Am zweiten Tag von Wienopolis war der Andrang noch größer – um die Mittagszeit zu groß.
Das gab’s in mehr als 20 Jahren der jeweils einwöchigen Kinderstadt im Wiener Rathaus vielleicht noch nie: Am Dienstag, 25. August 2026, dem zweiten Tag von „Wienpolis“ hingen – von Kindern handgeschriebene – Plakate beim Eingang zu diesem Bereich im Wiener Rathaus auf denen stand: „Geschlossen“. Aus Sicherheitsgründen durften niemand mehr rein bevor nicht zehn Prozent der 620 Kinder wieder die kleine große Stadt verlassen hatten. UND, natürlich ist sie Mittwoch früh zunächst ja wieder leer – und bereit für die Aufnahme von eben bis zu 620 Kindern!
Was bei Gruppen dann ohnehin bald der Fall war. Dennoch erreichte auch die Tageszeitung der Kinderstadt der Bericht einer Jungreporterin über Beschwerden, dass es bei vielen Stellen, insbesondere beim Arbeitsamt, zu laaaaange Warteschlangen gab.
Die amtierende Regierung schlug daher der Bürger:innen-Versammlung als eines von vier neuen Gesetzen vor, die Höchst-Arbeitszeit bei den meisten Stationen von zwei Stunden zu halbieren, damit Jobs früher frei werden. Von den mehr als 100 Bürger:innen, die bei der Versammlung waren, stimmten zwar viele dafür, aber nicht die Mehrheit. Eines der Vorhaben der am Montag gewählten Bürgermeisterin Rhoda, das sie am Dienstag in der Früh gegenüber Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… wiederholte – eine zweite Warteschlange beim Arbeitsamt brachte natürlich auch nicht mehr freie Arbeitsstellen. Außerdem trat sie für eine weitere Lohnerhöhung ein – „auf zehn Holli Cent“ für eine Stunde. Derzeit sind es für ¼ Stunde zwei Holli Cent der Kinderstadt-Währung, also acht in einer vollen Stunde.
Drei andere Gesetzesvorhaben der Regierung wurden von der Bürger:innen-Versammlung – manche nach längeren Diskussionen – angenommen:
* Wer beim Diebstahl von Geld erwischt wird, muss ½ Stunde ehrenamtlich arbeiten – ohne dafür mit einem entsprechenden Stempel im Spielpass belohnt zu werden wie sonst für freiwillige ehrenamtliche Tätigkeiten.
* Leitungswasser muss in der ganzen Kinderstadt, also auch im Gasthaus, nun kostenlos sein.
* Der Shop darf nicht während des Tages Preise erhöhen, sondern muss um 16 Uhr eine – dann für den nächsten Tag fixe – Preisliste veröffentlichen.
Am Dienstag gab’s auch das Zusammentreffen der schon genannten Bürgermeisterin, die dann aber nicht mehr für die nächste Wahl kandidierte, mit dem Bürgermeister von ganz Wien, Michael Ludwig. Der besuchte Wienopolis, was fast überall für große Aufläufe mit dem einen oder anderen Selfie-Wunsch führte.
Kinderstadt im Wiener Rathaus, Volkshalle und Arkadenhof
im Rahmen des wienXtra Ferienspiels
24. bis 28. August 2026
10 bis 17 Uhr
Gratis, ohne Vor-Anmeldung
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