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Zitronen-Verwerter:innen aus Nikosia (Zypern) mit ihrer Firma Lemonaid

Schüler:innen werden zu Lehrer:innen

Spielerisch Umweltwissen vermitteln – das wollen Schüler:innen des Gimnazija „Panto Mališić“ aus Berane in Montenegro (Südosteuropa zwischen Kroatien, Bosnien & Herzegowina, Serbien, Kosovo und Albanien) mit ihrer Junior-Company nmb Ecostep. Dafür entwickelten sie eine App, mit deren Hilfe der eigene ökologische Fußabdruck verringert werden kann. Wer Altmaterialien zur – richtigen – Recycling-Sammelstelle bringt, kann den dortigen QR-Code scannen und kriegt dafür EcoCoins. Die wiederum lassen sich dann beispielsweise in manchen Kooperations-Geschäften gegen ökologische Produkte eintauschen.

13 Jugendliche haben an dieser Plattform mitgearbeitet, erzählen die Vertreter:innen in Wien bei der internationalen Juniorfirmen-Handelsmesse Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… „Neben“ der App haben sie auch kleine Bilderhefte gestaltet und sich dafür Geschichten mit Umwelt-Touch ausgedacht – samt zwei Kindern namens Nemi und Elias sowie den beiden Fantasie-Charakteren Lux und Infiny, die auch als Avatare für die App verfügbar sind. „Bei den Geschichten und Figuren haben wir und schon an bekannten Märchen und Geschichten orientiert, aber doch selber geschrieben und gezeichnet“, gestehen die drei Schüler:innen, die ihre Kolleg:innen in Wien vertreten. Begleitet wurden sie nicht nur von Lehrpersonen, sondern auch von einer Mentorin aus einem Unternehmen, das das Projekt unterstützt.

Derzeit gibt’s App und Stories nur auf Englisch, so die Schüler:innen, „aber wir richten uns ja an Jugendliche ab 13. Und wir haben die App schon von 4200 Schüler:innen testen lassen“, vertrauen sie stolz dem Reporter an.

Mit diesem „Seitenwechsel“ – Schüler:innen in der Rolle von Pädagog:innen – knüpft dieser Beitrag insofern an Teil 1 der Berichte über die schon erwähnte internationale Messer der Junior-Companies an, als es dort um Re-, Upcyling-Produkte und Nachhaltigkeit ging. Etwas, das hier später auch noch einmal im Zentrum der Produkte einer der Junior-Firmen stehen wird.

Online-Anleitungen für analoges spielerisches Lernen

Zunächst einmal aber noch eine weitere „Seitenwechsel“-Company. MeDit ist ebenfalls eine pädagogische Online-Plattform, entwickelt von Schüler:innen in Albanien mit Inhalten auf Instagram und Facebook. Und einer breiten Palette an Themen. Umwelt spielt auch eine Rolle, aber ebenso Wissenschaft, Ethik, Handwerk, Sport, Gesundheit. Da sie sich, wie die Jugendlichen berichten, vor allem an sehr junge Kinder wendet, fragte der Journalist doch einigermaßen erstaunt: Alle diskutieren über Altersgrenzen für soziale Netzwerke, diese selbst geben 13 Jahre als unteres Alterslimit an?

„Wir richten unsere Angebote an Eltern und Lehrer:innen. Und die sollen unsere pädagogisch vermittelten Inhalte und Toolboxen aus der virtuellen in die reale, analoge Welt mit Kindern übertragen. So bieten wir eine echte kleine Schachtel mit kleinen Gartenwerkzeugen an und Anleitungen, wie verschiedene Samen gesät, Pflanzen gesetzt werden können. Oder es gibt Puzzles zu unserem Buch, das wir im Sortiment haben – Das Abenteuer von Lili und dem Hasen. Und dann haben wir noch unsere kleine Geheimnis-Box mit Knetmasse.“

Hinter dem Firmennamen, so verraten die Schüler:innen und eine ihrer begleitenden Lehrer:innen steckt auch ein albanisches Wortspiel: Ditë heißt Tag und das ähnliche dish steht für wissen.

MeDit gewann bei der Handelsmesse übrigens den Gesamtpreis für die beste Junior Company auf dem JA (Junior Achievement/ Leistung) Marketplace Vienna, weil sie „Bildung zu einem sinnvollen, langfristigen Abenteuer machen“.

Brüche und neun Hirne

Runde schwarze Schachteln mit Halb-, Drittel-, Viertel- und so weiter flachen Kreisteilen bis zu sozusagen zehn „Tortenstückchen“ – in unterschiedlichen bunten Farben offerierten Lara Domková, Sabina Urbánková und Nikola Majerovičová aus Nove Mésto nad Váhom (Slowakei, nahe dem bekannteren Trenčín). „Dieses Spiel zum leichteren Lernen von mathematischen Brüchen haben wir uns ausgedacht, weil wir uns selber damit in der Klasse im Matheunterricht schwergetan haben. So sind wir drauf gekommen, daraus nicht nur ein Spiel, sondern sogar ein Business zu machen, weil wir ohnehin nach einer Idee für unsere Junior-Company gesucht haben“, berichten die beiden erst Genannten die Entstehungsgeschichte von Lomiq.

Was es mit dem allgegenwärtigen Oktopus rund um das Spiel und den Messestand auf sich hat, wollte KiJuKU.at wissen. „Das ist nur so, weil Oktopusse schlau sind und sogar neun Gehirne haben.“

Zitronen-Verwerter:innen aus Nikosia (Zypern) mit ihrer Firma Lemonaid
Zitronen-Verwerter:innen aus Nikosia (Zypern) mit ihrer Firma Lemonaid

Zitronenschalen als Waschmittel

Es gibt den bekannten Spruch „wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach draus Limonade!“ Rund um diesen ranken sich auch – echte und vielleicht so manch erfundene – Geschichten von Kindern, die mit Limonaden-Verkaufsständen ihre ersten unternehmerischen Schritte gesetzt haben. Bekannt ist vielleicht jene der siebenjährigen Liza Scott aus Alabama (US-Bundesstaat), die mit einem Limo-Stand Geld für ihre eigene notwendige Hirn-Operation zu sammeln begann. Oder auch das Buch von Virginia E. Wolff „Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus“ (Originaltitel: Make Lemonade, Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch: Brigitte Jakobeit; Hanser Verlag, 1999).

Zitronen sind für die Schüler:innen-Firma Lemonaid aus dem zypriotischen Nikosia Ausgangsmaterial. Antonis Hadjiliasis, Eleni Michael, Vasilis Panayides, Konstantinos Konstan und Stefanos Nikolaos, einige mit witzigen, dunkelgelben Scherz-Brillen zeigen den Besucher:innen ihres Messestandes einerseits ihr Hauptprodukt: Wäsche-Weißmacher-Tabletten ohne Chemie nur aus vor allem geriebenen Schalen von Zitronen, meist ein Abfallprodukt. Die der Wäsche auch angenehm, frischen Duft verleihen und gesund und gut zur menschlichen Haut sind. Und natürlich haben sie bei ihrem Firmennamen ein Wortspiel eingebaut, klingt doch Lemonaid ähnlich wie Lemonade (Limonade), verbindet aber das englische Lemon (Zitrone) mit aid für Hilfe.

Die fünf Schüler:innen verwerten die Zitronen aber auch unter anderem für die Zubereitung von Keksen. Für ihren umfassenden Nachhaltigkeits-Gedanken bei ihrem Geschäft wurden sie mit dem entsprechenden Preis bedacht.

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Wird fortgesetzt mit Berichten über weitere Juniorfirmen aus dem In- und Ausland.

Blick auf das Gewusel bei der internationalen Juniorfirmen-Handelsmesse Mitte März 2026 in der Wiener Millnnium-City

Jugendliche verschaffen Altstoffen zweites Leben

Während Klima- und Umweltschutz in öffentlichen Diskussionen an Stellenwert verliert, spielt er bei vielen Jugendlichen doch offenkundig eine große Rolle. Schüler:innen mehrerer Länder mach(t)en Re-, Upcycling und Nachhaltigkeit sogar zu ihren Geschäftsideen wie – wieder einmal – die jüngste internationale Handelsmesse von Junior-Unternehmen in der Wiener Millenniums-City eine Woche vor Frühlingsbeginn (2026) zeigte.

Seit mehr als 30 Jahren beteiligen sich auch österreichische Schulen an diesem praktischen internationalen, vor mehr als 100 Jahren in den USA gegründeten Wirtschaftslern-programm nach dem Motto „Learning Business by Doing Business“. Im Gegensatz den Übungsfirmen (ÜF) in Handelsakademien und -schulen wo die Geschäftsabläufe (in der Regel) „nur“ virtuell durchgespielt werden, müssen Junior-Companies mit echten Produkten bzw. Dienstleistungen Handel betreiben.

Blick auf das Gewusel bei der internationalen Juniorfirmen-Handelsmesse Mitte März 2026 in der Wiener Millnnium-City
Schnappschuss von der internationalen Juniorfirmen-Handelsmesse, 14. März 2026, Wien, Millennium-City

Zufällige Auswahl

Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… trieb sich einige Stunden zwischen den fast fünf Dutzend Messeständen auf der „Plaza“ dieses großen Einkaufszentrums in Wien-Brigittenau herum, sprach mit vielen der Jugendlichen über ihre Geschäftsideen. Vorweg muss und will sich der Journalist aber entschuldigen, dass Zeit und Energie doch nicht ausreichten, um mit allen 56 Companies ins Gespräch zu kommen. Sorry, prominte, izvini… bei den nicht in diesem, und weiteren, Bericht(en) vorkommenden Juniorfirmen sowie bei den Leser:innen, dass sie keinen Einblick in alle Unternehmensideen und Produkte bekommen.

Hängematten aus Rest-Stoffen und mehr

So, nun aber endlich hinein in die – in diesem Bericht – Re-, Upcycling- und Nachhaltigkeits-Produkte. „Hangout“ in großen stylish runden Buchstaben vermittelt schon das Logo Freizeit- bzw. Festival-Feeling. Emilia L, Sena K. und Elias B.L. breiten fürs Foto, die an einer Ecke des Messestandes baumelnde Hängematte aus. „Unsere Hängematte kann auch als Picknickdecke verwendet werden, sie ist aus wasserabweisenden Stoffen, die wir aus Resten machen, die wir von Firmen bekommen haben“, erklären die drei Jugendlichen der Innsbrucker Ferrarischule.

Dieses Schüler:innen-Unternehmen hat dazu noch weitere Produkte im Angebot – praktische Taschen für Schlüsse, Geldbörse und anderes in einem – zusammenrollbar, Netze mit Karabinern für Thermosflaschen und Tees deren spezielle Papierbeutel samt dem ausgelaugten Tee kompostierbar sind. „In herkömmlichen Teebeuteln ist oft Mikroplastik“, nennen sie den umweltmäßigen Vorteil ihrer eigenen.

Zweites Leben als Sitzsäcke

Ein recht großer Sitzsack, in den sich der Lehrer gemütlich versinken lässt und ein deutlich kleinerer daneben stehen vor dem Stand von „PolyBag“. Was in Österreich aufs Erste an eine Polytechnische Schule denken lässt, kommt von Schüler:innen der Handelsakademie im tschechischen Hradec Králové. Aus ehemaligen Polypropylen-Säcken (Kunststoff) schneiden die 15 Jugendlichen des dritten Jahrgangs dieser Junior-Company die Teile für die Sitzsäcke zu. „Das ist ein sehr starkes, langhaltendes Material und würde sonst nur im Müll landen“, berichten die drei nach Wien gekommenen „PolyBag“-Vertreter:innen Lenka Zemonová, Ondra Veselý und Fonda Vagenknecht. „Nähen lassen wir sie von Menschen mit Behinderungen in einer örtlichen geschützten Werkstätte, dem Daneta-Zentrum“, weisen sie noch auf die Kooperation hin, die Barrieren zwischen den HAK-Schüler:innen und Menschen mit Behinderungen abbauen will.

„Wiedergeburt für Regen“

Kein Produkt, sondern eine Dienstleistung – samt Modell dazu – präsentierten und verkaufen Boris Stoyanov, Daria Tancheva, Iva Peychinova, Victor Simeonov und Aleksander Issakov aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia mit „Rain Reborn“. „Wir haben ein Bewässerungssystem für Pflanzen entwickelt, das Regenwasser zum Gießen sammelt und über eine App automatisch so steuert wie die jeweiligen Pflanzen es brauchen – also nicht zu wenig und nicht zu viel“, schildern die fünf Schüler:innen aus der Handelsakademie Iva Apostolov. Sie haben sich nicht nur diese schlaue Wiederverwendung von Regenwasser ausgedacht, sondern auch das Gießsystem mit seinen Sensoren und die App so programmiert, dass sie nun Packages verkaufen: Von 150 € für jene, die’s dann selber installieren bis zum Full-Service um 500 €.

„Schnapp“-Taschen

„Nur“ ein Teil der Kollektion einer der Junior-Firmen aus der W@lz, dem Wiener Alternativen Lernzentrum (einer privaten, alternativen Oberstufenschule) ist aus Altamterial. „Clutched“ verkauft hänkellose Handtaschen mit Schnapp-Verschluss-mechanismus – aus gehäkelter (Baum-)wolle in den verschiedensten Farben. „Einige haben wir aus recycelter Baumwolle gehäkelt, die sind aber härter. Viele mögen die weicheren aus neuer Wolle“, so Lenny zu KiJuKU.at bevor seine Kolleginnen Josephine und Emma dazustoßen, um die Taschen fürs Foto zu präsentieren.
Übrigens, so gestehen die Schüler:innen, „Keine leichte und schnelle Arbeit, jetzt brauchen wir für eine Tasche ungefähr zwei Stunden, am Anfang waren’s sogar bis zu vier Stunden.“

„Ewige“ Zündhölzer

Ebenfalls alles Handarbeit sind die Produkte der Juniorfirma „A haße G’schicht“ von Georg Nader, David Schaller, Philip Rabitsch, Philip Seidl, Anant Kuna, Fabian Dachauer  und Mila Aleksić, Schüler:innen des TGM (Schule der Technik, eins Technologisches GewerbeMuseum genannt) in Wien. „Zuerst wollten wir Feuerzeuge selber herstellen, auch schon aus Recyclingmaterial, dann hat uns ein Lehrer auf die Idee mit dem „ewigen Zündholz“ gebracht. Da haben wir dann schon eineinhalb Monate herumgetüftelt und -probiert, gestehen einige der Jugendlichen am Messestand.

Der Vater eines der Schüler ist Jäger, er überließ den Jugendlichen leere, alte Patronenhülsen. Die werden mit Feuerzeugbenzin gefüllt, in dem ein Metallteil mit schmalem, ebenfalls wiederverwendetem Sägeblatt und ein Docht steckt. An einer in die Hülse eingekerbten Stelle kommt eine Reibefläche, die über das Sägeblatt den Docht entzündet, der dem Wind standhält – Genaueres im Video, in dem Georg Nader dem Journalisten – und damit dir liebe Leserin, lieber Leser – die Funktion schildert.

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Wird fortgesetzt mit Berichten über weitere Juniorfirmen aus dem In- und Ausland.

