Idee und Grundgeschichte für das Tanztheaterstück „Paula, Peter und Panini“ kommt von Kindern; derzeit im Dschungel Wien; demnächst in Südkorea.
Weißer Tanzboden, im Hintergrund eingeblendet ein Sternenhimmel und dann – tatata – tauchen sie auf: Paula (Alina Lugovskaya) mit einem kleinen Pferd aus einem Kinderzimmer – passend zu Kinderstimmen aus dem Off, die im Verlauf der ¾ Stunde manches Mal deutlicher sein könnten. Dazu gesellen sich zwei Typen, die bald mit ihr zu einem freundschaftlichen Trio werden: Peter (Seung Ju Lee), der Zauberkicker, der mit dem Ball so ziemlich alles bewerkstelligt, und Panini (Geoffroy Poplawski), der sowohl mit Menschen als auch mit Tieren und Pflanzen reden kann.
Das Trio erhält knapp nach Beginn aus dem Off den Hinweis, dass irgendwo auf der Bühne eine Regenbogentasche mit Requisiten versteckt ist. So schlüpft beispielsweise Panini in eine Art Bärenkostüm mit Elfenohren, der Kicker Peter kriegt statt des T-Shirts mit der Nummer 1 und dem Schriftzug „outofthebox“ eines oberösterreichischen Unterliga-Vereins ein Dress des aktuellen Männer-Fußball-Meisters und Cupsiegers LASK und das Pferd wird zum magischen Einhorn namens Luna. Letzteres aber in den gezeichneten Hintergründen. Da tauchen auch die drei Protagonist:innen auf – das heißt ihre Vorbilder als Kinderzeichnungen.
Von Kindern, und zwar Lina Roth, Ravel Safron und Liivo Safron, stammt auch die Grundgeschichte zu „Paula, Peter und Panini“, gemeinsam mit der erwachsenen Autorin Kinga Litkey wurde daraus die Story des Stücks. Das Rund-um-Setting, dass Umwelt, ihre Zerstörung bzw. der Kampf dagegen, die zentrale Rolle in dem Tanztheaterstück spielen, ist Ausfluss eines Klimatheater-Projekts in der Linzer Europaschule.
Das Spiel des Trios ist bald einmal zu Ende, denn eine höchst gierige Person taucht auf, die so gar nicht klassischen Bösewichtfiguren entspricht. Rustus (Jung In Lee) tritt eher punkig in Erscheinung – grellbunte Haare, Lederjacke. Doch der Klau von Edelsteinen aus dem Glitzerwaldboden, ein Schloss und dafür Abholzung vieler Bäume und alles besitzen wollen kennzeichnet sie. Zunächst und vordergründig.
Da sind die drei Freund:innen gefragt. Brauchen aber Hilfe. Die taucht in Gestalt eines zwischen den Publikumsreihen von oben die Tribüne runter auf die Bühne eilenden Drachens auf – mit riesigem Kopf (Ilona Roth). Drakarion, so sein Name zeichnet sich durch die Verwendung erneuerbarer Energien aus. Sonne, Wasser und Wind kann er in Energie umwandeln – und in seiner Blitzkugel speichern…
Natürlich gibt’s ein Happy End, sogar Rustus beginnt sich der wiederbelebten Natur zu erfreuen.
Schauspiel und Tanz in unterschiedlichsten Stilen, unter anderem auch balletös, auf der Bühne (Choreografie und Regie: Damian Cortes Alberti) erfolgt immer wieder im Wechselspiel mit den projizierten Bildern. Die sind oft Coollagen aus schon angesprochenen Kinderzeichnungen mit – teils KI-generierten (Computer-)Grafiken (Astrid Safron). Für Musik und Sound sorgte Ashley do Rego, wobei ein wichtiger Input aus den beiden Linzer Schulen Akademisches Gymnasium und der künstlerisch-kreativen Mittelschule Leonardo da Vinci kam.
Die Premiere der ersten Version von „Paula, Peter und Panini“ fand übrigens bereits im Rahmen der Kinderkulturwoche der Stadt Linz im Oktober 2023 statt. Auf Basis dessen entstand ein Bilderbuch – Besprechung unten am Ende des Beitrages verlinkt – und mit einem der U10-Preise des Prix-Ars-Electronica 2024 ausgezeichnet wurde.
Für das Ars Electronica Festival 2024 wurde das jetzige Bühnenbild in einem Workshop mit Kindern entwickelt, in dem ihre individuellen Zeichnungen mit Bild-KI kombiniert wurden – gezeigt im Deep Space 8K des Ars Electronica Centers. Das Tanztheaterstücke – mit teils wechselnder Besetzung – wurde wieder aufgenommen, im Zirkus des Wissens an der JKU Linz (Johannes Kepler Universität) gezeigt, läuft derzeit im Dschungel Wien und reist demnächst nach Südkorea, natürlich übersetzt. Eine kroatische Version ist ebenfalls in Arbeit, verrät Damian Cortes Alberti, Choreograf und Regisseur des Stücks, Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…
Zirkus des Wissens und Transitheart Productions in Kooperation mit Ars Electronica Center und RedSapata Kulturinitiative unter Beteiligung von: Akademisches Gymnasium Linz, Leonardo da Vinci Schule Linz
6 bis 10 Jahre; ¾ Stunde – anschließend ca. 10 Minuten Interaktion
Autor:innen: Lina Roth, Ravel Safron, Liivo Safron, Kinga Litkey
Grafische Gesamtkoordination und Support: Astrid Safron
Choreografie und Regie: Damian Cortes Alberti
Darsteller:innen:
Paula: Alina Lugovskaya
Peter: Seung Ju Lee
Panini: Geoffroy Poplawski
Bösewicht Rustus: Jung In Lee
Drakarion, der Drache: Ilona Roth
Stimmen aus dem Off: Lina Roth, Ravel Safron, Liivo Safron
Dramaturgie und Libretto: Ira Goldbecher
Bühne: Lina Roth, Ravel Safron, Liivo Safron, Astrid Safron
Musik und Sound: Ashley do Rego
Produktion: Ilona Roth
Produktions-Assistenz: Gisela Klammsteiner
Bis 14. Juni 2026
Dschungel wien: 1070, MuseumsQuartier
Telefon: 01 52207 20-20
dschungelwien –> paula-peter-und-panini
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