Dunkelgrau bis schwarz dominiert eine der Doppelseiten dieses Bilderbuchs – siehe oben. Doch von einem Pinsel und dessen Übergabe von Kind Emil an Malerin Ayesha geht ein heller Kreis aus. Der im eigenen Kopf spürbar auch dieses Dunkel zumindest mit einer Portion Hoffnung erleuchtet.
„Ayeshas Pinsel“, geschrieben von Cornelia Funke, illustriert in unterschiedlichsten Techniken (Aquarell, Kugelschreiber, Buntstifte, Tusche) und gestaltet von Pauline Pete, beginnt bunt und (bild-)freudig. Das Bilderbuch erzählt von Ayesha, die lebensfrohe, farbkräftige Bilder malt und in einer bunten Stadt lebt.
Doch eines Tages oder Nachts vermeinten Menschen, die Krieg führten, auch diese Stadt zu bombardieren. Die Düsternis zieht ein. Höchstens durch Feuerblitze von Bomben „erhellt“. Die Menschen müssen in die – hoffentlich – bombensicheren Keller flüchten.
… So viele Tränen! Und der Keller war dunkel und grau. Ayesha spürte, wie sich auch ihr Herz mit Grau füllte. Da stand plötzlich Emil vor ihr. Er hielt ihr einen Pinsel hin.“ – Dies ist der Text auf der ganz oben beschriebenen Doppelseite.
Von da an kehrt Hoffnung in die Kellerräumlichkeiten ein. Alle, die hier Zuflucht suchen, beginnen, wenigstens die Wände bunt zu bemalen. Was sie einerseits durch die kreative Tätigkeit aus der Tristesse wenigsten ein bisschen herausbrachte und sie durch die Bilder, die sie schufen trotz alledem aufzuheitern vermochte. Sie malten nicht, wie zerstört die Stadt oben nun geworden war, sondern all das Schöne, das ihnen der Krieg gestohlen hatte. Das gab / gibt gleichzeitig Raum und Zeit für die Trauer, aber auch gepaart mit Hoffnung auf ein Leben jenseits des Krieges.
Cora ist eher zurückhaltend bis zurückgezogen, zeichnet und malt gerne in jeder Pause, die sie nicht dem Opa im sommerlichen Familienhotel helfen muss. In einer der ersten Szenen des rund 36-minütigen sehr atmosphärischen, vielschichtigen Films „Bleistiftstriche“ muss sie vom alten Schreibtisch mit seinen Fächern und Laden aufstehen, Gepäck für neu angekommene Gäst:innen auf deren Zimmer bringen und fragt den Großvater um Hilfe, sie würde so gern Menschen zeichnen lernen. Der darauf praktisch nicht reagiert, weshalb sie sich das notwendige Wissen aus Büchern holt.
Irgendwie aus der Zeit gefallen wirkt die Szenerie, eine Art Landidylle, samt kleinem Schwimmbad, in einer Zeit, als es noch keine Smartphones gab.
Im Zentrum des Films steht die Begegnung, Annäherung und Distanzierung Coras zu und mit Emma, die hier im Hotel mit Familie einge-checkt hat. Die ungefähr gleichaltrige Jugendliche ist eine Art Gegenteil oder auch Wunschbild Coras. Offen geht sie auf alle(s) zu, stets mit einer kleinen Digitalkamera in Händen. Obwohl sie nur Französisch spricht, das Cora nicht kann, verstehen die beiden einander. Ihre gemeinsamen Sprachen sind einerseits das Beobachten samt bildhaftem Festhalten – auf Papier einer- und Kameraspeichere andererseits; und die zweite Sprache ist die Neugier auf Gefühle, die zu zaghafter und dann intensiver Nähe führt, dazwischen auch mit heftigem Abstoßen.
So manche der Szenen scheinen aber auch die ungestellte Frage aufzuwerfen, ob das alles zwischen den beiden Mädchen stattfindet oder sich „nur“ im Kopf von Cora abspielt. Für ihren Film wurde Alice Prosser (Drehbuch & Regie; Kamera: Luca Horak), kürzlich einer der Cash-for-Culture-Awards verliehen – mehr zu dieser Förderschiene der Stadt Wien für jugendliche Künstler:innen aller Sparten in einem schon vor einigen Tagen hier erschienen Beitrag, der unten verlinkt ist.
„Un.erfüllt schließt Fülle mit ein. Ich glaube, dass sich viele junge Menschen mit der Dynamik zwischen Cora und Emma identifizieren können. Es ist einfacher denn je, sich in der heutigen Zeit bloß in das Abbild eines anderen zu verlieben. Die Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit, in der wir uns befinden, überlässt häufig Einsamkeit, die gestillt werden will, aber von unserem Zeitgeist unverstanden bleibt“, schreibt die Künstlerin, die auch schon als Schauspielerin auf Bühnen stand zu ihrer ersten Regie-Arbeit auf der Homepage zum Film, ebenfalls unten – in der detaillierten Info-Box zum Film – verlinkt.
