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Bild-Montage aus einer Doppelseite aus dem Bilderbuch "Ich bin immer ich" sowie den Titelseiten der deutschsprachigen und einer 4., einer3- sowie einer 2-sprachigen Ausgabe des Bilderbuchs "Das kleine Ich bin ich" und der freigestellten Titelfigur dieses Kinderbuch-Klassikers

Ich bin ich – auch für „Große“

Allein schon der Titel erinnert an DEN Klassiker der österreichischen (aber auch international bekannten) Kinderliteratur – „Das kleine ich bin ich“ von Mira Lobe und Susi Weigel (mehr dazu weiter unten). Auch wenn der Verlag dieses hier zu besprechende großformatige Bilderbuch „für Erwachsene“ anpreist, eignet es sich genauso für junge und jüngste Leser:inen und vor allem Schauer:innen: „Ich bin immer Ich“, ausgedacht und in knappesten Zeilen geschrieben von Rupert Spira (Übersetzung aus dem Englischen: Sylke Hachmeister) und künstlerisch bebildert von Zuzanna Celej.

Im Gegensatz zum Kinderbuchklassiker mit vielen gereimten Zeilen und einer durchgängigen Geschichte, in der das Wesen sucht, wer es eigentlich ist, weiß die Hauptfigur dieses Buches – wie auch der Titel nahelegt – schon, wer sie ist. Das Buch lebt auf seinen rund zwei Dutzend Doppelseiten davon, dass dieses „Ich“ nicht immer in gleicher Verfassung ist: „nicht immer fröhlich, frech, müde, nett…“ und so weiter. „Doch ich bin immer ich.“

Doppelseite aus dem Bilderbuch
Doppelseite aus dem Bilderbuch „Ich bin immer ich“

Konstanz in der Veränderung

Auch wenn sich dieses „Ich“ natürlich nicht nur von den Stimmungen und Gefühlen verändert. So widmen Autor und Illustratorin zwei der Doppelseiten dem Älter-Werden: „Ich war mal zwei“ als junges Kind mit Kuscheltier. „Eine Weile war ich drei“ auf einem Dreirad, „ich bleib nicht ewig vier“ – da nur halb zu sehen und flotten Schritts aus der Seite entschwindend, um nach dem Umblättern „aber immer bleib ich bei mir“ festzustellen.

Doppelseite aus dem Bilderbuch
Doppelseite aus dem Bilderbuch „Ich bin immer ich“

Sein, nicht erst „werden“

Damit macht dieses Bilderbuch Betrachter:innen jedweden Alters vor allem Mut, zu sich selber zu stehen. Und am Ende – Achtung Spoileralarm – stärkt es vor allem Kinder, wenn Erwachsene eine allzu beliebte Frage stellen: „Was soll ich also werden? – Ich kann nicht irgendetwas werden – Denn ich bin ja schon ich.“

„Auf der bunten Blumenwiese …

… geht ein buntes Tier spazieren, wandert zwischen grünen Halmen, wandert unter Schierlingspalmen, freut sich, dass die Vögel singen, freut sich an den Schmetterlingen, freut sich, das sich’s freuen kann. Aber dann…“ So beginnt bekanntlich die Reise der Titelfigur des zu Beginn schon erwähnten wunderbaren Bilderbuchs von Mira Lobe und Suis Weigel „Das kleine Ich bin ich“ aus dem Jahr 1972. Heuer (2026) erscheint es bereits in der 50. Auflage. Womit sich die Zahl der bisher verkauften Exemplare von 1,4 Millionen Stück (so viele als hätte jede und jeder wer in den Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Burgenland wohnt je eines zu Hause) weiter erhöhen wird.

Das
Das „kleine Ich bin ich“ – wie es die Urheberin Susi Weigel für das Buch mit Mira Lobe gezeichnet hat

In diesen fast eineinhalb Millionen sind zwar die mehrsprachigen Ausgaben – Deutsch/Türkisch/Serbisch/Kroatisch, Deutsch/Arabisch/Farsi sowie Deutsch/Ukrainisch – schon dabei, nicht aber die in andere Länder lizensierten in den Sprachen Chinesisch, Estnisch, Italienisch, Japanisch, Griechisch, Koreanisch, Niederländisch Norwegisch, Rumänisch, Slowenisch, Spanisch, Ungarisch und Vietnamesisch.

