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Bildmontage aus einem Szenenfoto von "Ssst!" sowie einem von "Envahisseurs"
Bildmontage aus einem Szenenfoto von "Ssst!" sowie einem von "Envahisseurs"
02.07.2022

Magie und Grusel mit Objekten

„Ssst!“ von Florschütz & Döhnert und „Envahisseurs“ (Eindringliche) der Compagnie Bakélite sorgen (nicht nur) bei Kindern für fasziniertes Staunen beim neunten spleen*graz.

Sehr verschieden, von den Altersgruppen auch unterschiedlich (ab 2 bzw. ab 7 Jahren) und doch verbindet diese beiden Stücke eines: Magie, Staunen, alles ohne Worte – und das nicht nur für die jüngsten und jungen Theaterbesucher:innen.

Entführen Florschütz & Döhnert die Besucher:innen – derzeit beim neunten spleen*graz – bei „Ssst!“ in eine Art kleinen Zirkus mit sanften, musikalisch untermalten Zaubereien, so lässt die Compagnie Bakélite (Frankreich) in „Envahisseurs“ (Eindringlinge) Aliens auf der Erde landen – mit ein bisschen Gruselfaktor. Aber mindestens so verspielt wie das deutsche Zirkusduo.

Verzaubern

Letzteres spielt mit dem klassischen Zaubertrick-Bild: Weißer Hase aus Zylinder. Bevor der Hase – in unterschiedlichen Größen und immer „nur“ aus Stoff – auftaucht, tun’s auch weiße Tücher, die aus Hosensäcken hervorlugen und deren Ecken schon beim Herausziehen die Anmutung von Hasenohren ergeben. Das Duo hat aber noch viel mehr drauf, nicht zuletzt spielt Musiker Michael Döhnert mit mehreren Trommeln, von denen die größere später zum Vollmond zu werden scheint. Und seine Kollegin Melanie Florschütz setzt ihr Können als Figurenspielerin ein.

Gruselfaktor

Schon beim Einlass in die kleine, feine Location ARTist’s sorgt vor „Envahisseurs“ der starr dreinblickende Schau- und Objetkttheater-Spieler, entsprechend geschminkt für einen Gruselfaktor – als Mittelding zwischen Mensch und eine Art monstermäßiger Roboter in Menschengestalt. In der nicht einmal halben Stunde verwandelt er den Tisch mit seinen Aktenkoffern, die er zu Landschaften und Raumschiffen werden lässt, ins Kampfgebiet zwischen bewaffneten bzw. schaulustigen Erdenbewohner:innen und angriffigen Aliens – mit Wackelpudding-Massen, Glibber, Slime, Flüssigkeiten und blinkenden elektronischen Spielereien sowie Sternspritzern.

Dazwischen lässt Olivier Rannou, der Spieler und geniale Bastler, der sich von Alien-Invasionsfilmen aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts inspirieren ließ, Nachrichten auf einem Mini-Schwarz-Weiß-Fernsehapparat abspielen.

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Compliance-Hinweis: Das Festival spleen*graz hat Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … – wie schon früher den Kinder-KURIER zur Berichterstattung nach Graz eingeladen.

Dieses Stück wird auch bei spleen*graz 2022 gespielt. Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … hat es schon im Vorjahr gesehen – die Stückbesprechung stammt von der Aufführung im Wiener WuK
INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Ssst!

Florschütz & Döhnert (Deutschland)
Objekttheater; ca. ½ Stunde

Idee und Spiel, Szenographie, Objekte: Michael Döhnert, Melanie Florschütz
Künstlerische Mitarbeit: Joachim Fleischer, Werner Hennrich, Hendrik Mannes
Musik: Michael Döhnert
Kostüm Adelheid Wieser
Bühnenmalerei: Wolf Dieckmann

Koproduktion: Schaubude Berline, Brotfabrik Bonn, Méli’môme / Festival Reims Scènes d’Europe.

***

Envahisseurs

Compagnie Bakélite (Frankreich)
Koproduktion: Scène Nationale du Sud-Aquitain, Bayonne Soutiens

Regie & Interpretation: Olivier Rannou
Regieassistenz: Gaëtan Emeraud
Mit Beteiligung von Pascal Pellan, Alan Floc’h, Agnès Dupoirier
Dank an Lillico, Rennes et Jungle, Le Rheu
With the support of Spectacle Vivant en Bretagne

Alle Infos zu spleen*graz gibt es hier

Szenenfoto aus "Lust"
11.03.2022

Viva la Vulva!