer wieder auch die Live-Fachjury.

Neben einer jugendlichen Co-Leitung und einer ebenso jungen Steuerungsgruppe, die das Festivalteam berät, die es beide schon ein paar Jahre gibt, entscheidet erstmals auch eine Jugendjury – neben den Publikumspreisen (einer für die jüngeren, die am Nachmittag gezeigt werden und einer für die älteren, deren Filma in der Nightline laufen) über die Bewerbsfilme. Die Jugendjury wurde aus Jugendlichen von vier Wiener Schulen gebildet, die Medien-, Film- und Kunstzweige haben (BRG/BORG 15, BRG III, Gymnasium am Augarten und Evangelisches Gymnasium).

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

30. video & filmtage

Motto 2026: Kopf voll, Herz laut
Veranstaltet von wienXtra Medienzentrum

Wann & wo?

Bis Sonntag, 11. Oktober 2026
Cinemagic – Kinder- und Jugendkino in der Wiener Urania
1010, Uraniastraße 1

videoundfilmtage.at/2026

wienxtra –> video- und filmtage26

wienxtra –> medienzentrum