Lecture Performance über Impfungen für junge Kinder im Zirkus des Wissens an der JKU Linz, der Johannes Kepler Uni.
Stachelige Kugeln fliegen animiert über die große Leinwand. Irgendwann taucht eine Kuh auf. Ein Zaun ist mehr als die Begrenzung zwischen Kuhweide und Gehwegen, sondern steht symbolisch für anderes… Schon der Untertitel der jüngsten Performance im Zirkus des Wissens der JKU, der Johannes Kepler Universität Linz, kündigt schon an, worum es sich dreht: „Ein Impfstück ab 5 Jahren“.
Haupttitel der Art Unterrichtsstunde über Bakterien, Keime, Ansteckungen, die Abwehrkräfte, übrigens nicht nur menschlicher Körper (Immunsystem) und wie sie durch Impfungen gestärkt werden können: „Alle Kinder wissen…“
Peter Wolf gibt den Erzähler und sich als den fünf Jahre jüngeren Bruder des Bühnenpartners András Dés aus. Der belebt die ¾ Stunde mit Musik und Geräuschen auf verschiedenen Percussions-Instrumenten (Konzept, Text & Regie: Jacqueline Kornmüller, die im Publikum sitzt und die über die Leinwand „fliegenden“ Animationen steuert – zumindest bei der Premiere.
Hin und wieder wendet sich der Erzähler direkt an die jungen Zuschauer:innen, von denen tatsächliche so manche vieles wissen. Auch „entlarven“, dass das spielerisch abgezapfte Blut für die Untersuchung auf Krankheitserreger bzw. Antikörper nur „eine Murmel ist“. Oder der Schauspieler tut, als würde er sich von einem oder einem anderen Kind pieksen lassen.
Ein bissl Geschichte von Impfungen – berühmt die vom englischen Art Edward Jenner 1796 – entwickelte gegen Kuh-Pocken. Aus der Beobachtung, dass Melkerinnen, die sich mit Kuhpocken angesteckt hatten, daran nicht erkrankten, wurde das Prinzip abgeleitet: Krankheitserreger in kleinsten Dosen verabreicht, macht Körper dagegen immun. Da dies eben rund um die schon erwähnte Krankheit bei Kühen passierte, heißen bis heute Impfstoffe auch mit dem Fachbegriff Vakzine (vom lateinischen vacca für Kuh).
Wobei Wikipedia zu entnehmen ist, dass schon Jahrzehnte vor Jenner Mary Wortley Montagu, Ehefrau des englischen Botschafters im damaligen Osmanischen Reich, 1717 in Briefen von Pockenimpfungen in der heutigen Türkei berichtete. Was übrigens, da die Performance ohnehin recht unterrichtsmäßig abläuft, gleich noch mit-transportiert werden könnte 😉
Kurz angesprochen wird, dass es bei Impfungen schon auch Nebenwirkungen geben kann – von Stich-Schmerzen, Schwellungen, Schlappheit bis zu Kopfweh… – die aber in den allermeisten Fällen deutlich harmloser sind als die (möglichen) Erkrankungen ohne Impfung. Und dass beispielsweise der aufgrund von Impfskepsis zu verzeichnende Rückgang zu einer Zunahme der ansteckenden (Kinder-)Krankheit Masern führt.
Ein Impfstück; ab 5 Jahren;
Konzept, Text & Regie: Jacqueline Kornmüller
Percussion: András Dés
Spielerischer Erzähler: Peter Wolf
Animationen: Sascha Moser
Wissenschaftliche Beratung
Hermann Wolf (Klinische Immunologie)
Helmut Salzer (Klinische Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin, JKU/KUK)
Bis 14. November 2026
Zirkus des Wissens / JKU – Johannes Kepler Universität
4040 Linz, Altenberger Straße 69
Telefon: 0732 24 68 0
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