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Szenenbild aus der virtuellen Welt von "Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt"
Szenenbild aus der virtuellen Welt von "Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt"
04.07.2022

Reise auf einem Sitz – in virtuelle Kartonwelten

„Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt“ mit VR-Brillen.

Über tanzende Roboter und scheinbar von Geisterhand gespielte Musikinstrumente war in der bislang letzten Folge der Berichte über Stücke und Performances bei spleen*graz 2002, dem neunten internationalen Theaterfestival für junges Publikum hier zu lesen – übrigens alle bisher erschienenen Artikel sind unten auch verlinkt.

Szenenbild aus der virtuellen Welt von
Szenenbild aus der virtuellen Welt von „Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt“

Und natürlich durfte auch ein anderes technologisches Element, das so manche Theater schon seit geraumer Zeit, verstärkt in Lockdown-Phasen einsetz(t)en: Mit VR-Brillen auf dem Kopf tauch(t)en die Besucher:innen – jeweils zu zweit in einem analogen Raum in handschnittartig gebastelte virtuelle Welten ein: „Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt“, nennt sich die virtuelle Reise in ein Theaterhaus, auf eine Blumenwiese sowie ein Ruderboot. Gebaut von einer Abteilung des Augsburger Staatstheaters, inszeniert von Simon Windisch vom Planetenparty Prinzip, das schon etliche analoge interaktive Spiele inszeniert hat, in denen HandyApps ins Geschehen eingebaut waren.

Szenenbild aus der virtuellen Welt von
Szenenbild aus der virtuellen Welt von „Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt“

Selbst gebastelt

Rund zwei Dutzend mitspielende Zuschauer:innen pro Vorstellung sorgten für so manche auch technische Komplikation mit Ausfall der einen oder anderen VR-Brille und damit Versäumnis eines Spielabschnitts. Die Grafik – Figuren und Kulissen in der Optik von aus Karton ausgeschnittenen, bemalten Teilen – versprüht einen gewissen Charme aus dem Beginn dieses Jahrhunderts. Aber alle Beteiligten hinter den Kulissen legten Wert darauf, alles sozusagen von Grund auf selbst gebastelt zu haben. Auch das hat was.

Szenenbild aus der virtuellen Welt von
Szenenbild aus der virtuellen Welt von „Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt“

Zu diesen Figuren und Szenenbildern gesellte sich noch eine große, grüne Figur, kein/e Marsianer:in, sondern der Avatar des in Echtzeit agierenden Schauspielers, Moritz Ostanek. Und, so hätte es jedenfalls funktionieren sollen, was der Rezensent, möglicherweise aufgrund der anfangs defekten VR-Brille nicht so mitbekommen hat: Dass immer zwei der Besucher:innen in einem Raum mit je einer VR-Brille in die virtuelle Welt eintauchten – gleichzeitig mit eben fast zwei Dutzend anderen Duos – sollte ein Zusammenspiel von virtueller und analoger Welt ergeben.

Szenenbild aus der virtuellen Welt von
Szenenbild aus der virtuellen Welt von „Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt“

Dein Spiegel

Irgendwann tauch übrigens jeweils ein Gegenüber auf – das ist dann aber nicht die/der andere im realen Raum, sondern zeitverzögert eine Art Spiegelbild des eigenen Karton-Avatars. Bis zu einem gewissen Grad scheint hier bei dieser Eine/Andere-Reise, bei der du auf deinem Sessel sitzen bleibst, schon noch ein wenig na sagen wir Luft nach oben verglichen mit anderen interaktiven Theaterformen im virtuellen Raum – und da sind nicht millionenteure Computerspiele gemeint.

Follow@kiJuKUheinz

Compliance-Hinweis: Das Festival spleen*graz hat Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … – wie schon früher den Kinder-KURIER zur Berichterstattung nach Graz eingeladen.

Weitere spleen*graz 2022-Berichte

Dieses Stück wird auch bei spleen*graz 2022 gespielt. Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … hat es schon im Vorjahr gesehen – die Stückbesprechung stammt von der Aufführung im Wiener WuK
INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Das Eine, das Andere und der wahrscheinliche Ausgang einer Reise, bei der man zu Hause bleibt

Staatstheater Augsburg (Deutschland), Abteilung Elektrotheater plus Planetenpart Prinzip (Österreich)
Virtual-Reality-Theater

Konzeption: Das Planetenparty Prinzip
Regie: Simon Windisch
Live-Performance: Moritz Ostanek
Bühnendesign: Leonie Bramberger
Tech-Artist: Christian Schläffer
Programmierung: Daniel Stock
Musik: Robert Lepenik
Sprecherin: Nora Winkler

Alle Infos zu spleen*graz gibt es hier

Szenenfoto aus "Lust"
11.03.2022

Viva la Vulva!