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Titelseiten zweier ukrainischer Bilderbücher
Titelseiten zweier ukrainischer Bilderbücher
09.07.2022

Westliche Verlage „adoptieren“ ukrainische Kinderbücher

Moritz Verlag startet Initiative zur Veröffentlichung ukrainischer Bilderbücher in Originalsprache – zur Unterstützung der Autor:innen, Illustrator:innen und ukrainischen Verleger:innen.

Dieses Bilderbuch handelt von einer ganz normalen Mama. Vielleicht wäre sie Königin geworden, wäre sie zu Silvester, wenn Wunder geschehen, nicht eingeschlafen. Es handelt auch von einem ganz normalen Mädchen, das mit einfachen Worten über ihre Liebe zu ihrer Mama, zu ihrem Papa, zu ihrem Bruder in Mamas Bauch und allem, was ihr nahesteht, spricht. In „Najmoisha Mama“ – verfasst von Halyna Kyrpa, mit Illustrationen von Hrasya Oliyko – erzählt ein Mädchen von seiner Mama, die lustig und auch traurig sein kann.

Es handelt sich um ein ukrainisches Kinderbuch, eines der ersten aus einer kürzlich gestarteten Initiative, mit der westliche Verlage ein Bilderbuch aus der Ukraine „adoptieren“: „Adopt an Ukrainian Children’s Book“. Der Initiator Markus Weber, Leiter vom Moritz Verlag, sendet aus, dass er die Idee während der internationalen Kinderbuchmesse in Bologna hatte, als er „den verwaisten Gemeinschaftsstand der ukrainischen Verlage betrachtete. Gleichzeitig verfolgte er via Instagram die Fluchtvorbereitung der beiden Krokus-Verlegerinnen aus Charkiw, die die Moritz-Autorin Kristina Andres auf ihrem Account dokumentierte.“

Kinder brauchen ihre Literatur

So kam er auf die solidarische Hilfsaktion, die es den ukrainischen Kolleginnen ermöglichen sollte, trotz Kriegszustand den Verlag weiterzuführen. „Meine Wahl ist auf dieses Buch gefallen, weil es überwiegend Mütter sind, die sich mit ihren Kindern auf den Weg zu uns gemacht haben.“

Geflüchtete ukrainische Kinder brauchen die für sie geschriebene Literatur, ukrainische Verlage und ihre Künstler:innen benötigen dringend Einnahmen. Mit „Adopt an Ukrainian Children’s Book“ soll beides ermöglicht werden. Europäische Kinderbuchverlage „adoptieren“ ein ukrainisches Kinderbuch und bringen es auf eigene Kosten heraus. Sobald diese gedeckt sind, geht der Gewinn an den ukrainischen Verlag.

Die genannte Autorin Kristina Andres hat das „Mama“-Buch nachgedichtet. Unter anderem heißt es unter dem Titel „Ganz allein meine Mama/ Meine allerliebste Mama“ u. a. „Eine Birne ist gut/ Eine Melone ist gut/ Am allermeisten gut aber sind Mamas Worte.

Fotos aller Beteiligten an der Initiative
Fotos aller Beteiligten an der Initiative

Die Elster hat’s diktiert, der Igel aufgeschrieben

Wörter, die es scheinbar nicht gibt, erscheinen als selbstverständlich und vertraue Wörter überraschen mit unerwarteten Streichen, heißt es über „Dyktuvala Tse Soroka, A Zapysyvav Jizhak“ (Die Elster hat’s diktiert, der Igel aufgeschrieben). Dieses Buch voller Gedichte für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter ist lebendig und macht, was es will. Es erscheint in ukrainischer Originalsprache unter der Patenschaft des französischen Moritz-Partnerverlags L’école des loisirs. Auch dieses wird über den Moritz Verlag im deutschsprachigen Raum vertrieben.

Der Gewinn aus dem Verkauf kommt den Urheber:innen sowie dem Krokus Verlag in voller Höhe zugute. Die Druckkosten für die gesamte Auflage übernahm das Grafische Centrum Cuno in Calbe. „Dieses Buch ist für all diejenigen Institutionen, Organisationen, Schulen, Kindergärten und Ehrenamtliche, die ukrainischen Kindern hier bei uns ein schönes Leseerlebnis schenken möchten“, so Markus Weber. Beide Bücher sind über den Buchhandel erhältlich.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Text: Halyna Kyrpa
Illustration: Hrasya Oliyko
Najmoisha Mama
40 Seiten
ab 4 Jahren
Crocus Verlga/Moritz Verlag
14,40 Euro
Moritz-Verlag ->Najmoisha Mama

Deutschsprachige Nachdichtung von Najmoisha Mama

crocusbooks -> naymoisha-mama/

Text: Oleksandr Podoliak
Illustration: Kateryna Reyda
Dyktuvala Tse Soroka, A Zapysyvav Jizhak
40 Seiten
Moritz Verlag
14,40 Euro
moritzverlag -> Dyktuvala-tse-soroka-a-zapysyvav-jizhak

Doppelseite aus dem Jugendbuch "Mein Plan B oder Wie ich zum ersten Mal Brausepulverkribbeln im Bauch hatte"
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