Für die Rolle der Cora konnte Prosser übrigens mit Emilia Lilith Warenski eine mittlerweile schon bekannte junge Filmdarstellerin (wurde heuer 21 Jahre) gewinnen; zuletzt war sie in der TV-Serie „School of Champions“ als ehrgeizige Außenseiterin in einem (fiktiven) Ski-Gymnasium zu erleben. Davor spielte die absolvierte Sport-Gymnasiastin, mit internationaler Erfahrung in Kletter-Wettkämpfen, eine Mountainbikerin im Kinofilm „Madison“ (dazu gab sie übrigens KiJuKU.at ein Interview, unten am Ende des Beitrages verlinkt) – und schon als junges Kind (9 Jahre) im Kinofilm „Rise Up! And Dance“.
Ehrgeizig ist auch Alice Prosser, die als Bühnen-Spielerin schon zwei Mal in Kurz-Interviews im Vorläufer von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…, dem Kinder-KURIER vorgekommen ist, Links unten am Ende des Beitrages. „Ehrlich gesagt, ist es für mich ein Wunder, dass dieser Film trotz all der Hürden und Steine die uns auch in den Weg gelegt worden sind, tatsächlich real geworden ist“, schreibt sie in einer eMail an Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… mit der sie den Ansichts-Link zum ganzen Film geschickt hat. „Ein Beweis dafür, dass Glaube Berge versetzen kann und nur Mut zu Verletzlichkeit mich weiterbringt.“
Die unabhängige – nur durch einmalige 1000 Euro aus dem Programm Cash for Culture gefördert – Produktion konnte die Neo-Regisseurin wie sie betont nur „mit Riesen- Unterstützung von ca. 45 Nachwuchsfilmschaffenden aus Wien und Berlin, die alle ehrenamtlich und mit viel Herzblut mit mir darum gekämpft haben, realisieren“, namentlich erwähnt sie „unter anderem Leona Baucek und Philine Hammon, die beim Dreh und in der Vorbereitung als Produktion geholfen haben, aber auch Luca Horak als Kamerafrau, Emilia Leitner als Editorin, Jakob Stefansich als Szenenbildner, Veganes Catering von Selina Zesar.
Im Haus von meinem Opa und seiner Frau Gundi durften wir Holztrennwände aufstellen, Möbeln umstellen und neue aus Fundi einrichten, Sonnenschirme im Garten aufspannen und die Welt von Cora und Emma zum Leben zu erwecken. Wir hatten 12 Drehtage und haben uns insgesamt 4 Monate darauf vorbereitet.“
Den Wechsel vom Schauspiel auf der Bühne zu Drehbuch und Regie sozusagen auf die andere Seite des Geschehens und noch dazu in einem zwar verwandten aber doch einem anderen Medium beschreibt sie so: „Ich komme ursprünglich vom Schauspiel aber habe gemerkt, dass es für mich ein MUSS war, diese Vision zu schaffen und die Perspektive zu wechseln. Bewegt von dem inneren Wunsch zu verstehen, warum man sich manchmal so unerklärlich verbunden fühlt und wo „Ich“ anfängt und „Du“ aufhört. Warum „unerfüllte Lieben“ Fülle miteinschließt. Als ich diese Vision hatte, gab es kein Zurück mehr.“
Fliegen können – mit eigenen Flügeln (Lea und Dicle) bzw. einem fliegenden Teppich (Almia), Fußballstar (Nemanja, der schon bei Red Star kickt), ein Himmel voller Süßigkeiten – in etlichen Bildern, einen Regenbogenrutsche, vom Himmel auf die Erde (Ipek), Bahnlinien zu und zwischen den Planeten unseres Sonnensystems (Nabil), den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest zu besteigen (Mario)… das sind einige der Bilder, die Kinder der 4a der Volksschule Diesterweggasse (Wien-Penzing; 14. Bezirk) Donnerstag früh gezeichnet und gemalt haben.
Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… durften ihnen dabei zusehen und sie fotografieren, wie sie auf ein Blatt Papier (Größe A4) festhielten was für jede und jeden einzelnen „Mein größter Traum“ ist. Spitzen-Student:innen eines Talente-Förderungsprogramms haben sich heuer dieses als ihr gemeinsames Abschlussprojekt unter dem Titel „Paint4Purpose – Malen für den guten Zweck“ einfallen lassen. Während der – bis Ende September 2025 laufenden – Malaktion und bei einem abschließenden Kinderfest (18.Oktober, Details in der Info-Box am Ende des Beitrages) sammeln sie Spenden für die „Stiftung Kindertraum“. Diese versucht seit mehr als einem Vierteljahrhundert (seit 27 Jahren) schwer erkrankten Kindern und / oder solchen mit Behinderungen, Herzenswünsche zu erfüllen.
So, zurück vom „Kindertraum“ zu den größten Träumen der Volksschüler:innen nahe der U4-Station Hietzing: Manche Kinder sind zunächst einmal sprach- und ratlos. „Mein größter Traum“ – Was ist das? Was könnte das sein? Was kann oder soll ich mir wünschen? Einer begibt sich dazu in eine meditative Pose, die Hände fast ausgestreckt, die Finger zu Kreisen geformt – sozusagen ein lautloses Oooom.
