Drei (sehr) junge Frauen teilen sich im Konzerttheater im Comic-Style die Hautrolle der „Agathe Bauer“.
Wohnung, Großstadt, eine Bar, Picknick am Stadtrand – was auch immer als Bühnenbild gebraucht wird, läuft im Comic-Stil animiert (Viktoria Strehn) als Projektion an der Rückwand der Bühne. Die Titelheldin trägt eine gelbe Papierschnipsel-comicartige Perücke – was die Brücke zum rund einstündigen Geschehen bildet. Wirkt aber ansonsten alles andere als comic-artig, quicklebendig als Mensch – bzw. Menschen. Denn es gibt die junge Frau gleich dreifach.
Die (sehr) jungen Darstellerinnen Valentina Selimi, Laura Wimmer und Amelie Wolf – allesamt über öffentliche Castings engagiert – schlüpfen in die Rolle dieser „Agathe Bauer“. So heißen Figur und Stück. Dieses Konzerttheater wurde von Julia Meinx und Flo Staffelmayr (Theater Ansicht) geschrieben, komponiert und inszeniert.
Ihre Gedanken und Gefühle, die sie dem Publikum mitteilt, – aufgeteilt immer wieder wechselnd, wer gerade Wort führt -, vertraut Agathe Power dramaturgisch zunächst nur ihrem Tagebuch an. Denn sie fühlt sich – nach außen hin – sprachlos.
In (fast) jeder Situation – ob in privater Anmache oder bei politischer Hetz-Propaganda – weiß sie zumeist, was sie sagen wollen würde. Aber so sehr sie’s auch will, es kommt dann kaum bis nix aus dem Mund heraus. Auf der Bühne klarerweise schon, es ist sozusagen ein Audio-Tagebuch, oft reitend auf einer Welle von Musik.
Natürlich kann’s dabei nicht bleiben. Immer stärker wird der Drang der Titelheldin, nicht nur ihr „Schweigen zu erbrechen“, sondern „zu leben, jeden Tag die Stimme zu erheben. Es ist an der Zeit, dass ihr meine Stimme hört – ich singe für eine bessere Welt!“ Nun kann sie sozusagen den Spruch hinausrufen, der hinter dem „Schmäh“ Agathe Bauer steckt, der seit Jahrzehnten kursiert: Die schlecht ausgesprochene Version des englischen „I’ve got the Power!“ (Ich habe die Kraft).
Nach der Premiere in Wien-Floridsdorf in der Volkshochschule Großfeldsiedlung (1966 -1973 errichtet, 21.000 Einwohner:innen) tourt die Performance mit Junge Theater Wien in die anderen vier Bezirke dieses dezentralen Spielbetriebs (Simmering, Donaustadt, Liesing und Favoriten – Termine und Orte in der Info-Box am Ende des Beitrages.
Übrigens: Kraft zu sagen, was Jugendliche bewegt – das stellten mehr als eindrucksvoll am Tag nach der „Agathe-Bauer“-Premiere die zehn Finalist:innen des mehrsprachigen Redebewerbs (aus allen neun Bundesländern plus Italiens zweisprachigem Südtirol) im großen Festsaal des Wiener Rathauses unter Beweis. Inhaltsstarke, berührende, mitreißende oder bewegende eigene Reden in jeweils einer anderen (mitgebrachten oder erlernten) Sprache und Deutsch immer wieder mit Gänsehaut-Feeling und Tränen in den Augen von Zuhörerer:innen, nicht zuletzt der prominenten Jury. Dazu folgen hier auf KiJuKu.at demnächst mehrere Beiträge.
Ein politisches Konzerttheater über Macht, Meinung und Mitsprache
Theater Ansicht; ab 14 Jahren; ca. eine Stunde
Regie, Text & Musik: Julia Meinx und Flo Staffelmayr
Darsteller:innen: Valentina Selimi, Laura Wimmer, Amelie Wolf
Illustrationen, Animationen: Viktoria Strehn
Produktion: Theater ANSICHT in Kooperation mit Junges Theater Wien
18. April 2026
19.30 Uhr
20. April 2026
10.30 Uhr
Junges Theater Simmering
Schutzhaus am Neugebäude: 1110, Simmeringer Hauptstraße 289, Weg 3
24. April 2026
10.30 Uhr und 19.30 Uhr (freier Eintritt)
Junges Theater Donaustadt
Kulturgarage Seestadt: 1220, Am-Ostrom-Park 18
25. April 2026
19.30 Uhr
27. April 2026
10.30 Uhr
Junges Theater Liesing
Kulturzentrum F23: 1230, Gastgebgasse 4
8. Mai 2026
10.30 Uhr und 19.30 Uhr
Junges Theater Favoriten
Kulturhaus Brotfabrik: 1100, Absberggasse 27 / Stiege 3
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