Angstlust-Gastspiel im Dschungel Wien, eines von zwei Monster-Stücken; viele Filme auf Kinoleinwänden.
Vor einer Fototapete einer Mauer aus großen, unbehauenen Steinen steht einsam ein kleines Rehkitz, ein Korb-Lehnsessel und an einer Ecke ein Nadelbaum. Liebliche Film-Musik wie aus dem Disneyfilm über das kleine Reh-Junge „Bambi“ ertönt. Dann heftige Trampelschritte. Und es erscheint… – klar, das nicht ganz einstündige Stücke heißt ja „Monsterrrr!“
Zwar hat es Hörner und einen tierischen Schwanz. Aber es ist bunt, hellblau, rosa und noch einige fast schillernde Farben prägen das Kostüm, Haare und Bart des Schauspielers Trygve Wakenshaw (Kostüm: Sandra Hilli Becker, Maske: Carina Brachner). Einerseits tänzelt er balletös, andererseits tritt er das Stofftier, schmeißt den Sessel um und den Baum hinter die Steinmauer…
Und Sekunden später stammelt er „Entschuldigung“, in einer Art, dass es diesem zotteligen Mensch-Tier-Fabelwesen offenkundig wirklich leidtut.
Irgendwie zart besaitet ist sich dieses „Monsterrrr!“ offenbar nicht immer seiner Kraft bewusst, scheint tollpatschig in Zerstörung und Vernichtung zu stolpern. Hat auch Angst vor unheimlichen Geräuschen, begibt sich dennoch mutig auf – unsichtbare – Abenteuer, die sich „nur“ durch Geräusche, Musik und sein körperlich sehr bewegtes Schauspiel zu Bildern (im Kopf) ergeben. Kampf gegen Ungeheuer, Überwindung von Schluchten auf wackeligen Brücken. Das „Bambi“ wird zum Reittier, Moped, Motorrad. Und wenn das Stofftier Angst hat, schultert Monsterrrr es.
So ab der Hälfte beginnt der Performer (Regie: Fabian Sattler, Dramaturgie & Bühne: Annette Pfisterer) verstärkt immer wieder das Publikum direkt anzuspielen und dabei hin und wieder in die Irre zu führen – Einladung zu Hight Five, obwohl zuvor das Schild „nicht anfassen“ gezeigt wird 😉 Und bringt nicht zuletzt mit „verbotenen“ Fingerzeigen und verpönten – dann doch zu vielen – Furz Geräuschen (nicht nur die jungen) Zuschauer:innen zu herzhaftem Lachen.
Ein Monster, das zwischen furchterregendem Ausschauen und Auftreten zu Lachen (über sich selbst), zwischen Angst und (Mit-)Leid spielt, zum Annähern und Mitmachen einlädt.
So wie sich Weihnachten oft schon recht früh in den Supermärkten mit Lebkuchen ankündigt, dehnt sich auch die Angst-Lust-Saison vor Halloween aus. Schon im Sommer erschienenen neue (Bilder-)Bücher rund um unterschiedlichste Arten solcher Wesen (Link zu einigen am Ende des Beitrages).
Mitte Oktober startet der gleichnamige Animationsfilm nach der Buchserie „Monster Mia“ in den Kinos. Im Wiener Kinder- und Jugendkino Cinemagic (Urania) läuft eine Serie einschlägiger Filme – siehe Info-Box.
Gegen Ende Oktober startet die Spielserie „Das Monsterprojekt“ der Performance-Gruppe schallundrauch agency im Dschungel Wien. Dort gastiert dieses Wochenende (noch am Sonntagnachmittag) auch jenes – oben beschriebene Gastspiel des freien Ensembles „Toboso“ aus dem deutschen Essen. Den Namen hat sich die seit 13 Jahren tätige Gruppe, wie sie auf ihrer Homepage schreibt, vom berühmten Roman „Don Quijote“ (von Miguel de Cervantes) ausgeborgt. Der bekannte spanische Dichter hat seiner vom Titelhelden angebeteten Dulcinea den Adelstitel „von Toboso) verfasst. „So macht er Toboso zu einem phantastischen Sehnsuchtsort, der all denen zur Realität wird, die mit ganzer Leidenschaft dem Abenteuer einer Idee folgen“, stellt die Gruppe damit den Zusammenhang zur eigenen Theaterarbeit her.