Andere legen gleich los mit Zeichnen, die meisten zunächst mit Bleistift. Viele ziehen ihre Linien später mit bunten Faser- und anderen Stiften nach. Andere holen sich Malkästen, Becher, Wasser, davor aber noch eine Malunterlage für ihren Tisch sowie eine Malschürze, die eine oder andere davon schon von Haus aus sehr bunt.
In der ersten Reihe zeichnet Niki schnell eine Weltkugel und erklärt dem neugierigen Journalisten: „Umweltschutz ist mir sehr wichtig…“, aber eigentlich habe er „keine Ahnung, was mein größter Traum ist“ und er beginnt eine neue Zeichnung. Neben ihm greift Gabriella bei jedem Strich zu ihrem Lineal. Ein Haus ist schon zu sehen und ein Kreuz oben drauf – „ich will Ärztin werden“, erklärt die geometrische Zeichnerin, „das hab ich schon meiner Mama und meinem Papa erzählt, seit ich in die Schule gehe“, setzt sie fort und so entsteht nach und nach ein ärztliches Zentrum auf ihrem Blatt Papier.
Auch andere verknüpfen das Thema mit ihren Berufswünschen – Helena und Raimonda zeichnen sich selbst als bildende Künstlerinnen und auf einem Blatt ist ein großes Buch zu sehen – auf der Titelseite ihr Name. „Ich will Schriftstellerin werden!“, verrät sie KiJuKU, „mir ist noch kein anderer Titel für mein erstes Buch eingefallen“, aber schon zuvor hatte sie, die noch in der Pause mit einem Buch vor Augen lesend in Bank saß, anvertraut, „ich würde gern Geschichten für Kinder schreiben, aber auch ein bisschen aufregende“.
Vielleicht passt da ja Camilos Zeichnung dann als Illustration dazu: Ein feuerspeiender Drache neben einem Hochhaus – und der Satz: „Ich kann mich in alles verwandeln.“
Toprak zeichnet sich und seine Familie in der unteren Hälfte des Blattes und weiter oben schreibt er hin, dass die Eltern lange leben sollen, „weil alles was ich brauche, hab ich eh“. Familie spielt in mehreren Zeichnungen über die größten Träume der Kinder immer wieder eine große Rolle, bei Taim ist zwischen seinem gezeichneten kleinen Ich am unteren Rand des Bildes und einem Satz weit oben Platz für einige große Tropfen – Tränen, denn geschrieben hat er: „Ich will meinen toten Opa wieder sehen“.
Zoe träumt davon, dass ihre Schwester glücklich ist. Dass ihre Eltern gesund bleiben, sie die großen Geschwister nicht nerven – davon träumt Sahar; und noch viel größer – in Worten und Zeichnungen: „Ich will 3 kleine, fette Katzen haben und Kuscheltieren…“
Und vielleicht als DAS Happy End ist Ahids Traum ein ziemlich kunterbuntes Land, etwas wovon – ohne Worte – auch besonders detailliert und fein gezeichnet Emilia träumt.
Alle Kinderzeichnungen werden bei einem Fest in der ehemaligen Semmelweis-Klinik (bis 2019 Frauenklinik, vor allem Geburtenstation, seither teilweise – vorübergehend – kulturell genutzt) in Wien-Währing ausgestellt, die besten 20 prämiert und jedes Kind kriegt jedenfalls ein Tombola-Los für Sachpreise, die beim Fest (18. Oktober, Details siehe Info-Box am Ende des Beitrages) verlost werden.
Während der Zeichen- und Malaktion bzw. auch beim Fest werden Spenden für die Stiftung „Kindertraum“ gesammelt. Diese versucht seit mehr als einem Vierteljahrhundert (27 Jahre) schwer erkrankten Kindern und / oder solchen mit Behinderungen, Herzenswünsche zu erfüllen.
Sinah und Anouk, die in der 4a der Volksschule Diesterweggasse (Penzing, 14. Bezirk), die Aktion erklärten, die Zeichenblätter mit dem vorgedruckten Titel und einer Zeile für Name und Schule, austeilten, nannten als ein Beispiel für das „Kindertraum“ sammelt die 6-jährige Ella aus Niederösterreich. Bei ihr treten – bis zu 30 – epileptische Anfälle pro Tag auf. Hilfe könnte ein speziell ausgebildeter Hund sein, der schon vor einem Anfall diesen spüren kann. Einen solchen Hund, den sie Emi nennen will, wünscht sich Ella.
