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Unicef-Foto aus dem Südsudan klarerweise nciht von der bevorstehenden Katastrophe, Kind steht voll angezogen im Wasser und versucht mit einem Kanister Wasser zu schöpfen
Unicef-Foto aus dem Südsudan klarerweise nciht von der bevorstehenden Katastrophe, Kind steht voll angezogen im Wasser und versucht mit einem Kanister Wasser zu schöpfen
04.09.2026

Stärkster El Niño bedroht mehr als zwei Drittel der Kinder im östlichen und südlichen Afrika

UNICEF ruft zu dringendem Handeln auf, um Kinder vor einer vorhersehbaren Krise der Folgen des Wetterphänomens zu schützen.

Mehr als 162 Millionen Kinder und damit mehr als zwei Drittel aller Kinder im östlichen und südlichen Afrika, leben in Gebieten, die den Auswirkungen des sich verstärkenden, den meisten Prognosen zufolge bisher stärksten El-Niño-Phänomens 2026/2027 ausgesetzt sind. Davor warnte UNICEF dieser Tage. Zunehmende Dürren, extreme Hitze und Überschwemmungen bedrohen die Ernährung und Gesundheit von Kindern, ihren Zugang zu sicherem Wasser und Sanitärversorgung, ihre Bildung sowie ihren Schutz. Die Prognosen eröffnen ein enges, aber entscheidendes Zeitfenster, um zu handeln, bevor die schwerwiegendsten Folgen eintreten.

„Die Bedrohung durch El Niño wächst, und die Risiken für Kinder sind bereits deutlich erkennbar“, sagte Etleva Kadilli, UNICEF-Regionaldirektorin für das östliche und südliche Afrika. „In der gesamten Region sind Kinder mit Ernährungs- und Wasserunsicherheit, überlasteten Gesundheitssystemen und unterbrochenem Unterricht konfrontiert. Darüber hinaus werden schwere klimabedingte Schocks Kinder und die Systeme, auf die sie angewiesen sind, voraussichtlich an ihre Belastungsgrenzen bringen.“

Regionale Folgen

UNICEF-Bewertungen weisen auf dringende und sich überschneidende Risiken für Kinder in Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Somalia, Südsudan, Sudan, Uganda, Sambia und Simbabwe hin.

So könnten in Somalia im schwerwiegendsten Szenario bis zu 2,5 Millionen Menschen direkt von Überschwemmungen betroffen sein. Dies würde Vertreibungen verursachen und den Zugang von Kindern zu Nahrung, Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und Bildung beeinträchtigen.

In Äthiopien werden voraussichtlich Zehntausende Kinder betroffen sein, insbesondere in Gebieten, die bereits von schwerer Ernährungsunsicherheit und hoher Verwundbarkeit geprägt sind.

Im Südsudan drohen Dürre, extreme Hitze und lokale Überschwemmungen die Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung zu verschärfen, Krankheitsausbrüche zu verstärken sowie das Risiko von Hungersnöten und großflächigen Vertreibungen weiter zu erhöhen.

Schematische Darstellung der El-Niño-Wetterlage
Schematische Darstellung der El-Niño-Wetterlage

Kaum vorsorgende Hilfe

Dennoch steht derzeit weniger als ein Prozent der internationalen humanitären Hilfe für vorausschauendes Handeln zur Verfügung, obwohl genau dies entscheidend ist, um Leben zu retten, den humanitären Bedarf zu verringern und hart erkämpfte Entwicklungsfortschritte zu schützen. UNICEF ruft daher zu dringenden Investitionen auf, um kritische Lücken in der Hilfe für Kinder zu schließen, bevor die Auswirkungen ihren Höhepunkt erreichen:

  • Ausbau von Ernährungsdiensten: Lebensrettende Hilfsgüter im Voraus bereitstellen sowie Früherkennung, Screening und Behandlung ausweiten.
  • Unterstützung von Gesundheits- und WASH-Systemen: Krankheitsüberwachung stärken, lebenswichtige Impfkampagnen und Gesundheitsdienste ausbauen sowie den Zugang zu sicherem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sichern.
  • Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen: Schulinfrastruktur stärken und sichere alternative Lernorte vorbereiten, bevor es zu Unterbrechungen kommt.
  • Kinder vor Gewalt und Ausbeutung schützen: Psychosoziale Unterstützung, Familienzusammenführung sowie Maßnahmen zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt ausbauen.
  • Schockreaktive soziale Sicherungssysteme stärken: Frühwarnsysteme mit vorausschauenden Bargeldhilfen und anderen sozialen Schutzmaßnahmen verknüpfen und gleichzeitig die Kapazitäten staatlich geführter Systeme stärken, um auf zukünftige Krisen reagieren zu können.