Szenenfoto aus "Pinocchio" im Dschungel Wien

So kannst du nicht untergehen

Ach, wie einfach wäre es doch, würden Fake News so deutlich erkennbar sein, wie die lang und länger werdende Nase des berühmten lebendig gewordenen Pinien-Holzstücks vulgo Pinocchio, bei dessen Lügen 😉 – die Erfindung von Carlo Lorenzini, besser bekannt unter dem Künstlernamen nach seinem Heimatort Collodi (Teil der Gemeinde Pescia in der Toskana, Italien) aus dem Jahr 1881. Diese Geschichte wurde und wird sehr oft auch in Dutzenden Theater- und Film-Versionen gespielt. Nun also – wieder – einmal als „Weihnachtsstück“ im Dschungel Wien, dem Theaterhaus für junges Publikum im MuseumsQuartier. Traditionell läuft hier einzig und allein in der Adventzeit ein Stück mehrere Wochen, laufen nur wenige Tage, so manche allerdings mit mehreren Wiederaufnahmen.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Pinocchio“ im Dschungel Wien

Holz und Recycling

Passend zur Tischlerwerkstatt von Meister Geppetto ist ein Gutteil der Bühne im Holz-Design (Bühne, Kostüme: Alex Gahr); übrigens – wie aus dem (pädagogischen) Begleitmaterial hervorgeht, recycelt aus einem Bühnenbild in St. Pölten (Niederösterreich). Wobei anzumerken ist, dass auf Initiative des technischen Leiters im Dschungel Wien, Hannes Röbisch, der bei Pinocchio gemeinsam mit Christo Novak die Lichtstimmungen gestaltete, nicht selten bei Bühnenbilder Materialine wieder verwendet werden.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Pinocchio“ im Dschungel Wien

Italophil

Sich an die Geschichte des Originals haltend, haben Lukas Schrenk und Nils Strunk diese spielfreudige Version, die vor dem ersten Adventsonntag Premiere hatte, geschrieben und Musik dazu gefunden; Henry Morales als Co-Autor steuerte vor allem italienische Passagen bei – eine Brücke zum Original (Regie: Leonard Dick). Neben Textpassagen in dieser Sprache setzt diese knapp mehr als 1¼-stündige Fassung auf viele italienische Elementen, nicht zuletzt Musik von Volksliedern über Pop-Songs bis zu Opernarien (Musikalische Leitung: Andrej Agranovski) des südlichen Nachbarlandes.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Pinocchio“ im Dschungel Wien

Stimmen

Der Tischler, der eigentlich nur mehr das letzte Bein für einen Tisch aus einem Holzblock hauen will, meint erst Stimmen im eigenen Kopf zu vernehmen, als er „Nein, bitte nicht schlagen!“ hört. Womit schon bald nach Beginn die Botschaft gegen Gewalt in der Erziehung mitschwingt. Es braucht wohl nicht extra lang ausgeführt werden, dass es nix wird mit dem Tischbein, Geppetto schnitzt nun zunächst eine Holzpuppe, die natürlich jetzt erst recht sprechen kann – und ein richtiges Kind werden will.

Dieses Kind, anfangs mit bewusst hölzernen Bewegungen, wird von Florian Klingler verkörpert – der einzige des kleinen Ensembles, der „nur“ eine Rolle spielt. Selbst der finanziell ums Überleben kämpfende nun alleinerziehenden Tischlermeister muss sich seinen Darsteller Wolfram Rupperti zumindest kurzfristig mit dem Puppenspieler MangiaFuoco im Marionettentheater, einer der Stationen von Pinocchios Weg ins Leben, teilen.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Pinocchio“ im Dschungel Wien

Wandelbare Schauspielerinnen

Die Fee aus dem Original ist hier „nebenbei“ der Geist der verstorbenen Ehefrau Geppettos. Sie wird – ebenso wie die Katze, eine Obstverkäuferin, eine Fischerin, eine Nachbarin und eines der den Tischler ärgernden Kinder namens Nico von Jasmin Weissmann gespielt. Den Fuchs, der gemeinsam mit der Katze Pinocchio mit einem bösen Trick diesen um seine Goldstücke bringt, gibt Lara Sienczak. Darüber hinaus tritt sie noch als zweite Fischerin, Nicos Kumpel Toni, eine Polizistin, aber vor allem als coole, in dem Fall auch singende, Grille Grillo Parlante (vom Italienischen parlare – sprechen, auf Korsisch – Insel Korsika – steht parlante übrigens für Lautsprecher) auf.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Pinocchio“ im Dschungel Wien

Nachteil kann Vorteil sein

Auf und vor der sich immer wieder wandelnden, drehbaren Bühnenkonstruktion nehmen die vier spielfreudigen Darsteller:innen das Publikum abwechslungsreich mit zu den Abenteuern der „Holzfigur“ auf der Suche nach der ganzen Welt und seinem Platz in dieser. Auch wenn er mit seiner Existenz hadert: „Ich wünschte, ich wäre nicht aus Holz“. Die Fee verklickert ihm einen wesentlichen Vorteil seiner Materialität: „Im Wasser schwimmst du immer oben!“ So könne er nicht untergehen – und das nicht nur im Wasser, was sie mit anklingen lässt.

Und das mit der Nase – die hier ohnehin nur selten und das nur vorübergehend, einmal dafür uuuuurlange, wächst, sei auch ein Vorteil: „Dein Körper zeigt immer die Wahrheit! Man kann dir vertrauen! Du bist immer ehrlich, ob du willst oder nicht!“
Und dann bestärkt sie ich – und damit die Inszenierung die jungen Zuschauer:innen gleichermaßen: „Es reicht, wenn du einfach du selbst bist, Pinocchio! Credi in te!“
Was Pinocchio ein „Was?“ entlockt und die Fee erklärend anfügt: „Glaub an dich!“

Übrigens – ähnlich wie in Miguel Cervantes zweiteiligem Roman „Don Quijote“, wo die Windmühlen keine zwei der rund 1500 Seiten umfassen, hat sich das Lügen-Nasen-Wachstum von Pinocchio in den 150 Jahren überdimensional überhöht verselbstständigt. In Collodis Buch kommt das nur auf den sechs Seiten des 17. von 40 Kapiteln (insgesamt rund 270 Seiten, je nach Ausgabe) vor;)

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Doppelseite aus "Minka, Onkel Marco & das Pizzasoßenbeet"

Wie ein Pizza-Belag helfen kann, die Welt zu retten

Was im Titel vielleicht ein wenig seltsam wirkt „Pizzasoßen-Beet“, beginnt mit der möglicherweise großspurig wirkenden Ansage der Titelheldin „Ich bin Minka und mein Plan ist, die Welt zu retten“.

Minka ist ein Kind, hat aufgeschnappt, dass die Erde in Gefahr ist und „wenn kein Wunder passiert, ist das Ende nah“.

Aber statt in Ohnmacht zu verfallen oder nur große Reden zu halten, will dieses Mädchen was tun. Und lernt vom Onkel Marco und dessen aufs Erste eher verwildert ausschauenden Garten, dass es ganz gut ist, nicht nur eine Sorte zu pflanzen, sondern verschiedene miteinander. Und das ganz absichtlich, obwohl Tante Olga behauptet, Marco sei nur zu faul und wo ihm Samen aus der Hand fallen, dort wächst dann eben dies und das, kreuz und quer.

Doppelseite aus
Doppelseite aus „Minka, Onkel Marco & das Pizzasoßenbeet“

Biodiversität

„Wenn zum Beispiel ein kleiner Käfer, sagen wir, die Tomate auffressen will, dann traut er sich nicht in ihre Nähe, weil er es hasst, dass der Knoblauch so stinkt“, erklärt der Marco seiner Nichte Minka.

Und von da ausgehend erklärt sich nach und nach auch der Großteil des Buchtitels „Minka, Onkel Marco & das Pizzasoßen-Beet“ – fast alles, was für eine Soße auf dieser beliebten Speise mit Teigunterlage gebraucht wird, bis hin zu den Gewürzen, lässt der Onkel eben in einem Beet neben- und miteinander sprießen. Benötigt keine chemischen Mittel zur Schädlingsbekämpfung, verhindert Weltreisen der Lebensmittel – und trägt so ein bisschen zur Rettung des Planeten bei.

Das nicht einfache Thema Biodiversität – verschiedene Pflanzen statt Mono-Kulturen – und dazu noch der Einsatz Schnecken fressender Enten, Käfer pickender Hühner – wird so in einer einfach daherkommenden Geschichte super und in ziemlich einfachen Sätzen erklärt.

Das reich, teils im Stil von Kinderzeichnungen bebilderte Buch von Írisz Agócs, die auch den Text auf Ungarisch verfasst hat (Übersetzung: Eva Zador) ist im Rahmen des von der Europäischen Union (EU) geförderten Projekts „Nachbarschaft schaffen, Brücken bauen durch Übersetzungen“ erschienen.

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Titelseite von
Titelseite von „Minka, Onkel Marco & das Pizzasoßenbeet“
Statt einer Montage von Fotos der drei hier vorgestellten Junior Companies eine KI-generierte Illustration; der Propmt dazu: Schüler:innen gründen Unternehmen, stellen Essig-Honig (Oxymel) her, gestalten individuelle T-Shirts und bauen kleine Glasgärten

Gesunde süß-saure Säfte aus gerettetem Honig, Zimmer-Glas„häuser“ und MEGA-T-Shirts

Honig und Essig? Klingt aufs erste, naja, nicht gerade verlockend. Doch es ist ein Jahrtausendealtes erprobtes, vor rund 2500 Jahren auch schriftlich verbürgtes Hausmittel, genannt Oxymel (meist im Verhältnis 3 bis 4 zu 1)– der zweite Wortteil ist für Honig bekannt und oxy – ebenfalls aus dem Altgriechischen – steht für sauer.

Gut, das wäre somit nichts Neues. Aber die „vitalOxy“-Jungunternehmer:innen aus der HBLA in Salzburg-Ursprung bauten nicht nur auf dem Wissen Theresa Mühlbachers auf, die von ihrem Vater, einem Imker, viel über Bienen und Honig einbrachte, sondern konnte es auch mit der von Iris Mackingers mütterlicher Kräuter-Expertise vermengen. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Die beiden Genannten sowie Tristan Scheibenbauer, Maximilian Scheikl und Nico Kräutner vertraten als Quintett das gemeinsam mit vier weiteren Jugendlichen betriebene Unternehmen VitalOxy. Die Jungunternehmer:innen suchten Rezepturen mit gesundheitsfördernden Wirkungen für verschiedene Anlässe und gaben ihnen selbsterklärende Namen: Immun, Kraft, Darm, Kater und soll in besagten Fällen helfen. Der fünfte süß-saure dickliche Saft, den sie nach Wien mitgebracht haben namens „Küche“ könnte als Marinade oder beim Kochen Verwendung finden. 13 Sorten hatten sie im Laufe der Produktion gemixt.

Upcycling für „Zement“honig

Was aber ganz besonders an VitalOxy ist: „Wir verwenden den sogenannten Zementhonig, ja, der heißt wirklich so“, versichern die Jugendlichen dem zweifelnd dreinschauenden Journalisten. „Naja, der Fachbegriff ist Melezitose-Honig, der ist so fest, dass ihn Imker:innen kaum aus der Wabe kriegen, weshalb er meistens weggeschmissen wird. Man könnte die Wabe samt dem festen Honig kochen, aber dann verliert der Honig seine Nährstoffe. Wir haben uns gedacht, wir probieren’s einfach aus, diesen harten Honig mit Essig zu vermischen und schonend zu erhitzen. Das ist ein eigenes Verfahren, das wir entwickelt haben

Glashäuser to go /stay

Wem die sogenannten grünen Daumen fehlen und bei der oder dem Pflanzen in der Wohnung somit regelmäßig eingehen oder nicht richtig blühen und gedeihen, für den dachten sich Schüler:innen der HTL Anichstraße (Innsbruck, Tirol) etwas aus, und machten es zu ihrer Geschäftsidee. Nein, sie schicken keine Gärtner:innen in diverse Wohnungen oder WG-Zimmer, sondern konzipierten relativ kleine und doch beachtliche, noch dazu dekorative Glashäuser. Diese Mini-Gärten im geschlossenen Glas, womit das Wasser in diesem kleinen geschlossenen Ökosystem im Kreislauf bleibt, lassen sich auch via Handy-App pflegen – der spezifisch fachliche Part der HTL’er:innen Silvana Schennet, Christian Baumann, Andreas Achrainer, Benjamin André und Hannes Egger, die die Hardware entwarfen und das Gehäuse dazu 3D-druckten und die Software programmierten für die unterschiedlichen EcoSphere-Produkte ihres Unternehmens „Grow Green“.

MEGA-T-Shirts

Wähl deinen eigenen Spruch und mach (d)ein T-Shirt zu einem einzigartigen. Nicht schon vorgedruckte Kleidungsstücke aus dem Geschäft, sondern individuell designt – das ist die Geschäftsidee der Junior-Company „Print it“ aus der Handelsakademie und -schule im Vorarlberger Bludenz. Wem keine passende Idee kommt, für den halten Shaden Khalil, Enkhlen Buyansargal, Eva Fuchs, Maxima Lorenzin und Isabel Bruggmüller, die ihr und ihrer Kolleg:innen Schüler:innen-Unternehmen aus der 2. Klasse BHAK/BHASch beim Bundesfinale der Junior Companies in Wien vertraten, auch schon einiges bereit – Highlight: MEGA – Make Empathy Great Again.

Ihre Firma ist Teil des Unterrichtes im Pflichtfach Projektmanagement mit zwei Wochenstunden. Für ihr Leiberl-Bedruck-Business haben sie sich auch einen Werbespruch ausgedacht: „Your style – our mission“.

kijuku_heinz

vitaloxy.at

growgreen

instagram -> print.it.jc

Zum Bericht über die Top-3 Junior Companies des Schuljahres 2024/25 geht es hier unten

Teil 2, drei weitere Bundesländer-Sieger:innen (alphabetisch nach Anfangsbuchstaben der Bundesländer), hier unten

Details zum glänzenden Schmuck aus Besteckteilen

Alles Apfel, Gabel-Ringe und jugendliche Likör-Produzenten

Im ersten Teil der Berichte über jene Unternehmen, die Jugendliche für ein Schuljahr gründen, und in ihren Bundesländern gewonnen haben, wurden hier auf Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… jene drei Junior Companies vorgestellt, die von der Jury auf die ersten drei Plätze gewählt wurden. Hier beginnt nun die Präsentation der anderen Landes-Sieger:innen – in alphabetischer Reihenfolge der Bundesländer; die Top 3 kamen aus der Steiermark, aus Wien sowie Kärnten; hier nun die nächsten drei von Schüler:innen gegründeten Unternehmen.

„Apfelrausch“

Wie schon bei den Erstplatzierten sowie in vielen anderen unternehmerischen Projekten – auch bei Jugend Innovativ in der Kategorie Entrepreneurship – setzt das Schüler:innen-Unternehmen aus dem Burgenland auf regional und nachhaltig. Laurin Breuer, Emma Pober, Lorena Balaj, Valerie Pfister und Finn Poller vertraten die Junior Company „Apfelrausch“ im Bundesfinale.

