… und andere Varianten des bekannten Märchens, gespielt von einem jungen Trio.
Sechs grüne gepolsterte Würfel, ein Kleiderständer, eine Ukulele und eine E-Gitarre auf einem Podest – das reicht als Bühnenbild. In und auf diesem, aber auch rundherum und zwischen sowie mit dem Publikum spielt ein junges Trio flott, abwechslungsreich „Der gestiefelte Kater“. In einer, wie nicht selten, abgewandelten Version des Mädchens, das nur in der 1. Auflage der Grimm’schen Sammlung war, weil fast zeitgleich eine deutsche Übersetzung des französischen „Le Maître chat ou le Chat botté“ (Der Katzenmeister oder der gestiefelte Kater) kursierte.
Der Kater rückt (sich) hier verstärkt ins Zentrum. Beginnt damit „schlafend“ schon vor Beginn des Stücks auf Polsterwürfeln auf der Bühne – in der Bezirksvorstehung Alsergrund wo die Premiere stattfand und die nächste Vorstellung sein wird; siehe Info-Box – zu liegen. Übrigens schon gestiefelt und be-hütet. Aus dem Off der Spruch, dass schon Publikum da sei. Gespieltes Aufschrecken. Begrüßung der Zuschauer:innen und Ankündigung des Erscheinens von Königin und König.
In einem Setting, das an eine TV-Show erinnert, startet Talk-Master Kater und lädt seine Gäst:innen ein, die Vorgeschichte zu erzählen.
Die natürlich gespielt wird. Königin ist vormals Müllerstochter (anstelle eines Sohnes wie im Original), die beim Erbe des Vaters (fast) leer ausgeht. Nur die Katze, pardon den Kater kriegt. Und der will Stiefel. also Stiefel aus, Hut weg. Schuster und so weiter. Immer wieder „korrigiert“ Kater die Erzählungen seiner Herrin, die eher zu seiner Dienerin macht.
Unter anderem zwingt Kater sie zu Gräfinnen-Klischee-Körperhaltungen und Stimmchen. Wogegen sie sich auch gar nicht wehrt. Obwohl ihr das sichtlich und spürbar unangenehm ist. Und eigentlich dem Prinzen gar nicht gefallen dürfte, spricht der doch mehrmals davon, dass sie ganz anders sei als alle anderen Adeligen…
Auch wenn diese die eine oder andere Episode dann doch zurechtrücken muss / will.
Kater fängt Rebhühner für den König, kriegt säckeweise Gold, will seine Chefin mit dem Königssohn zusammenbringen, muss dem König vorgaukeln, sie wäre eine reiche Gräfin. Dafür wird das Publikum eingespannt, Bäuer:innen zu spielen, Karotten und Kartoffeln zu ernten, als Fischer:innen netzweise Fische zu fangen und stets zu rufen, das alles gehöre der Gräfin und so weiter.
Paula Delmas als einzige des Trios spielt ausschließlich die Rolle des Katers – überzeugend dominant und be-herrschend. Jakob Amon switcht von der Rolle des Schusters in die des königlichen Kutschers, eines Wächters mit Helm, des Zauberers, dem all das Land eigentlich gehört und nicht zuletzt die des Prinzen. Schließlich verkörpert Amelie Persché nicht nur die Müllerstochter und neue Königin, sondern zuvor schon den alten meist schläfrigen oder Rebhuhn-hungrigen König. Sie hat auch diese Märchen-Version geschrieben, Regie geführt und Songs komponiert. Die sie selber auf der E-Gitarre fetzig spielt und dazu singt, wobei der Text nicht immer gut akustisch zu verstehen ist; und Wächter / Prinz zur eigenen Ukulele-Begleitung zum Besten gibt.
erspielte-buehne-und-eine-bonus-figur/ <– VErsion in NÖ, damals noch im Kinder-KURIER
Neu erzählt mit Live-Musik
Gestiefelter Kater: Paula Delmas
Prinz / Schuster / Kutscher / Wächter / Zauberer: Jakob Amon
Regie, Text, Komposition & Müllerstochter / alter König / neue Königin: Amelie Persché
5. November 2026
17 Uhr
Festsaal der Bezirksvorstehung Alsergrund
1090, Währinger Straße 43
Eintritt: Freie Spende
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