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Fotos aller fünf Entrepreneuership-Finalist:innen
Fotos aller fünf Entrepreneuership-Finalist:innen
05.06.2026

Unternehmerischer Geist für (Lern-)Spiele, Körperpflege und Kleintiersuche

Die besten der besten unternehmerischen Projekte – Kategorie Entrepreneurship; Teil 6 der Berichte über das Bundesfinale von „Jugend Innovativ“ 2026.

Einige der Top unternehmerischen Projekte – Kategorie Entrepreneurship 2026 im Bundesfinale von Jugend Innovativ – wurden von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… schon in vorherigen Berichtsteilen vorgestellt – bei Inklusion und Barrierefreiheit sowie jenes vom Sonderpreis Lehrlinge in der ersten Überblicksgeschichte der diesjährigen, 39., Awards und als eines der ebenfalls Bundesfinal-Projekte beim Bewerb der Junior-Firmen. Sie werden – zwecks Übersichtlichkeit – hier noch kurz präsentiert, die Links zu den beiden angesprochenen Beiträgen am Ende dann als erste.

(Schach-)Brett für zitternde Hände

Wessen Hände so stark zittern, dass Spielfiguren nicht mehr bewegt werden können, ohne (viele9 andere dabei umzuwerfen, kann mit der Erfindung von David Chencean, Samuel Brunner, Michael Sysel und Georg Kotzian aus der HTL Rennweg dennoch spielen. Das Quartett entwickelte – nun schon in der dritten und vierten Version von Prototypen Eingabegeräte mit breiten Feldern unabhängig vom Spielfeld selbst. Dort werden die Figuren dann – derzeit bei Schach, später aber auch bei anderen Brettspielen – wie von Geisterhand durch Elektromagnete bewegt.
Dafür gab’s den Sieg in dieser Kategorie.

Kosmetik aus „Abfall“

Das erste „Aha“-Erlebnis bei jenen Produkten, die Martina Büchele und Larissa Gmeiner vom BSBZ Hohenems (Bäuerliches Schol- und Bildungszentrum), verkaufen: In Vorarlberg gibt es Wasserbüffel!

Denn ihre regionalen Natur-Kosmetika unter ihrem Markennamen „alvora.care“ sind ein Mix aus der Molke von Wasserbüffel-Milch, Mazerat (Kaltwasserauszug) der Pflanze Beifuß sowie Bienenwachs. Besonders die einjährige Pflanze habe antivirale Wirkung. Die Fähig- und Fertigkeiten für die Herstellung im Labor sind Teil ihrer schulischen Ausbildung.

Um aber Cremen und Pflegebalsam auf Haut und Lippen aufbringen zu dürfen, mussten klarerweise externe Laboranalysen samt Zertifizierung in Auftrag gegeben werden – nicht gerade billig. Für die Aufbringen der entsprechenden 4500 Euro organisierte das Duo eine Crowdfunding-Kampagne.
Ach ja, die Bestandteile sind wirklich regional, denn Beifuß kommt aus Nenzing, das Bienenwachs aus Egg. Und auf dem Heldernhof in Höchst gibt es Wasserbüffel, die anfallende Molke wurde bislang als Abfall entsorgt. Jetzt kannst du dich damit einschmieren 😉

Die beiden Jugendlichen haben aber nicht nur die Produkte erdacht und erste Versionen selber „gebraut“ – „jetzt haben wir einen externen Herstelle“, so die mittlerweile Start-Up-Unternehmerinnen -, sondern auch mehr als einen Marketing-Gag kreiert: einen §d-gedruckten Wasserbüffelkopf auf dem Deckel der Cremen. Ihr Gesamtpaket brachte ihnen Platz 2 im Finale ein.

Stylishe Perioden-Slips

Platz 3 – wie übrigens auch beim Junior-Companies-Bundesfinale – ging an Katharina Müller, Lisa Bühler, Freya Berger, Kim Vonbank und Antonella Gasparević von der HTL Dornbirn (ebenfalls Vorarlberg). Mit „Lunara“ (abgeleitet vom lateinischen Wort für Mond bzw. Zyklus) stell(t)en sie mit regionalen Materialien (Biobaumwolle und Elastan) modische Slips mit Täschchen für wieder verwendbare (Knick-)Wärmepads gegen Regelschmerzen her.

Solche gibt es zwar am Markt, gestehen die fünf Jugendlichen, „aber meistens mit Wegwerfpads, die mit wiederverwendbaren sind erstens viel teurer – unsere kosten 30 € – und außerdem nicht so stylisch.“

Anna Erdélyi, Monika Komsić, Lars hornig, Jennifer Dumitriu und Ayana Akimalieva präsentieren auf Monitoren Lumo - eine spielerische Lern-App für Legasteheniker:innen
Anna Erdélyi, Monika Komsić, Lars hornig, Jennifer Dumitriu und Ayana Akimalieva präsentieren auf Monitoren Lumo – eine spielerische Lern-App für Legasteheniker:innen

Lumo

Obwohl Legasthenie schon sehr lange bekannt ist, es dafür hilfreiche Unterstützung gibt, dauerte es bei einem Mitglied des Teams „Lumo“ aus der HTL Spengergasse (Wien) in seiner Volksschulzeit einige Jahre, bis man draufgekommen ist. Bei einigen aber noch viel länger. Bisherige – auch digitale – Trainings-Einheiten bzw. Apps waren / sind Lars Hornig zu langweilig. Gemeinsam mit Ayana Akimalieva, Jennifer Dumitriu, unterstützt von Monika Komsić und Anna Erdélyi stellten sie im Bundesfinale in der Expedithalle der Brotfabrik (Wien-Favoriten) „Lumo“ vor. Hier funktionieren die Übungsschritte eher wie ein Spiel, das auch bei Jugendlichen auf Interesse stoßen könnte.