Auch wenn das Wort Rausch im Titel der Firma steckt, diese Jugendlichen produzieren aus Äpfel kein alkoholisches Getränk, selbst der Apfel-Ingwer-Shot kommt ohne Alk aus 😉 Des weiteren „haben wir Saft, Marmelade, Mus – entweder mit Zimt oder mit Chili und Rosmarin – im Angebot. Saisonal hatten wir auch Bratapfelmarmelade.“ Auf Äpfel als Basis für ihr Unternehmen „sind wir gekommen, weil bei uns in der Nähe Kukmirn ist, das auch Apfeldorf genannt wird“, berichten die Schüler:innen aus der Güssinger Höheren Bundeslehranstalt und Fachschule, die sich den Namen ecole gegeben hat. Das französische Wort für Schule würde durchaus für die Abkürzung verschiedener Begriffe stehen, meinen die Jugendlichen, wüssten es aber im Moment nicht – kein Wunder, es ist selbst auf der schuleigenen Homepage nirgends zu finden 😉

Sie verarbeiten nicht nur die Äpfel mit besonders kurzen Lieferwegen, sondern „wir haben auch darauf geschaut, dass wir umweltfreundliche und wiederverwendbare Verpackungen für unsere Produkte organisieren“.

Löffel werden Ringe

„Wir machen aus Gabeln und Löffeln Schmuck, vor allem Ringe, aber auch Anhänger für Halsketten und haben sogar das Verfahren dazu selber entwickelt“, verkünden Sebastian Rogl, Lukas Hörth, Christina Valenta, Alexander Veit, Lukas Ondrusek aus der HTL St. Pölten und weisen einerseits auf ihre Schmuckkollektion und eine noch nicht verarbeitete exquisite, glänzende, reich verzierte Kuchengabel hin und zeigen andererseits Bilder von den Verarbeitungsschritten.
„SilverWear Jewellery“ haben die genannten fünf Jugendlichen und zwei weitere Schülerinnen hergestellt – bisher 65 Stück. Auch wenn es vielleicht nicht leicht ist, sich von so durchaus alten Erbstücken zu trennen, meint einer der Jugendlichen, „aber sonst würden sie ja vielleicht nur in einer Lade vergammeln“; jedes Stück kostet 24 €

Bratapfel-Likör und andere ungewöhliche Alk-Sorten

Simon Franz Freilinger, Severin Anton Kickinger, Alois Hajek und Hons Ortner stehen vor und hinter einer rustikalen Verkaufshütte, mit kurzer Lederhose und ebenso trachtig wirkenden Hemden halten sie Flaschen in die Kamera oder weisen auf solche hin. Nach dem Rezept einer der Omas haben die erstgenannten drei Schüler (der vierte hilft „nur“ hier mit) der HTL Braunau (Oberösterreich) sechs verschiedene Liköre hergestellt.

„Eine Schnapsidee“ nennen die drei, die ihren Junior-Firmennamen AAF aus den Anfangsbuchstaben ihrer jeweiligen zweiten Vornamen gemixt haben, zu Beginn der Story auf ihrer Website ihr Unternehmen wortspielerisch.

Schnäpse und Liköre gibt es hektoliterweise, „aber wir wollten etwas Hochwertiges und das aber nachhaltig und umweltschonend herstellen“, so die Innviertler. „Unsere Zutaten sind aus biologischem Anbau, unsere Produktion umweltschonend, den Korn müssen wir allerdings zukaufen.“ Und manches ist auch ausgefallen, wo gibt es sonst Bratapfel-, Eiszuckerl- oder Rotwein-Chilli-Likör?

Ob auch wirklich schon alle, die am Schulball eifrig eine der sechs Sorten tranken, dies eigentlich schon durften (ab 18 Jahren)?

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Wird fortgesetzt – die drei weiteren Finalist:innen werden in einem dritten Teil vorgestellt.

apfelrausch

silverwear-jewellery.at

aaf.schnaps-likoere

Zu dem Bericht über die Top-3 Junior Companies des Schuljahres 2024/25 geht es hier unten

Teil 3, die letzten drei Bundesländer-Sieger:innen (alphabetisch nach Anfangsbuchstaben der Bundesländer), hier unten

Junior-Company-Bundesfinale in der Zentrale der WKO (Wirtschaftskammer Österreich) – Juror:innen besuchen die Stände und stellen Nachfragen zu Konzepten und Wirtschaftsdaten…

Jüngste Unternehmer:innen setzen vielfach auf Nachhaltigkeit

Ob Jugend Innovativ, Merkur oder auch der Bewerb der Junior Companies und sicher noch viele andere Gelegenheiten, die noch weniger an die Öffentlichkeit kommen – neben Kreativität, Einfallsreichtum und sehr viel Engagement zeigen Projekte von Schülerinnen und Schülern, dass sie Gedanken der Nachhaltigkeit stark verinnerlicht haben.

So setzten viele der neun Unternehmen (Gewinner:innen in ihren Bundesländern), die Jugendliche für ein Schuljahr gründeten und mit denen sie im aktuellen Bundesfinale landeten auf Re- und Upcycling. In diesem ersten Teil jene drei für ein Schuljahr gegründeten Unternehmen, die von der Jury auf Platz 1, 2 und 3 gereiht worden sind; in weiteren Teilen stellte Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… die sechs weiteren Finalist:innen, jeweils Sieger:innen in ihren Bundesländern, vor.

Verwerten statt wegschütten

Beginnen wir, weil nach dem Lokalaugenschein von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… die Jury sie zu den diesjährigen Gewinner:innen gewählt hatten mit [re]whey aus dem B/R/G Stainach (Steiermark). Katharina Ebenschweiger, Sophie Steinecker, Jakob Daum, Luca Neuper und Rasmus Zaihsenberger vertraten das Unternehmen beim Finale in der Wirktschaftskammer Österreich in der Wiedner Hauptstraße (Wien). Gemeinsam mit vier Kolleg:innen verkaufen sie Molkepulver. Aus einem Milchbetreib in der Region sammeln sie die Molke, lassen ihr – in einem Profibetrieb in Oberösterreich – durch natürliches und regionales Fruchtpulver Apfel- oder Himbeergeschmack zufügen, und es in Verpackungen aus abbaubarem Material abfüllen. „Die 180 Gramm reichen für ungefähr zehn Portionen – mit Milch oder Joghurt“, berichtet das Quintett dem Reporter. „Diese Molke würde ansonsten weggeschüttet werden“, vertrauen sie auf Nachfrage noch an.

Hohe Vorgabe

Als Österreich-Gewinner:innen treten sie in der kommenden Woche, vom 1. bis 3. Juli in der griechischen Hauptstadt Athen beim Europa-Bewerb an. Ihre unmittelbaren Schulkolleg:innen hatten im Vorjahr, damals in Sizilien, erstmals den EM-Titel für rot-weiß-rot geholt; übrigens mit der Verarbeitung von einem anderen Abfallprodukt: Treber aus der Herstellung von Bier. Daraus stellten die Mitglieder der „Treberei“-Junior-Company unter Zugabe von Mehl und Ei unterschiedlichste Nudelsorten her, die es sogar in regionale Supermarkt-Regale schafften.

Zurück zum Österreich-Finale 2024/25, das – einen Tag nach dem School-Shooting in Graz daher nicht groß und bombastisch, sondern zurückhaltend, in kleinem Rahmen stattfand – mit der Bitte auch mit der Veröffentlichung mehr als eine Woche zuzuwarten:

Immer wieder Gerüche und Feuchtigkeit entziehen

Mit Platz 2 belohnte die Jury „Neutoro“ von Schüler:innen aus der Wiener Chemie-HTL  (Höhere Bundes- Lehr- und Versuchsanstalt für chemische Industrie). Nick Odehnal, Nico Oberortner, Kim Furigan, Kathrin Suschny und Sophie Schaffer öffneten für Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… einen Mini-Kühlschrank auf ihrem Präsentationstisch um ihr Produkt – und das ihrer 13 Mitschüler:innenvorzustellen: Einen Geruchs-Adsorber.

Gut, solche Dinge gibt’s schon lange zu kaufen, „aber unsere Entwicklung überdeckt nicht wie andere nur Gerüche. Erstens entzieht unser Neutoro im Kühlschrank auch Feuchtigkeit UND vor allem ist er dauerhaft. Das Gehäuse ist 3D-gedruckt – aus recyceltem Filament, das Ganze ein Modulsystem und der Adsorber selber kann einfach in den Backofen gelegt, eine Stunde bei 110 Grad, danach wieder im Kühlschrank Gerüche und Feuchtigkeit aufsaugen“.

Löffelweise

Der Stand der – von der Jury Drittplatzierten – Jugendlichen war bald um die Mittagszeit belagert. Mitglieder der Teams aus den anderen Bundesländern kauften hier kleine Gläser und löffelten eine Mahlzeit – à la Weltküche. „Spoon it“ nannten zehn Schüler:innen der sechsten Klasse im (Real-)Gymnasium in der Klagenfurter Mössinger Straße, vor allem dank der im Gebäudekomplex auch angesiedelten HTL in österreichweiten Schulbewerben ein Begriff, ihr Unternehmen.

„Ausgangspunkt war, dass unser Schulkantinen-Betreiber insolvent wurde“, berichten Dylan Stadler, Nina Raab, Somaya Burnić, Raphael Salbrechter und Daniel Pretnar, die ihre Schüler:innen-Firma in Wien vertraten zu Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… „Dann haben wir uns überlegt, wir könnten doch was anbieten, in der kleinen Teeküche haben zu experimentieren begonnen, was wir kochen könnten, das dann in der Schule nur mehr aufgewärmt werden muss. Und es sollte gut schmecken und abwechslungsreich sein“, setzen die fünf Jugendlichen mal fast im Chor, dann wieder nacheinander die Schilderung fort.

Die zehn jugendlichen Unternehmer:innen kochen – vor allem mit regionalen Zutaten, aber dennoch internationale Gericht – füllen sie noch heiß in Gläser mit Schraubverschluss a, die durch nochmaliges Erhitzen haltbar gemacht werden und dann vier bis sechs Wochen kühl gelagert werden können. Für 5 € pro Glas können sie in der Schulaula in einer kleinen Verkaufskoje erworben, aufgewärmt und – idealerweise mit mitgebrachtem Löffel – verzehrt werden. Im „Notfall“ wird das Ess-Werkzeug auch zur Verfügung gestellt. Und selbstverständlich werden die Gläser zurückgenommen.

„Gut 1400 solcher Gläser haben wir schon hergestellt, 900 verkauft, und wir haben auch drei verschiedene Toppings (60 Cent bis 2 €).

Fun Facts

Auf ihrer Homepage listen sie nicht nur die 13 Speisen in Gläsern – von Kürbissuppe (Österreich) über Chili con Carne (Mexiko) und Chässpätzlie (Schweiz), Krumpigulyás (Ungarn) bis Beans and Rice (Uganda) und Couscous Maghreb (Marokko) auf, sondern liefern unter „Fun Facts“ so manche Fakten. Die sind alle echt, viele informativ, andere könnten unter die Rubrik „unnützes wissen“ fallen.

Dass Kürbisse botanisch zu Beeren zählen mag vielleicht verblüffen, warum sie gesund sind (vor allem Vitamin A) ist recht nützlich, aber, dass es auch einen Weltrekord – schwerster Kürbis 1200 Kilo gibt, eben eher Fun.

Apropos Bewerb: Bei Chili-Kochbewerben gibt es, so diese F&F-Rubrik, „spezielle „Anti-Schärfe-Teams“, die Eis, Milch und Joghurt für die Teilnehmer bereitstellen“.

Später verkleidete sich – meist Dylan Stadler – werbewirksam in einen Löffel – siehe Fotos, um die löffelfertigen Gerichte bildhaft darzustellen.

kijuku_heinz

Wird fortgesetzt – die sechs weiteren Finalist:innen werden in eigenen Beiträgen vorgestellt.

Teil 2, drei weitere Bundesländer-Sieger:innen (alphabetisch nach Anfangsbuchstaben der Bundesländer), hier unten

Teil 3, die letzten drei Bundesländer-Sieger:innen (alphabetisch nach Anfangsbuchstaben der Bundesländer), hier unten

junior.cc

(re)whey.at

neutoro.at

spoonit.at

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Mehr Informationen

Alle fünf Finalprojekte der Kategorie Sustainability (Nachhaltigkeit)

Jugendliche erfanden nachhaltige, teils verblüffende (nicht nur) technische Lösungen

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, ja ein Prinzip, von dem seit einigen Jahren allüberall die Rede ist. Bei Jugend Innovativ gibt es schon seit vielen Jahren einerseits eine Kategorie, die sich diesem Thema widmet; ursprünglich als „Kilmaschutzinitiative“ in Zusammenarbeit mit einer großen Bankenkette, dann auf Sustainability – entsprechend der anderen englischsprachigen Bezeichnungen – umbenannt.

Seit einigen Jahren finden sich Nachhaltigkeits-Überlegungen übrigens auch bei vielen Projekten anderer Kategorien – insbesondere bei Engineering sowie unternehmerischen (Entrepreneurship) – siehe die bisher erschienen Berichte über die anderen sechs Kategorien 😉

Die auf
Die auf „nachhaltig“ digital um-designte Preis-Statue samt dem geteilten Schriftzug Susainability

Doch hier geht es um die fünf Final-Teams, die ihre Arbeiten bewusst für Sustainability eingereicht haben – ach ja, obwohl die Preisträgerinnen längst feststehen – siehe Bericht darüber, Link am Ende des Beitrages – werden die Projekte auch hier in der Reihenfolge der Liste der Organisatorinnen dargestellt.

Überschüssige Sonnen-Energie gleich einspeisen

Besonders im Sommer und um die Mittagszeit fällt natürlich viel Strom aus der kraft der Sonne an. Speicher von Photovoltaikanlagen sind daher fast „übervoll“, können Energie nicht mehr speichern. Jakob Stadler, Manuel Klär und Felix Stadler aus der HTBLA Neufelden (Oberösterreich) ersannen eine Möglichkeit, dass der gespeicherte Strom nicht erst am Ende, sondern gleich von Anfang an, bevor die Speicher noch voll sind, ins Netz eingespeist werden könnte. Die programmierte Simulation der Steuerung verknüpften sie in ihrem Projekt „PV-Management mit Prognose & Getreidetrocknung“ mit der einer Getreidetrocknungsanlage, die von dieser Sonnenenergie versorgt werden könnte.

„Wasser für Ankarimalaza“…

… lautet der Titel der Arbeit von Alexander Flassig und Konstantin Wolf aus der HTBLVA Pinkafeld (Burgenland), der das Projekt aber nicht wirklich annähernd beschreibt. Ankarimalaza ist ein Ort an der Ostküste der afrikanischen Insel Madagaskar. Für den Entwicklungshilfeverein „Vanilla Aid“ sollten die beiden eine Wasserversorgungsanlage konzipieren – samt der Analyse von Wasser- und Bodenproben und möglicher Varianten einer solchen Anlage.

