Ihre Erfindung gehörte zu jenen, die beim 39. Bundesfinale von Jugend Innovativ in der Expedithalle des Kulturgeländes Brotfabrik in Wien-Favoriten sofort ins Auge stachen: Ein Rennrad mit Holzrahmen. Passt zu ihrem Schultyp: Holztechnikum der HTL Imst (Tirol). Doch das Holz ist für Adrian Müller und Vincenz Sonderegger „nur“ die dünne Verkleidung für den darunter liegenden Karbonrahmen.
Carbon – gewebte Kohlenstofffasern – ist unter anderem DAS Material für Rennrad-Rahmen: Leicht und doch steif sowie stark belastbar. „Aber ein einziger Steinschlag kann einen Carbonrahmen unsichtbar zerstören“, stellen die beiden Schüler fest. Und begannen daran zu tüfteln, wie dieses kostbare Material (besser) geschützt werden könnte. Und griffen zum Material ihres Schulschwerpunktes. Viel Recherche, Experimente – sie bauten eigene Testvorrichtungen, die darauf einhämmerten, es verbogen… – führten sie zur Erkenntnis: Ahorn ist DAS Holz der Wahl. Es ist „feinporig und geht eine starke Verbindung zur Kohlefasermatrix ein“.
Eine 2 mm dünne Holzumrundung über dem Karbonrahmen „verdoppeln die Schlagfestigkeit. In Torsions-, Biege- und Drucktests erreichen die Prototypen das Niveau reiner Carbonteile“. Von denen es dann weniger braucht, was billiger kommt.
Für die Fertigung erfanden die beiden Jugendlichen, die aus Vorarlberg kommen und ihr Projekt deswegen woodberg.vbg nannten, ein eigenes Verfahren: Einen selbst gebauten Überdruckschlauch, der bis zu 3 Bar erreicht, „dreimal mehr als die ursprünglich geplante Vakuummethode“.
Ziel, so die beiden zu Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…, wir wollen ein Unternehmen gründen, müssen davor aber noch Sicherheitstests für unser Rad durchführen lassen und es zertifizieren lassen“.
Die Jury befand es das beste der besten Projekte in der Kategorie Engineering I – und außerdem reist das Team – mit zwei anderen – zum internationalen Bewerb EUCYS (European Union Contest for Young Scientists).
Kaum weniger auffallend als das holzverkleidete Rennrad war eine metallene nicht ganz kniehohe große Box mit Metallrohren auf dem Deckel. Und vor allem die manches Mal – etwa bei dem Gespräch mit der Jury – Drohne, die nach einem kleinen Rundflug dort landet. Das Flugobjekt parkt auf dem Deckel, die Metallrohre fahren heran, werden zu einer Art Schiene, zwischen der die Drohne fixiert wird, nach vor fährt. Bis zur Akku-Tausch-Station wo der (fast) leere Akku entnommen und durch einen vollgeladenen ersetzt wird. Die Drohne fährt zurück, die „Schiene“ entfernt sich, die Drohne ist „ready for Take-Off!“
Nino Wieland, Michael Erber, Mathias Waltner und Richard Pruckmair aus der HTL Rennweg haben ihr „PowerAirLoop“ baute dafür auf einem Vorgängerprojekt des Quartetts – „Zephyr, eine vollständig selbst gebaute Drohne mit eigenem Flightcontroller-Code“ – auf. In dem neuartigen System des automatischen Akku-Tausches stecken gut 300 bis 400 Arbeitsstunden – Hirnschmalz ebenso wie Programmier-, aber auch technische Handwerkskunst.
Dafür gab’s Platz 2 in der Kategorie Engineering I. UND den Preis des Publikums.
Drohnen sind zwar fast allgegenwärtig. Aber überall kommen sie auch nicht hin. Klick gemacht hat es bei Clemens Saurugg, Dan Luong, Amritpal Padda und Alexander Janisch nach dem großen katastrophalen Erdbeben im Südosten der Türkei vor drei Jahren. Unter Trümmern eingeschlossene Menschen, enge Hohlräume. Da kann bestenfalls nur händisch auf Verdacht gegraben werden. Da kam das Quartett – ebenfalls aus der HTL Rennweg (Wien) – auf DIE Idee: Schlangen kommen durch engste Spalten.