„Eine geeignete Havaneserhündin – sobald sie dem Welpenalter entwachsen ist – (wird) in Eigen- und Fremdausbildung zu einem Signalhund für Epilepsie ausgebildet: Emi soll lernen, einen bevorstehenden Anfall frühzeitig zu erkennen und durch trainiertes Verhalten zu warnen, z. B. durch Anstupsen, das Auflegen der Pfote auf den Schoß, Fiepen oder kurzes Bellen. Bei Bedarf kann die Hündin auch lernen, ein Handy heranzubringen oder selbstständig einen Notfallknopf zu betätigen“, steht auf der Homepage der Stiftung. Die Ausbildung kostet bis zu rund 10.000 Euro, einiges hat „Kindertraum“ schon gesammelt, aktuell fehlen noch 7.950 € – ist auf der Homepage zu lesen. Vielleicht oder hoffentlich demnächst weniger.
Noch können Volksschulklassen mitmachen – Infos und Kontakte am Ende im „Was? Wer? Wann? Wo?“-Kasten.
Als wär’s tatsächlich ein erster Versuch einer gezeichneten Katze, erstreckt sich diese ausgewachsene Strichfigur über die zweite Doppelseite (siehe Bild oben) dieser kunstvollen Einladung zur eigenen Kreativität.
Die Geschichte, geschrieben von Claudia Gürtler, beginnt damit, dass Mina, ein Kind, zu Weihnachten als ihr letztes Geschenk ein „dickes Buch mit leeren, weißen Seiten“ und „dazu eine Schachtel mit Stiften, Farben und Pinseln“ auspackte. Und große Freude daran zu haben schien.
„Nicht alles, was man zeichnet, gelingt auf Anhieb. Sie zeichnete eine Katze mit frechem Gesicht“, steht dann neben der eingangs beschriebenen Zeichnung. Renate Habinger verknüpft die zwölf Doppelseiten von „Farbe, Eule, Stift und Katze“ hinweg elaborierte künstlerische Zeichnungen mit kunstvoll gestalteten Elementen, als wären diese erste Malversuche.
Damit nimmt das Buch von vornherein all jenen Angst, selber zu malen oder zeichnen, denen eingeredet wird: „Das kannst du nicht“ oder die sich das selber vorsagen. Und dieses Bilderbuch animiert durch die Geschichte des offenbar sehr jungen Kindes Mina alle, die es lesen oder vorgelesen bekommen, sich mit Stift und Pinsel eigene fantasievolle Bild-Geschichten auszudenken.
In diesem Buch spielen neben Katzen natürlich – wie der Titel besagt – Eulen eine große Rolle – und die scheinen von Mina erschaffen, dann doch auf den Seiten die sie gestaltet ein Eigenleben zu entwickeln. Wie das recht oft auch bei Schriftsteller:innen und Illustrator:innen vorkommt, wenn diese ihren Figuren Freiraum für ihre Entwicklung geben.
Volkshalle im Wiener Rathaus, ein Ort für viel Veranstaltungen – nicht selten auch „nur“ Back-Stage für Künstler:innen, die ihre Auftritte auf der Bühne im gleich angrenzenden Arkadenhof haben. In den Sommerferien – meist in der vorletzten Woche gegen Ende August – gehört die Halle und der Hof Kindern für ihre eigene Stadt. Bei „Rein ins Rathaus“ üben sie alle Jobs aus, verdienen dabei Holli Cent, die hier gültige Währung, wählen täglich ihre eigene Regierung, stimmen über Gesetzesvorschläge ab – UND produzieren ihre eigenen Medien – vom Stadt-TV bis zur Tageszeitung.
Und hier schließt sich der Bogen zu einem Event knapp vor den Osterferien. Da gehörte ein Gutteil dieser Halle mehr als 200 Oberstufen-Schüler:innen aus dem privaten Gymnasium Sacre Coeur (Wien-Landstraße), in ihrer Funktion als Teilnehmer:innen der campus.a-Journalismus-Akademie.
campus a – sicher nicht ganz zufällig Namens-Ähnlichkeit mit der Edition, die ebenfalls „nur“ den ersten Buchstaben unseres Alphabets trägt – will einerseits Plattform für seriöse journalistische Beiträge sein; inspiriert vom legendären, jahrzehntelangen Journalisten Hugo Portisch (1929 – 2021). Und andererseits sollen über die genannte Akademie Jugendliche in Schulen Zugang zu diesem mittlerweile heftig umkämpften Gebiet gewinnen können.
Der aktuelle US-Präsident schleuderte schon in seiner ersten Amtszeit seriösen Medien wie CNN und anderen immer wieder „Fake News“ an den Kopf, sperrt nun in seiner neuen Machthaberschaft ernsthafte Medien aus seinen Medienterminen aus. Gleichzeitig geben sich (parteipolitische) eindeutige Propaganda-Kanäle als journalistische Medien aus, wollen dafür einschlägige Förderung, ein Politiker bezeichnete kürzlich ein österreichisches Qualitätsmedium als Sch… blatt verbunden mit der Drohung, die Medienförderung dafür einzustellen, wenn seine Partei an der Macht ist.