Die beiden Schüler kamen jedoch – durch einen Lokalaugenschein eines der Lehrer drauf, das – allein – würde nicht reichen. Viele Bewohner:innen holen ihr Wasser aus dem sumpfigen Fluss in der Nähe, gebaute Brunnen mit sauberem Wasser aus der Tiefe werden daher gar nicht instandgehalten. „Das wirklich Problem“, so Konstantin Wolf zu Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…, „ist mangelnde Bildung, weil die meisten Kinder nicht in die Schule gehen können, sondern arbeiten müssen, um die Familien mit zu ernähren. Daher haben wir uns überlegt, wie beiden gleichzeitig geholfen werden kann – den Kindern und den Familien. Wir wollen, dass jedes Kind, das in die Schule geht, ein von der Entwicklungshilfeorganisation finanziertes Nutztier bekommt; etwa ein Huhn, dann hätte die Familie Eier.

Green Guardian

Ähnlich wie „Agrarbot“ – siehe Kategorie Engineering II – soll die Entwicklung „Green Guardian“ von Schüler:innen der HTL Mössingerstraße (Klagenfurt, Kärnten) Unkraut von Nutzpflanzen automatisch unterscheiden, und erstere auf Feldern vernichten.

„Wir arbeiten mit Strom“, erklärt Anna-Lena Lubach kurz auf den Punkt gebracht den Unterschied der Vorgangsweise des Roboters, den sie gemeinsam mit Niklas Ebner und Luca Piskernig ausgedacht, gebaut und programmiert hat. Das Trio „fütterte“ die Maschine mit unzähligen Fotos von Nutzpflanzen sowie Unkraut, mit Hilfe von KI lernt der geländegängige Roboter die voneinander zu unterscheiden. Bei letzteren aktiviert er Hochspannungs-Laser – was den Einsatz von chemischen Unkrautvertilgungsmitteln unnötig macht.

Achja, im Sinne der Nachhaltigkeit fährt „Green Guardian“ mit Strom aus einer kleinen PV-Anlage auf dem Roboter-„Rücken“.

Einfach parallel schalten 😉

Bei so manchen Projekten von Schüler:innen im Bundesfinale von Jugend Innovativ taucht spontan die Frage auf: Wieso ist da bisher niemand draufgekommen? Besonders massiv erfolgt dies beim Projekt der beiden Linzer HTL-Schülerinnen Anna Gasselseder und Anja Hönegger auf.

Ein Engpass bei der Versorgung mit Energie bzw. im Fall von Black-Outs sind Transformatoren, die den über Hochspannungsleitungen transportieren Strom auf jene niedrige Spannung umwandeln, der in Haushalts- und anderen Geräten verträglich ist. Wartezeiten auf neue Transformatoren sind bis zu fünf Jahre, sie sind obendrein sehr teuer.

Die beiden genannten Schülerinnen hatten folgenden Gedanken, den sie in ihrem Diplomprojekt ausführlich behandelten und zu Ende führten – einschließlich der Programmierung der dafür notwenigen Software: „Wir schalten bis zu vier Transformatoren parallel.“

Mit Hilfe von „ParFormer – A Calculation Tool for the Energy Transition“ können Spannungen und Lastflüsse berechnet, Netzschwankungen simuliert und Überlastungen vermieden werden. Netz Oberösterreich hat an der Arbeit der beiden großes Interesse gezeigt, berichten die beiden jungen Frauen dem Reporter.

Nachhaltigkeit lernen

Was ist Nachhaltigkeit, was sind vor allem die sogenannten 17 SDG-Ziele, wofür steht das oft verwendete Kürzel überhaupt?
Sustainable Development Goals – Nachhaltigkeitsziele auf die sich die Staaten der Welt in der UNO vor rund zehn Jahren (2016) geeinigt haben.

Jetzt können die auswendig gelernt und runter„gebetet“ werden, aber bringt das was?
Eher weniger, dachten sich Leo Mühlböck, Benjamin Edlinger, Leander List und Kacper Bohaczyk vom Wiener TGM (diese HTL heißt noch immer so, obwohl das Kürzel für Technologisches GewerbeMuseum steht). Mit „sustAInableEducation“ – wobei das AI natürlich für die englische Abkürzung von Künstlicher Intelligenz steht – ist eine damit programmierte Lernplattform in Sachen Nachhaltigkeit.

Der Quiz soll tatsächlich Wissen abfragen und – mit richtigen Antworten – erzeugen. Dabei wird nicht auf Ankreuzerln und Multiple Choice gesetzt, sondern „unser Quiz basiert auf Storys, in die Nachhaltigkeits-Themen eingebaut sind und wo du dann immer wieder an Entscheidungspunkte kommst, wo es auf dein entsprechendes Wissen ankommt.“

Die vier Jugendlichen haben ihre fragende lernplattform auch schon bei Schüler:innen einer ersten und einer fünften Klasse des Gymnasiums Ödenburger-Straße im benachbarten Bezirk Floridsdorf ausgetestet, um daraus selbst für Adaptierungen zu lernen.

kijuku_heinz

Doppelseite aus "Mit Händen und Füßen"

Mit Schaf Aina Klima verstehen lernen

Wie kommt Brot auf den Teller – oder in die Jausenbox, wie Butter – oder auch Käse oder was auch immer aufs Brot? Anschauliche Grafiken – mit der Aufgabe in zweiterem Fall die einzelnen Stationen selber zu ordnen – vermitteln Zusammenhänge von Natur und Nahrung für Menschen. Was alles notwendig ist, bevor du kraftvoll und herzhaft zubeißen kannst. Und wieviel Ressourcen und Energie dafür notwendig sind.

Und wie das alles mit dem Klima auf der Erde zusammenhängt. Und dass die Menschheit derzeit schon fast zwei Erden bräuchte, es aber nur einen Planeten gibt, auf dem wir leben. Und auch nur den einen, auf dem Leben in unserem Sonnensystem für uns wirklich möglich und erträglich ist.

Klima, Verbrauch von unbebauten, natürlichen Bodenflächen, Verschmutzung der Luft, der Gewässer, zu viel Verbrauch von Rohstoffen… wurde in letzter Zeit in den Hintergrund gedrängt. Doch es wird für das Überleben der Menschheit immer wichtiger und dringender.

Sehr verständlich

Manche wenden sich vielleicht von der Beschäftigung mit der Klimakrise ab, weil alles so kompliziert ist. Vieles davon einfach zu erklären – in Worten und Zeichnungen (roter Linoldruck) – hat sich Laura Bell unter ihrem künstlerischen Pseudonym Laura Feller zur Aufgabe gemacht. In ihrem Bilderbuch „Mit Händen und Füßen – Unseren Einfluss auf das Klima verstehen“ stellt sie Begriffe und Zusammenhänge sozusagen „kinderleicht“ dar. Entsprechend dem Untertitel: „Unseren Einfluss auf das Klima verstehen“ vermittelt sie eben auch, wie die Menschheit im Allgemeinen und jeder einzelne Mensch etwas zur Vergrößerung oder zur Verkleinerung des Problems beitragen kann. Das Problem, dass die Menschheit insgesamt – allerdings recht unterschiedlich verteilt – im Durchschnitt bereits schon nach knapp mehr als einem halben Jahr so viel verbraucht, wie die Erde in einem ganzen Jahr als Vorrat bereithält.

Das Buch kannst, darfst, ja sollst du als Arbeitsmaterial betrachten: Auf manchen Seiten gilt es Zeichnungen in die richtige Reihenfolge zu bringen – durch Ziffern in den leeren Kästchen, in einem Buchstabensalat sind Begriffe zu suchen und finden, die auf der Seite daneben abgebildet sind.

Doppelseite aus
Doppelseite aus „Mit Händen und Füßen“

Ökologischer Fußabdruck

Ökologischer Fußabdruck, ein häufig gebrauchter Begriff wird erklärt und Links führen zu Websites, auf denen oder mit deren Hilfe du deinen eigenen berechnen kannst. Und auf einer Weltkarte siehst du, dass wir in Europa mehr als drei Erden (ver-)brauchen, in Afrika aber nur knapp mehr als eine ¾.

Leider funktioniert der Link zum vereinfachten ökologischen Fußabdruck des Kindermuseums Zoom nicht (mehr). Dieser dürfte dort überhaupt von der Website verschwunden sein, denn über die Suche auf der Kindermuseums-Website führt „fussabdruck“ zu „keinem Suchergebnis“ und mit „ß“ – wie zu erwarten – zu gar nix.

Ökologischer Handabdruck…

… dieser Begriff steht nicht für zusätzlich noch mehr Verbrauch von Ressourcen, sondern steht fürs Gegenteil. Jede Tätigkeit, jedes Handeln, das den ökologischen Fußabdruck kleiner macht wird seit ein paar Jahren als ebensolcher „Handabdruck“ bezeichnet. Auch wenn dies für viele ein ganz neues Wort sein sollte. Ein Professor der bekannten US-Harvard-Universität (Greg Norris) hat ihn vor rund zehn Jahren erstmals verwendet und die indische Organisation CEE ihn 2015 als Konzept erarbeitet: Also Rad- statt Autofahren, weniger Fleisch essen, Wasser und Strom sparen… Wichtig dabei ist aber nicht zuletzt, dass nicht nur Einzelpersonen was in diese Richtung machen, sondern auch große Unternehmen, Organisation, ja vor allem auch Staaten.

Schaf Aina

Durch das Buch führt dich ein Schaf. Warum das, wird auf einer der letzten Zeiten geschildert. Diese Tiere sind vielseitig, nachhaltig, sehr anpassungsfähig – können in verschiedensten Regionen leben – vom subtropischen Neuseeland, in Steinwüsten Marokkos, in mongolischen Steppen und sogar im sibirischen Norden. Sie stoßen weniger Methan aus als Rinder und Menschen können genauso deren Milch und Fleisch verzehren. Und obendrein wird ihr Fell für Wollproduktion verwendet.
Und dieses Schaf nennt die Autorin und Illustratorin in Personalunion Aina. Diesen erfundenen ungewöhnlichen Namen erklärt sie zu Beginn dieses Sachbuches für schon sehr junge Leser:innen mit der englischen Bezeichnung für Nachhaltigkeit – SustAINAbility.

Dass und was jede und jeder Einzelne tun kann – dazu will das Buch anregen. Wenngleich die Autorin & Illustratorin selbst, diese offenbar ausreizt. Wie sie am Ende des Buches über sich schreibt, lebt sie teils in Graz und teils in Taranaki auf Neuseeland – ergibt wohl doch so manches an Flugkilometern und damit großen ökologischen Fußabdruck.

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Titelseite von
Titelseite von „Mit Händen und Füßen“
Workshop Weltspiel 2023

Weltweite Perspektiven schaffen, Teilhabe ermöglichen

„Wir leben in einer Zeit vieler globaler Krisen, von Kriegen über Klimaerhitzung bis hin zu wachsender Ungleichheit. Um für diese vielen Herausforderungen gerüstet zu sein, braucht es neben dem Problembewusstsein auch Handlungswillen und Kreativität. Wir wollen junge Menschen wegbringen von lethargischem Doom-Scrolling auf Social Media und konkrete Möglichkeiten zur Mitgestaltung aufzeigen“, erklärt Julia Weber, Projektleiterin bei Südwind anlässlich des Internationalen Tages der Jugend – siehe auch Beitrag über das Forderungspaket der österreichischen Bundesjugendvertretung – am Ende dieses Beitrages verlinkt.

Die Menschenrechtsorganisation Südwind bietet seit 45 Jahren Österreichs Kinder und Jugendliche in Workshops und Seminaren Unterstüztung bei der Orientierung in einer immer stärker vernetzten Welt. Die Angebote ganz nach dem Bildungskonzept des Globalen Lernens (Global Citizenship Education) helfen jungen Menschen dabei, die komplexe Welt besser zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

Empowerment

„Wir machen komplexe Probleme verständlich und ermutigen junge Menschen dazu, an der Lösung mitzuarbeiten. Gerade diese Bildungsangebote sind im regulären Unterrichtsprogramm Mangelware“, kritisiert Julia Weber und verweist auf die hohe Nachfrage: „Für 2024 sind wir komplett ausgebucht. Leider bedeutet das auch, dass wir viele Anfragen nicht bedienen können. Es braucht daher dringend mehr Mittel für eine nachhaltige und bundesweite Finanzierung von Globalem Lernen. Kinder und Jugendliche müssen flächendeckend auf komplexe globale Herausforderungen vorbereitet werden und auch Schulen in einem finanziell benachteiligten Umfeld sollten Möglichkeiten bekommen, diese Angebote in Anspruch zu nehmen.“

Südwind-Workshop in der UNO-City
Südwind-Workshop in der UNO-City

Zukunftsperspektiven in einem der ärmsten Länder Europas

Auch im Ausland ist Südwind darum bemüht, Perspektiven für die Jugend zu schaffen. Das Projekt Future Youth Moldova unterstützt Pflegekinder in der Republik Moldau beim Übergang ins Erwachsenenleben, wenn diese mit spätestens 18 Jahren die staatliche Betreuung beziehungsweise ihre Pflegefamilien verlassen müssen und vor großen Herausforderungen stehen. Diese so genannten Care Leavers erhalten über das Südwind-Projekt Unterstützung bei der Berufsausbildung und für den Start in ein eigenständiges Leben. Dazu zählen temporäre Unterkunftsmöglichkeiten, Karriereberatungen, psychologische Betreuung, rechtliche Hilfe und Gespräche mit berufsbildenden Schulen. Die Bildungsexpert:innen von Südwind führen auch in Moldau Workshops mit Jugendlichen durch und schulen Projektpartner:innen für das Konzept des Globales Lernens, mit dem Ziel diesen bestärkenden Ansatz in der Jugendarbeit in Moldau nachhaltig zu verankern.

Mehr zu den Bildungsangeboten von Südwind online hier unten

suedwind – > globales-lernen

Nächtliches Jubel-Gruppenfoto der Europameister:innen

Und Österreich hat doch die Europameisterschaft gewonnen…

Erst einmal bitte vielmals um Entschuldigung für die verspätete Meldung, immerhin hat das Finale schon vor mehr als zwei Wochen stattgefunden – der europäische Junior-Companies-Bewerb. Erstmals hat eines dieser Unternehmen aus Österreich, die von Schüler:innen für ein Schuljahr gegründet werden und mit echten Waren und / oder Dienstleistungen handeln (im Gegensatz zu den Übungsfirmen in Handelsakademien und -schulen), das Finale gewonnen: „Treberei“ aus dem B/R/G (Bundes-Real-/Gymnasium Stainach in der Steiermark.

Regelmäßige Leser:innen von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… kommt der Name vielleicht bekannt vor. Die Jugendlichen, die aus Treber, einem Abfallprodukt bei der Herstellung von Bier, Nudeln produzier(t)en und im Wert von mehr als 13.000 Euro (und nicht wie ursprünglich hier gestanden ist 30.000) auch verkauften, kamen schon in mehreren Berichten vor – Links siehe unten am Ende des Beitrages.

Ceren Sümbül, Sarah Lux und Flora Mayer von der
Ceren Sümbül, Sarah Lux und Flora Mayer von der „Treberei“ mit ihren Nudelsorten – bei der internationalen Junior-Firmen-Handelsmesse im März 2024

Internationale Handelsmesse, Jugend Innovativ, Junior-Bewerb

Zum ersten Mal liefen Schüler:innen aus Stainach uns bei der internationalen Junior-Firmen-Handelsmesse im März über den Weg, dann landeten sie mit ihrem Unternehmen auf Platz 2 in der Kategorie Sustainability (Nachhaltigkeit) bei Jugend Innovativ und gewannen zur selben Zeit den heimischen Junior-Company-Wettbewerb. Letzterer brachte ihnen die Vertretung Österreichs beim Europa-Bewerb – dieses Mal im sizilianischen Catania (Italien) ein.