Toboso (Deutschland); ca. 50 Minuten; ab 6 Jahren
Regie: Fabian Sattler
Performance: Trygve Wakenshaw
Dramaturgie & Bühne: Annette Pfisterer
Kostüm: Sandra Hilli Becker
Maske: Carina Brachner
Musik: Lukas Tobiassen
Regie Assistenz: Gabriel Schunck
Ausstattung Assistenz: Mareike Alexander
Bühnenbau: Simon Schlegel
Outside Eye (dramaturgische Beratung): Moritz Fleiter
Licht: David Cartwright
27. September 2026
Dschungel Wien: 1070, MuseumsQuartier
Telefon: 01 522 07 20-20
dschungelwien —> monsterrrr
Passend zu Halloween läuft nicht nur ab Mitte Oktober der Animationsfilm „Monster Mia“ in den Kinos an. Das wienXtra-Cinemagic (Urania-Kino in Wien) bietet vier „Filme mit sanftem Gruselfaktor für die ganze Familie“ an.
Molly Monster
Animation; ab 5 Jahren
Familienzuwachs im Hause Monster: Das langersehnte „Du-weißt-schon-was“ hat endlich das Licht der Welt erblickt. Die große Schwester Molly kann es kaum erwarten, ihrem Geschwisterchen die selbst gestrickte Haube zu schenken. Doch zuerst müssen Mama und Papa mit dem Ei zur Eierinsel fahren, auf der alle Monster schlüpfen. Aber sie haben das Geschenk vergessen. Für Molly und ihren besten Freund Edison beginnt eine spannende Reise über die Wüsten Wilden Hügel, um noch rechtzeitig zum Schlüpftag zu kommen.
3. Oktober 2026
13 Uhr
11. Oktober 2026
11 Uhr
Hotel Transsilvanien
ab 7 Jahren
Um seine Tochter Mavis vor den „bösen“ Menschen zu beschützen hat Graf Dracula in Transsilvanien eine Hochsicherheits-Burg gebaut, die sämtlichen Monstern weltweit als Urlaubsziel dient. Zu Mavis‘ 18. Geburtstag reisen alle an, um mit ihr eine große Party zu feiern. Doch Mavis wünscht sich nichts sehnlicher, als durch die Welt zu reisen und junge Leute kennenzulernen. Ihr Wunsch scheint zum Greifen nah, als sich der Rucksacktourist Jonathan ins „Hotel Transsilvanien“ verirrt…
4. Oktober 2026
11 Uhr
Minions & Monster
ab 8 Jahren
Auf der Suche nach einem neuen Mini-Boss verschlägt es die Minions in das Hollywood der 20er Jahre. Weil sie unabsichtlich einen Filmdreh crashen, werden die Minions zu Filmstars und freunden sich mit dem Regisseur Max an. Nach einem großen Flop wollen die gelben Wesen, allen voran die fantasievollen Freunde Henry und James selbst einen großen Film drehen, doch dafür brauchen sie ein richtig furchteinflößendes Monster. Voll mit Zitaten der Filmgeschichte, ist der dritte Minions-Film eine actionreiche und unterhaltsame Hommage an das Kino.
3. Oktober 2026
15 Uhr
4. Oktober 2026
15 Uhr
Als Zusatzprogramm gibt es am Sa 3.10. nach der Minions-Vorstellung Einblicke zu Minions@Hollywood der Goldenen Zwanziger.
Ein völlig verrücktes Halloween
ab 8 Jahren
Beim traditionellen Halloween-Fest von Asgers Familie ist dieses Jahr alles anders. Die Familie hat ein schweres Jahr hinter sich, die Freundin Esther ist sich plötzlich zu cool für das Familien-Halloween und Asger ist genervt, dass er auf seine kleine Schwester Petra aufpassen soll. Als diese entführt wird, bittet Asger seine Freundin Esther um Hilfe bei der Suche nach ihr. Petra macht es in der Zwischenzeit in ihrer Gewitztheit den Dieben nicht leicht, und die bereuen schnell, sie überhaupt entführt zu haben. Komödie mit Grusel- und Gänsehaut-Feeling sowie einem überraschenden Schluss!
18. Oktober 2026
14 Uhr
Preise: 6 Euro (Normalpreis), 5 Euro (ermäßigt mit Kinderaktivcard)
WIENXTRA-Cinemagic – Kinder- und Jugendkino in der Urania
1010, Uraniastraße 1
wienxtra.at/cinemagic
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