Und so begannen sie zu überlegen, wie eine Art Techno-Schlange funktionieren könnte. Eine solche bauten sie aus mehreren – erweiterbaren – Modulen zusammen, die sich mit einer rotierenden Spiral-Umwindung auf verschiedensten Untergründen fortbewegen können und nicht wie Räder etwa im Sand durchdrehen. Im „Kopfteil“ bauten sie natürlich eine Kamera ein – mit Infrarot-LED, sodass sie auch im Finsteren Bilder liefern kann.
„Das ist nun schon unser vierter Prototyp“, verraten die vier Jugendlichen, die ihr Projekt „Natrix“ nannten – nach dem lateinischen Fachbegriff für Ringelnatter (natrix natrix).
Platz drei bei den „Ingeneur:innen“ fand die Jury.
Fade Chemiestunden gaben für ein weiteres Team aus der HTL am Wiener Rennweg – die dieses Mal besonders erfolgreich war – den Anstoß. Langweilig, weil kaum bis keine Experimente durchgeführt werden durften. Grund: kein einziger Luftabzug funktionierte.
Tobias Weinhofer, Nedzhatin Remziev sowie die beiden beim Treffen mit KiJuKU.at verhinderten Mitschüler Eneş Bağ und Sebastian Schöngrundner haben dafür Abhilfe geschaffen. Ein fahrbarer Kasten mit Acryl-Glaswänden und pneumatische Türen mit mobilem Abzug.
Im Inneren des Oberteils finden die Experimente hinter geschlossenen, aber durchsichtigen Türen statt. Die Luft wird abgesogen und in einen Kübel darunter gleitet, wo sie gefiltert und völlig ungiftig ins Freie gelassen werden kann. Die Türen verriegeln übrigens automatisch und lassen sich erst wieder öffnen, wenn die Luft im Experimentierraum komplett sauber ist.
Dafür gab’s einen der beiden Anerkennungspreise, ebenso wie für
Für die (Wieder-)Stärkung des Hüftbeuger-Muskels (Psoas major) dachte sich Nikolaus Melinz ein spezielles Gerät aus, das er im 3D-Modell demonstriert. Denn, so der Schüler der HTL Eisenstadt (Burgenland), es gibt praktisch kein Gerät, das gezielt diesen Muskel trainiert, „bei den meisten werden Oberschenkel-Muskel mit aktiviert“, erklärt er Kinder I Jugend I Kultur I und mehr…
Die Trainingsposition ist im Liegen, der Oberschenkel kommt in eine Textilschlaufe, wird damit entlastet. Eine austauschbare gelaserte Funktionskurvenscheibe aus Stahlblech dreht das Gerät. Je weiter der Hüftbeuger zusammengezogen wird, desto größer ist der Hebelarm, desto größer der Widerstand. So folgt das Gerät dem Muskel, statt ihm das Training aus der Hand zu nehmen.
Wird die Position auf der Trainingsbank umgedreht, kann der Gesäßmuskel gestärkt werden. Noch ist Melinz‘ Konstruktion „nur“ digital und im 3D-Druck-Kleinmodell, ein echter Prototyp soll in der Laufschule der HTL entstehen. Vergleichbare medizinische Kraftgeräte kosten zwischen 5.000 und 8.000 Euro; „AthloRegain“, wie er sein Projekt nannte, kommt auf rund 2.500 Euro.
Ein starkes, dickes (mehr als 100 Seiten) durchgängig fantasievoll, auf manchen Doppelseiten fast wimmelbildartig illustriertes Buch im Ölkreiden-Stil, das mit wenigen Farben auskommt, begleitet Herrn Mandelmus – und immer wieder auch seinen Dackel Julius. So wie sich die Namen beider reimen, so auch der Titel des mit sehr wenig Text auskommenden und doch recht abwechslungsreichen jüngsten Streichs des preisgekrönten Autors und Illustrators in einer Person, Michael Roher: „Zu Fuß“
Auf den ersten mehr als einem Dutzend Doppelseiten geht er „nie zu Fuß“. Selbst Gassi-„gehen“ (Äußerln) mit seinem Hund überlässt er einer Drohne. Bis ihm Roher drei Zitate-Schnipsel auf einer Doppelseite unterkommen lässt – unter anderem Goethes „Nur, wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“ und des chinesischen Philosophen Laozi (auch als Lao-Tse bekannt, angeblich soll er vor mehr als 2500 Jahren gelebt haben): „Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit einem ersten Schritt.“
Worauf beim Umblättern der gute und sehr beleibte Herr Mandelmus am Fenster steht mit einer Gedankenblase übe seinem Kopf in der groß „nur“ ein Wort steht: „Vielleicht“ mit drei Punkterln.