Das
Das „Sieger-Treppchen“ des europäischen Junior-Firmen-Bewerbs 2024

Zum dritten Mal auf dem „Stockerl“

Schon vor zwei Jahren hatte „Drinkhalm“ vom Klagenfurter BG/BRG Mössinger Straße mit dem zweiten Platz den Europameistertitel nur knapp verpasst, nachdem schon im Jahr davor „Lazy Bowl“ (BHAK Liezen, Osttirol) einen dritten Platz herausgeholt hatte.

Auf Platz 2 landete „Glan go Glas“ aus Irland vor „Letz Guess“ (Luxemburg).

Kinder Business Week

Allen öffentlichen Klagen zum Trotz, dass Kinder und Jugendliche (viel) zu wenig über Geld, Finanzen und Wirtschaft lernen, wird doch übersehen, dass es nicht nur wie gerade hier in diesem Beitrag berichtet, die realen Junior-Companies gibt – allein in diesem Schuljahr mit rund 5000 beteiligten Schüler:innen. Dann die ÜFA – die Übungsfirmen, die alle Schüler:innen von Handelsakademien und -schulen durchlaufen. Außerdem bietet das Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum – kostenlose – Workshops während des Schuljahres an (siehe Info-Box).
Und in den Ferien startet kommende Woche (22. bis 26. Juli 2024) wieder die Kinder Business Week in Wien. Nach dem Muster der Kinderunis kommen in dem Fall Unternehmer:innen, um Vorträge oder Workshops für und mit 8- bis 15-Jährigen zu halten. Die Palette reicht vom fairen Handel über Supermärkte bis zur eigenen Herstellung von Lippenbalsam und Maki – siehe Info-Box.

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Siegreiche Junior-Company 2024: Treberei

Nachhaltigkeit wird auch betriebswirtschaftlicher Trumpf

Zweiter Platz in der Kategorie Sustainability (Nachhaltigkeit) bei Jugend Innovativ und sogar Sieg beim Bewerb der Schüler:innen-Unternehmen, den Junior Companys. Das konnten Schüler:innen des BG/BRG Stainach (Steiermark) Ende Mai aus Wien mit nach Hause nehmen. „Treberei“ nannten sie ihre Firma, mit der sie aus Treber, einem Abfallprodukt bei der Bier-Produktion, Nudeln herstellen.

„Wir dürfen uns von einer Brauerei in Schladming, in der Nähe, den feuchten, dampfenden Treber abholen, trocknen ihn in unserer Schulküche, mahlen ihn dann fein zu Mehl, mischen das mit Ei und stellen daraus unterschiedliche Nudelsorten her“, berichteten Ceren Sümbül, Sarah Lux und Flora Mayer Mitte März bei der Internationalen Juniorfirmen-Handelsmesse in einer Wiener Einkaufs-City. 14 Schüler:innen hatten an der Produktion, dem Verkauf und der Vermarktung von drei Nudel-Sorten gearbeitet. Und es damit sogar in Supermarkt-Regale geschafft. Darüber hinaus vermittelten sie ihr erworbenes Wissen an Volksschulkinder in der Umgebung, die sich am ziemlich neuen Programm der Junior Mini Companys beteiligten.

Als Österreich-Gewinner:innen dürfen Mitglieder des „Treberei“-Teams zum internationalen Bewerb „Gen-E 2024“ – dieses Mal im sizilianischen Catanie (2. bis 4. Juli) fahren.

„Alte“ Bekannte

Übrigens kamen auch schon die zweiten des zu Ende gegangenen diesjährigen Junior-Company-Bewerbs – markess (Ferrarischule Tirol) – sowie drei weitere Schüler:innen-Firmen, die Landesseiger aus Wien ReBloom (Wiener Lernzentrum Walz), Niederösterreich – Ecolution (HTL Mödling) und Oberösterreich – Bier ++ (HTL Braunau) hier auf Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… vor. Sie alle waren auch schon im März bei besagter internationalen Handelsmesse in Wien vertreten – Links zu den Gesprächen mit diesen Jung-Unternehmer:innen am Ende des Beitrages. Und in der Info-Box ganz am Ende finden sich alle neun Landessieger:innen und damit Bundes-Finalist:innen

Nachhaltigkeit im Fokus

Und das zeigte – wie auch viele Projekte bei Jugend Innovativ – und das nicht nur in der Kategorie Sustainability -, dass Jugendliche bei ihren Projekten Nachhaltigkeit stark in den Fokus nehmen.

Platz 3 beim Junior-Company-Bewerb 2024 ging an G!NIAL (HBLA Ursprung, Salzburg). Die Jugendlichen hatten einen alkoholfreien Gin entwickelt und konnten diesen nicht nur via Webshop österreichweit verkaufen, sondern auch mehrere Gastronomiebetriebe von ihrem Produkt überzeugen.

Rekordbeteiligung

Im nun zu Ende gehenden Schuljahr hatten 5.000 Schüler:innen insgesamt 470 Junior Companys gegründet, die im Gegensatz zu den verpflichtenden ÜFA, den Übungsfirmen in Handelsakademien und -schulen, real mit Waren oder Dienstleistungen handeln (müssen).

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Lamia Music mit ihren hochkomplexen Experimentier-Glas-plättchen

Von Plastik-Fresserchen über Lebensmitteln aus Bierproduktions-Abfällen bis zu effizienterer Nutzung von Sonnen-Energie

Jugendliche aus dem BG/BRG Stainach (Steiermark) sind mit ihren Nudeln aus Treber (einem eiweiß-reichen Abfallprodukt bei der Herstellung von Bier, der meist bestenfalls als Tierfutter verwendet, oft aber weggeworfen wird) fast „allgegenwärtig“. Schon bei der internationalen Handelsmesse im März in einem Wiener Einkaufszentrum lief ihnen Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr über den Weg. Hier nun wieder – und zwar dieses Mal Felix Holzer, Hannah Roßmann, Anna Maria Tippl und Hanna Lemmerer.

Mehr zu ihren unterschiedlichen Sorten – samt Inspiration für den durchgestylten Auftritt – und die Weitergabe ihres Know How an Volksschulkinder in dem nach diesem Absatz verlinkten Artikel:

Am zweiten Tag des 37. Bundesfinales von Jugend Innovativ konnte nur ein Teil der Schüler:innen den Stand betreuen, andere präsentierten – mit weiteren Kolleg:innen – ihre Produkte im Bundesfinale des Bewerbs der Junior Companies. Dies sind von Jugendlichen für ein Schuljahr gegründete Unternehmen, die real mit Produkten und/oder Dienstleistungen handeln – im Gegensatz zu den rein virtuellen ÜFA (Übungsfirmen, die in Handelsakademien und -schulen Teil des Pflichtprogramms sind).

The Plastic Eater

Es gibt zwar Sammelsysteme für manchen Kunststoff-Arten, dennoch landet vieles irgendwo – und nicht nur unbedingt in Mistkübeln. Anna Simonsen und Samantha Wanderer aus der HTL Braunau (Oberösterreich) recherchierten und starteten dann Testreihen mit einem Mix aus einem Pilz (Penicillium citrinum) und einem Bakterium (Rhodococcus ruber). Könnten sich die von Kunststoffen ernähren?

Die beiden Schülerinnen „verpflanzten“ Symbiosen der beiden Genannten in unterschiedliche flüssige Salzmedien und dazu verschiedenste Polymere – PS, PLA, PBAT, PET und LDPE. Dann ging’s ans Messen und Untersuchen: pH-Gehalt, Gewicht, Schmelz- und Kristallisationspunkte, Struktur…

Zuerst nach drei, dann nach für, später nach sieben Wochen… Und siehe da: 2,7 Mikrogramm des zum „Fraß“ vorgeworfenen Plastiks hatten Pilz und Bakterium verzehrt.

Reparatur-Plattform

Meine Waschmaschine macht komische Geräusche, die Kamera, der Laptop, das Handy oder was auch immer „spinnt“… Kann das wer reparieren?

Dank des Reparatur-Bonus zahlt sich das Herrichten wieder verstärkt aus. Ist dennoch – zwar für die Umwelt – aber oft für das eigene Konto kaum billiger als ein Neukauf. Und, es muss jeweils gezielt nach der jeweiligen Produkt-Kategorie gesucht werden. Könnte es nicht einfacher – und vielleicht auch billiger – gehen?

Katharina Tonev, Friederike Hausmeister und Nikol Ivanova aus der HTL Spengergasse (Wien) wollen eine übergreifende Plattform – einschließlich Austauschmöglichkeiten anbieten. „WeFix“ haben sie in ihrer Grundstruktur als Website bereits gebaut. Du lädst ein Foto des kaputten Gegenstandes rauf. Irgendwer sieht es, tritt mit dir in Kontakt – ihr vereinbart, die Person mit „Bastel“-Kompetenz bringt dein Fahrrad oder was auch immer zum Laufen, du gibst dafür Nachhilfe in Mathe, Englisch oder was auch immer diese Person benötigt. Oder es fließt Bargeld…

Soweit die Grundidee kostenloser Nachbarschaftshilfe. Die Website sollte darüber hinaus aber auch noch professionelle Reparaturhilfe als zertifizierte:r User:in anbieten können/dürfen – gegen eine entsprechende Gebühr an die Plattform. Ausgedacht und daran gewerkt haben die beiden in Rechnungswesen und Betriebswirtschaft: „Wir wollten da wenigstens etwas mit Sinn machen!“, vertrauen sie KiJuKU an.

Die Zukunft nähen

Teil des Info-Standes von Jugendlichen aus der HBLA Modeschule am Grazer Ortweinplatz ist ein Kleiderständer. Auf dem Tisch liegen Stoff-Teile – zusammengenäht aus vormaligen Kleidungsstücken. Das trifft auf für die Sweater mit Kapuze und anderen Gewänder auf dem Kleiderständer zu. Upcycling statt Wegwerfen ist das Motto dieses Projekts, das sich aus dem Unterrichtsgegenstand „Nachhaltigkeit in der Textilwirtschaft“ ergeben hat.

Vier Schülerinnen – Jana Habernig, Maja Schellauf, Jana Emig-Ulbel und Louisa Rappold vertraten beim Jugend-Innovativ-Finale ihre Kolleg:innen Emilia Bada, Julia Dreisiebner, Isabella Helnwein, Hannah Herbsthofer, Ella Kleindienst, Katja Kleindienst, Leandro Kölbl, Marie Kronheim, Mareike Lührmann, Alexander Markuszik, Ave Ngongani, Alexander Peer, Anna Rothschedl, Polina Rudol, Anna-Maria Šiško, Yara-Nima Steinberger, Zoey Tuš, Hannah Url und Lara Wetl, die sich an alten vor allem Jogging-Hosen und -Jacken kreativ nähend betätigt hatten.

Ein wohl klingendes Motto hatten sich die zwei Dutzend Schüler:innen, die in kleinen Gruppen zu fünft arbeiteten, für ihr Projekt ausgedacht. Das Spanische „Cose el Futuro“ heißt wörtlich übersetzt: Nähen Sie die Zukunft.

Natürliche Farben machen Sonnenlicht-…

Lamia Music hätte mit ihrem Projekt möglicherweise genauso gut in der Science-Kategorie Top abgeschnitten. Was sie erforscht(e) ist nicht leicht verständlich. Im Prinzip – und möglicherweise (zu) vereinfacht – zusammengefasst, beschäftigt(e) sich die Wiener Gymnasiastin damit, wie mit Hilfe von natürlichen Farb(kombination)en die Gewinnung von Elektrizität aus Licht gesteigert werden kann.

Basis dieses Verfahrens ist die sogenannte Grätzel-Zelle (auch Farbstoff-Solarzelle), benannt nach dem Schweizer Michael Grätzel, der sie vor 23 Jahren erfunden und ein Jahr später (1992) patentieren hat lassen. Music besuchte ihn in der Schweiz. In Wien geht sie übrigens in das Bernoulli-Gymnasium, benannt nach dem Schweizer Mathematiker und Physiker Daniel Bernoulli (1700 – 1782).

„Untersuchung der DSSC (Dye sensitized solar cell) – Effizienz mit natürlichen Farbstoffen und Tandem-Struktur“ heißt die ausgetüftelte Arbeit für die Lamia Music viel theoretische Recherche betreib und praktische Experimente durchführte. „Ich habe auch verschiedene Glastypen ausgetestet“, erklärt sie Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… Auf der Innenseite werden die Gläser jeweils elektrisch leitfähig beschichtet.

Lamia Music mit ihren hochkomplexen Experimentier-Glas-plättchen
Lamia Music mit ihren hochkomplexen Experimentier-Glas-plättchen

Das Neue an Musics Experimenten: Sie kombinierte Komplementärfarben, was letztlich die Effizienz der Grätzel-Zellen erhöhen sollte – und auch, wie ihre Messungen ergaben, auch tat.

Damit gewann sie die Kategorie Sustainability. Der Vorsitzende der entsprechenden Jury, Wolfram Anderle (Tech Analyst in der austria wirtschaftsservice, aws) meinte in der Begründung unter anderem: „Auf der Basis umfangreicher Analysen mit dem AIT und einer Modellierung bzw. Simulation des Modells im MathLab konnten die Ergebnisse nachvollziehbar dargestellt und ein Optimum gefunden werden. Die Arbeiten wurden auf der Basis umfangreicher Kooperationen mit in- und ausländischen Unternehmen und Instituten äußerst professionell durchgeführt.

Mit den Ergebnissen der vorgestellten Untersuchungen sollte es künftig möglich werden, mittels technischer Photosynthese in einfachen organischen Systemen die Kraft der Sonnenstrahlung zur Stromerzeugung zu nutzen. Schmuckstücke, die unser Handy aufladen oder Kleidung, die genug Energie erzeugt, um intelligente Gadgets zu versorgen sind damit keine Zukunftsmusik mehr, sondern werden uns eines Tages genauso selbstverständlich begleiten wie heute eine Regenjacke oder ein Sonnenhut.“

Lamia Music wird – neben dem Universal-Switch (EngineeringII) und dem neuartigen Flugzeug-Flügel (Science) Österreich beim 35. European Union Contest for Young Scientists 2024 im polnischen Katowice vertreten.

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Wird in den nächsten Tagen fortgesetzt – jeweils ein Teil für alle Finalprojekte der verschiedenen – oben schon genannten – Kategorien. Und letztlich noch einem Teil über die verliehenen Preise.

Valentin Socher, Jonas Lorenschitz, Julian Schanta und Anton Fuchs mit dem Fluggerät, mit dem sie Wetterballone wieder - zerschnitten - einziehen und die Elektronik retten

Rettung von Elektronik im Millionenwert samt E-Schrott-Vermeidung

Damit wir in Apps und über andere Medien informiert werden können, ob es eine Sturmwarnung gibt, gut Eincremen gegen heiße Sonne gut wäre oder die Mitnahme eines Regenschirms gut angebracht wäre, braucht es Millionen von Wetterdaten. Solche werden unter anderem täglich von rund 5000 Ballonen mit elektronischen Mess-Instrumenten gesammelt. Von kleinen Flugzeugen werden sie auf große Höhen – 32 bis 35 Kilometer gebracht. Danach schweben die Ballone in der Stratosphäre, ihre Geräte messen, irgendwann platzen die Ballone, fallen zu Boden – und mit ihnen die Elektronik. Damit sind nach einmaliger Anwendung rund 400 bis 500 Euro (Instrumente samt Ballonen) vernichtet – und belasten die Umwelt.

