Akrobatisches Spiel – oder verspielte Akrobatik von einem weiteren Duo aus der Schweiz beim siebenten Festival experimenteller Zirkuskunst „On the Edge“, Teil 2.
Weiß – als neutrale Farbe – dominiert: vom großen, breiten von der Decke hängenden Tuch über einen – und da beginnt schon das „schräge“ Bild – „Mantel“ mit mehr als einem halben Dutzend Ärmeln. Der auch weit oben hängt. Auch die beiden Performer – Demian Bucci und Guilhèm Charrier – betreten die Bühne in weißen Hosen und Shirts (Bühne, Licht, Technik: Eric Scherrer, Claudio Bagno; Kostüme: Jakob Hodel).
Ein Holzbrett als Wippe wird für die beiden der zentrale Spielplatz. Schaukeln, turnen, einander necken, das Publikum in den Bann ziehen – nicht nur durch ihre verspielte Akrobatik / ihr akrobatisches Spiel, sondern auch durch die eine oder andere Interaktion.
Natürlich verlassen die beiden auch ihren schmalen „Spielplatz“, eigenen sich die ganze Bühne – und auch die schon genannten Objekte an, beziehen sie in ihre Artistik ein, ebenso wie die beiden Teile der Wippe – das Brett und jenen mittigen Holzblock, der das Schwingen erst ermöglicht. Und sie spielen mit – und manchmal auch scheinbar gegeneinander. Um Gefühle wie Annäherung und Ablehnung spürbar nachvollziehbar darzustellen.
Praktisch die ganze Stunde vermittelt das Duo (Künstlerische Leitung: Rebecca Weingartner; Dramaturgie: Luzius Heydrich; choreografische Assistenz: Antoine Ragot) so etwas wie ziel- oder wahlloses Spiel von Kindern, in das sie versinken können: Alles darf, nichts muss – etwas, das übrigens ihre Landsleute am Eröffnungsabend des siebenten „On the Edge“ Festivals experimenteller Zirkuskunst mit den Objekten, die sie zum Tanzen brachten / bringen auf ihre Art ebenfalls taten. Und natürlich ist das Allermeiste wohl geplant, choreografiert, geübt, geprobt, einstudiert. Dennoch scheint immer wieder Raum für den spontanen Zufall – sowie für scheinbaren „Unsinn“.
Ach ja, obwohl das Duo das Publikum in verschiedenen Sprachen begrüßt – und darauf setzt, dass Zuschauer:innen nicht nur zurückgrüßen, sondern auch die eine oder andere Sprache dabei einbringen, wird der Titel der Performance gar nicht während der Stunde, sondern nur in den Infos auf den Homepages – des Festivals und vom Dschungel Wien, wo „Gugus!“ noch am Samstag zu erleben ist; siehe Info-Box, erklärt: es steht für Hallo aber auch Unsinn in deutschen Schweizer Dialekten.
Wird fortgesetzt
Künstlerische Leitung: Rebecca Weingartner
Von und mit Demian Bucci und Guilhèm Charrier
Dramaturgie: Luzius Heydrich
Musik und Komposition: Donath Weyeneth
Kostüme: Jakob Hodel
Bühne, Licht, Technik: Eric Scherrer, Claudio Bagno
Choreografische Assistenz: Antoine Ragot
Stimm-Coaching: Marena Whitcher
Produktion: Pascal Moor, Spring Production
Koproduktion mit dem ROXY Birsfelden; Residenzpartner: Tanzhaus Zürich
Noch am 7. November 2026
16 Uhr
Dschungel Wien: 1070, MuseumsQuartier
Telefon: 01 522 07 20-20
dschungelwien –> gugus
festival für experimentelle zirkuskunst
Bis 13. November 2026
ontheedge –> programm-2026
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