Kinder Jugend Kultur und mehr - Logo
Kinder Jugend Kultur Und mehr...
Bild-Montage aus drei Fotos: Young-Professionals-Ausgezeichnete Romina Adler mti ihren beachtlichen Gletscher-Kohlezeichnungen, Computerspiel von Suren Leo Paydar zum Plastikflaschensammeln und der Modellbauer eienr grünen Zukunfststadt, Noah Finn Wichelhaus
Bild-Montage aus drei Fotos: Young-Professionals-Ausgezeichnete Romina Adler mti ihren beachtlichen Gletscher-Kohlezeichnungen, Computerspiel von Suren Leo Paydar zum Plastikflaschensammeln und der Modellbauer eienr grünen Zukunfststadt, Noah Finn Wichelhaus
15.09.2026

Klima und Umwelt: Computerspiel, Lego-Modell, aufwändigste Gletscher-Zeichnungen

Ein weiterer Bericht über ausgezeichnete Projekte von Kindern und Jugendlichen in der Kategorie „U 19 – create your world“ beim Prix Ars Electronica; Teil 2.

Fortsetzung der medienmäßigen Darstellung und Würdigung von Arbeiten aus dem Kreis der 23 Projekte von Kinder und Jugendlichen – U 10, U 12, U 14 sowie U19 – die von der Jury aus den 674 eingereichten Werken beim Prix Ars Electronica in der Kategorie „create your world“ ausgezeichnet wurden. Auch dieses Mal geht’s hier nicht nach der Rangfolge – Hauptpreis, Auszeichnung, Anerkennung, sondern nach einem weiteren thematischen Schwerpunkt.

Wurden in Teil 1 drei Arbeiten rund um Schule vorgestellt, so spielt in diesem Beitrag Klimaschutz die zentrale Rolle. Groß ist dabei die Bandbreite der künstlerischen Werke – wie schon im Titel genannt, zwischen digital und analog.

In einer Art Retro-Stil mit beruhigender Musik programmierte Suren Leo Paydar mit Scratch ein Game, bei dem es gilt Kunststoffflaschen zu sammeln und in den dazugehörigen Mistkübel zu bringen. Herumliegenden Müll zu sammeln und in den Prozess der Wiederverwertung zu bringen mag vielleicht ein „kleiner“ Beitrag sein, aber zum großen Ziel. Und so nannte der junge Spiele-Entwickler sein Jump’n’Run-Game auch gleich einmal „Save the World!“ Und das brachte ihm – damals noch unter zehn – die einzige Anerkennung bei U 10 ein; übrigens am Ende des Beitrages gibt’s einen Link zum – kostenlosen – Spiel.

3D Modell

„Am wichtigsten ist mir in meiner Zukunftsstadt die Stromversorgung mit erneuerbaren Energien“, sagt Noah Finn Wichelhaus bei der Award Ceremony, der Preisverleihung am Med Campus der JKU (Johannes Kepler Universität) in Linz auf die Frage der Moderatorin Conny Lee, die auch Teil der Jury war. Mit vielen Lego-Bausteinen hat er seine Ideen für eine Stadt der Zukunft (in 100 Jahren) in einem Modell umgesetzt.

Neben Solarpanelen, Windrädern und Wasserkraftwerken hat er auch einen Turm errichtet mit grauen flachen Steinen. „Das sind Spiegel“, erklärt er dem Reporter beim Modell in der Vitrine der U19-Ausstellung. „Die reflektieren das Sonnenlicht, bündeln es und das verflüssigt Salzkristalle auf der dunklen Fläche neben dem Turm. In der Nacht kristallisieren die durch die Abkühlung und setzen so Energie frei“.

Autos gibt es (fast) keine und die wenigen schweben in der Luft, verursachen also keinen Gummi-Abrieb auf der Straße. Und natürlich sind auch die elektrisch betrieben. Und der Greiff zu den vielen grünen Bausteinen war definitiv kein Zufall – „Plant City“, so der Name für seine utopische Stadt ist voller Pflanzen, die nicht zuletzt als natürliche Klimaanlagen funktionieren.

Riesenbilder mit Botschaft

Eine der markantesten, sichtbarsten, immer wieder auch zitierten, gezeigten Folgen des Klimawandels in den österreichischen Alpen ist der Rückgang der Pasterze, des bekanntesten heimischen Gletschers. Emotional angefixt von einer eigenen Wanderung – nicht dort aber auf einem Gletscher in den Ötztaler Alpen – kam Romina Adler auf die Idee zwei Bilder zu zeichnen. Die Pasterze 1960 als damals fetten Gletscher und den ziemlich geschrumpften 60 Jahre später.

