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Fotos aller fünf Engineering II-Finalist:innen
Fotos aller fünf Engineering II-Finalist:innen
04.06.2026

Schlaue (High-)Tech-Lösungen beim Sport, am Strand, im Haus, Bienstock und am Berg

Die besten der besten Engineering II-Projekte; Teil 5 der Berichte über das Bundesfinale von „Jugend Innovativ“ 2026.

Sie ist Mitglied des österreichischen Ultimate-Frisbee-Nationalteams, einer außergewöhnlichen Sportart, weil diese ohne Schiedsrichter:innen stattfindet. Das, worüber oft und viel geredet wird – fair play – wird hier einfach gespielt und gelebt. Und dennoch ist es längst über „Hobby“ hinausgekommen. Seit mehr als 40 Jahren gibt es Weltmeisterschaften, in zwei Jahren (2028) bei den nächsten Sommerspielen in Los Angeles soll es sogar erstmals olympisch werden.

Petra Palinkas, diese Top-Spielerin, ist Schülerin in der HTL Rennweg. Im Team mit Arpit Singh, Elias Vavra und Mohana Kovač haben sie das Sportgerät weiterentwickelt. Denn was fehlte, so Palinkas, waren wissenschaftlich fundierte Analyse-Möglichkeiten wie es sie in vielen anderen Sportarten gibt. Trainiert wurde und wird sozusagen im „Blindflug“ – üben und schauen, wie’s gut passt.

Das Quartett stattete im Rahmen ihrer gemeinsamen Diplomarbeit eine Frisbee-Scheibe mit einem Messgerät aus – Sensoren, Akku, Funk-Modul, das Daten an eine Bodenstation schickt, wo sie in einer App berechnet werden. So die Idee und die Praxis. Von Version zu Version der Prototypen wurde dieses Teil an der Unterseite der Scheibe, die sie nun SmartDisc nannten, kleiner und leichter. Schließlich muss die Scheibe sich ja vergleichbar zu Wettbewerbs-Frisbees verhalten. Was nicht nur das Teammitglied, sondern auch weitere Spielerinnen auf Praxistauglichkeit positiv überprüft haben.

Das Mess-Teil soll noch kleiner und kompakter werden, das Quartett hat auch vor, ein Unternehmen zu gründen, um aus einem Schulprojekt, das im 39. Finale von Jugend-Innovativ mit dem Sieg in der Kategorie Engineerin II belohnt wurde, möglichst vielen Ultimate-Frisbee-Spieler:innen zur Verfügung stellen zu können.
„Neben“ dem Kategorie-Sieg darf das Team auch zur MILSET Expo-Sciences Europe 2026 (ESE) im italienischen Mantua fahren und SmartDisc ort präsentieren.

„Fliegende“ Hütte

Was auf dem Tisch ihres Standes aussieht wie ein großes Spielzeughaus ist ein Modell einer Fertigteil-Berghütte für Regionen jenseits der 2000 Höhenmeter. Lucas Eberharter und Philipp Kaserer vom Holztechnikum Kuchl (Salzburg) sind Bergsportler. Weil sie selber feststellen mussten, dass Übernachtungsmöglichkeiten in unzugänglichen Gegenden – ohne Zufahrtsstraßen für Bauarbeiten – fehlen, kamen sie auf die Idee ihres Projekts „ModulAlp“.

Per Hubschrauber werden die Teile – jeweils unter 1500 Kilo – in mehreren (15 bis 20) Flügen vor Ort gebracht und zusammengebaut. Das Duo hat sich für eine asymmetrische Form, um Spitzen-Stürme abzuleiten, ebenso entschieden wie für offene Schichtbauweise, um die Holzwände (Lärche) nicht durch die Atemluft der bis zu vier Personen zu durchfeuchten.

Und wenn sie nicht (mehr) gebraucht wird, kann die Hütte abtransportiert werden – in die Landschaft wird nicht eingegriffen. Für ihr Modell haben die beiden eigenhändig Lärchen-Vollholz zu kleinen 5 x 2,15 cm Schindeln abgespalten.

