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Der Text ist 40 Jahre alt. Bernd hat den Text geschrieben. Er ist damals 7 Jahre alt und er geht in eine Integrations-Klasse. Bernd schreibt: Wir sind sehr gemischt und darum hat jeder viel zu erzählen. Damals sagten Eltern: Kinder mit und ohne Behinderungen sollen gemeinsam lernen. Es soll keine Sonder-Schulen geben. Im Jahr 1984 gab es die 1. Integrations-Klasse in Österreich. Sie war in der Volksschule Oberwart im Burgenland. Dort lernten Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam. Im Jahr 2008 unterschrieb Österreich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Darin steht: Kinder haben ein Recht auf inklusive Bildung. Alle Kinder dürfen gemeinsam lernen. Aber es gibt Probleme: Österreich baut immer noch Sonder-Schulen und es gibt zu wenig Geld für Inklusion.
Der Text ist 40 Jahre alt. Bernd hat den Text geschrieben. Er ist damals 7 Jahre alt und er geht in eine Integrations-Klasse. Bernd schreibt: Wir sind sehr gemischt und darum hat jeder viel zu erzählen. Damals sagten Eltern: Kinder mit und ohne Behinderungen sollen gemeinsam lernen. Es soll keine Sonder-Schulen geben. Im Jahr 1984 gab es die 1. Integrations-Klasse in Österreich. Sie war in der Volksschule Oberwart im Burgenland. Dort lernten Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam. Im Jahr 2008 unterschrieb Österreich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Darin steht: Kinder haben ein Recht auf inklusive Bildung. Alle Kinder dürfen gemeinsam lernen. Aber es gibt Probleme: Österreich baut immer noch Sonder-Schulen und es gibt zu wenig Geld für Inklusion.
05.05.2026

Inklusive Bildung: Angekündigte Reform droht zu scheitern

Offener Brief an Bildungsminister kritisiert Mängel bei angekündigten Reformen.

Am europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, gleichzeitig Europatag (5. Mai) weisen Organisationen (Österreichischer Behindertenrat, Diakonie, Lebenshilfe und Integration Österreich) aus diesem Bereich auf Mängel und Schwächen des vom Bildungsminister angekündigten Reformprozesses in Sachen Inklusiver Bildung hin.

Minister Christoph Wiederkehr sprach sich zwar für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und der entsprechenden Handlungsempfehlungen aus und richtete vor knapp mehr als einem Monat Arbeitsgruppen zur Umsetzung ein. Aber „neben unzureichenden Partizipationsmöglichkeiten und fehlender Barrierefreiheit bei den Arbeitsgruppentreffen zeigen sich vor allem inhaltliche Mängel des vorgelegten Reformpakets“, heißt es in einer Medienaussendung am Dienstag (5. Mai 2026). „Während Maßnahmen wie der Rechtsanspruch auf ein 11. und 12. Schuljahr für Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF), die Neukonzipierung des SPF und Anpassungen in der Lehrer*innenausbildung angekündigt wurden, erweisen sich die vorliegenden Entwürfe in zentralen Punkten als nicht ausreichend inklusionsfördernd.“

Es braucht verbindliche Regeln

So ist der Zugang zur Sekundarstufe II für Schüler*innen mit SPF bislang nicht ausreichend rechtlich abgesichert. „Politische Bekenntnisse zur Inklusion müssen sich in konkreten, rechtsverbindlichen Regelungen niederschlagen. Entscheidend ist, dass Reformen nicht bestehende Sonderstrukturen verlängern, sondern den Zugang zu inklusiver Bildung im Regelschulsystem stärken“, wird Helene Jarmer, Vizepräsidentin des Österreichischen Behindertenrats, in dieser Aussendung zitiert.

Gleichberechtiger Zugang!

Um diese Forderung zu unterstreichen, verfasste der Österreichische Behindertenrat gemeinsam mit Diakonie Österreich, Lebenshilfe Österreich und Integration Österreich einen offenen Brief an Bildungsminister Christoph Wiederkehr, in dem es unter anderem heißt: „Eine Reform im Bereich inklusive Bildung muss sich daran messen lassen, ob sie den gleichberechtigten Zugang zum allgemeinen Bildungssystem stärkt, angemessene Vorkehrungen und notwendige Unterstützungsleistungen absichert und segregierende Strukturen schrittweise abbaut.

Kinder und Jugendliche der inklusiven Montessori-Schule
Kinder und Jugendliche der inklusiven Montessori-Schule „Holly go lightly“ (Wien-Hernals) mit dem damaligen Vizebürgermeister und Stadtrat für Kinder, Jugend, Bildung und Integration, heute Bildungsminister, sowie zwei Gemeinderätinnen und einer Projektleiterin

Für einen chancengleichen Rechtsanspruch auf ein 11. und 12. Schuljahr für Schüler*innen mit SPF muss der Zugang zur Sekundarstufe II rechtlich abgesichert sein. Andernfalls „drohen“ zwei zusätzliche Jahre Exklusion in der Sonderschule. Ein verlängertes Schulbesuchsrecht darf nicht dazu führen, dass Schüler*innen mit SPF lediglich länger in segregierenden Strukturen verbleiben. Es braucht vielmehr einen rechtlich abgesicherten Zugang zur Sekundarstufe II im allgemeinen Bildungssystem, inklusive angemessener Vorkehrungen und notwendiger Unterstützungsleistungen. Und anstatt die Ergebnisse der Studie zur Vergabe des SPF im Rahmen der Neukonzipierung strukturiert abzuarbeiten, wird die Unterscheidung in Kinder, die „behindert genug“ sind, und in Kinder, die „nicht behindert genug“ für einen SPF sind, als Lösung präsentiert. Das ist unter keinen Umständen mit der UN-BRK vereinbar!

Individualisierung

Unterstützung muss sich am individuellen Bedarf eines Kindes orientieren und darf nicht davon abhängen, ob ein Kind in eine defizitorientierte Kategorie passt. Die Reform des SPF darf nicht zu neuen Ausschlussmechanismen führen, sondern muss Ressourcen flexibel, bedarfsorientiert und ohne stigmatisierende Hürden bereitstellen.

Pädagog:innen-Ausbildung

Auch im Bereich der Lehrkräfteausbildung braucht es eine klare und verbindliche Ausrichtung auf inklusive Bildung. Inklusive Pädagogik darf nicht nur als Spezialthema einzelner Sonderpädagog*innen verstanden werden, sondern muss Grundkompetenz aller Lehrkräfte sein und daher verbindlich in der Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Pädagoginnen verankert werden.“

Einer der drei Hauptpreisträger: Kurt Engleder
21.03.2026

Seelenritter