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Leo und sein "Endlos"-Würfel
Leo und sein "Endlos"-Würfel
05.09.2026

„Endlos“-Würfel, „Schleimwürmer“ – Reinspringen in Wissenschaft und Forschung

Lokalaugenschein bei Ferien-Workshops für Kinder und Pädagog:innen im Science Poll (Wien-Simmering).

Reinspringen, eintauchen – und Pool – Wortkombinationen, die besonders in diesem heißen Sommer allein schon Bilder im Kopf von Abkühlung erzeugen. Auch wenn solche dann in den Räumen dieses Hauses in der Simmeringer Hauffgasse (Wien) an deren Fassade sie groß stehen, nicht mit dieser vielleicht erträumten Wirklichkeit Schritt halten können.

Reinspringen und Eintauchen hat hier nur am Rande und in kleinen Dosen mit Wasser zu tun. So wie Kinder in der zweiten und dritten Wiener Sommerferienwoche in den meisten Universitäten und Hochschulen und danach in verschiedenen Parks bzw. in der Kinderstadt im Wiener Rathaus mit der Kinderuni Wien (on Tour) in unterschiedlichste Wissenschaftsgebiete reinschnuppern und tiefer „eintauchen“ konnten, so war / ist dies auch beim hier seit Jahren beheimateten Science Pool möglich.

Und dies nicht nur für Kinder – aber dazu ein paar Absätze weiter unten.

Tierisch

Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… besuchte wieder einmal (früher auch schon für den Kinder-KURIER und später für Kids & Co.) diese vielfältigen Experimentier- und Versuchs-Stationen. Zum Beispiel verbirgt sich hinter einer Tür mit der Aufschrift Tiere wirklich ein kleiner Zoo. Tiere, die hier eine neue, oft erstmals einigermaßen artgerechte, vor allem aber liebevolle, angemessene Heimat finden. Und zuvor unter denkbar schlechten Bedingungen irgendwo gehalten wurden, wo sie abgenommen oder abgegeben wurden. Natürlich werden mit all den Tieren hier keine Experimente angestellt.

Zwei Tenreks in einem Terrarium, lassen zuerst Igel vermuten – so wie sie aussehen. „Die sind aber in Wahrheit mit Schweinen mehr verwandt als mit Igel“, erklärt die leidenschaftliche Zoologin Tamara, die mit ihren Kollegen Kero und Mina sich um das Wohl der tierischen Belegschaft kümmert. Neben ihrem Studium kann sie hier einen Gutteil ihrer Leidenschaft für Tiere, die sie seit frühen Kindertagen hat, ausleben. Die zarte afrikanische Eierschlange lässt sie in ihrem Versteck, „die füttere ich erst später, sonst speibt sie wieder, wenn sie sich durch so viel Besuch – eine kleine Gruppe von Kindern ist gerade auch eingetroffen – gestresst fühlt“, stellt sie den sanften Umgang mit den Tieren hier gleich wieder unter Beweise.

Fauch-Kakerlake
Fauch-Kakerlake

Schlechter Ruf

Wüstenleguan Emil hat noch so einige Stellen, an denen er operiert werden muss, einige medizinische Behandlungen hat er schon hinter sich, seit er hier gut aufgehoben lebt. Im Käfig nebenan äugt Degu Splinter neugierig zwischen den Gitterstäben hervor.

Und dann gibt’s hier Tiere mit meist zu Unrecht schlechtem Ruf – wie Fauch-Schaben, also eine Kakerlaken-Art. Eine Berührung auf dem Rückenpanzer löst hörbares Fauchen aus. Nun, die Tiere hier sind keinen Experimenten ausgeliefert, sondern sanften Beobachtungen und Erklärungen. Etwa, dass Kakerlaken vor allem faulende Lebensmittel liebend gern verzehren – und somit eine Art Gesundheits-Lebensmittel-Polizei sind. Ein solch fauchendes Tier dürfen die jungen Besucher:innen – so sie wollen – auch auf ihren Händen krabbeln lassen, ebenso eine Stabschrecke.