Und, so viel darf schon verraten werden, nehme an, du hättest es dir ohnehin gedacht, dass die Geschichte auch eine Wendung braucht: Noch einmal umgeblättert, der Mann zieht Schuhe an und „Er ruft: ich tu’s! Ich gehe heute Mal zu Fuß!“
Und das macht er, immer wieder auch zur Freude von Julius, seinem Dackel, die folgenden Dutzenden Seiten. Und dennoch wird’s nie fad. Vor allem von den vielfältigen Bildern her, aber auch von den mitunter nicht alltäglichen Reimen – denn die richten sich natürlich nach den gesprochenen Wörtern, auch wenn sie geschrieben keine Endung auf „us“ haben…
Einzig und allein das hellgrelle Gelb ist nicht immer im Druck leicht und gut zu sehen / lesen, aber aufgrund des Reim-Schmähs wenigstens zu erahnen. Und auch wenn Mandelmus in so manchen Bildern nun viel sportlicher in Erscheinung tritt, bei so viel gehen, hätte er wahrscheinlich doch ein wenig seinen Bauchumfang verringert 😉
Die Reihenfolge, in der hier die fünf Finalprojekte aus der Kategorie Engineering I vorgestellt werden, ist keine Wertung, sondern ergibt sich aus der übersichtlichen Liste, die das Jugend-Innovativ-Team Journalist:innen und Fotograf:innen zur Verfügung gestellt hat.
Florian Gaisberger hält Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… einen kleinen blau-weißen Kunststofffisch vor die Kamera. Und dazu einen nicht gerade kleinen Plastiksack mit Abfällen. Der Fisch – nicht einmal handgroß – wurde 3D-gedruckt, die Abfälle aus dieser Produktion machen ein Vielfaches davon aus.
Und so dachte sich der genannte Schüler der HTL aus dem oberösterreichischen Innviertel-Nord in Andorf gemeinsam mit seinem Kollegen Alexander Eggetsberger: Das kann, nein das darf nicht sein. Große Unternehmen recyceln Filament, das beim 3D-Druck abfällt, aber was ist mit all jenen Kunststoffteilen, die dabei in privaten Haushalten, Schulen oder auch in kleinen Firmen an- bzw. abfallen, vor allem bei Farbwechseln.
Das Duo plante gleichsam Klein-Recycling-Anlagen – und baute schon eine solche, die in der schuleigenen Werkstatt „seit voriger Woche fertig ist“. Die Abfälle werden erst auf klitzeklein geschreddert, dann erhitzt, geschmolzen und zu neuem Filament aufgerollt, das wieder bei späteren 3D-Drucken eingesetzt werden kann.
Die Frage, ob sie diese ihre Erfindung zum Patent angemeldet haben, verneinten die beiden: „Wir wollen, dass jede und jeder das auch nachbauen kann, es soll ja möglichst viel Abfall vermieden werden.“ Eines von vielen Beispielen bei Jugend-Innovativ-projekten egal welcher Kategorie wo Schüler:innen Nachhaltigkeit mitdenken oder sogar ins Zentrum stellen.
Eggetsberger und Gaisberger wollen die mit ihrem Projekt „PrintReclaim“ Bauanleitung online stellen, so dass sie für alle zugänglich ist.
Vor einigen Jahren hatten Jugendliche eins Finalprojekts sogar ein Filament, das zur Hälfte aus Sägespänen und Holzabfällen bestand zum 3D-Drucken präsentiert.
