50 Jahre Österreichischer Behindertenrat, Dachorganisation und Interessensvertretung beging das Jubiläum mit einem Festakt.
„Der Österreichische Behindertenrat hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten … die Stimme von Menschen mit Behinderungen in die politische und gesellschaftliche Debatte getragen, wichtige Rechtsentwicklungen angetrieben und dazu beigetragen, Österreich zu einem inklusiveren Land zu machen. Dieses Jubiläum ist Anlass zur Freude und zugleich Verpflichtung, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen,“ gratulierte die Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen, Christine Steger.

Das erste halbe Jahrhundert beging der Österreichische Behindertenrat (ÖBR) mit einem Festakt im Veranstaltungszentrum Catamaran des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB). Die Jubiläumsveranstaltung fand exakt 50 Jahre nach der ersten Generalversammlung der damaligen Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR) statt, die seit 2017 den Namen Österreichischer Behindertenrat trägt.
ÖBR-Präsident Klaus Widl erinnerte in seiner Rede an die Entwicklung von einer Koordinationsplattform hin zu einer gesetzlich verankerten Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen in Österreich. „Was 1976 mit der Neuausrichtung der damaligen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation begann, markierte den Beginn einer bundesweiten Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen. Heute vereint der Behindertenrat über 85 Mitgliedsorganisationen und ist zu einer zentralen Stimme der österreichischen Behindertenpolitik geworden.“

Die Geschichte der Organisation „ist Teil der österreichischen Sozial- und Demokratiegeschichte. Sie steht für den Übergang von Fürsorge zu Rechtsanspruch, von Verwahrung zu Selbstbestimmung und von vereinzelter Interessenvertretung zu koordinierter politischer Durchsetzungskraft“, so der Präsident des Behindertenrates.
Eine aus dem Anlass produzierte Festschrift dokumentiert die Entwicklung der organisierten Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen in Österreich von den frühen Selbsthilfebewegungen bis zur heutigen menschenrechtlichen Behindertenpolitik – und kann nicht zuletzt durch aktive und aktionistische Interessensvertreter:innen, die für ihre Rechte kämpf(t)en auf erzielte Erfolge verweisen. Doch bis zur tatsächlichen Gleichstellung ist noch ein langer, angesichts angespannter Budgets auch sicher holpriger Weg.
„Menschen mit Behinderungen sind weiterhin überdurchschnittlich armutsgefährdet, der Zugang zum Arbeitsmarkt bleibt vielfach eingeschränkt und Barrierefreiheit ist in zahlreichen Lebensbereichen noch immer nicht vollständig umgesetzt“, meinte die schon eingangs zitierte Behindertenanwältin in ihren Glückwünschen zum Jubiläum.
Neben hochrangigen Live-Gastredner:innen und Video-Botschaften wurde das Jubiläum auch künstlerisch umrahmt. Für Musik sorgte das inklusive Ensemble Ohrenklang sowie die Sängerin Sofia Reyna. Als Spoken-Word-Artistin trat Poetry-Slamerin Nadine Brunner auf – Interview mit ihr in einem eigenen Beitrag auf dieser Seite – unten am Ende des Beitrages verlinkt.
Übrigens kann die Festschrift mit einem historischen Überblick über die Entwicklung des Kampfes um Rechte behinderter Menschen sowie der Organisation als PDF von der Homepage des ÖBR runtergeladen werden – direkter Link ebenfalls unten am Ende dieses Beitrages; und noch einen Link gibt’s – zum Video des gesamten Festaktes (knapp mehr als 2 ½ Stunden).

behindertenrat. –> Festschrift.pdf
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