Erstes Gesetz der Kinderstadt 2026 im Wiener Rathaus: Statt einer halben, eine Viertelstunde Mindestarbeitszeit mit damit doppeltem Lohn.
Die Schlange von der Mitte des Arkadenhofes im Wiener Rathaus reichte bis zum Ein-/Ausgang in der Lichtenfelsgasse. Manche der Kinder waren mit – elterlichem – Anhang schon gut eine Stunde vor der Eröffnung von Wienopolis, wie die Kinderstadt seit dem Vorjahr heißt, da. Viele kannten sich schon ziemlich gut aus.
So schilderten die beiden 9-jährigen Sofia und Ronja: „Wir haben uns schon eine Liste gemacht, was wir alles arbeiten wollen. Zuerst wollen wir zum Obststand, später aber auch vielleicht zur Zeitung.“
Die Willkommens-Zeitung mit Stadtplan und allen wichtigen Neuerungen und Infos sowie der Verfassung studierten beim Warten Antonia (9) und Elja (10) und verraten: „Zuerst wollen wir drei Tage viel verdienen, möglichst bei guten Jobs – vielleicht auch beim Arbeitsamt selbst.“
Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… (davor Kinder-KURIER und das seinerzeitige Kindermagazin der Stadt Wien) übrigens seit es die Kinderstadt gibt, betreuende Station der Tageszeitung wollte natürlich wissen, was für die beiden „gute Jobs“ sind. „Solche, wo man auch Spaß an der Arbeit hat“, so die beiden.
Nicht ganz so lange, aber auch nicht ohne waren natürlich wie sehr oft die Schlangen beim Arbeitsamt, um einen Job zu ergattern. Und damit möglichst viele Arbeitsplätze schnell auch wieder frei werden, beschloss die Bürger:innen-Versammlung auf Vorschlag der am Montag noch amtierenden Regierung, die am letzten Tag des Vorjahres gewählt worden war, ein neues Gesetz: Mindestarbeitszeit ist nun ¼ und nicht wie zuvor ½ Stunde – übrigens bei gleichem Lohn – 3 Holli Cent brutto, minus ein 1-HoCe-Geldschein Steuer, also 2 Holli Cent netto.
Manchen Bürger:innen war auch das zu wenig, andere fürchteten hingegen, dass dann die Preise – ob in Gasthaus oder Shop steigen könnten. Die nächsten Tage werden es zeigen.
Gewählt wurde natürlich auch – wie immer in der Wiener Kinderstadt täglich. Bürgermeisterin wurde Rhoda, die unter anderem eine zweite Warteschlange beim Arbeitsamt in ihrem Wahlprogramm hatte. Und – im Gegensatz zu anderen Kandidat:innen wenig Geld in Werbeplakate investiert hatte.
Kinderstadt im Wiener Rathaus, Volkshalle und Arkadenhof
im Rahmen des wienXtra Ferienspiels
24. bis 28. August 2026
10 bis 17 Uhr
Gratis, ohne Vor-Anmeldung
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