Fakten-Check, sorgfältiges Recherchieren, Fairness, Respekt, Wahrheit, sozusagen Fakten statt Fake, Trennung von Bericht und Kommentar… – das will die Akademie Schüler:innen vermitteln – durch professionelle Journalist:innen. Etwas, das übrigens auch die in mehreren U-Ländern arbeitende Initiative Lie Detectors mit Kurz-Workshops von Journalist:innen in möglichst vielen Schulen oder die ebenfalls EU-vernetzte Initiative Safer Internet, der Fake-Hunters-Tour des ISTA (Institute of Science and Technology Austria, Exzellenz-Uni Klosterneuburg) und nicht zuletzt die Demokratie-Werkstatt des Parlaments seit vielen Jahren machen.
Die campus a Akademie ist derzeit in sieben Schulen Wiens, Nieder- und Oberösterreichs am Werk. Mit der Veranstaltung in der Volkshalle des Wiener Rathauses war nicht nur die Präsentation in einer größeren Öffentlichkeit verbunden, sondern auch eine Praxis-Lecture. ORF-Redakteurin Ambra Schuster, die Nachrichten und Themen auf TikTok für diesen Kanal artgerecht aufbereitet und damit jüngere Menschen mit seriösen Infos dort versorgt, wo sie „zu Hause“ sind, stellte sich – moderiert von campus a-Chefredakteurin Lara Wagner – Fragen von Schüler:inne. Anschließend gab sie Praxisbeispiele für gelungene Interviews mit drei der Jugendlichen, die sich gemeldet hatten. Auf der Bühne fanden nicht nur die Live-Interviews statt, sondern wurden auch die Vorgespräche dafür öffentlich – weil die überwiegende Mehrheit der Anwesenden das so wollte – für alle hör- und sichtbar.
So war zu erfahren, dass der 17-jährige Leonhard gerne Sport betreibt, am allerliebsten Schach. Die Schule hat bei ihm „nicht so einen hohen Stellenwert“. In jenen Fächern, die ihn interessieren, sei er super gut, in die anderen stecke er ein bisschen Arbeit rein.
Seinen Bruder (14) und ihn „unterscheide sehr viel, er ist sehr gut in Programmieren und Sprachen“.
Leila (17) brennt leidenschaftlich für Naturwissenschaften, vor allem Physik und Astronomie, beschäftigt sich aber auch viel mit Kunst, malt und schreibt. Seit gut zehn Jahre wisse sie, dass sie erst Physik im Bachelor studieren wolle, um ein Masterstudium in Astronomie anzuschließen. Am liebsten würde sie danach in die Forschung gehen.
Derzeit aber zentriere sich alles um die Schule, „ich bin in der 8. Klasse und maturiere. Es geht nicht nur ums Durchkommen, sondern um gute Noten“.
Sie haben ein großes Zuhause – „mit neun Geschwistern und Eltern und wir verstehen uns alle sehr gut“.
Mit Elena hatte sich auch eine deutlich Jüngere für die Live-Interviews auf der Bühne gemeldet. Sie betreibe gerne Sport, ist an Sprachen interessiert – Englisch, Deutsch, Spanisch und schreibt gerne eigene Texte.
Im Gegensatz zu den beiden Mitschüler:innen davor ist sie Einzelkind, „auch sonst hab ich nicht wirklich eine große Familie“ Sie lebt „mit Eltern und einer Katze in einer Wohnung“.
Viele Lob„lieder“ auf Momente – in Bild und konzentrierten gedichtartigen Zeilen – das beinhaltet das Büchlein „Today, Tomorrow, Everywhere“ (Heute, morgen, überall) von Xi Zhao, einer 33-jährigen Wiener Künstlerin. Es handelt sich um ihre erste Buch-Veröffentlichung – siehe Info-Box. Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… trifft die Malerin und Dichterin im Innenhof eines Cafés in Wien-Neubau. Neben dem Interview zeichnet und malt Xi Zhao später noch ein Bild und lässt sich dabei fotografieren.
In ihrem Buch verbindet sie gemalte Bilder mit wenigen, kurzen, präzisen Zeilen – der Großteil auf Englisch, gegen Ende auch einige Seiten auf Deutsch. Immer geht es um Momente, die sie festhält – und gleichzeitig in den Texten wieder loslässt, um sie mit ihren Leser:innen zu teilen. Ob es um den Geruch des Meeres, den Anblick von wilden Blumen, die Gedanken beim Schauen in den Sternenhimmel oder solche geht, in denen sich ein Kätzchen an die Schulter einer älteren Frau kuschelt… stets sind es Augenblicke des Glücks – mitunter auch solche, die „nur“ sehnsüchtig erwartet werden.
Für solche spricht sie gleich, bevor das Buch startet, ein dreifaches „Thank you“ (danke) aus – für Liebe, die sie empfangen hat und die sie weitergeben durfte / darf. Als Letzteres versteht sich ihr nicht ganz 60-seitiges Büchlein.
Die dreisprachige Künstlerin kann von ihrer Leidenschaft und Kunst noch lange nicht leben. Bis vor kurzem hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin eines Verlages und Unternehmens Datenerhebung – auf Deutsch und Englisch – als Brotberuf erledigt. Wie sie am Randes des Interviews beim Malen und Zeichnen gleich unter Beweis stellt, greift sie zu verschiedensten Farben: Buntstifte, Öl- und Wachskreiden, Pinselstiften und Gouache (auf den ersten Blick erinnern diese an Wasserfarben, bestehen aber aus vermahlenen Farbpigmenten plus Kreide und als Bindemittel Gummi arabicum) sowie sehr selten auch Acrylfarben.
