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Bildmontage aus vier Fotos der in diesem Beitrag vorgestellten Projekte, in denen es um Spiele geht: "My Mistake" (links oben), "Keep Looking" (rechts oben", "0,003s" (links unten) sowie das Brettspiel "Halbgötter" (rechts unten)
Bildmontage aus vier Fotos der in diesem Beitrag vorgestellten Projekte, in denen es um Spiele geht: "My Mistake" (links oben), "Keep Looking" (rechts oben", "0,003s" (links unten) sowie das Brettspiel "Halbgötter" (rechts unten)
17.09.2026

Fehler bringen’s bei diesem Computerspiel

Digitale und analoge Spiele sowie zwei spielerische Computer-Installationen – nächster Bericht über ausgezeichnete Projekte von Kindern und Jugendlichen in der Kategorie „U 19 – create your world“ beim Prix Ars Electronica; Teil 3.

Klar, scheitern, das eine oder andere Leben lassen, gehört zu vielen, wenn nicht den meisten (Computer-)Spielen. Aber immer nur, um daraus lernend, es beim nächsten Versuch anders / besser zu machen. Mia Hadjwasiri und Emilia Werner, zwei Schülerinnen der Graphischen in Wien im Zweig Game Design und interaktiven Medien erhoben aber den / die Fehler zum Spielprinzip. Mit „My Mistake“ gewannen sie eine der zehn – gleichwertigen – Anerkennungen bei den Young Professionals (14 – 19) in der Kategorie „U 19 – create your world“ beim internationalen berühmten Prix Ars Electronica.

„Wir wollten ein Spiel entwickeln, bei dem man keine Angst vorm Scheitern haben muss“, leitet Emilia Werner den Ausgangspunkt für ihr Gamedesign gegenüber Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… ein. „Bestärkt wurden wir von einem Vortrag von Spiele-Entwickler:innen, die geschildert haben, wie Scheitern sie dabei weitergebracht hat. Da fanden wir, das ist ein cooles Thema.“

Und so ist das Setting des 2D-Jump und Run-Videogame anfangs gänzlich leer. Mit dem Controller bewegst du einen Punkt zunächst über einen komplett schwarzen Monitor. Und erst dabei tauchen dann die Hindernisse auf. Die du entweder zufällig überwindest, oder an ihnen hängen bleibst, von ihnen abstürzst. englisch kommentierte Sätze wirken allerdings heftig sarkastisch: Was dich umbringt, macht dich stärker…

Die Fehler bringen’s, machen das Spielfeld erst nach und nach sichtbar. Und bilden damit auch spielerisch einen Gegenpol zu unserem noch immer auf Fehler fixierten Schulsystem.

Brettspiel

Nicht gegen-, sondern miteinander spielen und so gegen den Oberbösewicht, einen Drachen, zu gewinnen – ist das Prinzip des ausgetüftelten Brett- und Würfelspiels „Halbgötter“. Mit diesem von ihr erfundenen, entworfenen und gestalteten Spiel, angesiedelt in der antiken Welt griechischer Göttinnen und Götter gewann Amalia Weisenhorn den U10-Hauptpreis. „Die griechischen Gottheiten haben mich schon lange fasziniert, das hat sich durch die Serie Percy Jackson (basierend auf der gleichnamigen Buchreihe (US-Autor Rick Riordan) verstärkt. Und da mein Vater Brettspiele testet, hab ich mir gedacht, ich mach daraus ein Brettspiel“, schildert sie beim Tisch auf dem ihr Spiel aufgebaut ist Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…

Sie habe die für sie wichtigsten zehn der Gött:innen ausgesucht – bei der Preisverleihung im großen steil ansteigenden Hörsaal 1 meinte sie, „Selene ist meine Lieblingsgöttin, weil ich den Mond und die Dunkelheit sehr mag“.

„Halbgöttter“ – wie der Titel des Spiels heißt – sind die Rollen, in die die Mitspieler:innen schlüpfen. Sie müssen den Sitz der Gottheiten, den Berg Olymp, vom bösen Drachen befreien. „Einen Drachen hab ich gewählt, weil ein solcher oft der Bösewicht in Geschichten und Spielen ist“, antwortet sie auf die Frage wie ein solcher in die antike Welt kommt.

KI vs Mensch?

„Es gibt drei Intensivbetten. Sieben Menschen brauchen sie sofort. Du konfigurierst den Algorithmus, der entscheidet.“ … Mehrere konfliktreiche Szenarien werden dir vorgeschlagen. Wie entscheidest du? Und kam hast du geklickt, siehst du, wie die KI (Künstliche Intelligenz) entschieden hätte.