Holz steht im Zentrum der (Ausbildung im Salzburger Kuchl, die dortige HTL heißt nicht zufällig Holztechnikum. Alexander Wenger, Paul Wimmer, Manuel Mirocha und Lukas Schöller konzipierten für ein großes Holzunternehmen (Hasslacher Norica Timber) eine Konstruktion für Träger einer Kranbahn. Üblicherweise sind diese aus Stahl.
Kann eine solche Traglasten von mehr als zwölf Tonnen aushalten? Wie müssen diese Träger dimensioniert werden? Wie schaut’s bei einem Brand aus?
An all diesen und noch weiteren Fragen tüftelten die vier Schüler, programmierten auch eine Excel-Liste mit der sogar Nicht-Statiker arbeiten können – UND: Eine solche Hallen-Kranbahn ist um rund zwei Drittel billiger als eine vergleichbare aus Stahl; abgesehen davon, dass sie natürlich aus dem nachwachsenden Rohstoff ökologischer ist.
Max Sauer wohnt nahe der A 21 (Wiener Außenring-Autobahn) womit er bei offenem Fenster oder gar im Garten praktisch nie ohne Verkehrslärm auskommt. Kopfhörer mit Noise Cancellation waren das Vorbild für ihn und seinen Kollegen Felix Malits aus der HTL Mödling für deren Forschungsprojekt.
Nicht aufsetzen, weil sich die beiden oder noch mit anderen vielleicht unterhalten wollen, sondern das Prinzip Lärm durch Gegenschall in gleicher Frequenz zunichte zu machen, müsste doch auch so funktionieren. „Outdoor-Noise-Cancellation: Reduktion von Straßenlärm durch aktiven Gegenschall“ nannten sie ihre Arbeit.
„Was leicht geklungen hat, wurde es dann nicht. Wir haben viel geforscht, aber es ist schwieriger als gedacht. Einen großen brummenden lautstarken LKW kannst du aufnehmen und den entsprechenden Gegenschall erzeugen, aber das Dauerrauschen auf unterschiedlichen Frequenzen ist nicht so leicht zu bekämpfen“, schlussfolgern die beiden gegenüber KiJuKU.at aus ihren umfangreichen Forschungen, um aber gleich nicht ganz resigniert zu enden: „Wir schließen aber nicht aus, dass es doch möglich ist – bei weiterer Forschung.“
Manche der Projektteams haben ziemlich mächtige Konstruktionen in die Ausstellungs- und Veranstaltungshalle in der Brotfabrik (Wien-Favoriten) mitgebracht. Was wie eine Art Abschussrampe am Stand von einem von sieben (!) Projektgruppen aus der HTL am Wiener Rennweg aussieht, ist auch eine solche – für ein drohnenartiges Kleinstflugzeug.
Solche, die in größerer Ausführung Dinge wie unter anderem Medikamente in Gegenden transportieren können, die verkehrsmäßig schlecht bis nicht erschlossen sind, brauchen bisher entweder große, schwere Akkus, um die Energie zum Start zu erreichen oder Startrampen mit Stahlseilzug.
Ben Trumler, Max Zerovnik, Daniel Ezike und Philipp Weissenbach (HTL Rennweg) tüftelten, recherchierten, rechneten, konstruierten am Computer und kamen innerhalb von neun Monaten auf eine neuartige Lösung: Elektro-Magnetismus.
Das Flugzeug wird auf die Rampe gesetzt, auf kurzer Strecke so beschleunigt, dass er abfliegen kann – ob per Fernsteuerung oder schon vorprogrammiert schwebt und fliegt die Maschine in Richtung Ziel.
Das ist aber noch nicht alles, die vier Schüler haben ihre Konstruktion sehr praktikabel gebaut: Die zerlegbaren Schienen der Abschussrampe und alles drum und dran – einschließlich der von ihnen gebauten Steuerung passen in eine Metallkiste, die nur 110 Kilo wiegt. „Wir haben die mit Leichtigkeit hier herein getragen“, erzählen sie im Gespräch mit Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…
Mehr über „MagLift – Where Innovation Takes Flight“auf der projekteigenen Homepage: maglift.at
Und noch ein Projekt aus der HTL Rennweg (Wien-Landstraße), aus der es rekordmäßige sieben Projekte ins Bundesfinale dieses 38. Durchgangs von Jugend Innovativ geschafft haben, vier sogar aus einer Klasse!