Das kann’s doch nicht sein, dachten sich Valentin Socher, Jonas Lorenschitz, Julian Schanta und Anton Fuchs, Schüler der HTBLA Eisenstadt mit ihrem Ausbildungsschwerpunkt Flugtechnik. Tüftelten und tüftelten und fanden eine Lösung: Sie befestigen ihren Wetterballon an einem Seil an einem „Gleiter“, einem Kleinflugzeug. Ein solches haben sie auch auf ihrem Stand beim 37. Bundesfinale von Jugend Innovativ, in dem sie mit ihrer Erfindung in der Kategorie Engineering I landeten.

Ihre Entwicklung: Nach getaner Mess-Arbeit zieht eine Seilwinde den Ballon wieder ein. Das war die Idee. Die sich aber nicht so verwirklichen ließ, wie sie Kinder I Jugend I Kultur I und mehr… schildern. „Wir haben ausprobiert, so einem Ballon die Luft auszulassen. Das dauert eeeewig!“

Also wird der Ballon – alles automatisch – beim Einziehen in den schmalen, länglichen, an eine kleine Rakete erinnernden autonomen Flieger, kontrolliert zerschnitten. Die Elektronik wird aber somit gerettet und der Ballon landet auch nicht als Müll irgendwo auf dem Boden oder im Wasser und kann so auch sachgemäß entsorgt werden. „Development of an autonomous and reuseable Weather Balloon Drone – Loon-A-Tix” ist übrigens der nicht gerade unkomplizierte Name des Projekts. Würde die Erfindung aus dem Burgenland weltweit eingesetzt, könnten so Jahr für Jahr im Wert von rund einer halben Milliarde erspart – und damit auch gefährlicher Müll irgendwo in der Landschaft vermieden werden.

Ferngesteuertes Schraub-Auto

Apropos Flugzeuge und Automatisierung. Auf Flughäfen braucht es Tausende Leuchten auf den Rollfeldern. Starten und Landen von Flugzeugen verursachen starke Vibrationen. Die Gehäuse für die Lampen sind im Boden verschraubt. Damit keine Schraube locker wird, müssen diese regelmäßig kontrolliert und festgezogen werden. Passiert derzeit händisch. Kleines Auto mit Loch im Boden fährt die Leuchten ab, eine Person checkt durch das Loch die Schrauben und dreht sie notfalls fester.

Geht das auch anders? Müsste wohl, dachten sich vier Schüler der HTL Rennweg (Wien 3; Landstraße). Marco Mazur, Alessandro Nentwich, Fabrizio Belisarii und Christopher Dienstl ersannen ein Fahrzeug samt eingebautem Akku-Schraub-Dreher. Dieses Fahrzeug kann über Fernsteuerung gelenkt. In dem Bereich des Schraubendrehers findet eine Kamera die richtige Position und schon kann verhindert werden, dass eine Schraube locker wird. „Unsere Erfindung ist aber auch leicht erweiterbar, wir könnten noch ein Teil dazu bauen, das die Gläser der Leuchten ebenfalls automatisch reinigt.

Das Quartett durfte den „SrewRover – ein Roboter zur Wartung von Rollfeld-Leuchten“, wie sie ihr Projekt nannten, auch schon in echt auf dem Wiener Flughafen testen.

Ferngesteuerter Prüfwagen in Profilrohren

In dieser Kategorie – vor einigen Jahren wurde Engineering (Ingenieurswesen) wegen der viiiiielen Einsendungen in zwei Teile gesplittet – waren noch zwei weitere automatische Fahrzeuge im Finale. Gerald Haselsteiner und Alfons Moser aus der HTL Waidhofen an der Ybbs (Niederösterreich) bauten ein automatisches, fernsteuerbares Raupenwägelchen, das in längs-geschweißte Profilrohre fahren kann und die Schweißnähte überprüft.

Noch müssen bei solchen Tests endoskopische Prüfsonden über lange Stangen händisch in die Rohre hineingeschoben werden, für unterschiedlich breite Profilrohre braucht es verschiedene Messwägelchen. Das alles könnte der Vergangenheit angehören, wenn die Erfindung des Duos, die sich in Breite und Winkel verstellen lässt, realisiert wird.

Tennisball-Sammelroboter

Bei heftigem Tennistraining kugeln ganz schön viele der bekannten gelben Bälle irgendwo auf dem Platz herum. Die könnten doch vielleicht auch autonom und automatisch eingesammelt werden. Diese Idee steckt hinter der Erfindung von Viktoria Chroust, Markus Hartmann, Philip Sauer und David Lapinksi (der beim Bundesfinale verhindert war). Also erklären die ersten drei Schüler:innen der HTL Mödling (Niederösterreich) dem Journalisten das Prinzip ihres Roboters, den sie in ihrer Diplomarbeit in Mechatronik – mit den Anteilen Maschinenbau, Programmierung, Elektronik und Elektrotechnik – ausgedacht und gebaut haben.

Der Metallrahmen trägt vorne eine Kamera, die ist darauf programmiert gelbe Filzkugeln zu erkennen. Die Maschine fährt darauf zu. Zwei schräge Kantrohre sorgen dafür, dass der Ball in die Mitte gerollt wird wie in eine Art Trichter, von wo sie aufgesagt und in eine Kunststoffkiste befördert wird. „Das funktioniert sozusagen wie eine umgekehrte Ballwurfmaschine“, verdeutlichen die drei Jugendlichen die Funktionsweise.

Neuartige Fertigung eines Dieselmotorkolbens

Zurück in die Lüfte. Kolben von Dieselmotoren in Flugzeugen sind hohen Belastungen ausgesetzt. Dafür seien weder Material (Aluminium) noch die Struktur (Vollguss) ideal, fanden Julian Weik und Malachias Burger von der HTL Eisenstadt (Burgenland). Hoher Druck, Hitze – das führt bald einmal zu möglichen Rissen, jedenfalls zu Verschleißerscheinungen.

Die beiden recherchierten, durchstöberten einschlägige Literatur und begannen zu überlegen: Stahl wäre das bessere Material und das eher gitterförmig konstruiert, damit viel von der entstehenden Wärme nicht gefangen bleibt, sondern abgeleitet werden kann. Mit ihrer Erfindung könnte so ein neu gebauter Kolben mehr als doppelt so viele Betriebsstunden (2800 statt 1200) halten, so die beiden Schüler zu KiJuKU, die ein zerlegbares 3D gedrucktes Modell – „noch nicht aus Metall, sondern nur zur Veranschaulichung“ – herzeigen.

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Wird in den nächsten Tagen fortgesetzt – jeweils ein Teil für alle Finalprojekte der verschiedenen – oben schon genannten – Kategorien. Und letztlich noch einem Teil über die verliehenen Preise.

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Mehr Informationen
Celine Aurelia Tarchini und Marie-Sophie Tatschl vertreten das 4-Team, das dieses Modell einer Vielkönner-Holz-Laterne ausgedacht und gebaut hat

Nachhaltige Projekte in fast allen Kategorien

Nachhaltigkeit, sorgsamer Umgang mit Ressourcen, Re- und Up-Cycling bzw. noch besser Vermeidung von zu viel Abfall … – Themen, die seit vielen Jahren allgegenwärtig sind. Nicht selten wird in diesem Zusammenhang mehr darüber geredet als entsprechend gehandelt; sozusagen heiße Luft produziert.

Viele Jugendliche engagieren sich nicht nur in Demos und Aktionen für Klimaschutz, sondern so manche erfinden auch Schlaues in Projekten. Beim großen Schulwettbewerb Jugend Innovativ, der in diesem Jahr zum 37. Mal stattfand, gibt es seit vielen Jahren eine eigene Kategorie Sustainability (Nachhaltigkeit – 2008 als Sonderpreis zunächst unter dem Titel Klimaschutzinitiative entstanden). Immer mehr finden sich Elemente von Nachhaltigkeit aber auch in Projekten in praktisch allen anderen Kategorien: Design, Engineering (Maschinenbau, Ingenieurswesen, also technische Entwicklungen und Erfindungen), Entrepreneurship (unternehmerische Handeln), Science (Wissenschaft), ICT & Digital (Information and Communication Technology).

Aufblasbare Riesenvariante des Logos von Jugend Innovativ
Aufblasbare Riesenvariante des Logos von Jugend Innovativ

Portionierte Veröffentlichung

In der letzten Mai-Woche (2024) startete das 37. Bundesfinale – mit Preisverleihung vor dem Feiertag. Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… wird – wie seit Jahren (davor im Kinder-KURIER) alle Finalprojekte vorstellen – aufgeteilt auf die genannten Kategorien, um lesefreundliche Portionen zu servieren. Gestartet wird – weil im Alphabet am Beginn und schon am ersten Tag mit allen fünf Projektteams gesprochen werden konnte – mit Design, die anderen folgen in den kommenden Tagen.

Und weil schon eingangs von der Nachhaltigkeit die Rede war also zunächst zwei Projekte, bei denen dies eine große Rolle spielt:

Straßenlaternen aus Holz

Celine Aurelia Tarchini und Marie-Sophie Tatschl von der Euregio HTBLVA Ferlach in Kärnten haben eine Straßenlaterne aus Holz ausgedacht, entworfen sowie Modelle dafür entworfen – gemeinsam mit ihren Kolleg:innen Magdalena Mikula und Kai Sonntag, die beim Bundesfinale anderweitig schulisch im Einsatz waren.

Eines der Modelle – im Maßstab 1:3, also ein Drittel so groß wie die Originale haben sie mitgebracht. Es ist nicht nur formschön, sondern trägt auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage. Für den Journalisten und entsprechende Fotos neigen sie das Laternen-Modell, um dies herzuzeigen. Die hölzernen Streben bestehen aus mehreren Schichten, im Inneren gibt’s Hohlräume für die Verkabelung, erklären die beiden Schülerinnen. „Wir können auch Ladestationen für Handys, eScooter und so weiter einbauen oder einen Notknopf und anderes.“

Und es wird zehn Prototypen dieser neuen Straßenbeleutungen aus Lärchenholz (weil witterungsbeständig und aus der Region) im Lakeside Park bei der Uni Klagenfurt am Wörthersee geben.

Raumwunder Kindergarten

Ein Spieltisch – aus Abfallholz einer Tischlerei in Form eines liegenden Achters steht vor der Projekttafel von „Raumwunder Kindergarten“ aus der HTL Pinkafeld (Burgenland). Jakob List und Fabian Fuchs erklären KiJuKU was es damit auf sich hat: Die Form kommt von einer Kinderzeichnung. Und das kam so: Die beiden wollten eine Eltern-Kind-Begegnungszone für Güssing planen – in ein leerstehendes Einkaufszentrum und den Grünraum davor. „In einer Umfrage haben wir herausbekommen, dass viele Eltern sich gern mit anderen treffen und austauschen würden und gern hätten, dass ihre Kinder dabei Spielgelegenheiten haben sollten mit entsprechender pädagogischer Betreuung.“

Für die Gestaltung eines solchen Zentrums wollten sie sich von Kindern inspirieren lassen und machten eine Exkursion in den Heilpädagogischen Kindergarten Mitterdombach in der Steiermark. Dort baten sie Kinder um Zeichnungen, die sie dann in vielen Elementen ihrer Pläne einbauten. Die Zeichnung einer Art S war einerseits die Basis für eine Umrandung des Freiraums vor dem Gebäude – gebaut aus hölzernen Lamellen. Und sie diente als Vorlage für den eingangs beschriebenen Tisch. In den sie überraschende Elemente einbauten. So lassen sich in den beiden Kreisen runde Deckel hochheben, unter dem einen feinden sich die genoppten Klemm-Bausteine, mit denen oben auf dem Deckel gebaut werden kann…

Die beiden mussten sich für die Präsentation beim Jugend-Innovativ-Finale übrigens den Tisch wieder ausborgen, hatten sie ihn doch schon zuvor dem genannten Kindergarten geschenkt. Und kleines Schmankerl: Die beiden haben sich jeweils so einen liegenden Achter – in unregelmäßiger Form als „Fliege“ als Halsschmuck gezimmert.

Modularer Fahrer:innen-Stand einer Straßenbahn

Auf ihre Art beinhaltet auch die Entwicklung von Judith Lumetsberger und Anna Theis von der HTBLuVA St. Pölten (Niederösterreich) einen Nachhaltigkeits-Anteil. Die beiden Schülerinnen haben ein flexibles Modell für das Cockpit von Straßenbahnen für die Firma Alstom ausgedacht und gebaut. Statt für unterschiedliche Anforderungen und Wünsche jeweils ein neues Modell zu bauen, können die von dem Duo in ihrer Diplomarbeit in Maschinenbau/ Industrie-Design entwickelten Module (Holz,Styropor, Papier) verbreitert, verschmälert, ergänzt und verschoben werden. Und ihr Modell beinhaltet, dass der Sitz im Fahrer:innen-Stand so angepasst werden kann, dass jede:r – egal wie groß oder klein – ergonomisch richtig beim Lenken einer Bim sitzen kann.

OpenSoundQueue

Lukas Schodl, Markus Wizany und Daniel Pillwein aus der HTL 3 Rennweg haben mit OpenSoundQueue eine Web-Site samt App entwickelt mit der einfach Musik – egal von welcher Plattform – sozusagen in eine Warteschlange ein- und anschließend abgespielt werden kann. Party oder eine andere Veranstaltung – eine oder einer startet die Offene Klang-Schlange und jede:r kann die eigene Playlist, oder einzelnen Songs hinzufügen, egal von welchem Anbieter. Und weil schon offen, will das Trio auch nicht daran verdienen, und stellt es als Open Source zur Verfügung.

Zeitreise zurück

Ein anderes Team aus der Höheren Technischen Lehranstalt Rennweg in Wien-Landstraße – Marlen Seelos, Sofie Graf, Alice Marinellore und Catharina Lehner – erfand und programmierte ein Videospiel, in dem die Zeit einerseits Spielmechanik ist und andererseits auch verändert werden kann. „Flux“, Hüter der Zeit in „Warden of Time“ ist die Spielfigur mit der du Aufgaben und Rätsel lösen musst. Solche sind etwa Schlüssel für ein Türschloss zu suchen und finden, springen, laufen… „Du kannst mit Flux aber auch in der Zeit reisen, aber nur in die Vergangenheit“, erklären die Jugendlichen. „Wir hatten schon immer die Idee, ein Videospiel machen zu wollen“, erklären sie den Ansatz für ihr Projekt. Noch gibt es das Spiel nicht.  „Es ist inhaltlich noch nicht ganz fertig und einige Fehler müssen wir auch noch ausbessern, aber dann wird es das Spiel auf der Games-Plattform Steam geben“, kündigt das Quartett an.

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Wird in den nächsten Tagen fortgesetzt – jeweils ein Teil für alle Finalprojekte der verschiedenen – oben schon genannten – Kategorien. Und letztlich noch einem Teil über die verliehenen Preise.