Gewinnspiel

Das Jubiläum ist für den Verlag Jungbrunnen Anlass für ein Gewinnspiel. Das Buch selbst hat ja auch eine Bastelanleitung für dein eigenes „Ich bin ich“, verlagsintern liebevoll Ibi abgekürzt genannt. Mit einem Foto deines kleinen kuscheligen, lustigen Wesens – ob auf Reisen oder wo auch immer – kannst du (bis 7. September 2026) teilnehmen und eines von drei Buchpaketen gewinnen; Details in der Info-Box am Ende.

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https://kurier.at/leben/kiku/kuecuek-ben-benim-das-kleine-ich-bin-ich/771.220

titelseiten der vietnamesischen Ausgaben von "Das kleine ich bin ich", "Die Omama im Apfelbaum" - rot umrandet, weil eben ausgzeichnet sowie "Das Städtchen Drumherum"

Bà ngoai trên cây táo / Die Omama im Apfelbaum erhält vietnamesischen Staatspreis

Just am internationalen Kinderbuchtag (2. April) wurde bekannt, dass am Tag davor in Wien die vietnamesische Botschaft unter anderem mit Mira Lobes Sohn und der Geschäftsführerin des Jungbrunnen-Verlags was zu feiern hatten: Die Übersetzung von „Die Omama im Apfelbaum“ – Bà ngoai trên cây táo – vom Erfolgsduo Mira Lobe und Susi Weigel erhält den vietnamesischen Staatspreis für die beste Buchpublikation des Jahres. Und das obwohl auch schon in Vietnam seit einigen Jahren dieses Buch von rund einer Million Kindern gelesen worden ist – oder sie es vorgelesen bekommen haben, wie Botschafter Vu Le Thai Hoang den Gäst:innen – Reinhardt Lobe, Anna Stacher-Gfall (Jungbrunnen), Ernst Woller als Vertreter der Stadt Wien, Dani Pham (Tochter der Übersetzerin Chu Thu Phuong) und Patrick Horvath (Vertreter der Gesellschaft Österreich Vietnam) anvertraute.

Noch zwei weitere Klassiker des Erfolgsduos

Das 1965 erstmals erschienene und seither in mehr als zweieinhalb Dutzend weiteren Auflagen veröffentlichte Buch – Besprechung unten am Ende des Beitrages verlinkt – ist aber „nur“ eines von drei des Duos, das Chu Thu Phuong ins vietnamesische übersetzt hat und vom Kim Dong Verlag veröffentlicht wurde. Die anderen beiden sind Tôi là tôi bé nhơ (Das kleine Ich bin ich – wörtlich Ich bin ich, das kleine Kind) und Thành phô quanh vòng quanh (Das Städtchen Drumherum).

Szenenfoto aus dem Musical
Szenenfoto aus dem Musical „Die Omama im Apfelbaum“ im Wiener Raimund Theater

Die Oma, die sich Enkel nach deren Tod ausdenkt und die mit ihm zu den verrücktesten, wilden Abenteuer aufbricht wurde von den Kinderfreunden Ende des vorvorigen Jahres (2024) zum schwungvollen Musiktheater als vorweihnachtliches Geschenk zu ganz neuem Leben erweckt – Links dazu unten am Ende dieses Beitrages. Das Buch selber ist in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. Für jene mehr als zwei Dutzend der rund 100 Mira-Lobe-Bücher, die im Jungbrunnen-Verlag erschienen sind, hat der Verlag Übersetzungslizenzen für 37 Länder vergeben.

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Screenshot von der Homepage über Mira Lobe und ihre Werke - zu Ostern 2026
Screenshot von der Homepage über Mira Lobe und ihre Werke – zu Ostern 2026

MiraLobe-Homepage

Doppelseite aus dem bebilderten Gedichtband "Ich freue mich furchtbar sehr"

Aus schlechter Laune fröhliches Lachen zaubern

Der Zauberer
steckt
seine schlechte Laune
in die linke Hosentasche

Und zaubert
aus der rechten
ein fröhliches Lachen hervor

Dieses siebenzeilige Gedicht auf Seite 54 bringt vielleicht am besten die Grundidee dieses wunderbaren Bandes der beiden preisgekrönten Kinderbuch-Künstler:innen Heinz Janisch (Text) und Linda Wolfsgruber (Illustration) auf den Punkt. „Ich freue mich furchtbar sehr“ versammelt auf fast 90 Seiten meist in sehr wenigen Zeilen große Geschichten, die allen Widernissen der Welt zum Trotz positive Momente ins Zentrum rücken. Und so riesig machen, dass sie – nein, nicht das Schlimme der Welt vergessen, aber Hoffnung vermitteln. Und dies weder zwanghaft, noch aufgesetzt oder gar pathetisch.