Die Idee zu „SkyScrubber“, einem Roboter für – zugegeben nur große, hohe, gerade -Fensterfronten begann mit Videos über Fensterputzer als einem der gefährlichsten Berufe weltweit, die Stefan Radović im Internet gesehen hatte. Seine drei Kollegen Moritz Dwulit, Alexander Sallans und Enis Feraj griffen mit ihm den Gedanken auf, einen entsprechenden Putz-Roboter zu erfinden – erstaunlich, dass bisher noch nie wer auf diese Idee gekommen ist.
Die vier Jugendlichen stellen nun eine große Metallkiste vor, auf der Vorderfront haben sie eine Rolle aus Mikrofaser eingebaut, über Düsen kommt das Seifen-Wasser-Gemisch auf die Glasfront; in der Kiste ist der Motor, auf dem Deckel Solarpaneele, die für die Versorgung mit dem erforderlichen Strom sorgen.
Die Kiste hat das Quartett so dimensioniert, dass sie genau in die Krankörbe für menschliche Putzkräfte passt.
Wird fortgesetzt um weitere Berichte über die weiteren sechs Kategorien, wenn KiJuKU die jeweils fünf Projekt-Teams getroffen hat.
„Die Zustände in Malawi nach dem Zyklon Freddy Anfang 2023 mit eigenen Augen zu sehen war ein einschneidendes Erlebnis für mich. Doch die großartigen Projekte von UNICEF, sei es die ADDA (African Drone and Data Academy) oder die Wasser und Hygiene Projekte schenken mir große Hoffnung in eine bessere, gerechtere Zukunft für alle, die von Armut, Hunger und den Auswirkungen des Klimawandels bedroht sind,“ sagte die Schauspielerin, Sängerin und Dokumentarfilmerin Valerie Huber anlässlich eines Besuchs mit Unicef-Österreich in diesem südostafrikanischen Land im Mai dieses Jahres. Nun, Ende Juli 2023, wurde sie Ehrenbeauftragte der heimischen Abteilung des UNO-Kinderhilfswerks.
Durch den Wirbelsturm zu Beginn dieses Jahres starben mehr als 1000 Menschen, 800.000 verloren ihr Zuhause, Cholera-Ausbrüche gefährdeten das Leben von Kindern und ihren Familien. In Malawi ist der fehlende Zugang zu sauberem Wasser ein zentrales Problem. Viele Kinder können deshalb nicht in die Schule gehen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Weil sie an Durchfallerkrankungen oder anderen Infektionen leiden, oder weil sie für das zeitaufwändige Wasserholen zuständig sind. Letzteres betrifft vor allem Mädchen. Die Versorgung von Schulen mit sauberem Trinkwasser ist entscheidend um einerseits Krankheitsfälle zur verringern und andererseits Mädchen wie Buben gleichermaßen durch Zugang zu Bildung eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.
UNICEF fördert Wasserversorgungssysteme mit tieferen Bohrlöchern, die aus Grundwasser gespeist und mit Solarenergie betrieben werden. Damit werden sowohl periodische Schwankungen des Grundwasserspiegels ausgeglichen als auch die Abhängigkeit vom klimakrisenbedingten Absinken des Grundwassers verringert.
Über das eingangs genannte Drohnenprojekt, bei dem Studierende aus mehreren afrikanischen Ländern den Bau und Betrieb samt Wartung solcher Flugkörper erlernen, können nicht nur für die Landwirtschaft wichtige Daten leicht gesammelt, sondern auch beispielsweise kleine Mengen von Medikamenten transportiert werden. Gerade im Zuge der Zerstörung auch von Verkehrswegen durch den Zyklon eine wichtige Sache.