„Endlos“-Würfel

In zwei weiteren Räumen geht’s handfest handwerklich zu. In dem einen basteln Kinder, im anderen Freizeitpädagog:innen „Endlos-Würfel“. Acht hölzerne Würfel werden so ausgetüftelt aneinander geklebt, dass sie immer wieder hin und her gefaltet werden können; mal zu einem großen Würfel, dann zu zwei nebeneinander liegenden Würfelreihen. Der siebenjährige Leo, der auch fotografiert werden darf, hält sein fertiges Werkstück auch in die Kamera und erklärt stolz, „das ist schon der dritte den ich gebaut habe und es ist gar nicht wirklich schwer, ich hab das einfach genau nach Anleitung gemacht“. Ansonsten „bastle ich sehr gerne, vor allem mit Papier“.

Pädagog:innen

Einige der Freizeitpädagog:innen, die sich auch kurz fotografieren lassen, versuchen mit ihren fertigen Endlos-Würfeln gemeinsam Türme, Skulpturen und alles Mögliche zu konstruieren. Und sprechen mit der Science-Pool-Leiterin Gerlinde über weitere Möglichkeiten mit solchen Gebilden – Bilder auf die einzelnen malen oder ein große Fotos zu zerschneiden, die Teile auf die kleinen Würfel kleben und so durch die Drehungen dieser die jeweiligen ganzen Bilder zusammen zu puzzlen…

„Wir haben vorher auch schon diese Endlos-Schleifen (Möbiusband) gebastelt“, berichtet eine Pädagogin mit sichtlicher Freude, wie einfach so etwas Faszinierendes, das weder Außen noch Innen hat, herzustellen ist.

Schleimwürmer

Nächster Hauseingang, zweiter Stock: Hier stellen Kinder beim Lokalaugenschein des Journalisten gerade „Schleimwürmer“ her. Calciumchlorid gemischt mit Wasser – für den Hausgebrauch ein Tee-/Kaffee-Löffel voll mit ¼ Liter Wasser – hier natürlich in größeren Mengen einerseits und andererseits Natrium-Alginat (1 Esslöffel pro ¼ Liter Wasser), letzteres aber gemixt sind die – in Reformhäusern oder Drogerien erhältlichen – Zutaten (Lebensmittel-Verdickungsmittel) für die sich in der Schüssel bildenden „Schleimwürmer“. Damit die besser sichtbar – und auch ansehnlicher werden, mischen die Kinder bzw. die betreuenden Wissenschaftsvermittler:innen (Irene und Daniel) wasserlösliche Farben dazu. und so sammeln die jungen Experimentalforscher:innen beim KiJuKU-Besuch grüne, lila und farblose „Schleimwürmer“ ein.

Zuvor haben sie schon mit Zitronensaft „Geheime“ Botschaften geschrieben und gezeichnet – die sie danach mit in Wasser gelöstem Kurkuma übermalt – und damit sichtbar gemacht haben.

Rauschbrillen…

Science Pool bietet unterschiedlichste Kurse in naturwissenschaftlichen, kreativen aber auch sozialwissenschaftlichen Bereichen an. So können Jugendliche mit „Rauschbrillen“, die verschiedene Promille-Sätze simulieren, versuchen mit Bobby-Cars eine Strecke von knapp zehn Metern zu fahren. Und erleben, dass selbst auf dem Spielzeug und mit Fußtritt-Antrieb bei derartiger Beeinträchtigung geradeaus kaum möglich ist. Oder über Fat-Suits und andere Kleidungsstücke in andere Körperwahrnehmungen schlüpfen… Und das sowohl in Ferien- und Freizeit-programmen als auch für Kindergärten und Schulen – mehr im Link ganz am Ende.

kijuku_heinz

sciencepool

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