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Montage aus Szenenfotos aus "Power" und "Knockout!" vom schwedischen Riksteaterern-Crea
Montage aus Szenenfotos aus "Power" und "Knockout!" vom schwedischen Riksteaterern-Crea
11.12.2022

K.O. und volle Kraft voraus

Zwei Stücke über Männer- und Frauenbilder – vom schwedischen Riksteatern-Crea in Gebärdensprache beim Festival und Treffen inklusiver Kulturinitiativen und -einrichtungen im israelischen Tel-Aviv-Jaffa.

Sind sie zwei Personen oder „nur“ zwei Seiten eines Menschen, konkret einer Frau? Die Zwillingsschwestern Jamila und Amina Ouahid kommen gleich gewandet und frisiert auf die Bühne. Agieren mal im Gleichklang synchron, dann wieder gegengleich als Spiegelung und in anderen Momenten eher gegensätzlich, konkurrierend, fast einander bekämpfend. Oder sich selbst in einem.

Von Beauty-Sessions mit fast Kussmund-Selfies bis zu dynamischem Agieren in Job-Situationen, der Öffentlichkeit oder auch der Gesellschaft im Allgemeinen. Ausdrucksstark und ohne – (laut-)gesprochene – Worte. Aber nicht als Stilmittle, sondern in ihrer, der Gebärdensprache, vor allem aber in kraftvoller Körpersprache, in der sie aber immer wieder auch viel Raum für sanfte, zarte Momente finden. Die Schlusspose: Powerfrauen – egal in welchen Feldern.

Allerdings ist nach 15 Minuten Schluss – es war nur ein Teaser, ein erstes Showing eines Stückes, das die beiden erst entwickeln, erklären sie nach ihrem Auftritt im Kulturzentrum Na Laga’at in Jaffa- Tel-Aviv (Israel). Dort fand rund um den 8. Dezember ein mehrtägiges internationales Festival inklusiven Theaters und das Treffen des EU-Projektes „Entwicklung von Fähigkeiten und sozialer Inklusion durch Kreativität und Kunst“ statt – Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… hat darüber schon und wird noch weiter berichten – Links unten am Ende des Beitrages.

Vom Machon zur Reflexion

Dieses Theater – das mit seinen Stücken durch ganz Schweden tourt und seit mehr als 50 Jahren eine eigene Abteilung für Gehörlosentheater hat – sandte noch eine zweite – schon fertige – Produktion zum Treffen nach Israel. Der Schauspieler, der auch das Stück „Knockout!“ geschrieben hat kommt ober-lässig auf die Bühne, lässt seine Sporttasche fallen, knallt sich auf den einzigen Sessel. Möglichst breitbeinig, raumgreifend.
Und es ist nicht das einzige Macho-Gehabe das er an den Tag legt.

Aus der Realität abgeschaut

Alles nicht erfunden, sondern nichts anderes als Situationen, die er in der Entwicklungsphase des Stückes in ganz Schweden da und dort und nicht zu selten beobachtet hat, wie er nach dem Stück im Publikumsgespräch (schwedisch) gebärdet. „Terrence“ nennt der Schauspieler Elias Tebibel, der in dem Fall auch der Autor ist, seine Bühnenfigur. Mit der festen Absicht, zu – mitunter wahrscheinlich auch heftigen – Diskussionen um Männlichkeitsbilder, Klischees einzuladen, anzuregen, aber auch Verhaltensweisen vielleicht auch so manche „aufgeklärter“ Männer zu hinterfragen – als Teil eines Gewalt-Präventionsprogramms unter dem Titel „äkta Man“.

Follow@kiJuKUheinz

Compliance-Hinweis: Die Berichterstattung konnte/kann nur erfolgen, weil Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … im Rahmen des EU-Projekts „Europäische und internationale Partnerschaften zur Entwicklung von Fertigkeiten zur sozialen Inklusion mittels Kreativität und Kunst“, in dem Österreich von „ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater (Klagenfurt/Salzburg/Wien, Österreich)“ vertreten ist, auf die Reise nach Israel eingeladen worden ist und dabei auch Stücke aus dem zweiten EU-Projekt „Theatre without borders“ sehen konnte.

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Power

Regie: Maja Lidbrink
Schauspiel: Jamila und Amina Ouahid

Knockout!

Idee, Text und Schauspiel: Elias Tebibel
Dramaturgie: Filip Burman & Lisa Lindén
Kostüm: Tanja Honkanen

Direktion von Riksteaterern-Crea: Mindy Drapsa

riksteatern-crea/

Szenenfoto aus "Lust"
11.03.2022

Viva la Vulva!