Fantas-tisches Bilderbuch über Sehnsucht nach dem Gefühl von Freiheit; gepaart mit Elementen aus indigener Kultur Kanadas
Neugierig – und irgendwie auch schon sehnsüchtig schaut ein kleines Kind beim Fenster raus – auf einen Jugendlichen, der auf seinem Skateboard draußen vorbeirauscht, in sich ruhend zufrieden lächelt. So startet schon auf der Titelseite diese Bilderbuchgeschichte, die sich ums Skaten dreht. In Bildern und den ganz wenigen, knappen Sätzen, auf mancher der Doppelseiten sogar nur mit einem Wort lobpreist die Autorin und Illustratorin Julie Flett (Übersetzung aus dem Englischen: Barbara Brennwald) diese Fortbewegungsart. Weniger als sportliche oder rasante Herausforderung, sondern mehr als ein Lebensgefühl jugendlicher Freiheit. Von der sich auch schon Kinder angezogen fühlen.
Ja, und das junge Kind am Fenster kriegt nach wenigen Seiten ein solches „Rollbrett“ von seiner Mutter geschenkt, beginnt zu üben, fällt natürlich hin. Gibt nicht auf. Wird von der Tante an der Hand geleitet, will zum Skaterpark. Fühlt sich dort aber anfangs gar nicht wohl – die sind alle schon so gut und er…?
Aber klar, auch das überwindet er – gemeinsam mit anderen. Darunter auch offenkundig, wenn auch weniger, Mädchen.
Skateboarden, das Gefühl darum herum – bzw. auch jenes für alle möglichen anderen Herausforderungen, der sich Kinder und Jugendliche stellen – ist aber „nur“ eine Ebene dieser so stimmigen Geschichte. Und zwar in einer Art, die an Antoine de Saint Exupérys Zitat aus „Die Stadt in der Wüste“ / Citadelle erinnert: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
Eine zweite lässt die Autorin und Illustratorin immer wieder – und gleich auf der Titelseite einfließen – Wörter aus einer der Dialekte der Sprache der Cree, Indigene in Teilen Kandas und der USA, die eigentlich, wie Julie Flett, selbst Angehörige dieses Volkes im Nachwort schreibt, Nêhiyawak sind, deren Sprache heißt Nêhiyawêwin heißt. „Cree“ gehe auf die französische Fehlübersetzung eines Begriffes daraus zurück.
Nêhiyawêwin wird in einer Silbenschrift geschrieben, die von mehreren Algonkin-Sprachen Kanadas verwendet wird. Einige Zeichen davon sind auf dem Buchcover unter dem Titel „Wieder da!“ auch zu sehen: ᐯ ᑭᐁᐧᐃᐧᐣ. (pê-kîwêwin; gesprochen be ki-ue-win). Flett baut mehrmals auch noch ein anderes Wort aus der Sprache ihrer Vorfahren – ihre Großeltern verwendeten sie noch: haw êkwa (hau eyg-wa) was „los geht’s“ bedeutet und in ihrer Silbenschrift so ausschaut: ᐦᐊᐤ ᐁᑿ
Text und Illustration: Julie Flett
Übersetzung aus dem Englischen: Barbara Brennwald
Wieder da! ᐯ ᑭᐁᐧᐃᐧᐣ. pê-kîwêwin (be ki-ue-win)
32 Seiten + 1 Seite Vor- und 1 Seite Nachwort
Ab 6 Jahren
Baobab Books
22,70 €
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