Doppelseite aus dem bebilderten Gedichtband
Doppelseite aus dem bebilderten Gedichtband „Ich freue mich furchtbar sehr“

So manches ergibt sich auch aus dem Humor, der beim Denken um die Ecke immer wieder mitschwingt. In etlichen Gedichten spielen Fragen eine große Rolle, nicht zuletzt in „Was kann man in Hosentaschen tragen? – Eine ganze Welt – und viele Fragen!“ Das passt wunderbar zu den ersten Ferienwochen, in der so manche Kinderunis stattfinden, in denen Kinder Hörsäle und Labors stürmen, um am Ende (beispielsweise der Kinderuni Wien bei der Sponsion) zu geloben, „nie aufzuhören, Fragen zu stellen – und Antworten darauf zu suchen“.

Nichts…

Das eine oder andere der Gedichte stößt auch riesige (kinder-)philosophische Themen auf, wenn der Autor etwa „Nichts“ zehn Zeilen widmet. Die beginnen mit einem Gefühl, das sicher jede und jeder kennt: „Heute will mir nichts gelingen / Nicht einmal / ein richtiges Gedicht /“ und damit endet, das dies gar nicht stimmt, weil nun ja doch was da steht 😉

Doppelseite aus dem bebilderten Gedichtband
Doppelseite aus dem bebilderten Gedichtband „Ich freue mich furchtbar sehr“

Eigene weitere Welten

Wie bei guten Illustrationen üblich, aber von Linda Wolfsgruber besonders meisterinnenhaft ausgeführt, eröffnen ihre Zeichnungen mehr als nur die Bebilderung des Textes. Eigene – durchgehend in grün gehaltene, sehr oft naturnahe, häufig zerbrechlich wirkende und doch kräftige menschliche, tierische und pflanzliche Figuren setzen zwischen, neben und unter die Textzeilen Bilder, die ähnlich wie der Text oft Anregungen zum Weiterspinnen der Gedanken einladen.

Ach ja, Heinz Janisch stellt dem Buch die Bemerkung voran: „In unfreundlichen Zeiten braucht es freundliche Gedichte.“

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Titelseite des bebilderten Gedichtbandes
Titelseite des bebilderten Gedichtbandes „Ich freue mich furchtbar sehr“
Bild-Montage aus den Titelseiten der mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis 2025 ausgzeichneten Werke: "Ida, Chris und Emil im Zug", "Drei Wasserschweine brennen durch", "Was keiner kapiert" und "Der Rosengarten" sowie dem Logo dieses Preises

Kinder im Zug, durchbrennende Wasserschwein, Gedichte übers (Nicht-)Kapieren und ein „Kostkind“ im Krieg

Zwischen den international renommierten Grammy-Awards für Musik sowie den Oscars als weltweite Auszeichnungen für Filme wurden nun die Gewinner:innen der Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise bekanntgegeben (Preisverleihung: 27. Mai 2025, Kultur und Kongress Zentrum Eisenstadt).

Aus insgesamt 103 Einreichungen wurden vier Bücher österreichischen Autor:innen und Illustrator:innen und / oder heimischer Verlage für die Hauptpreise ausgewählt, sechs weitere Neuerscheinungen wurden in die „Kollektion zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2025“ aufgenommen (Jury: Severin Filek, Alexandra Hofer, Franz Lettner, Barbara Mayer, Ursula Tichy).

