Drei Comedians mit syrischem Background boten Kostproben ihrer selbstironischen Programme beim Kultursommer Wien.
Moderiert und angekündigt vom Förderpreisträger des Österreichischen Kabarettpreises 2025, „Der Kuseng“ (Debütprogramm „Hoamatlond, Hoamatlond“) sorgten drei recht unterschiedliche Comedians unter dem gemeinsamen Titel „The Habibis“ für Lachen im Favoritner Waldmüllerpark (Nähe Matzleinsdorfer Platz) beim Kultursommer Wien. Der geht übrigens nur noch bis Sonntag, 16. August 2026 Programm auf neuen Bühnen. Der aus dem Arabischen mittlerweile fast in den allgemeinen Sprachgebrauch „migrierte“ Begriff für Liebling im Sinne von Freund, vereinte drei Künstler:innen, die mit sehr viel vor allem Selbstironie sich selbst auf die Schaufel nehmen. Weitere Gemeinsamkeit: Wohnort und Lebensmittepunkt Wien, Herkunft ursprünglich aus Syrien
Den Spielort Waldmüllerpark nahm Flona (ihr erstes Programm, mit dem sie tourte, hieß „Selfmade Feminist“ gleich zum Anlass, ihr Wissen – und ihre Liebe – zu Favoriten zu outen. Zog dann einen Zettel aus der Hosentasche, entfaltet ergab er einen Ausdruck mit dem Wappen des 10. Wiener Bezirks. Augenzwinkernde schilderte sie Gemeinsamkeiten von Symbolen Favoritens mit ihrer ersten Heimat (aus der 16.000-Einwohner:innen-Stadt Al-Sukhnah in Zentralsyrien, Flucht über Türkei und Deutschland wo sie in Bayern die Schule mit Abitur /Matura abschloss): „In Syrien haben wir auch viele Brunnen und Ziegel…“
Die Spinnerin am Kreuz-Geschichte nahm sie zum Anlass, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede: „Ich würde nie auf einen Mann warten – und verrückt bin ich schon“ – mehr und im O-Ton im unten verlinkten Video.
Saad Al Ghefari war schon in Syrien (Film-)Schauspieler und Comedian, Flona kannte ihn aus Serien. Nach seiner Flucht vor dem Krieg bleib er zumindest einer Seite seines Berufs, der komischen, treu, spielt meist auf Englisch -mit eingestreuten arabischen Sätzen. Nimmt ebenfalls sich – und gängige Klischees, teils aber auch solche mit ernstem Hintergrund – aufs Korn wie Kinderehe und Polygamie. Seine eigene Show, mit der er da und dort auftritt, nennt er „Muslim in the Church“. (Muslim in der Kirche)
Schließlich versuchte sich als Dritte im Bunde des „Made in Syria – A Comedy Show“-Abends Nibal als Art Männerseelen-mordender Vamp in kleinen Episoden darzustellen. Und ihre Liebe zum Grillen sowie die Enttäuschung über einen Mini-Grill-Abend in einer Wiener WG-Party zu outen. Ihren eigenen verhaltenen Humor ironisierte sie mitunter mit dem Zusatz: „Das war ein Witz“.
Made in Syria – A Comedy Show
kultursommer.wien –> the habibis
Noch bis 16. August 2026
kultursommer.wien –> kalender_2026
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