Die Geschichte einer eins berühmten, heute zu wenig bekannten Sozialreportagen-Schriftstellerin, nun auch mit Gebärdensprache und -Schauspiel – beim Gehörlosentheaterfestival Visual; Teil 3.
Eine dichte, kurze, aber nicht verkürzte Fassung der Lebensgeschichte von Ada Christen, der in Wien-Favoriten eine wichtige Gasse gewidmet ist, und dies in der neuen Inszenierung mit einem Live-Gebärden-Schauspieler brachte der zweite Vormittag des aktuellen Gehörlosentheaterfestivals Visual. Mit dem Festival gastiert Arbos – Gesellschaft für Musik und Theater – seit vielen Jahren im Wiener Theater Spielraum. Und die Premiere dieser Version von Ada Christen – mit Gebärdensprache – von Ensemble 21 fand – nicht zufällig – am 19. Mai statt, dem (heuer, 2026) 125. Todestag von Christi(a)na von Breden, geborene Christiane Rosalia Friederik (6. März 1839 – 19. Mai 1901).
Ada Christen war der Künstlerinnen-Name einer Schriftstellerin aus armen Verhältnissen, die durch Zufall mit einer Schauspieltruppe durch die österreichisch-ungarische Monarchie tourte, einen reichen ungarischen Adeligen kennenlernte, heiratete, in Wohlstand lebte, nach dessen frühen Tod wieder in die Armut zurückkehrte. Und in ihren Texten vor allem eigenes und anderes notdürftiges Auskommen mit spärlichem Einkommen in realitätsnahe fiktive Geschichten verpackte. Daraus hat Ensemble 21, namentlich die Schauspielerin Rita Luksch, ein Stück geschrieben, der Musiker Georg O. Luksch erzeugt dazu live, atmosphärisch Klänge, Töne, Melodien und Geräusche und im Hintergrund unterstreichen alte Fotos und moderne Videotechnik bildhafte passende Impressionen des Experimentalfilmers Erich Heyduck. Mehr zu dieser Inszenierung in einer Stückbesprechung anlässlich der Premiere von „Ada Christen – die Stimme der Verlorenen“ vor eineinhalb Jahren in einem Link am Ende des Beitrages.
Neu für das Festival ist nun ein weiterer Schauspieler auf der Bühne, Markus Pol, hörend mit gehörlosen Eltern und damit Gebärdensprache aufgewachsen, übersetzt er nicht nur die von seiner Bühnenkollegin gesprochenen Texte. Er setzt so manches davon in Szene. Am eindrücklichsten, wenn er in die Rolle eines italienischen Buben schlüpft, der wächserne Kanarienvögel verkauft. Einen solchen wünscht sich die sechsjährige Ich-Erzählerin einer der Ada-Christen-Sozialreportagen sehnsüchtig. Als sie eines Tages von einem sonst knausrigen Kunden, dem sie Handschuhe, die ihre Mutter näht, ausliefert, einen Groschen mehr kriegt, glaubt sie, dem Buben einen solchen abkaufen zu können. Doch die kosten weit mehr. Nachdem ihr der kaum ältere Italiener erzählt, dass er zu Hause Prügel bekommt, wenn er nicht alle Wachs-Vögel verkauft, nimmt sie auch Geld von den Handschuh-Erlösen.
Markus Pol lässt diesen Jungen äußerst lebendig werden, kommt hinter dem Notenständer, auf dem der Text liegt, hervor, ganz nah an die erste Publikumsreihe, der er die unsichtbaren kleinen künstlichen Vögel anbietet…
Am Freitag wird – in ähnlicher Zusammensetzung, erweitert um die Bratschistin Amelie Persché, die bekannte Geschichte „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry gespielt.
Inszenierung: Rita Luksch
Musik: Georg Luksch
Visuals: Erich Heyduck
Es spielen: Markus Pol (in Österreichischer Gebärdensprache) und Rita Luksch (in deutscher Lautsprache)
ensemble21 –> ada-christen-die-stimme-der-verlorenen/
Alle Vorstellungen zweisprachig: ÖGS (Österreichische Gebärdensprache) und (deutsche) Lautsprache
16. bis 22. Mai 2026
Theater Spielraum
1070, Kaiserstraße 46
Programm für Kinder und Jugendliche
arbos –> festival_26 –> Kinder- und Jugendprogramm
Abendvorstellungen
https://arbos –> festival_26 –> Abendprogramm
Programm-Seite – mit Gebärdensprach-Videos
arbos –> visual_festival_26 –> alle Programm-Infos, auch mit Gebärdensprach-Videos
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen