Kinder Jugend Kultur und mehr - Logo
Kinder Jugend Kultur Und mehr...
Szenenfoto aus "Feel It" von Theater Delphin
Szenenfoto aus "Feel It" von Theater Delphin
14.06.2026

„Mittwoch“, vier bunte Gefühle und ein Imker

Netflix-Serie + Computer-Animationsfilm + eigene Stückentwicklung = „Feel IT“, inklusives Musiktheater von „Theater Delphin“ (Wien).

Wednesday, eine der Figuren aus der seit fast 100 Jahren berühmten Cartoon- und später real verfilmten Addams Family, wurde vor wenigen Jahren in einer Netflix-Serie zur Hauptfigur. Von ihr, der schlauen, aber auch bitterbösen Figur, ist eine der Schauspieler:innen der inklusiven Theatergruppe Delphin schon länger sehr fasziniert. Ihre Kolleg:innen wollten ohnehin ein Stück über Gefühle entwickeln. Und so kombinierte die Gruppe (Regie: Larissa Kiers und Gabriele Weber) einerseits Element aus „Wednesday“ (englischer Vorname, zu Deutsch Mittwoch) und andererseits aus dem Pixar-Computer-Animationsfilm „Alles steht Kopf“ (Im Original: Inside Out).

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Feel It“ von Theater Delphin

Lebendige Gefühle

Vier der dort fünf (weggelassen wurde Ekel) personifizierten und farblich gekennzeichneten Gefühle spielen nun in „Feel It“, der aktuell in diesem kleinen Wiener Theater (Leopoldstadt; 2. Bezirk, Praterstern-Nähe) rund um Wednesday und einige andere Figuren aus der Schule Nevermore (englisch, zu Deutsch: nie wieder) zentrale Rollen: Freude (gelb, Lea Keinrath), Wut (rot, Lusia Rinke), Kummer (blau, Maria Meitner) sowie Angst (lila, Rigel Flamond, der darüber hinaus noch in weitere Rollen schlüpft).

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Feel It“ von Theater Delphin

Live-Musik

Wednesday (Arda Aksoy, der hier auf KiJuKU.at auch schon als einer der Finalist:innen des Jugend-Literaturbwerbs texte.wien vorkam) tippt – entsprechend dem filmischen Vorbild auf einer alten Reiseschreibmaschine. Außerdem ist eine Geige, die er allerdings nie spielt, das Symbol für seine Liebe zu Musik. Solche kommt übrigens live gespielt und komponiert von Lukas Ratzinger. Nun dieser einerseits zurückgezogene, andererseits autoritäre Wednesday ist zunächst eng befreundet mit Enid (Lynette Tür).

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Feel It“ von Theater Delphin

Gefühlskälte

Agnes (Agnes Bichler) spielt die Ober-Gefühlskalte. Die auch noch stolz darauf ist. Denn so kann sie durch nichts und niemanden verletzt werden. So wie sie, sollten alle werden. Dafür engagiert sie Bianca (Romi Schmitt), sie solle das junge Paar auseinanderbringen, um so auch Wednesday in ihre Sphäre der Kälte zu treiben. Was natürlich gelingt.

Da können sich die Gefühle noch so abmühen. Zwischendurch scheint es, als könnte Kummer trotz herrschaftlicher Wegweisung doch irgendwie Wednesdays Gefühle erreichen. Aber natürlich nicht. Freude versucht’s danach. So sehr sie sich abmüht, Spaß zu verbreiten, das lässt ihr Objekt der Begierde einfach. Nur kalt. Halt, die Geige ist ihm als Musik-Liebhaber doch wichtig. Vielleicht würde Angst um das Instrument helfen. Doch auch der Auftritt dieses Gefühls – keine Chance.

Wut doziert zwar, sie sie der Anfang aller Veränderung, doch sie tritt hier dann doch nicht den (möglichen) Beweis an.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Feel It“ von Theater Delphin

Mauerbau

Wednesday hat inzwischen sogar eine Mauer durchs Zimmer mit Enid gebaut. Nur die Auffahrt der Schuldirektorin Larissa Weems, die in ihrer autoritären Art, bedacht auf das Image der Academy, die Mauer wegwünscht, lässt ihn sofort entsprechend handeln. Auch wenn er wütend gegen die Bausteine tritt, und damit (noch) Gefühle zeigt, das verändert ihn noch nicht auf seinem Weg, sich in sich zurückzuziehen.

Da muss den Gefühlen noch mehr einfallen. Aber was?

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Feel It“ von Theater Delphin

„Bienenmensch“

Da gibt’s doch diesen Imker (auch Rigel Flamond), der lebt auch zurückgezogen – nur mit „seinen“ Bienen – und wirkt in sich ruhend, zufrieden, lebensfroh – mit Liebe zur Natur… Dass dies der Weg zum Happy End wird, ist nun völlig klar, aber wie und ob das auch bei Agnes etwas ändert – das sei hier nicht gespoilert.

Eiskaltes Händchen

Verraten aber muss schon noch werden: Eine weitere noch dazu berühmte „Figur“ aus der Addams Family spielt hier eine immer wieder wichtige Rolle: Das „eiskalte Händchen“ – Sebastian Mayregger, der auch den Rollstuhl-Assistenten der Schuldirektorin spielt, lässt einen weißen Handschuh in Schwarzlicht mit Gesten sprechen, die seine Mitspieler:innen jeweils zu deuten versuchen.

kijuku_heinz

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Feel it

Inklusives Musiktheater; Stückentwicklung nach der Netflix-Serie „Wednesday“ und dem US-Computeranimationsfilm „Alles steht Kopf“ (Inside Out)
Ca. 1 ¾ Stunden (inklusive 20 Minuten Pause)

Wednesday: Arda Aksoy
Enid: Lynette Tür
Bianca: Romi Schmitt
Agnes: Agnes Bichler
Freude: Lea Keinrath
Kummer: Maria Meitner
Wut: Luisa Rinke
Angst / Bienenmensch / Eugen-Stone: Rigel Flamond
Schuldirektorin Larissa Weems: Angela Wirnsberger
Eiskaltes Händchen / Wolfi, Assistent der Direktorin: Sebastian Mayregger

Stücktext und Regie: Larissa Kiers
Co-Regie: Gabriele Weber
Produktionsleitung: Georg Wagner
Bühnenbild: Georg Wagner und Gabriele Weber
Live-Musik und Komposition: Lukas Ratzinger
Aufführungsrechte: Verein Theater Delphin

Wann & wo?

18. – 20. Juni 2026
Theater Delphin: 1020, Blumauergasse 24
theater-delphin –> produktionen
Telefon: 0664 501 81 64 (montags bis freitags, 10 bis 18 Uhr)