Aber egal, ob ihr beide übereinstimmt oder nicht. Sie hat’s jedenfalls schneller getan. So schnell, dass am Ende der Satz auftaucht: Die KI hat alle 6 Urteile gefällt, während du noch die erste Zeile gelesen hast.“

„0,003s“ nannten Adrian Heinz, Jonas Horvath, Niklas Ibi, Antal Rácz, Felix Steinbichler, Max Steinbichler, Valerio Tassi und Maximilian Weinfurter vom (Real-)Gymnasium Purkersdorf (Niederösterreich) ihre interaktive Installation für die sie auch mit KI arbeiteten. Die inhaltlichen und künstlerischen Entscheidungen stammen „nur“ von den genannten Jugendlichen. Die Jury verlieh ihnen dafür eine der zehn (gleichwertigen) Anerkennungen bei den young professionals (14 – 19 Jahre). Und begründete dies unter anderem so: „Besonders überzeugend ist die gelungene Verbindung zwischen technologischer Geschwindigkeit und menschlicher Auseinandersetzungstiefe. Die Website schafft Raum für Reflexion und fordert zur aktiven Beschäftigung mit den Chancen und Grenzen von KI auf. Sie zeigt aber auch die unterschiedliche Bedeutungserzeugung von Menschen und KI auf. Durch seine kompakte, zeitgemäße und zugleich kritische Umsetzung leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte.“

Verspielte optische interaktive Installation

Du sitzt vor dem Monitor bewegst deine Augen – und gestaltest damit Linien und Kurven in einer Architekturlandschaft. so funktioniert „Keep Looking“ des Graphische-Multimedia-Schülers Felix Schiefer. Der menschliche Blick wird zum interaktiven, formenden Gestaltungs-Tool. Ein Eye-Tracking-System übersetzt Augenbewegungen in Linien. Anfangs ist der Blick noch unruhig, doch mit zunehmender Konzentration entsteht die Illusion, als würde die Maschine auf Gedanken reagieren.

Ein generatives KI-System formt diese Linien zu Architekturen der gewählten Epoche. Dabei entsteht ein Konflikt zwischen menschlicher Intention und maschineller Interpretation. Die Besucher:innen kontrollieren nicht jedes Detail, bleiben aber alleinige Schöpfer:innen ihrer Welt. Werden die Augen für fünf Sekunden geschlossen, löst sich diese auf – Ausgangspunkt für einen Neuanfang.

Das Konzept für die interaktive Installation Keep Looking beschäftigt sich damit, wie unsere Blicke unsere Umgebung verändern und Realitäten schaffen.

kijuku_heinz

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Mehr Informationen

https://mymistake

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

U 19 – create your world

Seit 1987 gibt es den weltweit renommierte Prix Ars Electronica in verschiedenen – angesichts der Jahrzehnte und der rasanten Entwicklungen in diesem Bereich wechselnden Kategorien.
Ab 1998 kam eine eigene Kategorie für Kinder und Jugendliche (U 19) dazu. Ursprünglich „nur“ digitaler Kunst gewidmet (Titel: freestyle computing), hat sie ebenfalls Wandlungen durchlebt, trägt seit einigen Jahren den Begleit-Titel „create your world“ (gestalte deine Welt) und macht damit schon länger auch analoge Arbeiten einreichbar und preiswürdig.

674 Arbeiten wurden in diesem Jahr eingeschickt, drei Tage lang diskutierten fünf Jury-Mitglieder ausführlich, befanden schließlich 23 Arbeiten für preiswürdig und vergaben Anerkennungen, Auszeichnungen und Hauptpreise (U10, U 12, U14) sowie die goldene Nica, den über-drüber-Preis wie er auch in den erwachsenen Kategorien vergeben wird – eine glänzende, allerdings kopflose, Statue inspiriert von der griechischen Siegesgöttin Nike.

Young Professionals (14 – 19 Jahre)

Goldene Nica
Reverse Rendering; Jannis Berner

Auszeichnungen
Textile Interpretationen ausgewählter Kunstwerke
Yves Lilian Franzen

Der Rückgang des Gletschers Pasterze
Romina Adler

Anerkennungen
0,003s
Adrian Heinz, Jonas Horvath, Niklas Ibi, Antal Rácz, Felix Steinbichler, Max Steinbichler, Valerio Tassi, Maximilian Weinfurter

Digital Intimacy
Yogi Fraisl, Philip Hübner

Gaussian Trip
Gabriel Berger, Valerian Hobel

Keep Looking
Felix Schiefer

Meine Hülle
Magda Pirzl

My Mistake
Mia Hadjwasiri, Emilia Werner

PowAirLoop – Der autonome Akkuwechsel für Drohnen
Michael Erber, Richard Pruckmair, Mathias Waltner, Nino Wieland

Verloren zwischen Rollen
Merjem Alekić, Arezu Dienmohammadi, Sarah Ismail

Wer bin ich
Klasse 5MMA, HTL1 Bau und Design Linz

Zusammen zurück ins Leben
Klasse P8 der Polytechnischen Schule Urfahr

Young Creatives (bis 14 Jahre)

U14 Hauptpreis
Instabiles Zuhause
Demian Ivanov

U14 Auszeichnungen

SIE
Integrative Lernwerkstatt Brigittenau

Heck Meck – Hass Weg
Selma Hofstett, Rosa Wachauer

U 14 Anerkennung
The Future School
Leopold Kastler

U 12 Hauptpreis
12,5 Quadratmeter – Platz für ein Auto, oder …
Klasse 1b, Mittelschule Kettenbrücke, Innsbruck (Tirol)

U 12 Auszeichnung
Plant City
Noah Finn Wichelhaus

U 12 Anerkennung
Wenn ein Planet erwacht
Levin Du, Mila Du, Chenming Wu, Shirley Wu

U 10 Hauptpreis
Halbgötter
Amalia Weisenhorn

U 10 Auszeichnung
einzigARTiges St. Andrä – unsere Stadt aus Sicht der Kinder
Kindergarten St. Andrä im Lavanttal (Kärnten)

U 10 Anerkennung
Save the World!
Suren Leo Paydar

Ars Electronica –> U19 – create your world