Demonstration der Initiative „St. Marx für alle“ – vom geräumten Ort bis ins Zentrum von Wien.
„Nein zur Halle – St. Marx für alle!“ Hundertfach ertönte diese Losung auf der Demonstration zwischen dem – brutal geräumten, vielfältigst selbstgestaltetem -Freiraum in Wien-Erdberg über die Route Landstraßer Hauptstraße bis zum Heldenplatz Donnerstagabend. Zwei Wochen nach dem überfallsartigen Plattmachen von Pflanzenbeeten, Skaterramps, Basketballplatz, Hütten und mehr gab es diese Protestaktion mit Transparente, Trommeln, einer theatralen Gruppe mit überdimensionierten leichten grauen Werkzeugen von Hammer bis Säge.
Zu einem einem kleinen Zwischenhalt und einer Art kurzer, besonders lautstarker, Kundgebung kam es vor dem Sitz der SPÖ-Landstraße – symbolisch für die politische Mehrheit der Stadtverwaltung und Wien-Holding. Eines der Unternehmen unter dem Dach des ausgegliederten städtischen Konzerns ist die treibende Kraft für die – von einer privaten Firma zu errichtende Halle – übrigens bis ungefähr 2030.
Vor deren Eingang sich eine Reihe von Polizist:innen postierte. Als würde eine Stürmung des Lokals drohen. Dabei fragt selbst ein Aktivist auf Inline-Skates mit Kreide-Spray bei Uniformierten höflich nach, ob er was sprayen dürfte. Um dann pinkfarben „St. Marx 4 ever“ auf die Straße zu sprayen – mit eben Kreide samt gelbem Herzen drumherum.
Der selbstbestimmt von Initiativen gestaltete Freiraum – zur Zwischennutzung genehmigt – wurde polizeilich übrigens vor zwei Wochen genau am Tag des Starts der zweiten Klima Biennale Wien geräumt. Künstlerische Projekte, Interventionen im öffentlichen Raum und Partizipation werden bei dieser Veranstaltungsreihe als Motto immer wieder genannt. Und dann – das wurde bei der Demo am 23. April 2026 ebenfalls bekanntgegeben – wurde ein Interview von Vertreter:innen der Initiative St. Marx für alle, das in den Katalog der Klima Biennale sollte, aus diesem gecancelt.
Das gestrichene Interview wurde dann in handlicher Form gedruckt bei der Demo verteilt. Darin geht es ausgehend von dem kaputt gemachten Freiraum unter anderem um grundsätzliche Fragen von Stadtgestaltung. „Recht auf Stadt ist ein großes Thema. Für mich heißt es unter anderem, Verantwortung für Orte übernehmen zu dürfen und die Möglichkeit zu haben, sich um diese zu kümmern…“, sagt dort L., eine von zwei anonymisierten Vertretungspersonen der Initiative St. Marx. Zur Sprache kommt auch, dass immer wieder erst durch Besetzungen so manche später Vorzeig-Institutionen entstanden sind – sei es die Arena, sei es das WuK…
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