„So vielfältig wie die Geschichten sind, die in diesen Büchern erzählt werden, so einfallsreich und bunt ist auch der Stil der Autor:innen und Illustrator:innen, die sie erfunden und in Szene gesetzt haben“, wird in der Aussendung zu den Preisen der auch für Kunst- und Kultur noch zuständige Minister Werner Kogler zitiert. „Unsere Preisträger:innen zeigen, dass Bücher und Literatur mehr als bloß Information und Zerstreuung bieten. Sie sind erzählende Einführungsvorlesungen in unsere Welt und Versuchsanordnungen für Neues und Unbekanntes; sie sind Trainingscamps der Fantasie ebenso wie Experimentierstuben für unser Vorstellungsvermögen; und sie sind auch jener Ort, an dem unsere Wahrnehmung und unser Verstand geschärft werden kann. Kurz gesagt: Lesen macht klug, stark und – nicht zu leugnen – glücklich!“

Hier aber nun zum noch Wesentlicheren, den Preisbüchern – viele davon sind hier auf Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… schon besprochen worden, die Links dazu finden sich gleich bei der jeweiligen Nennung der ausgezeichneten Werke.

Die vier Hauptpreise

Ida, Chris und Emil im Zug
Sarah Michaela Orlovský, Michael Roher
Tyrolia Verlag 2024

Drei Wasserschweine brennen durch
Matthäus Bär, Anika Voigt
dtv 2024

Was keiner kapiert
Michael Hammerschmid, Barbara Hoffmann
Jungbrunnen Verlag 2024

Der Rosengarten
Kathrin Steinberger
Tyrolia Verlag 2024

Hier folgt die Buchbesprechung erst.

Sechs weitere ausgzeichnete Bücher in der „Kollektion“

Das Nachtkind
Armin Kaster, Sabine Rufener
Jungbrunnen Verlag 2024

Immer wenn wir … von kleinen Gesten und großen Traditionen
Teresa Mossbauer, León Schellhaas, Yulia Drobova
Achse Verlag 2024

Ich hab da was für dich
Lena Raubaum, Katja Seifert
Tyrolia Verlag 2024

Die Ritter holen Gold
Bjørn F. Rørvik, Camilla Kuhn; aus dem Norwegischen von Barbara Giller
Picus Verlag 2024

Tigerträume
Julian Tapprich
Luftschacht Verlag 2024

Gazelle
Heinz Janisch, Michaela Weiss
Bibliothek der Provinz 2024

Hintergrund: Der Preis

Seit 1955 werden die jeweils von einer Jury ausgewählten besten Kinder- und Jugendbücher eines Produktionsjahres mit diesem Preis der Republik Österreich ausgezeichnet. Neben den Hauptpreisbüchern küren die Juror:innen immer auch weitere Bücher für die „Kollektion“. Die (vier) Hauptpreise werden aktuell mit je 6.000 Euro belohnt.

Bücherkoffer für Schulen

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport stellt der Buchklub jährlich 40 Bücherkoffer mit allen ausgezeichneten Büchern des „Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises“ und den passenden Unterrichtsmaterialien zusammen, die im folgenden Schuljahr gratis zum Ausleihen für Schulen zur Verfügung stehen.

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buchklub -> buecherkoffer

Thomas Brezina nimmt sich in der Klinik Ottakring auch Zeit für einzelne Begegnungen mit kranken Kindern

Thomas Brezina als früher „Weihnachtsmann“

Ungewöhnlich früh, schon knapp nach dem ersten Adventsonntag gab es in diesem Jahr Buchgeschenke für kranke Kinder in der Klinik Ottakring, immer noch als Wilhelminenspital bekannt. So früh deshalb, weil der „Weihnachtsmann“, der Autor der Bücher himself, Thomas Brezina schon diese Woche in seine zweite Heimat, London, abdüst.

Posieren für ein Gruppenfoto unter und neben dem Weihnachtsbaum
Posieren für ein Gruppenfoto unter und neben dem Weihnachtsbaum

In den meisten der vergangenen 28 Jahre lag der Besuchstag des Erfolgsautors in der Kinderabteilung des Krankenhauses im 16. Bezirk knapp vor Weihnachten. Aber so wie schon vor dem Wiener Rathaus und nicht nur dort steht auch in der Klinik Ottakring schon jetzt der eine oder andere festlich geschmückten Nadelbaum, womit doch auch die passende Stimmung verbreitet wird. Brezina und Kinderfreunde besuchen kranke Kinder, bringen Bücher – und doch auch ein wenig Zeit für das eine oder andere Gespräch mit den jungen Patient:innen mit.