Bildmontage aus Fotos von vier Projekten: 99 Robotics, De Facto, Saveo, Ecolution und Scubey

Noch kein Business, dafür spannende Grundlagen entwickelt

Ein Becher aus dem du sagen wir bei Festivals trinkst, der dir irgendwo ins Gebüsch fällt, und der relativ schnell verrottet und außerdem noch Blumen zum Blühen bringt – an dieser Erfindung tüftelt das Team von Ecolution von der HTL Mödling (Niederösterreich). Noch gibt es diese Trinkbecher nicht und Nicolas Kirchberg, sein Vornamensvetter Henninger sowie Salm-Reifferschait-Raitz halten „nur“ unterschiedliche Bruchstücke solchen Materials in Händen, um sie den Besucher:innen, darunter auch Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… zu zeigen.

Nicolas Kirchberg, Nicolas Henninger sowie Salm-Reifferschait-Raitz
Nicolas Kirchberg, Nicolas Henninger sowie Salm-Reifferschait-Raitz

Die drei Schüler aus dem Zweig Wirtschaftsingenieurwesen hatten gemeinsam mit fünf weiteren in der Klasse die Idee eines 100-prozentig verrottbaren Bechers, vor allem für Großveranstaltungen gut geeignet. „Zuerst haben wir in unserem Chemie-Labor experimentiert und mit Milchstärke begonnen. Diese Becher haben aber zum Beispiel Cola nicht standgehalten. Außerdem ist sie nicht so leicht zu bekommen wie Kartoffelstärke, das wir nun mit natürlichem Weichmacher Glyzerin und destilliertem Wasser mischen und daraus das Material für die Becher machen.“ Neben lebensmittelfarben, die die Becher bunt machen können, versetzen die acht Jugendlichen ihr Material mit Blumensamen – und siehe eingangs 😉

Aus beiden Teilen Zyperns

Green Food Revolution nennen die Jugendlichen der Junior Company „Saveo“ die von ihnen entwickelte App, um Lebensmittel zu retten. Sie kommen aus vier Schulen in unterschiedlichen Teilen Zyperns – sowohl dem griechischen als auch dem türkischen Teil – eine zusätzliche Innovation. „Bei einem Innovation Camp haben wir uns getroffen, einzelne Gruppen haben verschiedene Ideen entwickelt, wir wollten etwas gegen die riesige Lebensmittelverschwendung tun. So viele Tonnen werden weggeworfen, obwohl sie noch genießbar wären. Mit unserer App, die zugegeben noch nicht funktioniert, sie ist erst ein Prototyp, verbinden wir Konsument:innen mit Geschäften und Supermärkten. Wenn eine Ware schon abgelaufen oder knapp davor ist, wird sie billiger abgegeben. Das passiert ja schon, aber in der App taucht es auf und Leute können das sehen, hingehen und Obst, Gemüse, Brot…. Günstiger einkaufen. So bleibt weniger übrig, das vielleicht weggeworfen wird“, schildern der Reihe nach Jack, Clara, Anastasia und Charalampos. Die App ist programmiert, die dazugehörige Website ebenso, Logo und durchgängige CI (Corporate Identity) designt samt informativer Broschüre, die sie an die Jury-Mitglieder verteilen.

Sie bekamen dafür auch den Preis fürs beste Marketing.

Autonome Roboter pflanzen

Den Award für die Top-Innovation nehmen die Vertreter der dänische Junior Company „99Robotics“ mit. „Eigentlich haben wir die Idee in den Ferien in einem Workshop ja mit Schüler:innen aus Sambia (Binnenstaat im südlichen Afrika) entwickelt, relativieren Kacper Graversen und Lucas Hauge, zwei Vertreter aus Dänemark, ihren Erfolg im Gespräch mit Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… „Wir wollten was gegen Austrocknung von Böden und für mehr Pflanzen erfinden. Und so sind wir gemeinsam auf die Idee gekommen, dass kleine Roboter zum Beispiel zwischen hohen Maisstauden fahren könnten, um Samen zu säen, die im Winter aufgehen, wenn der Mais nicht wächst, der Boden aber ausgelaugt wird. So könnte es auf dem selben Boden eine zweite, andere Ernte geben, etwa Futter-Rettich…“

Die kleinen Kettenfahrzeuge könnten auch in „Schwärmen“ zu zwölft autonom fahren und so in kurzer Zeit ganze Felder zusätzlich besamen, schildern die beiden Schüler, aus Dänemark die nur ein Modell eines solchen Roboters vorführen.

Digitaler Würfel gegen Ablenkung

„Das kennen wir doch alle – du willst das und jenes lernen, erledigen und lässt dich dauernd vom Handy ablenken“, eröffnet das Trio aus der HTL Vöcklabruck (Oberösterreich; 3. Klasse) das Gespräch, um ihren digitalen Würfel zu erklären. „Über eine App hast du auf diesem Würfel deine To-Do-Liste, das Handy legst du ganz weit weg, am besten in ein anderes Zimmer. Der Würfel hat auch einen Timer, der dir die ideale Lernzeit – 40 Minuten und dann fünf Minuten Pause – angibt. Außerdem haben wir ein CO2-Messgerät eingebaut, das anzeigt, wann wieder gelüftet werden muss, damit du genug Sauerstoff fürs Lernen hast.“ So preisen Bujinlkham Bolorsaikhan, Alexander Kleemair und Elias Bergschober – stellvertretend für ihre siebenköpfige Junior Company Scubey ihr Produkt an. „Es ist aber vorläufig nur ein Prototyp – das Gehäuse 3D-gedruckt.“ Kosten würde dieser Würfel 79,99 € „und wer so viel ausgibt, wird ihn dann sicher nutzen und das Handy wirklich weglegen“, zeigen sich die Entwickler:innen überzeugt.

Illusion von Weite

Die billigsten Unterkünfte sind – unter anderem auf Flughäfen – Schlafkojen. Noch kleiner als die am Flughafen Wien sind solche, die praktisch nur kriechend belegt werden können, selbst Aufsetzen ist schon schwierig. Kann ganz schön Enge-Gefühle auslösen. Ist ja auch so. Um sich wenigstens ein bisschen Illusion von etwas mehr Weite zu verschaffen, haben Ilja Olshevskij und Nikolai Eggert aus Vilnius (Litauen) gemeinsam mit zwei Kollegen mit ihrer Junior Company „De Facto“ eine App namens Capslock konzipiert, die unterschiedliche Projektionen an die engen Wände „zaubern“.

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Weitere Berichte über die Schüler:innen-Firmen bei der kürzlich abgehaltenen internationalen Junior-Companies-Handelsmesse – meist thematisch zusammengefasst – erscheinen in den folgenden Tagen.

Ebenfalls aus Treber (Abfall bei der Bier-Herstellung) sind diese Müsli-Riegel - made by Jugendlichen aus der HTL Anichstraße (Innsbruck, Tirol)

Schmackhaftes aus geretteten Abfällen – von Obst, Gemüse und Bierproduktion

Apfelchips und andere Snacks sowie Suppen im Glas – das stellen die Jugendlichen von „ReSnacked“, einer Junior-Company, her. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die von Jugendlichen für nicht ganz ein Schuljahr gegründet werden, um – im Gegensatz zu Übungsfirmen in Handelsschulen und -akademien – mit echten Waren oder Dienstleistungen zu handeln (mehr dazu in der Info-Box ganz am Endes des Beitrages). Die „ReSnacked“-Firma kommt aus dem (Real-)Gymnasium Billrothstraße 26 (Wien-Döbling; 19. Bezirk).

Amelie Stepper, Helena Müller (vorne) sowie Marianne Stockreiter, Clara Lohi und Clarissa Komondi von
Amelie Stepper, Helena Müller (vorne) sowie Marianne Stockreiter, Clara Lohi und Clarissa Komondi von „ReSnacked“ mit ihren Produkten aus geretteten Lebensmitteln…

„Einmal im Monat können wir bei Supermärkten gerettetes Obst und Gemüse abholen wie Karotten, Zwiebeln, Äpfel und andere. Daraus machen wir Mus, Suppen oder dörren Obst zu Chips“, erzählen Amelie Stepper, Helena Müller, Marianne Stockreiter, Clara Lohi und Clarissa Komondi Kinder I Jugend I Kultur I und mehr… bei der großen internationalen Juniorfirmen-Handelsmesse am letzten (kalendarischen) Winter-Wochenende in einem bekannten Einkaufszentrum im 15. Wiener Bezirk.

Sie gehören zu einem Team von 13 Schüler:innen, die im Wahlpflichtfach Junior-Company in der schuleigenen Küche die genannten Produkte herstellt.

Chifru

Chips aus Obst, das sonst ebenfalls im Müll landen würde, stellen 13 Jugendliche der 2. Klasse Handelsakademie im Salzburger St. Johann im Pongau her. Im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleg:innen bekommen sie die Früchte, die sie damit retten und zum Verzehr zubereiten, nicht kostenlos. „Aber pro Kilo müssen wir nur 3 Euro bezahlen“, berichten jene sechs Jugendlichen, die gerade zum Zeitpunkt des Reporter-Besuchs den Verkaufsstand von „Chifru“ betreuen. „Und wir verpacken unsere Obst-Chips, die wir in der Schulküche selber herstellen, in nachhaltige (Papier-)Sackerln.

Bierig

Bei der Herstellung von Bier bleibt unter anderem „Treber“ übrig – ein Gemisch aus Hefe, Weizen und/oder Malz. Im besten Fall wird dieser Abfall an Tiere verfüttert, landet er im (Bio-)Müll. Da ließe sich doch was draus machen – auf diese Idee kamen in diesem Schuljahr (mindestens) zwei Junior-Companys.

Treberei“ nennt sich das Schüler:innen-Unternehmen aus dem (Real-)Gymnasium Stainach in der Steiermark. „Wir dürfen uns von einer Brauerei in Schladming, in der Nähe, den feuchten, dampfenden Treber abholen, trocknen ihn in unserer Schulküche, mahlen ihn dann fein zu Mehl, mischen das mit Ei und stellen daraus unterschiedliche Nudelsorten her“, berichten Ceren Sümbül, Sarah Lux und Flora Mayer dem Reporter bei der internationalen Handelsmesse.

Das Trio vertrat die insgesamt 14 Schüler:innen, die an diesen Produkten arbeiten – drei Sorten mit fantasievollen Namen für bekannte Arten: Strudelnudel für Spiralen (Fusilli, Spirelli), Kuddelnudel für Bandnundeln (Tagliatelle) und Rotundelnudel (die an Orecchiette erinnern. Und den Jugendlichen ist es gelungen, Haubenköch:innen zu animieren, ihnen exklusive Rezepte mit diesen Nudeln zur Verfügung zu stellen – die via QR-Code auf den papierenen Verpackungen abzurufen sind.

Obendrein geben sie ihr unternehmerisches Wissen an Kinder der Volksschule Gröbming weiter, die sich am recht neuen Programm Junior Mini Company beteiligen.
Übrigens für die Präsentation auf der Bühne stülpte sich die erstgenannte Schülerin eine Perücke mit Locken in Spiralform über den Kopf nachdem sie ohnehin schon die ganze Zeit in einem Überhang, der an ein Papiersackerl erinnert am Messestand informierte.
Die „Treberei“ konnte übrigens den Gesamtpreis – „Overall Award“ (es gab insgesamt sieben verschiedene Spartenpreise) einheimsen.

Müsli-Riegel

Ebenfalls von einer nahegelegenen Brauerei beziehen die Jugendlichen aus der HTL Anichstraße (Innsbruck, Tirol) für ihre Firma „AlpenPro“ ihren Treber. „Wir haben zuerst versucht, daraus Kekse zu backen. Das hat nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Jetzt machen wir Müsli-Riegel daraus“, verraten Lucas, Kai, Flo, Luca, Moritz und Tobias Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… Mit Tablets mit kleinen Kostproben wandert immer einer aus dem Team quer durch die Gassen der Messestände bzw. Besucher:innen dieser Konsum-City.

Bier selber brauen

Auf der anderen Seite dieser Herstellungskette, also nicht beim Abfall, sondern bei der Produktion sind Jugendliche der HTL Braunau (Oberösterreich) gelandet. „Bier + +“ nannten sie ihre Junior-Company. „Die Theorie haben wir uns angeeignet und dann aber doch sieben verschiedene Sorten zu brauen versucht, bis wir unser jetziges Bier hatten – ein süßes-fruchtiges it einer exotischen Geschmacksnote“, schildern Lukas Daxecker, Simon Schrems, Manuel Schober und Fabian Mairböck dem Journalisten. Die vier vertraten ihr insgesamt sieben Mitarbeiter umfassendes Team, das bisher einen halben Hektoliter des „Pale Ale“ in der Brauerei Pfesch – nach dem experimentell im Chemie-Labor der Schule erfundenen Rezepts – herstellen hat lassen.

Da Junior Companys ja nur für ein Schuljahr existieren, wollen sie – mit Hilfe der Schule – eine Schüler:innen-Genossenschaft gründen, um diese und vielleicht auch andere Produkte dauerhafter vermarkten zu können.

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Weitere Berichte über die Schüler:innen-Firmen bei der kürzlich abgehaltenen internationalen Junior-Companies-Handelsmesse – meist thematisch zusammengefasst – erscheinen in den folgenden Tagen.

Doppelseite aus "Lollo" von Mira Lobe und Susi Weigel

Puppendoktorin aus der Müllhalde

Nachhaltigkeit – davon reden viele. So manche tun auch was dafür – so präsentierten bei zwei großen Bewerben (Jugend Innovativ und Junior Companys) ältere Schüler:innen – Oberstufe – ganz handfeste, konkrete Projekte, mit denen sie Müll vermeiden bzw. Dinge recyclen: Zweites Leben für alte Akkus beispielsweise (ReCell), ein schulübergreifendes Netzwerk zum Kleidertausch und mehr, Verarbeitung von Brotrestln, die weggeworfen worden wären zu köstlichen Crackers (Scherzl mit Herzl)… – Links zu Ersteren unten am Ende des Beitrages, die Reportage über die Junior-Firmen von Schüler:innen folgt am 8. Juni 2023.

So wichtig der Gedanke der Nachhaltigkeit gerade heute ist, einige Menschen haben schon vor Jahrzehnten darauf hingewiesen, etwa die (leider längst verstorbenen) Kinderbuchmacherinnen Mira Lobe und Susi Weigel (bekannt nicht zuletzt für „Das kleine Ich bin ich“ oder „Die Geggis). In „Lollo“ – das noch, vertont und mit interaktiven Workshops für Kinder – am 7. Juni 2023 im Dschungel Wien läuft. Dort ist auch schon kurz das Bilderbuch erwähnt, auf dem die Geschichte aufbaut.

Doppelseite aus dem Bilderbuch
Doppelseite aus dem Bilderbuch „Lollo“ von Mira Lobe und Susi Weigel

Schwarze Puppe

Es ist übrigens ein für Bilderbücher ganz schön dickes – 72 Seiten Inhalt mit – wie es für die Bilderbücher dieses Duos praktisch immer der Fall war Reimen. Lollo ist eine – auch das eher für die Entstehungszeit ungewöhnlich in Österreich (1987) schwarze Puppe mit der damals üblichen N-Wort-Bezeichnung, die in der Neuauflage 2013 erklärt wird, weshalb dieses Wort eigentlich vermieden werden sollte, weil es für die Betreffenden abwertend verwendet wird.