Im kommenden Schuljahr will das Team im gemeinsamen Diplomprojekt die spielerische Lern-App zur Marktreife für Bildungsinstitutionen bringen.

App statt Zettel an Laternenmasten

Wer kennt sie nicht diese Zettel mit Bitte, bei der Suche nach entlaufenem Hund oder einer Katze zu helfen – einige ausgedruckte Zeilen mit kleinem Foto. In Österreich registrierte Hunde und Zucktkatzen müssen mit einem Mikro-Chip gekennzeichnet sein. Hilft bei der Suche aber erst, wenn jemand ein Frauerl- oder Herrl-loses Tier zu Veterinär:in oder in ein Tierheim bringt.

Als die Katze eines Freundes verschwunden ist, entwarf Jonas Zeindl mit Benjamin Kirchner, Fabian Klingenschmid, Florian Niederwieser, Mathias Oberladstätter, Mario Roncov, Fritz Schattel, Paul Sieberer und Simon Viertl einen metallenen QR-Code-Anhänger für Kleintiere. Damit hatten die wenig Freude. Und so warfen sie dieses Konzept über Bord und tüftelten an einer anderen Lösung.

Mit einer Plattform samt App, die über Bildsuche funktioniert kam das Team ins Bundesfinale von Jugend Innovativ 2025 /26.

Und so läuft’s: Findest du ein herumirrendes Tier, machst du ein Handyfoto, lädst es auf die Plattform „PetConnect“ – Achtung derzeit findest du unter diesem Namen kleine Computerspiele, das Schülerprojekt ist noch in der Beta-Testphase.

„Ein KI-Modell analysiert biometrische Merkmale wie Fellmuster oder Gesichtsstrukturen und wandelt diese in einen digitalen Fingerabdruck um. Unter guten Bedingungen liegt die Trefferquote bei 90 Prozent.“, heißt es in der Kurzbeschreibung des Projkets der HTL Anichstraße (Innsbruck, Tirol). „Da jedoch ein verwaschenes Foto einer schwarzen Katze in der Dämmerung schnell an seine Grenzen stößt, ergänzten die Schüler die Bilderkennung um präzise Geodaten. Die Software gleicht den Fundort in Millisekunden mit dem bekannten Lebensraum ab und listet die wahrscheinlichsten Treffer auf“, so die weitere Beschreibung.

Die Weiterentwicklung soll zu einem Abo-Modell führen (die Jugendlichen nennen 1 Euro pro Monat) – oder alternativ zu einer akut anfallenden einmaligen Notfallgebühr.

Verleihung des Sonderpreises für Lehrlinge an die Vertreterinnen des Projekt-Teams
Verleihung des Sonderpreises für Lehrlinge an die Vertreterinnen des Projekt-Teams

Sonderpreis für Lehrlinge für Lern-„Escape-Room“

Der in diesem Jahr erstmals vergebene Sonderpreis für Lehrlinge – dank Kooperation mit der Austria Marshall Plan Foundation und AFS – Austauschprogramme für interkulturelles Lernen – ging übrigens ebenfalls an ein Entrepreneurship-Projekt: Eine ganze zweite Klasse der LandesBerufsSchule (LBS) – für Verwaltungs-Assistent:innen in Schrems (Waldviertel, Niederösterreich) hatte einen „Escape Room“ für AWL (Allgemeine WirtschaftsLehre) mit Aufgaben und Rätseln aus diesem Fach entwickelt. Der soll in einer weiteren Entwicklung als Unterrichtsmaterial vermarktet werden.

Als Lohn gibt es – im Gegensatz zu den Kategorien des Bewerbs – kein Preisgeld, sondern fünf 5 Wildcards im Rahmen des Lehrlingsaustausches Österreich-USA mit einem dreiwöchigen Aufenthalt an der Miami University in Oxford im US-Bundesstaat Ohio.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Jugend Innovativ …

… wird im Auftrag der Bundesministerien für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET); Bildung (BMB) sowie Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) abgewickelt und von der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative (nach einigen Jahren Absenz wieder Kategorie-Patin Sustainability) unterstützt.
Der Sonderpreis für das beste Lehrlingsprojekt wird ermöglicht durch die Kooperation mit der Austria Marshall Plan Foundation und dem AFS – Austauschprogramme für interkulturelles Lernen.

Seit 1987 haben mehr als 12.300 Projekt-Teams mit knapp 58.100 Schüler:innen am Wettbewerb teilgenommen. Der Wettbewerb wird laufend von Workshop-Angeboten sowie Qualifizierungsmaßnahmen (z. B. Beratungen zum Innovationsschutz, etc.) für Schüler:innen und Lehrer:innen begleitet.

Weitere Infos: jugendinnovativ.at