„Das sollte aber nicht A3 sein, sondern richtig groß, um Leute wirklich aufmerksam zu machen!“, so schildert sie ihren Ausgangspunkt für die Arbeit dem Journalisten. Etwas, das sie aber deutlich unterschätzt hat, wie sie gegenüber Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… und später auch im großen Hörsaal bei der Preisverleihung gesteht. Rund 330 Stunden zeichnete sie mit Kohlestiften – ausgehend von Fotos – äußerst detailverliebt die beiden 1,20 mal 1,60 großen Bilder und damit insgesamt fast 4 m². Aber gerade diese wuchtige, beeindruckende Bildgewalt könnte vielleicht bewirken, was sich die junge Künstlerin wünscht(e): „Vielleicht bringt das die Menschen dazu, sich stärker für den Klimaschutz einzusetzen.“

Wäre gut, wenn die beiden beachtlichen Bilder, in denen so viel Arbeit und Herzblut steckt, auch nach der einwöchigen Ausstellung beim Ars Electronica-Festival noch an vielen Orten gezeigt würden.

Übrigens: „Der Rückgang des Gletschers Pasterze“ wurde mit einer der beiden Auszeichnungen der Young Professionals (14 – 19) von der Jury gewürdigt.

kijuku_heinz

Weitere Beiträge folgen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Computerspiel „Save the World!“

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

U 19 – create your world

Seit 1987 gibt es den weltweit renommierte Prix Ars Electronica in verschiedenen – angesichts der Jahrzehnte und der rasanten Entwicklungen in diesem Bereich wechselnden Kategorien.
Ab 1998 kam eine eigene Kategorie für Kinder und Jugendliche (U 19) dazu. Ursprünglich „nur“ digitaler Kunst gewidmet (Titel: freestyle computing), hat sie ebenfalls Wandlungen durchlebt, trägt seit einigen Jahren den Begleit-Titel „create your world“ (gestalte deine Welt) und macht damit schon länger auch analoge Arbeiten einreichbar und preiswürdig.

674 Arbeiten wurden in diesem Jahr eingeschickt, drei Tage lang diskutierten fünf Jury-Mitglieder ausführlich, befanden schließlich 23 Arbeiten für preiswürdig und vergaben Anerkennungen, Auszeichnungen und Hauptpreise (U10, U 12, U14) sowie die goldene Nica, den über-drüber-Preis wie er auch in den erwachsenen Kategorien vergeben wird – eine glänzende, allerdings kopflose, Statue inspiriert von der griechischen Siegesgöttin Nike.

Young Professionals (14 – 19 Jahre)

Goldene Nica
Reverse Rendering; Jannis Berner

Auszeichnungen
Textile Interpretationen ausgewählter Kunstwerke
Yves Lilian Franzen

Der Rückgang des Gletschers Pasterze
Romina Adler

Anerkennungen
0,003s
Adrian Heinz, Jonas Horvath, Niklas Ibi, Antal Rácz, Felix Steinbichler, Max Steinbichler, Valerio Tassi, Maximilian Weinfurter

Digital Intimacy
Yogi Fraisl, Philip Hübner

Gaussian Trip
Gabriel Berger, Valerian Hobel

Keep Looking
Felix Schiefer

Meine Hülle
Magda Pirzl

My Mistake
Mia Hadjwasiri, Emilia Werner

PowAirLoop – Der autonome Akkuwechsel für Drohnen
Michael Erber, Richard Pruckmair, Mathias Waltner, Nino Wieland

Verloren zwischen Rollen
Merjem Alekić, Arezu Dienmohammadi, Sarah Ismail

Wer bin ich
Klasse 5MMA, HTL1 Bau und Design Linz

Zusammen zurück ins Leben
Klasse P8 der Polytechnischen Schule Urfahr

Young Creatives (bis 14 Jahre)

U14 Hauptpreis
Instabiles Zuhause
Demian Ivanov

U14 Auszeichnungen

SIE
Integrative Lernwerkstatt Brigittenau

Heck Meck – Hass Weg
Selma Hofstett, Rosa Wachauer

U 14 Anerkennung
The Future School
Leopold Kastler

U 12 Hauptpreis
12,5 Quadratmeter – Platz für ein Auto, oder …
Klasse 1b, Mittelschule Kettenbrücke, Innsbruck (Tirol)

U 12 Auszeichnung
Plant City
Noah Finn Wichelhaus

U 12 Anerkennung
Wenn ein Planet erwacht
Levin Du, Mila Du, Chenming Wu, Shirley Wu

U 10 Hauptpreis
Halbgötter
Amalia Weisenhorn

U 10 Auszeichnung
einzigARTiges St. Andrä – unsere Stadt aus Sicht der Kinder
Kindergarten St. Andrä im Lavanttal (Kärnten)

U 10 Anerkennung
Save the World!
Suren Leo Paydar

Ars Electronica –> U19 – create your world