„Zeichnen war – wie bei den vielen Kindern, aber viel länger – meine absolute Lieblingsaktivität als Kind – Ölkreiden, Filzstifte … in der Schule habe ich immer auch in den Pausen gezeichnet und gemalt. Nach der Oberstufe nicht mehr so sehr, aber im letzten Uni-Jahr (kein Kunststudium) habe ich wieder begonnen und sogar einen Kurs in Farbtheorie gemacht, der auch sehr praktisch angelegt war.“
Xi Zhao wurde in Ungarn geboren, „aber Ungarisch kann ich nicht, weil ich dann schon als sehr kleines Kind nach China (in der Provinz Shandong) gekommen bin und dort auch noch in die Vorschule und die erste Klasse gegangen bin. Von da an, so ab 7 Jahren, war ich dann in Wien, wo meine Eltern ein Geschäft in der Westbahnstraße eröffnet haben.“
In Wien besuchte sie dann noch einmal die erste Klasse Volksschule, „weil ich noch nicht Deutsch konnte. Es war halt ein bisschen komisch für mich, weil ich schon ein Jahr älter war als meine Mitschülerinnen und -schüler. Von Mehrstufenklassen wussten meine Eltern leider nichts.“
Während sie sich in der Volksschule, wie sie erzählt, „sehr wohl gefühlt“ habe, sei es in den weiterführenden Schulen – zuerst Boerhaavegasse und dann Parhammerplatz – weniger gut gelaufen. Und das bezog sich nicht aus Lernen und den Schulerfolg. „Die Stimmung zwischen mir und den Mitschüler:innen war ein bisschen sehr kühl, besser befreundet war ich in der zweiten Schule, wo der Unterricht besser war, vor allem mit anderen asiatischen Mitschüler:innen. Obwohl eine beste österreichische Freundin hatte auch auch in meiner Klasse.“
Nach der Matura „wusste ich nicht, was ich studieren soll. Ich wollte etwas Geisteswissenschaftliches, meine Mutter meinte, ich solle eher etwas wählen das bessere Job-Chancen verspricht und empfahl mir Betriebswirtschaft. So studierte ich in Massachusetts (USA) International Affairs (internationale Beziehungen). Schon in der Oberstufe hatte Xi Zhao ein Austauschjahr in den USA eine High School in Iowa besucht.
Nach dem Studium begann Xi Zhao zunächst in Wien zu arbeiten, dann in Shanghai und schließlich wieder in Wien. Und dann startete sie 2020 – und damit großteils über distance Learning in den Pandemie-Lockdowns – ein Masterstudium in Portugal. In Präsenzphasen in Lissabon aber hat sie parallel zum Studium einen Zeichenkurs besucht, „das hat mir großen Spaß gemacht und mich ziemlich entspannt“.
In den Lockdown-Phasen „hab ich erst wieder so richtig zu zeichnen und malen begonnen. Ich war verwirrt, dass so etwas wie diese Pandemie passieren konnte, hab viel nachgedacht und auch gegrübelt, was ich mit meiner Zeit machen könnte. Dann ist mir eingefallen, dass ich ja gerne zeichne und male und mir das große Freude bereitet. So bin ich auf die Idee gekommen, das könnte vielleicht anderen auch Freude machen und so habe ich angefangen, Freundinnen und Freunde zu zeichnen und ihnen die Bilder zu schicken.“
Außerdem klinkte sich Xi Zhao in Instagram-Drawing-Challenges ein. Teilnehmer:innen posteten nicht nur Gezeichnetes, sondern kommentierten auch die Online gestellten Bilder. Irgendwann erfuhr sie dann von der großen Self-Publishing-Community über Story.one und so startete die leidenschaftliche Malerin und Zeichnerin auch auch Texte zu den Bildern einfallen zu lassen. Manchmal schießen ihr aber auch zuerst Textzeilen in den Kopf und es „tauchen dann Gefühle auf, wie ich welche Bilder und Texte zusammenfädeln kann“.
Ursprünglich wollte sie – zumindest einige – Texte auch in chinesischen Schriftzeichen veröffentlichen; Xi Zhao hat in der Schulzeit auch die chinesische Schule am Wochenende besucht, um ihre Sprache und nicht zuletzt Schreiben und Lesen gut zu erlernen. „Doch der Versuch, Text in diesen Schriftzeichen hochzuladen, scheiterte – so hab ich fast alles auf Englisch geschrieben. Stimmungen, die eher meinen Erfahrungen in Wien entsprochen haben, dort bin ich zu Deutsch ge-switcht.“
Die letzten beiden Seiten sind sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch – und setzen den Titel des Buches – fort; wie, das sei natürlich hier nicht verraten.