Valerie Huber, die ihre ersten sieben Lebensjahre in Uganda und der Elfenbeinküste aufwuchs, weil ihre Eltern für Entwicklungshilfeprojekte Deutschlands gearbeitet haben, beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit den bedrohlichen Folgen der Klimakrise und setzt sich bereits seit mehr als einem Jahr für die Arbeit von UNICEF Österreich und die Kinderrechte ein, u.a. im Rahmen vom „Kinderrechte-Picknick“ 2022. Sie persönlich fühlt sich vor allem mit Afrika und den Menschen dort verbunden: „Durch die zunehmende globale Ungleichheit ist die Arbeit von Unicef heute wichtiger denn je. Der Klimawandel stellt die Länder im globalen Süden vor noch größere Herausforderungen als bisher: Extreme Hitze, Dürren, Wasser- und Lebensmittelknappheit nehmen immer mehr Menschen die Lebensgrundlage. Und alles fängt bei den Kleinsten an. Bildung und Förderung von Kindern und Frauen sind die Grundlage für ein besseres Leben und oftmals der Schlüssel aus der Armut. Es ist eine große Ehre für mich als Ehrenbeauftragte zu agieren, da wir als Gesellschaft Themen wie soziale Ungleichheit in unsere täglichen Debatten und Gedanken einbetten müssen, um Ungerechtigkeit und möglichen katastrophalen Zukunftsszenarien entgegenzuwirken. Die Arbeit von Unicef ist absolut essentiell und deshalb braucht es höhere Finanzierung von allen reichen Ländern und von Konzernen, um Armut und Hunger effektiv bekämpfen zu können.“
Zu den Feiertagen – christliche Weihnachten – fanden in unterschiedlichsten Weltgegenden Drohnenangriffe statt.
„An Heiligabend wurden Dörfer rund um Tarbespiyeh (Al-Qahtaniya) angegriffen. Fünf Drohnen und eine Mörsergranate verletzten auch vier Zivilisten: Aisha Khalaf Ali, Jawaher Khaled Mohammed, Thawra Al-Matar und das Kind Reham Azzam Al-Ali wurden auf ihrem Bauernhof in der Nähe des Dorfes Khuzaymouk getroffen und mussten ins ins medizinische Zentrum Tarbespiyeh gebracht werden.
Weitere Angriffsziele waren die Dörfer Taweel, Zour Ava. (Quelle: Offizielle Vertretung der Selbstverwaltung Nord- und Ostyriens in Deutschland)
Außerdem meldeten Roz-Press (kurdische Nachrichtenagentur) und Associated Press (USA), dass bei einem Terrorosten des IS am Montag einen Anschlag auf ein Sicherheitszentrum in der Nähe des Nationalkrankenhauses westlich der Stadt Raqqa verübten und dabei sechs Menschen töteten. Im Zuge der Kämpfe wurde auch einer der Terroristen getötet, ein weiterer konnte mit einem Sprengstoffgürtel festgenommen werden. Beide Agenturen zitieren Mazloum Abdi, einen Kommandeur der von Kurden geführten „Demokratischen Kräfte Syriens (SDF).
Abdi sagte – laut Roz-Press auch noch: „Diese terroristischen Angriffe fallen zusammen mit den Attacken türkischer Drohnen und wies auf die Gefährlichkeit – nicht nur – für die demokratisch verwaltete Region Nordsyriens hin. (Rozpress, AP)
Rozpress veröffentlichte am Montag auch eine Schreckensbilanz: In diesem Jahr hat türkisches Militär 27.498 Granaten auf die besetzten Gebiete in Efrîn (Afrin) und al-Shahba abgeschossen und 13 Drohnen-Angriffe geflogen. Allein unter den Zivilist:innen forderte dies sieben Todesopfer und 44 Verletzte.
Außerdem berichteten Augenzeugen und Menschenrechtsorganisationen, dass wenige Tage zuvor (20. Dezember 2022) der Anwalt und Menschenrechtsaktivist Lukman Hamid Hanan in der besetzten Region Efrîn von türkischen Geheimdiensten und Ahrar al-Sharqiya, einer Fraktion der sogenannten Syrischen Nationalarmee, aus seinem Haus in Viertel Mahmudia entführt wurde. Zwei Tage später wurde seine Leiche der Familie übergeben.
Die Leiche des Anwalts wies Anzeichen von Folter auf, die der Mann in der Gefangenschaft der Ahrar al-Sharqiya-Miliz und des türkischen Geheimdienstes erlitten hatte. (Informationsbüro des demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens)
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