Foto aus einer Probe für das Musical
Foto aus einer Probe für das Musical „Die Omama im Apfelbaum“

Buch wird Musical

Brezina freut sich über die Freude der Kinder an den Begegnungen und den Büchern. Und an dem Engagement des Personals – ob Ärzt:innen oder Pfleger:innen. Neben den Büchern für kranke Kinder, schenken die Wiener Kinderfreunde einigen Tausend gesunden Kindern Jahr für Jahr ein Musical. Dieses Mal wird übrigens eine bekannte bebilderte Buchgeschichte des berühmten Duos Mira Lobe und Susi Weigel musikalisch in Szene gesetzt: „Die Omama im Apfelbaum“ im Raimundtheater; allerdings sind die meisten der 6000 kostenlosen Zählkarten schon weg, Restkarten gibt es noch für die Vorstellung (1¼ Stunden) am 28. Dezember um 14 Uhr – siehe Info-Box.

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brezina-schenkt-kranken-kindern-buecher-und-zeit <– damals noch im Kinder-KURIER

Gruppen-Posing bie einer Probe für das Musical
Gruppen-Posing bie einer Probe für das Musical „Die Omama im Apfelbaum“
Doppelseite aus dem neu aufgelegten Kinderbuch "Ingo und Drago"

Buntes Ei statt Ball – das ungewöhnlichste Haustier

Ingo, ein Bub im Vorschulalter, spielt im Park allein mit seinem Fußball. Schießt ihn weit weg, hinter die Büsche am Rande des Spielplatzes. Kriecht hinein, um den Ball zu suchen. Findet ihn nicht. Dafür aber ein buntes, rundes Ding. Das ist nicht sein Ball bemerkt er schnell, es ist nicht kugel-, sondern anders-rund – wie ein Ei. Um ein solches handelt es sich auch.

Der Ball ist vergessen, das Ei wie ein geheimnisvoller Schatz. Sachte, sanft unter T-Shirt verborgen trägt Ingo es nach Hause. Tage später schlüpft ein Lebewesen heraus. Anfangs graust dem Buben und seiner Schwester Marion richtiggehend davor. Doch nach und nach wird es ein ungewöhnliches, aber niedliches Tierchen. Bewundert von allen, ganz fest ins Herz geschlossen von Ingo.

Und wieder ließ sich die Autorin, die bekannte Mira Lobe – 1913, am 17. September, geboren als Hilde Mirjam Rosenthal, 1995, am 6. Februar, gestorben – eine Wendung einfallen: Drago, wie Ingo das Tier nennt, das ihn an Dinosaurier erinnert, wird groß und größer, wild und wilder. Die Wohnung zu klein, das Futter zu wenig, Kaum auszuhalten. So viel zerstört er. Doch weggeben, wie die Eltern sagen? Nein, das will er keinesfalls.

Tante Slatka wiß übrigens, dass dies in einer anderen Sprache lieb und teuer heißt (wird auf Bosnisch, Kroatisch, Serbisch oft als Ansprache verwendet: sozusagen Drago Drago wäre Lieber Drago). Die Familie meint, dass Drago mittlerweile eher teuer als lieb geworden wäre.

Hin und her gerissen zwischen der Liebe zu Drago und dem Angefressensein, dass der kleine Drache so viel kaputtmacht, lässt Mira Lobe im Text – untermalt von Bildern ihrer jahrzehntelangen kongenialen Illustratorin Susi Weigel – den kleinen Buben einen Ausweg suchen – und finden. Immerhin scheint sich sein Liebling ja doch auch in der Beengtheit einer Stadtwohnung auch nicht wohlzufühlen. Aber verkauft oder im Zoo abgegeben – nein, das kommt nicht in Frage. Dazu ist Ingo zu gefühlvoll. Und darum ging’s der Autorin sicher in dem vor fast 50 Jahren (1975) erstmals erschienen Buch, das nun neu, leicht überarbeitet, aufgelegt wurde – sozusagen zum zweifachen 100er: der Verlag Jungbrunnen feiert heuer ebenfalls sein erstes Jahrhundert. Und Mira Lobe hat fast 100 Bücher geschrieben; ihr Geburtstag jährt sich heuer zum 110. Mal

Ach ja, Drago – ob es ihn wirklich gibt oder er vielleicht auch nur in Ingos Fantasie lebt, wer weiß – liefert am Ende eine ganz schöne Überraschung: Ach nein, kein Spoilern des Endes 😉

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Titelseite des neu aufgelegten Kinderbuchs
Titelseite des neu aufgelegten Kinderbuchs „Ingo und Drago“