Adam (5), Dior (4) und Deni (11) sind die allerersten, die das kreative Kinderprogramm bei den diesjährigen Afrika-Tagen auf der Wiener Donauinsel in Anspruch nehmen. Knapp nachdem die Zugänge zum Jubiläums-Festival – heuer zum 20. Mal – geöffnet sind, beginnen sie mit den beiden Betreuer:innen der Kinderfreunde zu basteln.
Der Fünfjährige füllt vorsichtig Reiskörner in eine – unten natürlich zugeklebte – Kartonröhre zu füllen. Und upcycelt damit das Innere einer Klopapierrollen zu einem Musikinstrument.
Einer seiner Kumpels überzieht eine leere runde Konservendose mit einem zerschnittenen Luftballon – was die wohl einfachste Form einer Trommel wird. Der andere bemalt das Innere und Äußere eines metallenen Deckels, der einmal Gläser verschlossen hat. Als die Farbe trocken ist, spannt er Gummiringerl über den Deckel und befestigt mit Heißklebepistole bemalte Holzspateln auf die Deckel-Außenseite und die dort befindlichen Gummiringerln. Die Innenseite des Deckels ist somit die kleinste, leichteste Gitarre.
Während Farbe trocknet, begeben sich die drei zu einem anderen Tisch, um Memory und anderes zu spielen. Der Jüngste malt dazwischen noch eine papierene Maske an, seine Mutter schneidet Löcher hinein – dort wo die Augen sind, sodass ihr Sohn auch durchschauen kann.
In der Zwischenzeit kommen immer wieder Familien, um zu fragen, wo das Erzähl-Zelt ist. Das befindet sich gleich nebenan. Aber da der Autor und Erzähler eine weite Anreise – aus Linz – hat, öffnet es „aber nur am ersten Tag“ erst ein bissl später 😉
Dafür entschädigt Patrick Addai mit seiner ziemlich unnachahmlichen Art damit, dass er aus seinen Büchern nicht vorliest, sondern über Mimik, Gestik und mit dem ganzen Körper die Hauptfiguren, meist Tiere, richtiggehend lebendig werden lässt. Dazwischen trommelt er, reißt das Publikum zum Aufstehen und mittanzen oder zumindest im Sitzen zum mitfliegen – mit den Armen zu Adlerschwingen erhoben, wenn es um die Geschichte geht, dass ein Adler immer – im Herzen – ein Adler bleibt, auch wenn er im Hühnerhof landet.
Aus seinem jüngsten Buch „Sprich mit mir, Esel“ erzählt er auch noch eine Geschichte – Besprechung des Buches am Ende dieses Beitrages verlinkt.
Die Afrika-Tage bieten natürlich weit mehr als das Kinderprogramm – übrigens in der Nähe der Hauptbühne. Und auf dieser treten Abend für Abend musikalische Größen auf von Mamadou Diabate über Mjalisuso & Karo, Elvis Zjma & the Skypeace Band bis zu Oluchukwu Akusinana.
Und natürlich gibt es Kunsthandwerk bzw. Gewand aus den verschiedensten Ländern und Regionen Afrikas, Kulinarisches sowieso – und natürlich wollen die Afrika-Tage zwanglos und sehr sinnlich Vorurteile abbauen, friedliches Zusammenleben, Toleranz und Respekt (vor-)leben.
Zu einer Buchbesprechung des in der Passage übers Erzählzelt erwähnten Eselbuches geht es hier unten
Konzentriert sitzen sie an einem der Tische in einem großzügigen Raum der Universität für Angewandte Kunst. Geduldig falten Ella und Moira Seiten alter Bücher. Spitze Formen teils mit wegstehenden Eckerln. Nach und nach ergeben sich Bögen, Hügel. Moira dreht ihre bisher gefalteten Seiten in Richtung der Kamera von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… „Vorne bastle ich dann noch was dran, so dass das Ganze ausschaut wie ein Fuchs“, verrät sie schon vorab dem Journalisten.
Die beiden und noch weitere, die aus alten Büchern solche Skulpturen bauen, gestehen: „Viel Geduld brauch es schon.“ Ella ergänzt aber gleich: „Es macht aber auch Spaß, das ist schon mein drittes Buch, bei dem ich die Seiten falte.“
„Buch-Tag“ ist eine der knapp mehr als140 Lehrveranstaltungen der Kinderuni Kunst (Wien und Niederösterreich) mit insgesamt mehr als 2000 Plätzen für kreativ-hungrige Jung- und Jüngst-Studierenden. Und selbst bei diesem Workshop (Leitung: Claudia-Eva Dorfer) steht mehr auf dem Programm als der geschilderte Bau papierener Skulpturen. In einer anderen Ecke des Raumes köchelt Gießseife in Töpfen auf Herdplatten. Getrocknete Blütenblätter, flüssige Farben und Düfte und kleine Seifen in Schmetterlings-, Dino und anderen Formen entstehen – allesamt fast zu schön, um sich später einmal damit zu waschen.
