Probenbesuch für ein Theaterstück anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums von Amateurfunk in Österreich; Festakt und offene Türen, dieses Mal am Weltfriedenstag.
Clara Maria Pammer steht auf einem der Tische der Bühne des kleinen Pygmalion Theaters in Wien-Josefstadt. Ihre Arme weit ausgebreitet, den Kopf kreisförmig drehend, empfängt und sendet sie Funkwellen – ganz ohne Gerät. Sie und ihre Kollegen proben für das Theaterstück zu 100 Jahre organisierter Amateurfunk in Österreich. Dieses erlebt seine Premiere – und einzige Aufführung – beim Festakt des ÖVSV, des Österreichischen Versuchssenderverbandes, dann im großen Wiener Volkstheater; am Weltfriedenstag, dem 21. September 2026.
Warum selbst oder auch gerade in Zeiten von Smartphones und Internet Funk von großer Bedeutung ist? Er funktioniert auch im Fall von großflächigem Blackout, siehe am Ende dieses Beitrags verlinkte Berichte.
Die genannte Schauspielerin schlüpft dabei in die Rolle der „Morgigen“ aus dem 22. Jahrhundert. Dann wird via „Cerebralfunk“ übertragen. Das interessiert natürlich vor allem den geschäftigen Reporter, den Peter Austin-Brentnall spielt, der die neuartige Übertragungstechnikerin aus allen möglichen Perspektiven mit der Kamera fotografiert.
Die „bahnbrechende Forschungsarbeit“ wurde am „Campus Wulkaprodersdorf“ von einem gewissen Uniprof namens Salvador Havlicek entwickelt, „dem nach Implantationen in Transfusern die erste Extramodulation von Gehirnwellen“ glückte, „was schrittweise zur Betriebstechnik des Neuronenfunks“ führt, der „im Bereich unter 4 Hz operiert“.
Das Stück hat sich der schon vor fünf Jahren verstorbene, vor allem als Kinderbuchautor bekannte Wolf Harranth ausgedacht und geschrieben. Dessen Bilderbuchgeschichte „Das ist eine wunderschöne Wiese“ wird übrigens heuer als Musical zum alljährlichen vorweihnachtlichen Geschenk der Kinderfreunde für Tausende Kinder im Raimundtheater. Harranth, auch Übersetzer, Lektor und Journalist, war schon früh dem Amateurfunk verfallen und initiierte das Dokumentationsarchiv Funk das sich der Geschichte des Funkwesens widmet. Schwerpunkte sind Rundfunk- und Amateurfunkgeschichte. Vielleicht nicht zuletzt, weil er schon als kleines Kind mit seinem Vater, dem Schauspieler Harry Harranth im Radiosender „Rot Weiß Rot“ (der US-Besatzung Österreichs) seine ersten Rollen in der „Radiofamilie“ spielte.
Für das Stück, das er „Hundert Jahre ganz genau mit Ö und Vau und Es und Vau“ nannte, lässt er die schon genannte „Morgige“, mit dem komplizierten Funknamen („Rufzeichen“ im Fachjargon) „Daisy, ¥£99γ <spr: Wai-El 99 Gamma>“ auf einen „Gestrigen“ namens Josef Gamsbartelgruber, gespielt von Martin Ploderer treffen. Der bei jener Probe, die Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… besuchte, verhindert war. Ein „Heutiger“ darf da als Station zwischen den Generationen Natürlich nicht fehlen, baute der Autor doch auch die Geschichte des Versuchssenderverbandes in das Stück ein.
Den Typen aus der Gegenwart – Rufzeichen OE100XA – spielt Philip Kaplan, der auch Regie führt und auch schon vor zehn Jahren beim 90-Jahr-Jubiläum beim damaligen, ebenfalls von Harranth geschriebenen Stück dabei war.
Die „Zauberreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ wird „nur“ Teil des Festakts im Wiener Volkstheater sein, bei dem schon Stunden davor im Foyer des Hauses am Arthur-Schnitzler-Platz Sondermarken zu 100 Jahre ÖVSV verkauft werden. und davor es offene Türen in den Lokalen des Dachverbandes, des schon erwähnten DokuFunks sowie einem Wiener Klublokal gibt – Details in der Info-Box unten.
Eine Zauberreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Buch und Inszenierungsanweisungen: Wolf Harranth, OE1WHC, SK 73
Die Morgige – Daisy, ¥£99γ : Clara Maria Pammer
Der Heutige – OE100XA: Philip Kaplan
Der Gestrige – Josef Gamsbartelgruber, ÖJG: Martin Ploderer
Reporter: Peter Austin-Brentnall
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Rundgänge und Präsentationen an folgenden Standorten:
+ Dachverbandslokal ÖVSV
2351, Wr. Neudorf, Industriezentrum NÖ-Süd, Straße 14, Objekt 31
+ DOKUFUNK
1230 Wien, An den Steinfeldern 4A
+ Klublokal Landesverband Wien
1060 Wien, Eisvogelgasse 4/1. Stock
Festakt im Volkstheater
1070, Arthur-Schnitzler-Platz 1
Sonder-Marken Verkauf ab 16 Uhr im Foyer des Theaters
Einlass ab 18 Uhr – mit den kostenlosen Platzkarten
Beginn 19 Uhr
oevsv.at –> Tagesprogramm 100-Jahr-Jubiläum
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