Also, diese Lollo kämpft sich aus der Müllhalde heraus, sucht sich dort Stoff, aus dem sie sich ein Kleid anfertigen kann. Stoff verwendet sie sozusagen als Puppendoktorin nun auch, um anderen Spielzeugfiguren und -tieren zu helfen, sie zu verarzten. Aus Weggeworfenem, weil da und dort was fehlt, wird wieder vollwertiges Spielzeug.

Freundschaft, Zusammenhalt

Neben diesem Re- oder Upcycling spielt Zusammenhalt und Freundschaft – wie in praktisch allen Mira-Lobe- und Susi-Weigel-Büchern eine große Rolle. Sogar die kleinen Mäuse, die zu Dieben werden und den wertvollen Stoff stehlen, der als Bandagen bei den Verletzungen dient, werden zwar gestellt, aber nicht ausgeschlossen, sondern einbezogen – sozusagen resozialisiert 😉

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Titelseite des Bilderbuchs
Titelseite des Bilderbuchs „Lollo“ von Mira Lobe und Susi Weigel
Martina Maksimović, Valeria Maksimović, Angelina Bauer, Mathias Mähr und Philipp Schiemer mit ihren Solar-Batterien aus alten Akkus

Solarspeicherzellen aus alten Akkus, UV-Strahlen nutzen, „nachhaltige“ Schulvernetzung, Pilze zum Dämmen und Färben

Von 71 Anmeldungen in der Kategorie Sustainability (Nachhaltigkeit) schafften’s fünf ins Bundesfinale. Hier werden sie vorgestellt.

Platz 1: ReCell
HTL Dornbirn (Vorarlberg)

Neues Leben für alte Akkus – das war der Grundgedanke für das Projekt ReCell der sechs Schüler:innen Martina Maksimović, Valeria Maksimović, Angelina Bauer, Mathias Mähr und Philipp Schiemer aus der HTL im Vorarlberger Dornbirn. Aus Sicherheitsgründen müssen Akkus in Notbeleuchtungen ausgetauscht werden, auch wenn sie noch länger Strom geben (können). Oft sind sie sozusagen noch zu 90 % gefüllt. Vergleichbar ist dies mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten aber noch länger genießbar sind. So erklären die Jugendlichen dem Reporter das Prinzip.

Und so sammelten sie solche Akkus, Unternehmen haben Tausende davon, die sie kriegen könn(t)en. Die Dornbirner Schüler:innen spannten mehrerer solcher Akkus zu einem Speicherelement für Solarenergie zusammen und mehrerer solcher „Batterien“ zu ganzen Laden und mehrerer solcher Laden zu einem ganzen Kastl. Dieses Ding nannten sie ReCell, das mehrere Kilowattstunden Sonnenstrom speichern kann.

Ihr Batteriemanagment-System ist so ausgetüftelt, dass sich die Zellen bei drohender Überhitzung abschalten und auch anzeigen, wenn einer der Akkus tatächlich am Ende angelangt ist. Dann reicht es, diesen einen Akku auszutauschen und schon kann das ganze Element wieder funktionieren.

„Wenn es klappt, gründen wir vielleicht eine Firma mit der wir diese Solarbatterien herstellen und vertreiben“, verraten die Jugendlichen noch am Ende des Interviews.

Platz 2: Erhöhung der Effizienz von Photovoltaikzellen mittels fluoreszierender Beschichtung
HTL Dornbirn (Vorarlberg)

Photovoltaikzellen können nur sichtbares Sonnenlicht in Energie umwandeln. Damit bleiben die ultravioletten Strahlen ungenutzt. Das war der Ausgangspunkt für das Projekt von Tobias Ritter und Paul Luschnig aus der HTL im Vorarlberger Dornbirn. „Allzuviel an Details wollen wir nicht verraten, weil wir uns überlegen, unsere Methode patentieren zu lassen“, warnen sie Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…

Aber so viel wie in den Beschreibungen können sie dann schon preisgeben. Ausgehend von Erkenntnissen textilchemischer Optimierungen experimentierte das Schüler-Duo mit fluoreszierenden Beschichtungen von Solarzellen.

Dafür probierten sie verschiedene Stoffe aus, die sie als flüssige Lösungen auftrugen. Was noch nicht sehr praktikabel ist, aber Ritter und Luschnig wollen ja dranbleiben. So könnten Photovoltaik-Zellen künftig eine höhere Ausbeute an Energie erzielen.

Platz 3: Schulübergreifendes Nachhaltigkeitsgremium
BHAK Bad Ischl (Oberösterreich)

Kein Produkt, aber viel mehr, schufen Schüler:innen – ausgehend von der Handelsakademie im oberösterreichischen Bad Ischl. Wie schon der Titel sagt, organisierten sie die Vernetzung mehrerer Schulen, um Aktivitäten in Sachen Nachhaltigkeit zu initiieren und durchzuführen – mit der Hoffnung, dass dieses „schulübergreifende Nachhaltigkeitsgremium“ auch dauerhaft bleibt und weitergeführt wird. Initiiert wurde diese Vernetzung schon im vorigen Schuljahr, sie selbst seien also schon die zweite Generation, sagen Ariane Tuppinger, Livia Sosa Acosta, Leona Berner, Julia Schörghofer, Selina Stogure, Freya Bristol und Lena Seiringer zu Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…

Neben der genannten Schule, an der noch Sahra Laimer, Christine Leitner und  Jennifer Plieseis nachhaltig netzwerk(t)en, sind Jugendliche aus dem Bad Ischler Realgymnasium sowie der International School St. Gilgen mit im Boot. Regelmäßig treffen sich Abordnungen der drei Schulen, um konkrete Vorhaben zu diskutieren, planen und organisieren. Dazu zählten bisher, wie sie aufzählen, ein Kleidertauschtag, für das sie das Motto „Let’s give new life to our clothes“ (Lasst uns unserer Kleidung ein neues Leben geben) wählten, waldpädagogische Tage, Workshops, die sie selber für andere Schüler:innen halten oder auch Tipps zur Papierreduktion an Lehrkräfte und Verwaltungspersonal der drei Schulen. Nicht zuletzt werden Bäume gepflanzt und angeregt noch mehr davon zu tun.

Anerkennungspreis: Nachhaltiges Dämmmaterial aus Pilzen
HTL Braunau (Oberösterreich)

Schwammerln statt Hartschaumstoff oder Mineral„wolle“ sozusagen. Das war der Plan und damit experimentierte Sofia Feichtenschlager aus der HTL Braunau (Oberösterreich). Sie widmete sich der Frage von Dämmstoff für Hauswände. Wobei neben den eingangs genannten weit verbreiteten Dämmmaterialien gibt es schon lange auch natürliche wie Schafwolle, Zellulose, Schilfrohr usw.

Doch die Schülerin wollte Neues erkunden, die „Schwammerln“, die sie verwendete sind vor allem Baumstammpilze der Gattung Lackporling, die lassen sich, so sagt sie zu Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… übrigens auch im Labor züchten. Womit sich die Menge rasch erhöhen ließe. Für dieses Projekt habe sie sich entschieden, „weil es gerade im Bauwesen noch nicht so umweltfreundlich zugehe“.

Verschiedene Arten des genannten Baumschwammes hat sie mit umweltfreundlichen Bindemitteln vermischt und zu Platten gepresst und dann getestet, ob sie feuerbeständig sind, wie sie Wärme/Kälte leiten oder eben dämmen, wie sie auf Feuchtigkeit reagieren – und bemerkt, dass sie dann glücklicherweise nicht schimmeln.

Obendrein will die Jugendliche dranbleiben, wie sie verrät und gemeinsam mit der Fachhochschule Kärnten weiterforschen.

Anerkennungspreis: Farbmittel aus Hapalopilus nidulans
HTL Braunau (Oberösterreich)

Gleich am Stand daneben präsentieren Schulkolleg:innen der Pliz-Dämmerin andere „Schwammerl“-Produkte. Eva Daglinger und Jakob Dornauer fanden heraus – die Anregung kam von einem Onkel der Schülerin -, dass der giftige Zimtfarbene Weichporling (Fachbezeichnung: Hapalopilus nidulans) besonders viel Farbstoff ergibt.

Die beiden halten dem Reporter Gläser in die Kamera. Das große Glas mit lila Flüssigkeit sei bloß aus ungefähr vier bis fünf Gramm dieses Pilzes gewonnen worden, nachdem diese in rund eine Woche in einer Lauge gelegen seien. Das rötlich-braune Gemisch ergab sich nachdem solche Pilze in Acteon schwammen.

Die beiden zeigten auch ein Glas mit gefärbter Wolle, die sich sofort färbt, wenn sie ins aus den Pilzen gewonnene Färbemittel eingetaucht werden. Die Färbung bleibt übrigens, haben die beiden ausgetestet – auch wenn sie gewaschen wird oder im Sonnenlicht liegt.

Giftig wirkt der Pilz übrigens nur beim Verzehr und nicht wenn die Haut mit ihm in Berührung kommt, beruhigen die beiden Jugendlichen den Journalisten auf dessen sich aufdrängende Frage.
„Außerdem“, so merkt der Schüler an, „ist dieses Färbemittel ein sehr schönes Molekül“, zeigt er eine schematische Darstellung der Verbindung der Atome.

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Tobias Ritter und Paul Luschnig holen mehr Energei aus Sonnenstrahlen

Zwei gewannen doppelt und dazu noch Auszeichnungen für vertikale Gärten und Lebensmittel-App

Zwei der Finalist:innen-Projekte und dazu zwei aus dem Halbfinale wurden ausgezeichnet. Für Platz 1 gab’s 2000 Euro, auf Platz 2 entfielen 1000 – siehe beide auch schon in der Kategorie Sustainability – sowie auf das Drittplatzierte Projekt 500 €, weiters gab es einen Anerkennungspreis in der Höhe von 500 Euro.

Platz 1: Erhöhung der Effizienz von Photovoltaikzellen mittels fluoreszierender Beschichtung
HTL Dornbirn

Photovoltaikzellen können nur sichtbares Sonnenlicht in Energie umwandeln. Damit bleiben die ultravioletten Strahlen ungenutzt. Das war der Ausgangspunkt für das Projekt von Tobias Ritter und Paul Luschnig aus der HTL im Vorarlberger Dornbirn. „Allzuviel an Details wollen wir nicht verraten, weil wir uns überlegen, unsere Methode patentieren zu lassen“, warnen sie Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…

Aber so viel wie in den Beschreibungen können sie dann schon preisgeben. Ausgehend von Erkenntnissen textilchemischer Optimierungen experimentierte das Schüler-Duo mit fluoreszierenden Beschichtungen von Solarzellen.

Dafür probierten sie verschiedene Stoffe aus, die sie als flüssige Lösungen auftrugen. Was noch nicht sehr praktikabel ist, aber Ritter und Luschnig wollen ja dranbleiben. So könnten Photovoltaik-Zellen künftig eine höhere Ausbeute an Energie erzielen.

Platz 2: ReCell
HTL Dornbirn (Vorarlberg)

Neues Leben für alte Akkus – das war der Grundgedanke für das Projekt ReCell der sechs Schüler:innen Martina Maksimović, Valeria Maksimović, Angelina Bauer, Mathias Mähr und Philipp Schiemer aus der HTL im Vorarlberger Dornbirn. Aus Sicherheitsgründen müssen Akkus in Notbeleuchtungen ausgetauscht werden, auch wenn sie noch länger Strom geben (können). Oft sind sie sozusagen noch zu 90 % gefüllt. Vergleichbar ist dies mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten aber noch länger genießbar sind. So erklären die Jugendlichen dem Reporter das Prinzip.

Und so sammelten sie solche Akkus, Unternehmen haben Tausende davon, die sie kriegen könn(t)en. Die Dornbirner Schüler:innen spannten mehrerer solcher Akkus zu einem Speicherelement für Solarenergie zusammen und mehrerer solcher „Batterien“ zu ganzen Laden und mehrerer solcher Laden zu einem ganzen Kastl. Dieses Ding nannten sie ReCell, das mehrere Kilowattstunden Sonnenstrom speichern kann.

Ihr Batteriemanagment-System ist so ausgetüftelt, dass sich die Zellen bei drohender Überhitzung abschalten und auch anzeigen, wenn einer der Akkus tatächlich am Ende angelangt ist. Dann reicht es, diesen einen Akku auszutauschen und schon kann das ganze Element wieder funktionieren.

„Wenn es klappt, gründen wir vielleicht eine Firma mit der wir diese Solarbatterien herstellen und vertreiben“, verraten die Jugendlichen noch am Ende des Interviews.

Platz 3: Ceres Plantory
HTBLVA Rankweil

Im Projekt Ceres Plantory lassen Marie Schrotte, Angelina Rupp, Fabian Stitny und Jenny Lampert aus der Rankweiler HTL Pflanzen ohne Erde in „hängenden Gärten“ wachsen. „So beziehen die Wurzeln die Nährstoffe gleich direkt aus dem Wasser“, erklären die vier Schüler:innen das Prinzip ihrer Anbaumethode Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… Da die vier Jugendlichen ja eine technische Schule gewählt haben, „füttern“ sie die Pflanzen aber nicht nur mit nährstoffreichen flüssigen Lösungen, sondern verknüpfen ihre vertikale Farm mit High-Tech wie pH-, Licht- und Wassertemperatursensoren, diversen Aktoren und einem Mikrocontroller über den die „Fütterung“ und Beleuchtung gesteuert werden kann. Und diese Steuerung lassen sie wieder künstlich intelligent selbst lernen für das beste Wachstum der Pflanzen.

Noch ist der Prototyp ein Riesenungetüm, das die vier Schüler:innen unmöglich von Vorarlberg nach Wien zum Jugend-Innovativ-Bundesfinale mitnehmen hätten können, weshalb es „nur“ Bildschirmpräsentationen und Fotos gab. Ob sie selber an der weiteren Professionalisierung und Minimierung von Ceres Plantory arbeiten werden, ist noch offen.

Anerkennungspreis: Foody me
HTBLVA Rankweil (Vorarlberg)

Du stehst im Einkaufszentrum, Supermarkt, Lebensmittelgeschäft usw. und wenn du zu Hause bist, kommst du drauf: „Hach, Milch hätte ich eh noch gehabt, dies und das ebenfalls, dafür hätte ich …!?“ Und dann kommt’s in der Folge oft dazu, dass manches das zu viel ist, auch noch schlecht wird und im Müll landet. Letzteres passiert allzu oft. Um dem wenigstens ein bisschen entgegenzuwirken – und obendrein Geld zu sparen – haben Bastian Fleischer und Katharina Seeberger aus der höheren technischen Lehranstalt Rankweil – klar in Vorarlberg, handelt es sich hier ja um den Special Award von Österreichs westlichstem Bundesland – eine App entwickelt. In „Foody me“ scannst du die Strich-Codes der gekauften Lebensmittel – gibst am besten noch das Ablaufdatum ein, hältst die Liste aktuell und schon hast du beim Einkaufen stets einen Überblick – nicht nur beim Einkaufen. Du kannst der App auch „beibringen“, dass sie dich aufmerksam macht, dass dies oder jenes nur mehr zwei, drei Tage (mindestens) haltbar ist.

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