Bilderbuch einer australischen (blinden) Autorin, Performerin, Theaterkritikerin, Pädagogin mit kunterbunten, schrägen Illustrationen.
Ausgehend von Jem, ihrer Blindenführhündin, ließ sich die Autorin, Pädagogin, Performerin und Theaterkritikerin die Geschichte einer Arbeitskollegin Jems einfallen. Dieser Hündin gab Autorin Olivia Muscat im englischen Original den Namen Jemina. Muscat lebt im australischen Naarm – wie die viel mehr als Melbourne bekannte – Stadt von der indigenen Kulin Nation genannt wird.
Für die deutschsprachige Ausgabe – Übersetzung aus dem Englischen: Nadine Rokstein – wählte der Verlag einen ganz anderen Namen: Pommes. Warum auch immer, vielleicht weil Muscat ihre Hündin in dem Bilderbuch liebend gern essen lässt.
Egal ob Jemina, Pommes oder auch deren lebendiges Vorbild Jem, die Hündin, die leibt was die meisten ihrer Artgenoss:innen mögen – fressen, spielen, spazieren, Neues entdecken, bewundert und gekrault werden – hat eben eine spezielle Ausbildung – gemeinsam mit ihrem „Frauchen“ hinter sich. Und übt den entsprechenden Job aus.
In einfachen, klaren Sätzen beschreibt der Text, wie – nun eben Pommes – im Gespann mit ihrem liebsten Menschen – Olivia heißt auch im Buch so – diese an Hindernissen vorbei geleitet, durch Menschenmassen hindurch lotst, vor Gefahren bewahrt, indem sie beispielsweise stur bleibt, nicht und nicht weitergeht, in Bahn oder Bus aufmerksam macht, wenn es Zeit zum Aussteigen ist und vieles mehr.
Stolz ist die Erzählerin und eigentliche Hauptfigur von „Wuff, ich bin Pommes“ mit Untertitel „Meine Abenteuer als Blindenführhund“ (obwohl sie eine Hündin ist) auch darauf, in ihrem Job auch an Orte kommen zu dürfen, wo Vierbeiner ansonsten verboten sind – Museen, Theater und dergleichen mehr.
Stolz spricht aber auch aus den Passagen, wo Pommes (Jemina) auf ihre große Verantwortung verweist, sich ja nicht durch versuchte Streicheleinheiten oder Leckerlis von der wichtigen Aufgabe abbringen zu lassen. Denn die Hündin liebt ihren Job. Und ist sich ihrer Verantwortung bewusst.
Daher bittet sie dich und natürlich alle anderen, ihr zu helfen. „Du fragst dich, wie? Indem du mich aus der Ferne bewunderst und nicht ablenkst…“
Mit bunten, teils schrägen, Bilden hat Allison Colpoys die Geschichte der Blindenführhündin und ihrer liebsten (blinden) Zweibeinerin illustriert. Für Menschen, die auch nichts sehen, gibt es eine Audioversion (über eine QR-Code am Buch-Ende) – allerdings nur des Textes sowie als Vorbemerkung das Nachwort der Autorin über ihre eigene Lebenssituation. Was leider gänzlich in den knapp sieben Minuten Hörbuch fehlt, ist das, was Audio-Description bei Fernsehen und Filmen liefert: Die akustische Beschreibung der Bilder.
Text: Olivia Muscat
Übersetzung aus dem Englischen: Nadine Rokstein
Illustration: Allison Colpoys
Wuff, ich bin Pommes. Meine Abenteuer als Blindenführhund
32 Seiten
Leykam Verlag
20,50 €
Audio-Version – des Textes
Am Ende des Buches gibt es einen QR-Code, der zu einer Audioversion führt (6¾ Minuten)– gelesen von Sabrina Gander, aber nur der Text, Bilder sind – leider – nicht beschrieben.
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