KiJuKU-Gespräch mit vier Jugendlichen nach der „Radetzkymarsch“-Premiere im Kärntner Gailtal, die mehrmals in Film-Einspielungen mit ihren Meinungen vorkommen.
Emma Joast, Julius Luneschnig, Rahel Mühlmann und Daniel Suntinger sind vier der Jugendlichen, die – neben auch etlichen älteren Menschen aus der Region – in Film-Einspielungen in der Theater-Aufführung „Radetzkymarsch“ beim Festival Bühne der Macht“ im Kärntner Gailtal immer wieder zu sehen und hören sind. In diesen äußern sie sich zu Themen wie Erziehung, Tradition, Generationen, Rollenbilder, Macht… Diese vier waren bei der Premiere anwesend, zu der Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… vom Festival eingeladen worden war. KiJuKU nutzte die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Quartett, alle vier Schüler:innen des Gymnasiums im nahegelegenen Osttiroler Lienz. Sie hatten – nach einer Anfrage einer ihrer Lehrerinnen, die die Festivalleiterin kennt, auch schon im Vorjahr – da stand Ödön von Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“ auf dem Programm – mitgemacht.
KiJuKU: Und Sie haben dann zur Einstimmung den Text gelesen oder gab es überhaupt gar keinen direkten Konnex zum Stück, sondern „nur“ zu den Themen?
Schüler:innen: Also wir haben eine grobe Zusammenfassung des Stücks – eine der Jugendlichen hat den ganzen Roman – gelesen. Beim Dreh selber haben wir dann auf gesellte Themen und Fragen geantwortet.
KiJuKU: Sind die Themen vorgegeben worden oder haben Sie selber eingebracht?
Schüler:innen: Also, die sind vorgegeben worden, und wir haben spontan ohne Vorbereitung geantwortet.
KiJuKU: Und das sind Themen, die Sie zum Teil wahrscheinlich unabhängig vom Stück und dem Festival ja auch so beschäftigen bzw. es schon getan haben, oder?
Schüler:innen: Natürlich, vielleicht nicht immer alle, aber doch. Rund um den Drehzeitpunkt haben wir uns dann nochmals aktiv damit befasst. Und dort haben wir uns ja schon Gedanken gemacht. Es waren sehr viele generelle Fragen, was Erziehung betrifft, was wir über Generationskonflikte denken und so weiter.
KiJuKU: Sind Sie selber alle aus Lienz oder auch aus kleineren Dörfern – wo vielleicht auch die Ansichten unterschiedlich zwischen Stadt und Land sind oder sein könnten?
Schüler:innen: Unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen hat das dann eh wenig Rolle gespielt.
KiJuKU: Wie ist es, sich selber relativ groß auf der Leinwand zu sehen?
Schüler:innen: Schon ungewohnt – beim ersten Mal, also im Vorjahr. Aber man gewöhnt sich nach einer gewissen Zeit. Also lustig ist es. +
KiJuKU: Jetzt nach der Premiere, wie schätzen Sie das Stück selber ein?
Schüler:innen: Super. Also die Inszenierung war wirklich, wirklich sehr grandios.
KiJuKU: Inwiefern?
Schüler:innen: Die war einfach so gut gesprochen und gespielt. Das Buch selber ist ja eigentlich zach, aber sie haben das Wesentliche gezeigt. Da passiert so viel und das zu komprimieren und so dass es realitätsnah und nicht langweilig ist, war sicher schweirig, ist aber schlau gemacht.
KiJuKU: Gehen Sie öfter ins Theater oder spielen Sie selber auch?
Schüler:innen: In Lienz gibt es nicht so viel Angebot, aber grundsätzlich ja. Man fährt dann schon einmal nach Wien, um sich eine Operette anzuschauen. Wir waren heuer auch bei „Tristan und Isolde“ in Klagenfurt. Und ja, das war auch toll, weil wir dann auch ein bisschen hinter die Kulissen reinschauen durften. Da macht unsere Schule schon einiges kulturell Gutes.
KiJuKU: Und hat irgendwer selber mal Lust zu spielen?
Schüler:innen: Wir haben eine Schultheatergruppe, da haben zwei von uns mitgespielt. Da haben wir ein Stück entwickelt, ein ganzes Jahr lang und es dann am Ende auf die Bühne gebracht.
KiJuKU: Worum ging’s da?
Schüler:innen: Es hat „Demaskiert“ geheißen, da ist es um eine reiche Elite-Schule gegangen. Und wie sich alles so hinter der perfekten Fassade verbirgt. Das ist aber nur so ein grober Grundriss.
KiJuKU: Vielen Dank für das Gespräch.
Transparenzhinweis: KiJuKU wurde zur Berichterstattung am Premierentag auf die Bahn- und Busfahrten sowie die Übernachtung eingeladen (danach wäre eine öffentliche Rückfahrt nicht mehr möglich gewesen).
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