Raschest, eigentlich sofort!

UNICEF benötigt dringend 173 Millionen US-Dollar im Rahmen seines bestehenden Programms Humanitarian Action for Children (HAC) 2026, um Kinder und Familien in 13 Schwerpunktländern mit vorausschauender und lebensrettender Hilfe zu erreichen. Frühzeitige und flexible Finanzierungen sind jetzt entscheidend, bevor sich die Auswirkungen von El Niño weiter verschärfen.

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Das Handeln auf Grundlage von Prognosen – bevor Bilder einer Krise sichtbar werden – schützt Kinder und bietet einen erheblichen Mehrwert: Jeder US-Dollar, der in die Verringerung von Katastrophenrisiken investiert wird, kann bis zu 15 US-Dollar an künftigen Wiederaufbaukosten einsparen.

„Wir wissen, was auf uns zukommt, welche Kinder am stärksten gefährdet sind und wie wir sie schützen können“, so Kadilli weiter. „Die Frage ist, ob die Welt jetzt handelt oder wartet, bis sich die Krise verschärft und Kinder einen noch höheren Preis zahlen.“

Prognostizierte Temperatur- und Niederschlagsanomalien für den Zeitraum August bis Oktober 2026 nach Copernicus Climate Change Service
Prognostizierte Temperatur- und Niederschlagsanomalien für den Zeitraum August bis Oktober 2026 nach Copernicus Climate Change Service

Hintergrund

El Niño (spanisch für „der Junge, das Kind“) werden ungewöhnliche Meeresströmungen im ozeanografisch-meteorologischen System des Pazifiks rund um den Äquator genannt, heißt es auf wikipedia – von wo die folgenden Infor kopiert sind: Das Phänomen tritt unregelmäßig, durchschnittlich alle vier Jahre, auf. Der Name ist von „El Niño de Navidad“ abgeleitet und bezieht sich auf das neugeborene Jesuskind, dessen Geburt zu Weihnachten, also dem Zeitpunkt des Auftretens des Wetterphänomens, gefeiert wird. Er stammt von peruanischen Fischern, die den Effekt aufgrund der dadurch ausbleibenden Fischschwärme wirtschaftlich zu spüren bekommen.

Zur Weihnachtszeit beträgt die normale Wassertemperatur im Pazifik vor Indonesien 28 °C, die vor der Küste Perus dagegen nur 24 °C. Durch die Passatwinde kommt es vor Peru zum Auftrieb von kühlem Wasser aus den Tiefen des Ozeans. Dieser Auftrieb ist Teil des Humboldtstroms vor der Küste Südamerikas. Bei El Niño kommt es zu einem geringeren Auftrieb durch die schwächeren Passatwinde und somit wird der kalte Humboldtstrom allmählich schwächer und kommt zum Erliegen. Das Oberflächenwasser vor der Küste Perus erwärmt sich so sehr, dass die obere Wasserschicht nicht mehr mit dem kühlen und nährstoffreichen Tiefenwasser durchmischt wird. Deshalb kommt es zum Absterben des Planktons, was wiederum zum Zusammenbruch ganzer Nahrungsketten führt. Außerdem führen die größeren Mengen verdunstenden Wassers vor der südamerikanischen Pazifikküste zu sehr starken Regenfällen an der Westseite der Anden, was zu Hangrutschungen und Überschwemmungen der Abflussgewässer führt, wodurch auch Siedlungen betroffen sind.

Fernwirkungen

Auf drei Vierteln der Erde werden die Wettermuster beeinflusst. Auf den Galápagos-Inseln und an der südamerikanischen Küste kommt es zu starken Regenfällen. Diese führen zu Überschwemmungen entlang der westlichen Küste Südamerikas. Selbst an der nordamerikanischen Westküste kommt es zu Überschwemmungen.

Der Regenwald im Amazonasgebiet leidet dagegen unter Trockenheit. Vor Mexiko können gewaltige Wirbelstürme entstehen, die enorme Schäden anrichten. In Südostasien und Australien kommt es durch den fehlenden Regen zu Buschfeuern und riesigen Waldbränden. Während es in Ostafrika in Ländern wie Kenia und Tansania mehr Regen gibt, ist es in Sambia, Simbabwe, Mosambik und Botswana (südliches Afrika) deutlich trockener.

2026

Im Mai 2026 wurde mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 % prognostiziert, dass El Niño in den Monaten Mai bis Juli beginnen und mindestens bis Ende des Jahres andauern würde. Dabei wird El Niño möglicherweise sehr stark ausgeprägt sein. Am 11. Juni 2026 erklärte die National Oceanic and Atmospheric Administration, dass die Merkmale eines El Niño vorliegen, und schätzte die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Super El Niño auf 67 % (aus Wikipedia).

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