Wieder andere Kinder – oder solche, die ihre Tätigkeit nun wechseln – verzieren hölzerne Schächtelchen mit bunten Steinchen. Beni und Mehmet basteln aus buntem Papier Fische, die sie an dünne Holzstäbe kleben. „Das sind fliegende Fische. Solche gibt es wirklich!“ Einer schaut aus wie ein Hai. „Die sind gar nicht so böse wie viele sagen“, weiß Benni, der auch drauflos sprudelt, „dass Kraken neun Hirne und drei Herzen haben, das hab ich bei einem Ausflug mit der Schule zum Kinder Literatur Festival gelernt“. (Buchreihe von Michael Stavarič und Michèle Ganser „Faszination Kraken und ebenso Quallen bzw. Hai – als nächstes kommen Wale.) Mehmet „fand die Idee cool, so etwas zu basteln, das ist einmal etwas ganz anderes!“
Anna, Leni, Anouk, Leonie und Leon malen jede und jeder einen hohen Turm auf ihre Zeichenblätter und Mädchen mit langen Haaren. Genau, die Gefängnisse von Rapunzel. „Weil es am leichtesten war, dieses Märchen zu zeichnen“, tönt es dem Reporter aus der Runde entgegen, „aber schon auch spannend“. Kurzfristig sind fast alle der fünf Zeichnerinnen aus dem Kurs „Meine Träume & Märchen ganz bunt“ (Leitung: Margit Pflaum) abgelenkt und tummeln sich auf dem Boden, wo Mina, die weiße kuschelige Hündin der Kinderuni Kunst-Leiterin Silke Vollenhofer, sich auf den Rücken legt, um sich streicheln zu lassen.
Davon lassen sich Florian, Benedikt, Marcel und William gar nicht aus dem Konzept bringen. „Wir malen Bilder zum Märchen Die drei kleinen Schweinchen (aus England, u.a. von Joseph Jacobs veröffentlicht). Aber bei uns malt jeder ein anderes Bild – Häuser, Hintergrund, Vordergrund, die laufenden Schweinchen“, erfährt KiJuKU.at
Auf die Frage, ob das leicht war, sich darauf zu einigen, wer was macht, meint William verschmitzt: „Naja ein bissi Streit gab’s schon, vor allem weil nie alle zugehört haben, als es darum gegangen ist.“
Anatol, Leo und Mila zeigen dem Journalisten Boote aus Styrodur und Holz – und sie lassen sie auch in einem der zwei schmalen mit Wasser gefüllten metallenen Kanäle schwimmen. Mila bläst ihren „Motor“, einen Luftballon auf, setzt den Kahn aufs Wasser und der Rückstoß der ins Wasser ausströmenden Luft treibt das Boot voran. Das Trio führt auch noch Boote mit anderem Antrieb vor: ein hölzernes Brettchen zwischen einem Gummiringerl eingeklemmt, drehen sie mehrfach um die Achse, sodass der Gummi eingezwirbelt wird. Halten, aufs Wasser setzen und das Brettchen dreht sich und das Gummiringerl aus, und bringt so das Boot voran. „Does ist sail?“ nannte sich diese Lehrveranstaltung der Kinderuni Kunst im Fachbereich Architektur (von Bence Pap geleitet).
Ein besonderes Boot führte Greta vor. „Das hat auch einen Motor, kann aber auch segeln!“, kündigt sie an. Nachdem der Brettchen-Antrieb ausgedreht ist, greift sie zu einem Fächer und erzeugt Wind, so dass die vielen kleinen Segel nun das Boot voranbringen – sogar bis ins Ziel am Endes des schmalen Kanals. „Das Boot heißt Gremal – aus unseren Namen Greta, Meryem und Alma. Wir haben das gemeinsam gebaut, aber die anderen zwei sind heute nicht mehr da.“
Das in diesem Abschnitt eingangs genannte Geschwister-Trio erzählt noch vom Beginn des Bootsbaus: „Am Anfang haben wir es uns nur schwer vorstellen können, wie das funktionieren soll. Aber es gab eine gute Präsentation der verschiedenen Schritte, dann haben wir Boote gezeichnet und in Gruppen daran gearbeitet.“
Im 5. Stock in einer Art unfreiwilligen Sauna sitzen die Kinderuni Kunst-Studierenden vor großen Computer-Monitoren und programmieren Spiele mit dem bausteinartigen vielen Kindern bekannten Werkzeug Scratch. Pina hat schon ewig lange, umfangreiche Codes. „Mein Dino ist auf Schatzsuche durch verschiedene Welten – Wüste, Felsen… und er muss dazwischen auch Futter fangen.“ Ein relativ großer roter Apfel ist schon fast in seinem Maul.
Auf dem Computer nebenan gestalten in „Kunst mit Code“ (Leitung: Andrea Ida Malkah Klaura, und Birgit Hertel) Sebi und Antonia Figuren – einen Bären mit spitzen, dünnen, pinken Zehennägeln, ein Huhn mit Gucci-Tasche, aufgespritzten Lippen, eine zauberhafte Fee mit High Heels. Ob sie später Teil eines Computerspiels werden, lassen sie noch offen.
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