Immer wieder Bienen

Projekte rund um Bienen und den sie bedrohenden Krankheiten spielen bei Jugend Innovativ immer wieder eine erfolgreiche Rolle – siehe unten am Ende verlinkte Beiträge über „SP50 statt Bienentod“, ein auch internationales Siegerprojekt aus der HLUW Yspertal (2022). Thomas Koppelstätter und Samuel Forstenpointner aus der HTL Braunau (Oberösterreich), selber auch Imker, entwickelten ein System zur automatischen Überprüfung, ob und wie viele Zellen eines Bienenstocks von der Varroamilbe befallen ist.
Dies muss bisher händisch erfolgen: jede Brutzelle öffnen, Larve entnehmen, unters Mikroskop bringen, schauen – und entsprechend handeln…

Das genannte Duo erfand mit „HiveScan“ für das sie sowohl die Mechanik samt Kamerasystem bauten und eine KI-Analyse samt userfreundlicher Benutzeroberfläche programmierten. Das System fährt Wabe für Wabe ab, ein Multifunktionskopf öffnet den Zelldeckel (Bienen lassen einen Millimeter Abstand), entnimmt die Larve und positioniert eine Kamera mit LED-Ringlicht für zwei standardisierte Aufnahmen. Die KI-Analyse erkennt Varroabefall sowie alle Entwicklungsstadien der Brut. Alle Ergebnisse speichert das System in einer Datenbank, die die Wabe virtuell abbildet.“

Der von den beiden Schülern gebaute und programmierte Prototyp ist bereits voll funktionsfähig und soll laufend mit weiteren Daten aus der Praxis erweitert werden.

SmartHomeVision

Smar Home – längst sein Begriff und Praxis in vielen Haushalten. Doch die Kommandos „Licht an!“ oder andere berücksichtigen nicht, was beispielsweise für einen de Schulwarte der HTL Braunau gilt. Gehörlose bzw. hörbeeinträchtigte Menschen kommunizieren mit Gebärden-(Sprache).

Genau das war für Matthias Wintersteller und Luca Pohn die Herausforderung für ihr Projekt, das sie SmartHomeVision nannten. Vision für sichtbare Gesten, aber nicht zufällig auch für die darüber hinausgehende Bedeutung der Zukunftsfähigkeit.

Die beiden tüftelten so lange, dass ungefähre Gesten schon reichen, um die entsprechenden Schalter für Licht, Heizung oder was auch immer in Gang zu setzen, zu modifizieren oder abzudrehen. Die Erkennungsrate liege bei mehr als 98 Prozent erklären sie dem Reporter. Der Schulwart hat’s jedenfalls auch getestet und war sehr zufrieden, so die „Visionäre“.
Die beiden planen, SmartHomeVision als Open-Source-Projekt zu veröffentlichen und es so zu erweitern, dass auch Menschen, die aufgrund motorischer Einschränkungen keine der Standardgesten ausführen, das System auf individuelle eigene Gesten trainieren können.

Strand-Safe

Der Titel des Projekts, mit dem Moritz Weißhaupt und Tobias Bacher aus der HTL Mössingerstraße (Klagenfurt, Kärnten) es ins Bundesfinale des 39. Jugend-Innovativ-Bewerbs schafften, spricht nicht für eine neuartige Sonnencreme. Eine solche wäre in der Kategorie Enginering II auch falsch aufgehoben. Wohin mit Geldbörse, Handy und ähnlichem, wenn du – entweder allein am Strand bist oder die ganze Gruppe ins Wasser will?

Eine Sicherheitsbox, in der alles verstaut wird und über PIN-Tastenfeld oder Smartphone-App via Bluetooth Low Energy bedient wird. Hast du das Handy drinnen verwahrt, kann du sie auch wie in radschloss oder einen Safe über Nummernschloss öffnen. Aber was, wenn jemand die ganze Box mitnimmt?

„SunSafe“ verfügt über einen Gyrosensor – bei Erschütterungen werden Alarm und Push-Benachrichtigungen ausgelöst. Ein GPS-Modul zeigt den jeweiligen Standort des Safes in Echtzeit auf einer Google-Maps-Karte an – was du dann gegebenenfalls später auch über deinen Laptop machen kannst.

Ein Solarmodul mit Akku macht SunSafe übrigens autark. Bis jetzt sind Platine und App fertig, die Spannungsversorgung nach einer Überarbeitung bereits in zweiter Version getestet. Als nächstes folgen 3D-Druck, Montage und der finale Feldtest am Wörthersee.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Jugend Innovativ …

… wird im Auftrag der Bundesministerien für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET); Bildung (BMB) sowie Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) abgewickelt und von der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative (nach einigen Jahren Absenz wieder Kategorie-Patin Sustainability) unterstützt.
Der Sonderpreis für das beste Lehrlingsprojekt wird ermöglicht durch die Kooperation mit der Austria Marshall Plan Foundation und dem AFS – Austauschprogramme für interkulturelles Lernen.

Seit 1987 haben mehr als 12.300 Projekt-Teams mit knapp 58.100 Schüler:innen am Wettbewerb teilgenommen. Der Wettbewerb wird laufend von Workshop-Angeboten sowie Qualifizierungsmaßnahmen (z. B. Beratungen zum Innovationsschutz, etc.) für Schüler:innen und Lehrer:innen begleitet.

Weitere Infos: jugendinnovativ.at