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Szenenfoto aus "Zora Rebellion" von SchauSpielWerk im Wiener WuK
Szenenfoto aus "Zora Rebellion" von SchauSpielWerk im Wiener WuK
11.06.2026

Wenn die Utopie zu einer weiteren Dystopie wird…

Drittes Stück der Theater-Trilogie rund um (Frauen-)Wut von SchauSpielWerk – mit Kindern bzw. Jugendlichen – „Zora Rebellion“ im Wiener WuK.

Wut, vor allem jene von Frauen, wird oft schlechtgeredet, ihnen gar nicht zugestanden. Das wollte / will eine Theater-Trilogie der Ensembles SchauSpielWerk – Kinder bzw. Jugendliche sowie Teens – derzeit mit Aufführungen im Wiener WuK ändern. Oder wenigstens in Frage stellen.

Nach „Alice Wut im Wunderland“ (Kinder) und „RAGE – Hinter der Gelben Tapete“ (Jugendliche) spielen – noch bis 11. Juni 2026 – die Teens „Zora Rebellion“. Wieder ist eine literarische Vorlage Ausgangspunkt für die Regisseurin mit den jungen Darsteller:innen eine Story zu entwickeln, in der der „böse“ Gefühl doch seinen – noch dazu berechtigten – Platz findet.

Dystopisch

Das Ausgangsszenario: Alles spielt sich in einer dystopischen Welt im Jahre 2040 ab. Überall (Bürger-)kriege, Chaos… nur in einer einzigen Art „Insel der Seligen“ herrscht – vorgeblich – Harmonie, Wohlstand und Zufriedenheit, unter weiblicher Führung. Die tut alles zum Wohl der Bürger:innen – und hat vor allem deren körperliche und psychische Gesundheit ständig im Blick – über SmartWatches.

Alles dreht sich sehr oft im Kreis. Das zentrale Bühnenbild-Element – eine Art Drehkreuz mit zwei Flächen, die mit einem Gitter aus Gummischnüren verhängt sind –, das schon in den anderen Stücken zum Einsatz kam, wird hier immer mehr zu einem horizontalen Hamsterrad, in dem sich die Bewohner:innen des Musterlandes immer und immer wieder, hin und wieder auch zum schwindelig werden schnell, im Kreis bewegen.

Wobei die eine oder andere Kürzung oder Streichung der häufigen Hamsterrad-Szenen der Dynamik des Spiels vielleicht nicht schlecht getan hätte…

Recherche

Die „Fürsorge“ der Obrigkeit entpuppt sich natürlich bald als Überwachung. Fragen stellen? Keine gute Idee. Selbst die Feststellung, dass nach und nach Mitschüler:innen verschwinden – gefährlich. Unerwünscht. Abgelehnt. Könnte ja selbst…
Ach ja, Wut – natürlich gaaaanz böse.

Die anfangs systemtreuen Journalist:innen stoßen auf Ungereimtheiten in Sachen sicherer Daten, kommen drauf, dass da Deals stattfinden. Und aus den „Ausgesonderten“, „Abgeholten“ gründet sich im Verborgenen eine Widerstandsgruppe, angeleitet von Zora. Damit nimmt das Stück Anleihe bei Kurt Helds Jugendroman „Die rote Zora und ihre Band“ (1941 erstmals veröffentlicht). Skeptisch gewordene Journalist:innen und Widerstandgruppe treten in Kontakt, die eine oder andere der Schüler:innen mag auch nicht mehr stromlinienförmig „gebürstet“ werden… Doch noch schwören zu viele auf die „fürsorgliche“ Obrigkeit.

Ob die Rebellion gelingt? Es gar wirklich Würdigung von Wut gibt? Nix wird dazu gespoilert.

kijuku_heinz

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Zora Rebellion

Dystopische Rote Zora (Vorbild: Jugendbuch von Kurt Held „Die rote Zora und ihre Bande“, 1941) Neuschreibung von Rita Dummer und Ensemble
Das SchauSpielWerk Teens; ab 12 Jahren; ca. 80 Minuten

Regie: Rita Dummer
Regieassistenz: Michaela Tusch
Bühne: Stephan Köberl
Kostüme: Rita Dummer, Johanna-Sophia Köberl
Dramaturgie Mitarbeit: Michaela Tusch, Lukas Mitterröcker

Ensemble SchauSpielWerk TEENS: Hemma Schedlmayr, Ylva Fitzthum, Marie Pelikan, Stephanie Kornfeld, Bernadette Kornfeld, Julia Engleder, Nikita Pokorny, Patrizia Wagner, Nora Stobbe, Paula Schüchner, Katharina Sämann, Theo Kim, Maya Saribatur, Sophie Gase, Teo Janjić, Livia Molina

Wann & wo?

Bis 11. Juni 2026
WuK: 1090, Währinger Straße 59
wuk.at –> zora-rebllion
schau-spiel.at –> produktionen