Kurze, intensive, vielfältige Reise mit Musik, Tanz, Geräuschen und gereimten Texten im Wiener WuK, für (sehr) junges Publikum.
Leuchtende Seile, von der Decke hängende durchsichtige Boxen, die mit Wasser gefüllt sind. Irgendwo lehnt ein Cello. Und im Hintergrund schwebt ein kuschelig-wolliges Ding an und um Metallstäbe, ein seltsamer Satellit? Oder sollte es vielleicht ein „Irgendwas“ sein? Immerhin ist das kürzest beschrieben die Bühne (Ausstattung: Sophie Baumgartner) des aktuellen Stücks „Heut geh‘n wir nach Irgendwo“ von „Fuori – Verein für performative Kunst“ in der WuK-Kinderkultur.
Dann düst Johanna Nielson auf einem Hoverboard mit leuchtend-blinkenden Rädern in blauem Gewand zwischen all den genannten und noch weiteren Objekten hin und her, kreuz und quer. Und wird von mindestens einem der jungen und jüngsten Kinder im Publikum (ab 3 Jahren) – bei der Premiere – mit „Schummler, du bist gar kein echter Geist!“ kommentiert.
Sie verschwindet auch bald wieder hinter dem Vorhang, um ihren Kolleginnen Barbara Riccabona und Sophia Goidinger-Koch in orangefarbenen Kostümen Platz zu machen; sie selbst taucht mit einem gleichen Kostüm wieder auf – und wird zur Erzählerin der Story. Die beiden anderen verwandeln sich in zwei Putzergarnelen, die wortspielerisch Garry und Nele heißen – Text(-entwicklung): Lena Raubaum).
Die Garnelen spielen Geige und Cello, erzeugen auf ihren Instrumenten, aber auch auf und mit allen möglichen Materialien von denen so manche an Putztücher, -schwämme usw. erinnern, Geräusche, wiegen sich im Rhythmus von Meereswellen, schwimmen zu Korallen – oder wortspielerisch Chor-allen?
Vor allem aber diskutieren sie über Neles Wunsch, einmal ihr Zuhause zu verlassen und nach irgendwo zu schwimmen. Was Garry nicht so mag. Ein Streit, der mitunter intensiv, aber immer höchst friedlich – mit Worten, Musik, Geräuschen (unter anderem Wasserblubbern über Taucher-Schnorchel) und Bewegung – ausgetragen wird. Samt Bemerkungen, dass die / der andere „nervt“.
Die Story erinnert entfernt ein wenig an Janoschs Tieger und Bär in „Oh, wie schön ist Panama“, die erst reisen und dann ihr Heim neu und spannend entdecken.
Ein Krake und eine Schildkröte tauchen auch auf. Erster, achtarmig, erzählt von 880 gesehenen wundervollen Orten, hätten natürlich auch 888 sein können 😉 Und Zweitere gibt, bedächtig und seeeehr laaaaangsam „beieieieieiden reeeeecht“.
Wie die rund ¾-stündige Geschichte (Regie & Choreografie: Christina Rauchbauer) „ausschwimmt“? Nein, hier wird nicht gespoilert.
Verraten sie aber schon einer der – durchgängig gereimten – Sätze:
„Irgendwann war schon mal irgendwer da,
der irgendwie irgendwo schon einmal war!“
Könnte ein Allgemeinplatz in einer nichts-sagenden Rede sein. Oder zentraler Punkt, um den sich eine ziemlich offene Fantasiegeschichte dreht. Die animiert – wie die Premiere nicht nur an dem einen zitierten Kind zeigt – das junge Publikum immer wieder unwillkürlich zu Reaktionen. Nur bei einem Ohrwurm-Song über die vier ständigen Aufgaben der Putzergarnelen werden sie auch direkt eingeladen, mitzusingen: Essen, putzen, filtern, ruh’n!
„Fuori – Verein für performative Kunst“ in Kooperation mit WuK Kinderkultur
Performance mit Neuer Musik
Ab 3 Jahren; ¾ Stunde
Regie & Choreografie: Christina Rauchbauer
Text & Textentwicklung: Lena Raubaum
Komposition, Performance & Stückentwicklung: Sophia Goidinger-Koch (Geige), Barbara Riccabona (Cello)
Performance & Stückentwicklung: Johanna Nielson
Ausstattung: Sophie Baumgartner
Produktion: Laura Brechmann
Lichtdesign: Nina Ortner
Bis 10. Mai 2026
WuK: 1090, Währinger Straße 59
wuk –> heut-gehn-wir-nach-irgendwo
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